Küchenfronten und Schränke entfetten

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Küchenfronten reinigen Sie am besten mit warmem Wasser, einem Spritzer Spülmittel und einem weichen, gut ausgewrungenen Tuch; danach trocken nachwischen. Das löst den typischen Fettfilm auf allen gängigen Oberflächen und schadet keiner. Unterschiede gibt es bei hartnäckigem Fett: Was auf einer robusten Kunststofffront hilft, zerkratzt eine Hochglanzfront. Deshalb lohnt es sich, zuerst das Material zu kennen.
Welche Front haben Sie?
| Oberfläche | Erkennen | Gut geeignet | Besser nicht |
| Hochglanzlack | spiegelnd, zeigt jeden Fingerabdruck | Spülmittelwasser, weiches Baumwoll- oder feuchtes Mikrofasertuch | Scheuermittel, trockene Mikrofaser, Natronpaste, Alkohol |
| Mattlack | samtig, stumpf | Spülmittelwasser, Tuch gut auswringen | Polituren, Öl, scheuernde Mittel |
| Kunststoff, Schichtstoff | glatt, robust, oft mit Holzdekor | Spülmittel, Allzweckreiniger, bei Bedarf Natronpaste | Scheuerpulver, Stahlwolle |
| Folie | glatt, Kanten ohne Fuge, oft weiß | Spülmittelwasser, weiches Tuch | Dampfreiniger, Lösemittel, viel Nässe an den Kanten |
| Echtholz, Furnier | sichtbare Maserung, fühlt sich warm an | nebelfeuchtes Tuch, milde Holzseife | Nässe, Scheuermittel, Mikrofaser mit Druck |
| Edelstahl | metallisch, oft gebürstet | Spülmittel, in Schliffrichtung wischen | Chlor, Stahlwolle |
Im Zweifel hilft die Pflegeanleitung des Küchenherstellers, die oft bei den Unterlagen der Küche liegt oder auf der Website des Herstellers steht.
Was Sie brauchen
- warmes Wasser und Spülmittel
- zwei weiche Tücher (Baumwolle oder Mikrofaser), eines feucht, eines trocken
- eine alte, weiche Zahnbürste für Griffe und Kanten
- Natron für hartnäckige Stellen auf robusten Flächen
- bei geölten Holzfronten ein passendes Pflegeöl
Anleitung: Fronten fettfrei wischen
- Lauge ansetzen. Einen kleinen Spritzer Spülmittel in eine Schüssel warmes Wasser geben. Mehr Spülmittel reinigt nicht besser, es hinterlässt nur Schlieren.
- Tuch gut auswringen. Die Fronten sollen feucht, nicht nass werden. Wasser, das in Kanten und Fugen läuft, ist der häufigste Schaden an Folien- und Holzfronten.
- Von oben nach unten wischen. Mit leichtem Druck in geraden Bahnen, bei Holz in Faserrichtung. Stark verschmutzte Stellen einige Minuten mit dem feuchten Tuch bedecken, damit das Fett aufweicht.
- Klar nachwischen. Mit einem zweiten, nur mit Wasser angefeuchteten Tuch Spülmittelreste abnehmen.
- Trocken nachreiben. Sofort mit einem trockenen, sauberen Tuch nachwischen. Bei Hochglanz sanft tupfen oder mit wenig Druck wischen.
Hochglanz und Mattlack: die empfindlichen Fälle
Hochglanzfronten sind hart, aber nicht kratzfest. Jeder feine Kratzer fällt im Streiflicht auf. Wischen Sie deshalb nie trocken über den Lack: Staubkörnchen wirken wie Schleifpapier, und eine trockene Mikrofaser kann bei Druck selbst Mikrokratzer erzeugen. Nehmen Sie ein weiches Baumwolltuch oder ein gut angefeuchtetes, sauberes Mikrofasertuch ohne Scheuerseite. Glasreiniger mit Alkohol können manche Lacke auf Dauer stumpf machen.
Matte Fronten zeigen Fettfinger stärker, als man denkt. Sie vertragen Spülmittelwasser gut, aber keine Polituren, Möbelpflege oder Öle: Die hinterlassen glänzende Flecken, die sich kaum wieder entfernen lassen. Manche Mattlacke haben eine Anti-Fingerprint-Oberfläche, die nur Wasser und mildes Spülmittel verträgt.
Holzfronten und Folienfronten
Echtholz und Furnier mögen keine Nässe. Wischen Sie nebelfeucht, also mit einem Tuch, das fast trocken ist, und immer in Richtung der Maserung. Lackiertes Holz behandeln Sie wie eine Lackfront; geöltes Holz braucht gelegentlich ein Pflegeöl, damit es kein Wasser aufnimmt. Das Vorgehen ist dasselbe wie bei einer Arbeitsplatte, siehe Holz-Arbeitsplatte pflegen. Für fettige Holzküchen eignet sich eine milde Holzseife besser als Spülmittel.
