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Granatapfel entkernen, ohne dass die Küche rot wird

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Halbierter Granatapfel mit roten Kernen auf dunklem Untergrund
Die Kerne sitzen in Kammern zwischen hellen, bitteren Trennhäuten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Granatapfel innen aufgebaut ist
  2. Einen guten Granatapfel erkennen
  3. Vorbereitung: so bleibt die Küche sauber
  4. Methode 1: unter Wasser entkernen
  5. Methode 2: mit dem Kochlöffel ausklopfen
  6. Methode 3: einritzen und aufbrechen
  7. Die drei Methoden im Vergleich
  8. Granatapfel und Kerne lagern
  9. Häufige Fragen

Einen Granatapfel entkernen Sie am saubersten in einer Schüssel mit Wasser: Frucht einritzen, aufbrechen und die Kerne unter Wasser mit den Fingern aus den Kammern streifen. Wenn es schnell gehen soll, klopfen Sie die Kerne mit einem Kochlöffel aus der halbierten Frucht. Beide Methoden und eine dritte ohne Wasser stehen hier Schritt für Schritt, dazu die Frage, wie die Küche dabei nicht rot wird.

Wie ein Granatapfel innen aufgebaut ist

Unter der ledrigen Schale sitzen mehrere hundert Kerne, jeder von einem saftigen, roten Mantel umgeben. Dieser Mantel ist das, was man isst, den kleinen harten Samen darin kaut man mit oder schluckt ihn. Die Kerne liegen in Kammern, die durch weiße, schwammige Trennhäute voneinander abgeteilt sind. Diese Häute sind nicht giftig, schmecken aber bitter und pelzig und sollen deshalb nicht mit in die Schüssel.

Wer den Aufbau kennt, schneidet anders: Außen an der Frucht erkennt man oft flache Kanten. Sie verlaufen dort, wo innen die Trennhäute sitzen. Schneidet man an ihnen entlang nur die Schale ein, zerfällt die Frucht in Segmente, ohne dass ein Kern verletzt wird. Jeder zerschnittene Kern dagegen bedeutet Saft auf Brett, Fingern und Hemd.

Einen guten Granatapfel erkennen

Granatäpfel reifen nach der Ernte nicht nach. Was beim Kauf blass und sauer ist, bleibt es. Achten Sie deshalb auf diese Zeichen:

  • Gewicht: Eine gute Frucht liegt für ihre Größe schwer in der Hand. Leichte Früchte sind innen oft ausgetrocknet.
  • Form: Reife Granatäpfel sind selten kugelrund, sondern wirken leicht kantig, weil die prallen Kerne von innen gegen die Schale drücken.
  • Schale: Sie darf matt, fleckig und sogar etwas rau sein und soll sich fest und ledrig anfühlen. Weiche, matschige oder schimmlige Stellen sind ein Ausschlussgrund.

Die Farbe der Schale hilft wenig; je nach Sorte reicht sie von gelblich über rosa bis dunkelrot. Sind die Kerne innen braun, glasig-matschig oder riechen sie nach Alkohol oder Essig, ist die Frucht verdorben und gehört in den Müll.

Vorbereitung: so bleibt die Küche sauber

Granatapfelsaft enthält kräftige Pflanzenfarbstoffe. Auf heller Kleidung, Holzbrettern, unbehandelten Arbeitsplatten und in hellen Fugen hinterlässt er Flecken, die mit jeder Stunde schwerer herausgehen. Ein paar Vorkehrungen ersparen viel Arbeit:

  • Tragen Sie eine Schürze oder ein altes, dunkles Oberteil.
  • Nehmen Sie ein Brett aus Kunststoff oder Glas statt des guten Holzbretts, oder legen Sie Backpapier darauf.
  • Arbeiten Sie in oder direkt neben der Spüle und halten Sie einen feuchten Lappen bereit.
  • Verwenden Sie eine tiefe Schüssel; flache Schalen lassen jeden Spritzer hinaus.

