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Laminat, Parkett und Vinyl entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Grauer Bodenbelag in Holzoptik mit sichtbarer Maserung
Laminat und Parkett gelten als behandeltes Altholz und gehören zum Wertstoffhof
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört welcher Bodenbelag?
  2. Laminat und Parkett als Altholz
  3. Vinyl und PVC: Kunststoff, nicht Holz
  4. Vorsicht bei alten PVC-Böden
  5. Schritt für Schritt: alten Boden für die Entsorgung vorbereiten
  6. Wiederverwenden: Klick-Laminat hat ein zweites Leben
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Laminat und Parkett entsorgen Sie als Altholz beim Wertstoffhof oder, bei großen Mengen, in einem Container. Vinylböden sind dagegen Kunststoff und gehen je nach Kommune zum Wertstoffhof, in den Baumischabfall oder in den Restmüll. Zum Sperrmüll gehören Bodenbeläge meist nicht, weil sie als Bauabfall gelten. Bei alten PVC-Böden ist Vorsicht nötig: Sie können Asbest enthalten. Die genauen Regeln legt Ihre Kommune fest.

Wohin gehört welcher Bodenbelag?

BelagRichtiger Weg
Laminat (Klick oder schwimmend verlegt)Wertstoffhof oder Container, behandeltes Altholz
Parkett, Fertigparkett, Dielen (lackiert oder geölt)Wertstoffhof oder Container, behandeltes Altholz
Parkett mit viel anhaftendem Kleber oder Estrichje nach Wertstoffhof Altholz oder Baumischabfall
Vinyl, Designbelag, PVC-Bahnen neueren DatumsWertstoffhof, Baumischabfall oder Restmüll, je nach Kommune
Klick-Vinyl mit Holzfaser-Trägerplattemeist Baumischabfall, da nicht sortenrein
PVC-Böden und Bodenplatten vor etwa 1990Asbestverdacht: Fachbetrieb oder Behörde fragen
SockelleistenHolz und MDF zum Altholz, Kunststoffleisten wie Vinyl
TrittschalldämmungSchaumstoff zum Restmüll oder Baumischabfall; Holzfaserplatten je nach Wertstoffhof

Laminat besteht aus einer Trägerplatte aus Holzfasern mit einer bedruckten, harzgetränkten Deckschicht. Parkett ist Echtholz, das lackiert oder geölt ist. Beides zählt deshalb nicht zum unbehandelten, sondern zum behandelten Altholz. Vinyl hat mit Holz nichts zu tun, auch wenn es wie Holz aussieht.

Laminat und Parkett als Altholz

Altholz wird in Deutschland in Klassen eingeteilt: A I ist naturbelassenes Holz, A II behandeltes Holz ohne Holzschutzmittel, etwa lackiert oder beschichtet, A III Holz mit halogenorganischen Beschichtungen und A IV Holz mit Holzschutzmitteln wie alte Zäune oder Bahnschwellen. Laminat, Parkett und Sockelleisten aus Holz oder MDF landen in der Regel bei A II, mit Kleber- oder Beschichtungsresten je nach Entsorger auch höher. Die Klassen im Detail erklärt der Artikel Holz entsorgen.

Für Sie heißt das: Auf dem Wertstoffhof kommt Laminat in den Container für Altholz, bei manchen Höfen in einen eigenen für behandeltes Holz. Kleine Mengen aus Privathaushalten sind oft kostenlos oder kosten eine geringe Gebühr, größere Mengen werden nach Volumen oder Gewicht berechnet. Wer eine ganze Wohnung neu belegt, bestellt besser einen Container für Altholz; sortenreines Altholz ist meist günstiger als gemischter Bauabfall.

Vinyl und PVC: Kunststoff, nicht Holz

Vinylböden bestehen überwiegend aus PVC. Es gibt sie als Bahnen zum Kleben, als Klebe-Planken und als Klick-Vinyl. Manche Klick-Vinylböden haben einen Kern aus Holzfaser, andere einen steifen Kern aus Kunststoff mit mineralischen Zusätzen. Alle gehören nicht zum Altholz. Je nach Kommune nimmt der Wertstoffhof Vinyl als Baumischabfall oder Kunststoff an, kleine Mengen dürfen oft in den Restmüll. In den Gelben Sack gehört Vinyl nicht, denn er ist keine Verpackung.

Einige Hersteller von Vinylböden und Verbände betreiben Rücknahmesysteme für Verschnitt und alte Böden. Wenn Sie neu kaufen, lohnt die Frage beim Händler, ob so etwas angeboten wird.

Vorsicht bei alten PVC-Böden

Bis in die 1980er Jahre wurden in Deutschland Bodenbeläge verlegt, die Asbest enthalten können, vor allem harte PVC-Bodenplatten, oft in quadratischem Format, und Cushion-Vinyl-Böden mit einem Rücken aus asbesthaltiger Pappe. Auch schwarze Kleber aus dieser Zeit können belastet sein. Ob Ihr Boden betroffen ist, kann man nicht mit bloßem Auge erkennen, und ausschließen lässt es sich bei einem alten Belag ohne Untersuchung nicht.