Folienfronten bestehen aus einer Trägerplatte, meist MDF, mit aufgezogener Kunststofffolie. Die Folie selbst ist pflegeleicht, die Schwachstelle sind Kanten und Fugen: Dringt Wasser ein oder wirkt starke Hitze, löst sich die Folie. Deshalb keine Dampfreiniger, kein Backofenspray, keine Lösemittel wie Nitroverdünnung, und nach dem Wischen die Kanten trocknen. Folie, die sich neben Backofen oder Geschirrspüler löst, ist meist ein Hitze- und Dampfschaden und kein Reinigungsfehler.
Hartnäckiges Fett: Natron und andere Hausmittel
Auf robusten Kunststoff- und Schichtstofffronten hilft bei festem Fett eine Paste aus Natron und wenig Wasser. Dünn auftragen, einige Minuten wirken lassen, mit einem weichen Schwamm abnehmen und gründlich klar nachwischen. Auf Hochglanz, Mattlack und Holz ist Natron zu scheuernd.
Essig löst Fett kaum, dafür Kalk; auf Fronten brauchen Sie ihn selten, und auf Naturstein-Arbeitsplatten sowie Gummidichtungen richtet er Schaden an. Eine Übersicht, welches Hausmittel wofür taugt, finden Sie unter Hausmittel zum Putzen. Wer regelmäßig mit dickem Fettfilm kämpft, sollte die Dunstabzugshaube prüfen: Volle Fettfilter lassen den Fett-Dampf ungehindert auf die Schränke ziehen. Wie Sie die Filter reinigen, steht unter Dunstabzugshaube reinigen.
Griffe, Kanten und Schrankoberseiten
Die Griffe sind die schmutzigste Stelle jeder Küche, weil jeder mit fettigen Fingern zugreift. Reinigen Sie Griffe und die Front direkt darum herum öfter als den Rest, mit Spülmittelwasser und einer weichen Zahnbürste in den Ritzen. Edelstahlgriffe wischen Sie danach trocken; mehr dazu unter Edelstahl reinigen. Griffe lassen sich meist abschrauben, wenn Sie eine Grundreinigung machen.
Die Oberseite der Hängeschränke sieht niemand, deshalb liegt dort meist eine klebrige Schicht aus Staub und Fett. Sie lösen sie mit heißem Spülmittelwasser und Geduld: Tuch auflegen, einweichen lassen, abnehmen. Ist die Schicht sehr dick, schieben Sie vorsichtig mit einem Kunststoffschaber nach. Danach ein Trick, der viel Arbeit spart: Legen Sie die gereinigte Oberseite mit Zeitungspapier, Backpapier oder Schrankauflage zum Zuschneiden aus und tauschen Sie es einmal im Jahr aus.
Fettige Fugen zwischen Fliesen am Spritzschutz sind ein eigenes Kapitel, siehe Fugen reinigen.
Typische Fehler
- Zu nass wischen: Wasser in Kanten lässt Folie und Holz aufquellen.
- Scheuermilch oder die grüne Schwammseite auf Lack: Die Kratzer bleiben für immer.
- Möbelpolitur auf Mattlack: Es entstehen glänzende Flecken.
- Dampfreiniger auf Folie und Holz: Hitze und Feuchtigkeit lösen Folien und Kleber.
- Reinigerreste stehen lassen: Sie ziehen neuen Schmutz an und verursachen Schlieren.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man Küchenfronten reinigen?
Spritzer am besten sofort abwischen, dann lösen sie sich mit klarem Wasser. Die Fronten rund um Herd, Spüle und Griffe wischen Sie etwa einmal pro Woche, die gesamte Küche samt Schrankoberseiten einige Male im Jahr gründlich.
Wie reinigt man matte Küchenfronten ohne Flecken?
Mit wenig Spülmittel in warmem Wasser, einem gut ausgewrungenen Tuch und anschließend trocken nachwischen. Keine Politur, kein Öl und keine Glanzreiniger, sie hinterlassen Flecken, die auf matten Flächen sofort auffallen.
Darf ich Küchenfronten mit dem Dampfreiniger behandeln?
Bei Folien- und Holzfronten nicht, Hitze und Feuchtigkeit können Folie und Leim lösen. Bei Kunststofffronten ist er möglich, Spülmittelwasser reicht aber genauso und ist schonender für die Kanten.
Was hilft gegen vergilbte weiße Fronten?
Vergilbung bei weißen Kunststoff- oder Folienfronten entsteht oft durch Licht und Wärme und sitzt im Material. Reinigung entfernt nur den Fettfilm darüber. Bleibt der Gelbton, lässt er sich meist nicht mehr beheben.



