Kleidermotten erkennen und bekämpfen

Inhalt10 Abschnitte
- Kleidermotten erkennen
- Warum Motten in den Kleiderschrank kommen
- Kleidermotten bekämpfen: Schritt für Schritt
- Bügeln, Sonne, Hitze: was sonst hilft
- Pheromonfallen: gut zur Kontrolle
- Schlupfwespen gegen Kleidermotten
- Mittel mit Wirkstoff und Hausmittel
- Ordnung im Kleiderschrank als Vorbeugung
- Wann Fachleute nötig sind
- Häufige Fragen
Kleidermotten bekämpfen Sie in drei Schritten: befallene Kleidung waschen oder einfrieren, den Schrank vollständig ausräumen und aussaugen, und danach mit Pheromonfallen beobachten, ob noch Falter fliegen. Wer die Eier und Larven erwischen will, die man nicht sieht, setzt zusätzlich Schlupfwespen ein. Lavendelsäckchen und Zedernholz halten Falter allenfalls fern, einen Befall beenden sie nicht.
Kleidermotten erkennen
Die Kleidermotte ist ein kleiner, unscheinbarer Falter: 6–9 mm lang, strohgelb bis goldglänzend, ohne Muster. Sie fliegt schlecht, meidet Licht und läuft lieber, als dass sie flattert. Die Falter selbst fressen nichts, sie leben nur wenige Wochen und legen in dieser Zeit ihre Eier ab.
Den Schaden richten die Larven an: weißliche, bis etwa 1 cm lange Raupen mit dunklem Kopf. Sie fressen Keratin, also tierische Fasern – Wolle, Kaschmir, Seide, Pelz, Federn, Filz. Anzeichen eines Befalls sind:
- kleine, unregelmäßige Löcher in Pullovern, oft an verdeckten Stellen wie unter dem Kragen oder an den Achseln,
- abgefressene Stellen, an denen der Flor fehlt,
- feine Gespinströhren oder Köcher, in denen die Larven leben,
- winzige Kotkrümel in der Farbe des befallenen Stoffs.
Verwechseln kann man Kleidermotten mit Lebensmittelmotten, die größer sind und zweifarbige Flügel haben. Fliegen Motten vor allem in der Küche, lesen Sie im Ratgeber zu Lebensmittelmotten weiter. Kleine runde Käferlarven mit Haarbüscheln im Teppich oder Schrank sind dagegen Teppichkäfer.
Warum Motten in den Kleiderschrank kommen
Kleidermotten werden meist mit Kleidung eingeschleppt – aus dem Secondhandladen, von Flohmärkten, aus dem Keller oder mit alten Wolldecken. Seltener fliegen sie durch das offene Fenster herein. Im Schrank finden sie, was sie mögen: Dunkelheit, Ruhe und Wolle, die lange nicht bewegt wird.
Besonders anziehend sind getragene, ungewaschene Sachen. Hautschuppen, Schweiß und Essensreste liefern den Larven Nährstoffe, die reine Wolle nicht hat. Ein Pullover, der nach einem Abend zurück in den Schrank wandert, ist deshalb gefährdeter als ein frisch gewaschener. Offene Kleiderschränke und Kleiderstangen sind übrigens nicht sicherer als geschlossene – die Falter fliegen ohnehin in dunkle Ecken, und Staub sammelt sich schneller.
Kleidermotten bekämpfen: Schritt für Schritt
- Alles ausräumen. Den betroffenen Schrank vollständig leeren, auch Kisten, Taschen und Schuhe. Jedes Kleidungsstück ansehen, besonders Wolle, Seide und Mischgewebe.
- Befallenes aussortieren. Stark zerfressene Stücke in einem verschlossenen Beutel in den Restmüll geben.
- Waschen, was es verträgt. Bei mindestens 60 °C sterben Eier und Larven zuverlässig ab. Die meisten Wollsachen vertragen das nicht – für sie gibt es das Einfrieren.
- Einfrieren. Empfindliche Kleidung in einem dicht verschlossenen Beutel bei –18 °C für mehrere Tage in den Gefrierschrank legen, sicherheitshalber eine Woche. Danach im Beutel auftauen lassen, damit sich kein Kondenswasser im Stoff sammelt, und anschließend nach Pflegeetikett waschen, wie im Ratgeber Wolle waschen beschrieben.
- Schrank aussaugen. Böden, Ecken, Ritzen, Bohrlöcher für Einlegeböden, Scharniere und die Rückwand mit der Fugendüse gründlich aussaugen. Den Beutel danach verschlossen entsorgen.
- Feucht auswischen und trocknen lassen. Mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, danach den Schrank einige Stunden offen stehen lassen.
- Nur Sauberes zurückräumen. Selten getragene Wollsachen in verschließbaren Kleidersäcken oder Kunststoffboxen lagern.
Auch Teppiche, Wolldecken, Polstermöbel mit Wollbezug und Filzgleiter können befallen sein. Suchen Sie im selben Raum weiter, wenn die Motten trotz leerem Schrank zurückkommen.
