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Holzarbeitsplatte reinigen und ölen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Braune Glasflaschen stehen auf einer Holzarbeitsplatte in einer weißen Küche
Geölt wird die Holzplatte, sobald Wasser nicht mehr abperlt, sondern einzieht
Inhalt8 Abschnitte
  1. Geölt, gewachst oder lackiert?
  2. Die tägliche Reinigung
  3. Welches Öl auf die Arbeitsplatte gehört
  4. Anleitung: Arbeitsplatte ölen
  5. Brandgefahr durch Öllappen
  6. Wasserflecken, Kratzer und Brandflecken
  7. Schneiden direkt auf der Platte?
  8. Häufige Fragen

Eine geölte Holzarbeitsplatte braucht wenig: im Alltag feucht abwischen und trocken reiben, alle paar Monate oder sobald das Holz durstig aussieht nachölen. Wasserflecken und Kratzer verschwinden bei Massivholz mit feinem Schleifpapier und einer frischen Ölschicht. Zwei Dinge sollten Sie wissen, bevor Sie loslegen: Nicht jedes Öl gehört auf eine Fläche, auf der Lebensmittel liegen, und ölige Lappen sind eine echte Brandgefahr.

Geölt, gewachst oder lackiert?

Die meisten Arbeitsplatten aus Massivholz sind geölt, manche mit Hartwachsöl behandelt. Das Öl dringt ins Holz ein und macht es wasserabweisend, bleibt aber offenporig. Es nutzt sich ab und muss erneuert werden. Lackierte Platten haben dagegen eine geschlossene Schicht an der Oberfläche; sie werden nicht geölt, sondern nur gereinigt, und Schäden am Lack bessert ein Fachbetrieb aus.

So erkennen Sie den Unterschied: Geben Sie einen Tropfen Wasser auf eine unauffällige Stelle. Auf einer frisch geölten Platte perlt er ab und das Holz fühlt sich natürlich an. Auf einer ausgelaugten Platte zieht er ein und hinterlässt einen dunklen Fleck. Eine lackierte Platte fühlt sich glatt wie Kunststoff an, und der Tropfen bleibt stehen, egal wie alt sie ist.

Die tägliche Reinigung

  • Feucht, nicht nass: Ein gut ausgewrungenes Tuch mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel genügt. Stehendes Wasser, vor allem rund um die Spüle, lässt das Holz quellen.
  • Trocken nachwischen: Das verhindert Wasserflecken und Kalkränder.
  • Keine Scheuermittel, keine Mikrofasertücher mit starker Schleifwirkung: Sie tragen die Ölschicht ab.
  • Kein Dampfreiniger: Heißer Dampf drückt Feuchtigkeit in die Poren und in die Fugen.
  • Keine aggressiven Reiniger: Allzweckreiniger mit Lösungsmitteln, Essigessenz und Chlorreiniger laugen die Oberfläche aus. Gelegentlich verdünnter Haushaltsessig gegen Kalk ist unproblematisch, wenn Sie danach klar nachwischen.

Fettflecken lösen sich mit Spülmittelwasser meist von selbst. Bleibt ein dunkler Schatten, helfen Anschleifen und Nachölen. Rotwein, Rote Bete oder Kaffee sollten Sie sofort aufnehmen, bevor sie einziehen. Für die meisten Flecken auf Holz gibt es eine Übersicht unter Wasserflecken auf Holz entfernen.

Welches Öl auf die Arbeitsplatte gehört

Am sichersten ist ein Arbeitsplattenöl, das ausdrücklich für Lebensmittelkontakt oder als speichel- und schweißecht nach der Spielzeugnorm DIN EN 71-3 ausgewiesen ist. Diese Öle trocknen aus, werden also im Holz fest, und riechen danach neutral.

Reines Leinöl ohne Zusätze ist ebenfalls geeignet, braucht aber viel Geduld: Es trocknet sehr langsam, oft mehrere Tage je Schicht. Leinölfirnis ist dagegen Leinöl mit zugesetzten Trockenstoffen (Sikkativen), meist Metallsalzen, die das Aushärten beschleunigen. Für Möbel ist das gut, für eine Fläche, auf der Sie Brot schneiden und Teig kneten, nehmen Sie besser ein Produkt ohne diese Zusätze oder ein ausdrücklich lebensmittelgeeignetes Öl.

Speiseöle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl sind eine schlechte Wahl. Sie trocknen nicht aus, bleiben klebrig und können ranzig riechen. Walnussöl trocknet zwar etwas, ist aber für Nussallergiker ungeeignet.

Anleitung: Arbeitsplatte ölen

Was Sie brauchen: Arbeitsplattenöl, fusselfreie Baumwolllappen, Schleifpapier der Körnung 180 und 240 (bei Bedarf 120), einen Schleifklotz, Malerkrepp für angrenzende Flächen.