Solange der Belag fest liegt und unbeschädigt ist, geht von ihm in der Regel keine große Gefahr aus. Beim Herausreißen, Brechen, Schleifen oder Abschaben können aber Fasern frei werden. Reißen Sie einen alten PVC-Boden, der vor etwa 1990 verlegt wurde, deshalb nicht einfach heraus. Lassen Sie eine Probe untersuchen und beauftragen Sie bei Asbest einen zugelassenen Fachbetrieb. Was sonst zu beachten ist, steht unter Asbest entsorgen.

Schritt für Schritt: alten Boden für die Entsorgung vorbereiten

  1. Belag bestimmen. Laminat, Parkett oder Vinyl? Bei einem alten PVC-Boden zuerst die Asbestfrage klären.
  2. Entsorgungsweg klären. Beim Wertstoffhof fragen, welche Mengen angenommen werden und ob Laminat als Altholz oder als Baumischabfall zählt.
  3. Sortieren. Laminat, Sockelleisten und Holz auf einen Stapel, Trittschalldämmung, Folien und Vinyl auf einen anderen. Sortenreine Abfälle sind günstiger.
  4. Handlich machen. Paneele stapeln und bündeln, Vinylbahnen in Streifen schneiden und rollen.
  5. Transport planen. Laminat ist schwerer, als es aussieht. Fahren Sie lieber mehrmals, statt das Auto zu überladen.

Wiederverwenden: Klick-Laminat hat ein zweites Leben

Klick-Laminat, das schwimmend verlegt war, lässt sich oft zerstörungsfrei herausnehmen. Wenn Nut und Feder heil sind und die Oberfläche kaum Kratzer hat, finden sich über Kleinanzeigen oder Verschenkgruppen Abnehmer, etwa für einen Keller, ein Gartenhaus oder einen Hobbyraum. Auch gut erhaltene Massivholzdielen und altes Parkett sind gefragt, teils bei Bauteilbörsen, die gebrauchte Baumaterialien vermitteln. Wer einen Boden nur auffrischen möchte, findet die Pflege unter Laminat reinigen, Parkett reinigen und Vinylboden reinigen.

Typische Fehler

  • Laminat im Kamin verbrennen. Im Kaminofen ist nur naturbelassenes Holz erlaubt. Beschichtetes, lackiertes oder verklebtes Holz setzt beim Verbrennen Schadstoffe frei. Im Garten ist das Verbrennen von Abfällen ohnehin verboten.
  • Bodenbeläge zum Sperrmüll stellen. Bauabfälle nimmt die Sperrmüllabfuhr meist nicht mit.
  • Vinyl zum Altholz geben. Kunststoff im Altholz verschlechtert die Verwertung, der Wertstoffhof schickt Sie im Zweifel zurück.
  • Alten PVC-Boden herausreißen, ohne an Asbest zu denken. Das lässt sich nicht rückgängig machen.

Häufige Fragen

Wie entsorge ich Laminat?

Als behandeltes Altholz beim Wertstoffhof, in kleinen Mengen oft kostenlos, oder bei größeren Mengen in einem Altholz-Container. In den Restmüll gehört Laminat nur in sehr kleinen Mengen, wenn die Kommune das erlaubt; in den Sperrmüll meist gar nicht.

Ist Laminat Sperrmüll?

In den meisten Kommunen nicht. Laminat stammt aus dem Innenausbau und zählt als Bauabfall. Einzelne übrig gebliebene Pakete nehmen manche Wertstoffhöfe als Altholz an; fragen Sie vorher bei der Abfallberatung.

Was mache ich bei Schimmel unter dem Laminat?

Zuerst die Ursache finden: Feuchtigkeit von unten, ein Wasserschaden oder eine fehlende Dampfsperre. Befallene Paneele luftdicht in Säcke verpacken und als Altholz oder Restmüll entsorgen, je nach Kommune. Tragen Sie beim Herausnehmen eine Staubmaske. Bei größeren Flächen oder in Mietwohnungen gehört die Sache in die Hände des Vermieters oder eines Fachbetriebs.

Darf Laminat in den Holzofen?

Nein. Laminat ist beschichtetes Holzfasermaterial mit Harzen und Kleber. Im Kaminofen oder Heizkessel ist es als Brennstoff nicht zugelassen, und beim Verbrennen entstehen Schadstoffe.

Wie viel kostet die Entsorgung von Laminat?

Kleine Mengen aus Privathaushalten sind beim Wertstoffhof oft kostenlos oder günstig. Größere Mengen werden nach Volumen oder Gewicht berechnet, ein Container kostet je nach Größe und Region deutlich mehr. Die aktuellen Gebühren nennt Ihr Wertstoffhof.