Bügeln, Sonne, Hitze: was sonst hilft
Dampfbügeln tötet Eier und Larven an der Oberfläche, erreicht aber nicht jede Faser und ist eher eine Ergänzung. Direktes Sonnenlicht und kräftiges Ausklopfen vertreiben Larven, die Licht und Bewegung meiden – im Sommer lohnt es, befallene Wolldecken einen Tag draußen zu lüften. Ein Wäschetrockner auf hoher Stufe wirkt ebenfalls, ist aber für Wolle meist nicht geeignet. Das Pflegeetikett hat Vorrang.
Pheromonfallen: gut zur Kontrolle
Pheromonfallen sind Klebefallen mit dem Sexuallockstoff der Weibchen. Sie ziehen männliche Falter an, die auf der Klebefläche hängen bleiben. Weibchen und Larven fangen sie nicht. Einen Befall beenden sie deshalb nicht, aber sie zeigen zuverlässig, ob noch Motten da sind und wo.
Hängen Sie eine Falle in den Schrank und kontrollieren Sie sie jede Woche. Bleiben über mehrere Wochen keine Falter mehr hängen, ist der Befall vorbei. Neue Fänge sind ein Zeichen, dass es noch einen Herd gibt. Pheromonfallen für Kleidermotten sind speziell auf diese Art abgestimmt – Fallen für Lebensmittelmotten locken Kleidermotten nicht.
Schlupfwespen gegen Kleidermotten
Schlupfwespen der Gattung Trichogramma sind winzige Insekten, kaum 0,5 mm groß, die ihre Eier in Mottengelege legen. Statt einer Motte schlüpft eine neue Schlupfwespe. Sie werden auf kleinen Pappkärtchen geliefert, die man in den Schrank hängt. Mehrere Lieferungen im Abstand von einigen Wochen sind nötig, weil Motteneier nicht alle gleichzeitig abgelegt werden.
Für Menschen und Haustiere sind die Schlupfwespen harmlos, man bemerkt sie kaum. Sind keine Motteneier mehr da, sterben sie ab und bleiben als feiner Staub zurück, der sich wegsaugen lässt. Wichtig: Nicht gleichzeitig Insektensprays oder Mottenpapier mit Wirkstoff verwenden, das tötet auch die Nützlinge.
Mittel mit Wirkstoff und Hausmittel
Mottenpapiere und -sprays mit Insektizid sind in Kleiderschränken nur eine Notlösung: Die Kleidung trägt man später auf der Haut, und in Kinderzimmern haben sie nichts verloren. Wer sie verwendet, nimmt nur zugelassene Mittel, hält sich an die Gebrauchsanweisung und lüftet gut. Ob ein Mittel zugelassen oder gemeldet ist, lässt sich über die Nummer der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf der Packung nachprüfen.
Lavendel, Zedernholz und Duftöle werden oft empfohlen. Sie können Falter fernhalten, solange der Duft kräftig ist, töten aber weder Eier noch Larven. Als Vorbeugung in einem sauberen Schrank sind sie in Ordnung, als Bekämpfung nicht.
Ordnung im Kleiderschrank als Vorbeugung
Ein gut sortierter Schrank ist die beste Mottenvorsorge, weil man einen Befall früh bemerkt. Sortieren Sie Kleidung, die Sie seit Jahren nicht tragen, aus – Tipps dazu im Ratgeber Kleiderschrank ausmisten. Wollsachen regelmäßig herausnehmen, ausschütteln und lüften. Saisonkleidung sauber und verschlossen lagern. Riecht der Schrank muffig, ist er zu feucht – was dagegen hilft, steht im Ratgeber muffiger Geruch im Schrank.
Wann Fachleute nötig sind
Bei einem Befall, der sich über mehrere Räume, Teppiche und Polstermöbel zieht, oder in Pelz- und Wolllagern lohnt ein Schädlingsbekämpfer. Wertvolle Textilien wie Teppiche oder Trachten nimmt eine Fachreinigung an. Im normalen Haushalt kommen Sie mit Waschen, Einfrieren, Aussaugen und Geduld aus.
Häufige Fragen
Wie lange muss ich Kleidung gegen Motten einfrieren?
Bei –18 °C mindestens einige Tage, sicherheitshalber eine Woche. Große Teile wie Decken brauchen länger, bis sie im Inneren durchgefroren sind. Danach im verschlossenen Beutel auftauen lassen.
Kommen Kleidermotten auch an Baumwolle?
Reine Baumwolle, Leinen und Kunstfasern fressen sie nicht. In Mischgeweben mit Wolle oder an verschmutzten Stellen können sie aber auch diese Stoffe beschädigen, weil sie sich durch die Fasern fressen.
Woher weiß ich, dass die Motten weg sind?
Wenn in einer Pheromonfalle über sechs bis acht Wochen keine Falter mehr hängen und keine neuen Löcher auftauchen. Hängen Sie die Falle danach vorsorglich weiter.
Helfen Lavendelsäckchen gegen Motten?
Sie halten Falter eine Zeit lang ab, solange der Duft frisch ist. Eier und Larven, die schon im Schrank sind, stört Lavendel nicht. Als alleinige Maßnahme gegen einen Befall reicht er nicht.
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