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Vinylboden reinigen und pflegen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Waagerechte helle Holzdielen in Draufsicht
Böden in Holzoptik wie Vinyl erst trocken, dann nebelfeucht mit pH-neutralem Reiniger wischen
Inhalt7 Abschnitte
  1. Welches Vinyl haben Sie?
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Vinylboden wischen
  4. Was auf Vinyl nichts zu suchen hat
  5. Gelbe und braune Flecken durch Gummi
  6. Flecken und hartnäckiger Schmutz
  7. Häufige Fragen

Einen Vinylboden reinigen Sie am besten, indem Sie ihn zuerst saugen oder kehren und dann mit einem gut ausgewrungenen Mopp und einem pH-neutralen Reiniger nebelfeucht wischen. Lösungsmittel, Scheuermittel, Öle und Wachse gehören nicht auf Vinyl, Dampfreiniger nur mit ausdrücklicher Freigabe des Herstellers. Die größte Gefahr lauert allerdings nicht im Putzeimer, sondern unter den Möbeln: Gummifüße können dauerhafte Flecken hinterlassen.

Welches Vinyl haben Sie?

Unter „Vinylboden“ werden verschiedene Aufbauten verkauft, die sich beim Wasser unterschiedlich verhalten. Welchen Sie haben, steht in den Verlegeunterlagen oder lässt sich am Rand einer Diele erkennen, etwa an der Fußleiste.

AufbauMerkmalBeim Wischen
Klebevinyl (Dryback)dünne Planken, vollflächig auf den Untergrund geklebt, keine Klickverbindungkein quellender Träger, feuchtes Wischen ist unproblematisch; stehendes Wasser trotzdem vermeiden, damit der Kleber nicht leidet
Klick-Vinyl mit HDF-TrägerVinyldeckschicht auf einer Holzfaserplatte, dicker, mit Klickverbindungwie Laminat: nur nebelfeucht, Wasser in den Fugen lässt den Träger quellen
Rigid-Vinyl (SPC)Klickdielen mit hartem Kern aus Stein-Kunststoff-Verbundder Kern quillt nicht, die Fugen sollten trotzdem nicht unter Wasser stehen
Vinyl-Bahnenware (PVC)am Stück verlegt, oft in Küche und Bad älterer Wohnungenfeucht wischen, an Rändern und Nähten keine Pfützen

Wenn Sie es nicht wissen, behandeln Sie den Boden wie Klick-Vinyl mit Holzträger. Damit liegen Sie nie falsch.

Was Sie brauchen

  • Staubsauger mit Hartbodendüse, Bürste ausgefahren, oder einen weichen Besen
  • einen Wischmopp mit Mikrofaserbezug und einen Eimer mit Auswringhilfe
  • einen pH-neutralen Reiniger oder einen vom Bodenhersteller empfohlenen Vinylreiniger
  • ein trockenes Mikrofasertuch
  • für Flecken: etwas Spülmittel, bei Bedarf Isopropanol oder Spiritus, sparsam und nach Test

Schritt für Schritt: Vinylboden wischen

  1. Trocken vorreinigen. Saugen oder kehren. Sand und kleine Steinchen sind auf Vinyl das größte Problem, weil sie die Nutzschicht zerkratzen.
  2. Wischwasser ansetzen. Lauwarmes Wasser mit pH-neutralem Reiniger nach Packungsangabe, lieber etwas weniger. Nicht heiß.
  3. Mopp auswringen. Nebelfeucht, also ohne dass beim Zusammendrücken noch ein Tropfen kommt.
  4. In Dielenrichtung wischen. Vom hintersten Winkel rückwärts zur Tür, bei Klickdielen längs der Fugen.
  5. Wasser wechseln, sobald es trüb wird.
  6. Trocknen lassen. Der Boden sollte nach ein, zwei Minuten trocken sein. Pfützen sofort mit dem trockenen Tuch aufnehmen.

Die allgemeine Technik, von der Zwei-Eimer-Methode bis zur Dosierung, steht im Beitrag Boden wischen. Für die schnelle Reinigung zwischendurch eignen sich ein Sprühwischer oder ein Nasswischroboter mit fein einstellbarer Wassermenge.

Was auf Vinyl nichts zu suchen hat

  • Lösungsmittel wie Aceton, Nitroverdünnung oder Terpentin lösen die Oberfläche an. Das gilt auch für Nagellackentferner, der beim Umkippen Flecken macht.
  • Scheuermittel, Scheuerschwämme und Stahlwolle zerkratzen die Nutzschicht und machen sie stumpf. Kratzer in Vinyl lassen sich nicht auspolieren.
  • Öle und Wachse ziehen nicht ein, sondern bilden einen schmierigen Film, der Schmutz bindet und rutschig macht.
  • Schmierseife und Holzbodenseife sind für Holz gedacht und hinterlassen auf Vinyl Schlieren.
  • Stark saure oder stark alkalische Reiniger, etwa Essigessenz oder Grundreiniger für Fliesen, können die Oberfläche angreifen. Ein Schuss Essig im Wischwasser gegen Kalkflecken ist verbreitet; schauen Sie vorher in die Pflegeanleitung.
  • Dampfreiniger schließen viele Hersteller aus: Die Hitze kann die Oberfläche verformen, den Kleber bei Klebevinyl lösen und bei Klick-Vinyl mit HDF-Träger Feuchtigkeit in die Fugen drücken. Einige Hersteller erlauben Dampfgeräte für bestimmte Böden; ohne diese Freigabe lassen Sie es.