  1. Gründlich reinigen. Die Platte mit Spülmittelwasser säubern und vollständig trocknen lassen, am besten über Nacht.
  2. Leicht anschleifen. Mit Körnung 240 immer in Faserrichtung über die ganze Fläche gehen. Das öffnet die Poren und entfernt aufgestellte Fasern. Schleifstaub gründlich absaugen und mit einem trockenen Tuch abwischen.
  3. Öl dünn auftragen. Etwas Öl auf den Lappen geben und in Faserrichtung einreiben. Lieber mehrmals dünn als einmal dick.
  4. Einziehen lassen. Je nach Produkt 15 bis 30 Minuten. Stellen, an denen das Öl schnell verschwindet, bekommen etwas nach.
  5. Überschuss abnehmen. Mit einem sauberen, trockenen Lappen alles abreiben, was nicht eingezogen ist. Stehen gebliebenes Öl trocknet klebrig und fleckig.
  6. Trocknen lassen. Die Zeit auf der Packung einhalten, meist 12 bis 24 Stunden, bevor die Platte wieder belastet wird. Eine neue oder stark ausgetrocknete Platte bekommt zwei bis drei Schichten.

Danach genügt es, ein- bis zweimal im Jahr nachzuölen, am Spülbereich und an viel benutzten Stellen öfter. Vergessen Sie die Schnittkanten nicht, besonders die Kante am Spülenausschnitt: Dort zieht Wasser am schnellsten ein.

Brandgefahr durch Öllappen

Lappen, die mit trocknenden Ölen wie Leinöl oder Arbeitsplattenöl getränkt sind, können sich selbst entzünden. Beim Trocknen reagiert das Öl mit Sauerstoff und erzeugt Wärme. Liegt der Lappen zusammengeknüllt im Mülleimer, staut sich die Wärme, bis er Feuer fängt – oft Stunden später. Breiten Sie gebrauchte Lappen deshalb im Freien flach zum Trocknen aus, oder legen Sie sie in ein verschließbares Glas oder einen Eimer mit Wasser, bevor Sie sie entsorgen. Diesen Hinweis finden Sie auch auf den Gebinden; er ist ernst gemeint.

Wasserflecken, Kratzer und Brandflecken

Helle, graue Flecken zeigen, dass die Ölschicht abgenutzt ist und Wasser eingedrungen ist. Lassen Sie die Stelle gut trocknen, schleifen Sie sie mit Körnung 180 und dann 240 in Faserrichtung leicht an und ölen Sie nach.

Dunkle bis schwarze Flecken, typisch bei Eiche rund um Spüle und Wasserhahn, entstehen, wenn Feuchtigkeit lange im Holz steht, oft zusammen mit Eisen, etwa von einer Dose. Oberflächliche Verfärbungen lassen sich mit Oxalsäure als Holzbleiche aufhellen; Handschuhe tragen, Herstellerhinweise beachten, danach gründlich mit klarem Wasser nachwischen, trocknen lassen und ölen. Tiefe Flecken muss man abschleifen.

Kratzer und Schnittspuren werden mit Körnung 120, dann 180 und 240 herausgeschliffen. Brandflecken von heißen Töpfen sitzen oft tiefer; kleine schleifen Sie aus, große bleiben sichtbar. Legen Sie heiße Töpfe deshalb immer auf einen Untersetzer.

Vorsicht bei Furnier: Ist die Platte nur mit einer dünnen Holzschicht beklebt, ist nach wenigen Zehntelmillimetern das Trägermaterial erreicht. Hier nur mit feinem Papier und von Hand arbeiten. Ob Massivholz oder Furnier, sehen Sie an der Stirnkante: Bei Massivholz läuft die Maserung durch.

Schneiden direkt auf der Platte?

Besser nicht. Jeder Schnitt öffnet die Ölschicht, und in den Rillen setzt sich Feuchtigkeit fest. Nehmen Sie ein Brett und lesen Sie unter Schneidebrett reinigen, wie Holzbretter hygienisch bleiben. Weitere Pflegetipps rund um die Küche finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Wie oft muss man eine Holzarbeitsplatte ölen?

Eine neue Platte in den ersten Wochen zwei- bis dreimal, danach ein- bis zweimal im Jahr. Ein einfacher Test zeigt, wann es so weit ist: Perlt ein Wassertropfen nicht mehr ab, sondern zieht er ein, braucht das Holz Öl.

Kann ich Olivenöl für die Arbeitsplatte nehmen?

Nein. Olivenöl trocknet nicht aus, bleibt klebrig und kann ranzig werden. Nehmen Sie ein trocknendes Öl, das für Lebensmittelflächen ausgewiesen ist.

Womit reinige ich eine Holzarbeitsplatte hygienisch?

Mit warmem Spülmittelwasser und einem sauberen, oft gewechselten Tuch. Desinfektionsmittel sind im Haushalt nicht nötig und laugen das Holz aus. Nach rohem Fleisch die Stelle gründlich mit heißem Spülmittelwasser abwischen und trocknen.

Wie bekomme ich schwarze Flecken aus Eiche?

Oberflächliche Verfärbungen hellt Oxalsäure als Holzbleiche auf, tiefere werden abgeschliffen. Danach ölen und die Stelle künftig trocken halten, sonst kommen die Flecken zurück.