Parkett reinigen und pflegen: geölt oder versiegelt

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Parkett reinigen Sie überwiegend trocken und wischen es nur nebelfeucht, mit einem Mittel, das zur Oberfläche passt. Genau hier liegt der wichtigste Unterschied: Geöltes Parkett braucht rückfettende Holzbodenseife und ab und zu Öl, versiegeltes Parkett einen milden Reiniger und gelegentlich eine Pflege für Lack. Wer die beiden verwechselt, hinterlässt Schmierfilm oder trocknet das Holz aus. Welche Oberfläche Sie haben, verrät ein einfacher Test.
Geölt oder versiegelt: der Wassertropfentest
Geben Sie an einer unauffälligen Stelle, etwa unter einem Möbelstück, einen Tropfen Wasser auf das Parkett und warten Sie einige Minuten. Bleibt der Tropfen als Perle stehen, ist der Boden lackiert oder versiegelt. Zieht er langsam ein und dunkelt das Holz leicht, ist der Boden geölt oder geölt und gewachst. Achten Sie darauf, den Test nicht in einer stark belaufenen Zone zu machen: Dort kann ein abgenutzter Lack sich wie geöltes Holz verhalten.
Auch das Auge hilft. Lack bildet einen geschlossenen Film, der je nach Glanzgrad glänzt oder seidenmatt schimmert; Kratzer liegen in dieser Schicht. Geöltes Holz wirkt natürlicher, die Poren sind spürbar, und Kratzer gehen direkt ins Holz. Im Zweifel fragen Sie den Parkettleger oder schauen in die Unterlagen vom Einbau.
Was Sie brauchen
- Staubsauger mit Parkettdüse (weiche Borsten) oder einen Mopp für die Trockenreinigung
- Wischmopp mit Mikrofaser- oder Baumwollbezug und einen Eimer mit Auswringhilfe
- für versiegeltes Parkett: einen Parkettreiniger für lackierte Böden
- für geöltes Parkett: eine Holzbodenseife und bei Bedarf ein Pflegeöl, möglichst vom Hersteller des verwendeten Öls
- ein trockenes Tuch für nasse Stellen
Schritt für Schritt: Parkett nebelfeucht wischen
- Trocken vorreinigen. Sand und Staub gründlich absaugen, in Längsrichtung der Stäbe.
- Wischwasser ansetzen. Lauwarmes Wasser mit dem passenden Reiniger oder der Holzbodenseife nach Packungsangabe.
- Mopp sehr gut auswringen. Er darf nur nebelfeucht sein. Stehendes Wasser zieht in die Fugen und lässt das Holz quellen.
- In Faserrichtung wischen. Also entlang der Stäbe oder Dielen.
- Trocknen lassen. Der Boden sollte nach kurzer Zeit von allein trocken sein. Erst danach betreten, damit keine Fußspuren im feuchten Pflegefilm bleiben.
Für die meisten Haushalte reicht es, ein- bis zweimal pro Woche trocken und alle ein bis zwei Wochen nebelfeucht zu reinigen.
Versiegeltes Parkett pflegen
Lackiertes oder versiegeltes Parkett ist pflegeleicht. Im Alltag genügt ein Reiniger für versiegelte Holzböden im Wischwasser. Eine Lackpflege, oft als Polish oder Refresher angeboten, frischt stumpfe Laufstraßen auf, sollte aber selten verwendet werden, meist ein- bis zweimal im Jahr: Jede Anwendung hinterlässt eine dünne Schicht, und zu viele Schichten werden fleckig und müssen dann aufwendig entfernt werden. Holzbodenseife und Pflegeöle sind auf Lack überflüssig, sie ziehen nicht ein und schmieren.
Wird der Lack an Laufstraßen grau und rau, hilft keine Pflege mehr. Dann schleift ein Fachbetrieb den Boden an und lackiert neu.
Geöltes Parkett pflegen
Geöltes Holz lebt von seiner Ölschicht. Eine Holzbodenseife im Wischwasser reinigt und gibt bei jedem Wischen etwas rückfettende Substanz zurück; ein normaler Allzweckreiniger würde das Öl mit der Zeit herauslösen. Eine Holzbodenseife für geölte Böden ist deshalb das wichtigste Pflegemittel.
Wirkt das Holz trocken, hell und fleckig, oder zieht Wasser schneller ein als früher, ist eine Auffrischung mit Pflegeöl fällig, je nach Beanspruchung ein- bis zweimal im Jahr. Nehmen Sie möglichst ein Pflegeöl, das zum ursprünglichen Öl passt, und halten Sie sich genau an die Anleitung: dünn auftragen, einarbeiten, überschüssiges Öl vollständig abnehmen. Was nach der Einwirkzeit auf der Oberfläche bleibt, wird klebrig.