Manche Hersteller bieten Pflegemittel an, die eine dünne Schutzschicht auftragen. Verwenden Sie nur solche, die ausdrücklich für Ihren Boden vorgesehen sind; bei vielen modernen Böden mit werkseitiger Oberflächenvergütung ist keine Pflegeschicht nötig.

Gelbe und braune Flecken durch Gummi

Ein Stuhl mit Gummifüßen, eine Fußmatte mit Gummirücken oder ein Möbelgleiter aus Kunststoff steht wochenlang am selben Fleck. Wenn Sie ihn wegziehen, ist darunter ein gelblicher oder bräunlicher Fleck, der sich nicht wegwischen lässt. Die Ursache ist Weichmacherwanderung: Bestimmte Gummimischungen und der Vinylboden enthalten Weichmacher und andere Zusatzstoffe, die bei dauerhaftem Kontakt ineinander übergehen und chemisch reagieren. Die Verfärbung sitzt dann in der Oberfläche, nicht auf ihr. Meist ist sie bleibend; kein Reiniger holt sie heraus, bei starken Flecken hilft nur der Tausch der Diele.

Vorbeugen ist deshalb der einzige Weg:

  • Filzgleiter unter Stühle, Tische und Schränke. Sie müssen regelmäßig kontrolliert und gewechselt werden, sobald sie verschmutzt oder abgetreten sind; Sand im Filz wirkt wie Schleifpapier.
  • Fußmatten und Teppiche mit Gummirücken nur, wenn sie ausdrücklich für Vinyl geeignet sind; sonst eine Unterlage aus Filz oder ein Teppichstopper, der für Vinyl freigegeben ist.
  • Bürostühle brauchen weiche Rollen für Hartböden (meist als Typ W gekennzeichnet) oder eine Schutzmatte unter dem Schreibtisch.
  • Auch Möbelfüße aus Gummi am Sofa, am Kühlschrank oder am Wäscheständer prüfen und notfalls mit Filz unterlegen.

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Flecken und hartnäckiger Schmutz

  • Schuhstreifen: Mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem weißen Radiergummi vorsichtig abreiben.
  • Fett, Getränke, Essensreste: Mit lauwarmem Wasser und einem Spritzer Spülmittel, klar nachwischen.
  • Kugelschreiber, Filzstift, Kleberreste: Etwas Isopropanol oder Spiritus auf ein Tuch, erst an einer unauffälligen Stelle testen, kurz tupfen, klar nachwischen.
  • Kalkflecken, etwa im Bad: Neutralreiniger, bei Bedarf stark verdünnter Essig, wenn der Hersteller das zulässt.
  • Hartnäckiger Grauschleier: Ein Grundreiniger, den der Bodenhersteller für Vinyl freigibt, entfernt alte Pflegemittelreste. Danach mehrmals klar nachwischen.

Häufige Fragen

Wie reinigt man Vinylboden am besten?

Erst saugen oder kehren, dann nebelfeucht mit lauwarmem Wasser und einem pH-neutralen Reiniger wischen. Für die tägliche Zwischenreinigung reicht klares Wasser. Lösungsmittel, Scheuermittel, Öle und Wachse sind tabu.

Darf man Vinylboden mit Essig reinigen?

Gelegentlich stark verdünnt gegen Kalkflecken, sofern die Pflegeanleitung das nicht ausschließt. Für die normale Reinigung ist ein pH-neutraler Reiniger besser. Essigessenz unverdünnt gehört nicht auf Vinyl.

Darf man einen Dampfreiniger auf Vinyl benutzen?

Nur, wenn der Hersteller Ihres Bodens das ausdrücklich erlaubt. Viele schließen Dampfreiniger aus, weil Hitze und Feuchtigkeit die Oberfläche, den Kleber oder den Holzfaserträger schädigen können.

Wie bekomme ich gelbe Flecken von Gummifüßen weg?

In den meisten Fällen gar nicht, weil sich die Verfärbung chemisch in der Oberfläche festgesetzt hat. Bei leichten, frischen Flecken können Sie einen Versuch mit einem vom Hersteller freigegebenen Reiniger machen. Ansonsten bleibt nur der Austausch der Diele. Filzgleiter verhindern, dass es wieder passiert.