Lappen und Pads, die mit Leinöl oder anderen trocknenden Ölen getränkt sind, können sich beim Trocknen von selbst entzünden. Lassen Sie sie ausgebreitet im Freien trocknen oder bewahren Sie sie in einem luftdicht verschlossenen Metallbehälter mit Wasser auf, bis sie entsorgt werden. Nie zusammengeknüllt in den Mülleimer werfen.
Dampfreiniger, Essig und andere Irrtümer
Dampfreiniger sind für Parkett ungeeignet, egal ob geölt oder versiegelt. Heißer Dampf dringt in Fugen und Poren, das Holz quillt, und Lack kann trüb werden. Auch Essig und scharfe Reiniger greifen Öl und Lack an. Mikrofasertücher mit grober Struktur sind in Ordnung, Scheuerschwämme nicht. Wasserflecken und weiße Ränder sind ein eigenes Thema; die Anleitung finden Sie unter Wasserflecken auf Holz entfernen.
Fugen und Raumklima
Fugen zwischen den Stäben reinigen Sie mit der Fugendüse des Staubsaugers oder einer weichen Bürste, nicht nass. Dass sich Fugen im Winter öffnen und im Sommer wieder schließen, ist normal: Holz gibt bei trockener Heizungsluft Feuchtigkeit ab und schwindet. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent schont den Boden und verringert die Fugenbildung. Filzgleiter unter Möbeln, eine Schmutzfangmatte am Eingang und keine Straßenschuhe mit Split in den Sohlen verhindern die meisten Kratzer. Kleine Kratzer auf geöltem Holz lassen sich oft mit Pflegeöl kaschieren; mehr dazu im Beitrag Kratzer in Holzmöbeln entfernen.
Fußbodenheizung, Küche und Kinderzimmer
Parkett auf Fußbodenheizung trocknet im Winter stärker aus, die Fugen werden breiter. Hier lohnt es besonders, die Luftfeuchte im Blick zu behalten und beim Wischen sparsam mit Wasser zu sein, weil das Holz auf Feuchtigkeitswechsel empfindlicher reagiert. In der Küche und am Esstisch fallen Fett- und Getränkeflecken an. Auf versiegeltem Parkett wischen Sie sie einfach feucht ab; auf geöltem Parkett nehmen Sie sie möglichst sofort auf, weil offenporiges Holz sie schnell aufsaugt. Kleine Fettflecken auf geöltem Holz lassen sich oft mit etwas Holzbodenseife in höherer Konzentration lösen, danach die Stelle nachölen. Unter Kinderstühlen und am Schreibtisch lohnt eine Schutzmatte, denn harte Rollen hinterlassen auf jedem Holzboden mit der Zeit Spuren.
Typische Fehler
- Falsches Pflegemittel: Öl auf Lack schmiert, Allzweckreiniger trocknet geöltes Holz aus.
- Zu nass wischen: Führt zu gequollenen Kanten und dunklen Fugen.
- Zu viel Lackpflege: Schicht auf Schicht wird fleckig.
- Überschüssiges Öl stehen lassen: Die Oberfläche bleibt klebrig und zieht Schmutz an.
Häufige Fragen
Wie reinigt man Parkett am besten?
Trocken mit Staubsauger und weicher Parkettdüse, dazu gelegentlich nebelfeucht mit einem Mittel, das zur Oberfläche passt: Holzbodenseife für geöltes, Parkettreiniger für versiegeltes Parkett.
Darf ich Parkett mit Wasser wischen?
Ja, aber nur nebelfeucht. Der Mopp muss so gut ausgewrungen sein, dass der Boden in ein bis zwei Minuten trocken ist. Pfützen und tropfnasse Mopps schaden jedem Holzboden.
Wie oft muss geöltes Parkett nachgeölt werden?
Das hängt von der Beanspruchung ab, meist ein- bis zweimal im Jahr in stark genutzten Räumen, seltener in Schlafzimmern. Ein Zeichen ist, wenn Wasser nicht mehr kurz steht, sondern sofort einzieht.
Gilt das auch für Laminat und Dielen?
Massivholzdielen pflegen Sie je nach Oberfläche wie Parkett. Laminat ist kein Holz an der Oberfläche und braucht weder Seife noch Öl; mehr dazu unter Laminat reinigen.