Ist doch etwas danebengegangen: Spritzer auf Flächen sofort mit kaltem Wasser abwischen, Stoff möglichst gleich von der Rückseite kalt ausspülen und nicht antrocknen lassen. Wie es dann weitergeht, steht unter Obstflecken entfernen. Ein verfärbtes Brett bekommen Sie mit den Mitteln aus Schneidebrett reinigen meist wieder hell.

Methode 1: unter Wasser entkernen

Die sauberste Methode, ideal für alle, die den Aufwand mit den weißen Häutchen leid sind. Sie dauert einige Minuten länger als das Klopfen.

  1. Krone abschneiden. Am Blütenansatz, dem kleinen Krönchen, einen flachen Deckel abschneiden, etwa einen Zentimeter dick. Darunter werden die weißen Trennhäute sichtbar.
  2. Schale einritzen. Entlang der Trennhäute die Schale von oben nach unten vier- bis sechsmal einschneiden, nur wenige Millimeter tief.
  3. Schüssel füllen. Eine große Schüssel gut zur Hälfte mit kaltem Wasser füllen.
  4. Unter Wasser aufbrechen. Die Frucht eintauchen und mit beiden Daumen an den Schnitten auseinanderbrechen.
  5. Kerne ausstreifen. Die Segmente unter Wasser halten und die Kerne mit den Fingern von der Schale und aus den Häuten streifen. Sie lösen sich leicht, und was platzt, färbt nur das Wasser.
  6. Häutchen abschöpfen. Die Kerne sinken zu Boden, die weißen Häute und Schalenstücke schwimmen oben. Mit der Hand oder einem kleinen Sieb abnehmen.
  7. Abgießen. Alles durch ein Sieb gießen, die Kerne abtropfen lassen und bei Bedarf mit Küchenpapier trocken tupfen.

Methode 2: mit dem Kochlöffel ausklopfen

Die schnellste Methode: In unter einer Minute ist eine Hälfte leer. Sie spritzt allerdings, wenn die Schüssel zu flach ist, und funktioniert bei reifen, saftigen Früchten deutlich besser als bei trockenen.

  1. Halbieren. Den Granatapfel quer halbieren, also nicht durch Krone und Stiel, sondern in der Mitte dazwischen. Dabei werden einige Kerne zerschnitten; das lässt sich bei dieser Methode nicht vermeiden.
  2. Lockern. Jede Hälfte mit beiden Händen am Rand fassen und ringsum leicht auseinanderziehen und drücken, bis die Schale etwas nachgibt. Das löst die Kerne von den Häuten.
  3. Über die Schüssel halten. Eine Hälfte mit der Schnittfläche nach unten in die gespreizten Finger legen, tief in eine große Schüssel gehalten.
  4. Klopfen. Mit dem Rücken eines Kochlöffels kräftig rundum auf die Schale schlagen. Die Kerne fallen zwischen den Fingern hindurch in die Schüssel.
  5. Nachlesen. Mitgefallene weiße Häutchen herauszupfen, festsitzende Kerne mit den Fingern lösen.

Klopfen Sie auf die Schale und nicht auf die eigenen Finger, und stellen Sie die Schüssel am besten in das Spülbecken. Dann landen die Spritzer dort, wo sie nicht stören.

Methode 3: einritzen und aufbrechen

Die Methode ohne Wasser und ohne Lärm, gut für eine einzelne Frucht oder wenn die Segmente als Ganzes auf den Tisch sollen.

  1. Deckel abnehmen. Wie bei Methode 1 die Krone als flachen Deckel abschneiden.
  2. An den Kanten einritzen. Entlang jeder sichtbaren Trennhaut die Schale von oben nach unten einschneiden.
  3. Aufbrechen. Die Daumen in die Mitte setzen und die Frucht wie eine Blüte auseinanderziehen. Sie zerfällt in Segmente mit unverletzten Kernen.
  4. Auslösen. Die Segmente über einer Schüssel leicht nach außen biegen und die Kerne mit dem Daumen herausdrücken. Den weißen Mittelstrang entfernen.

Die drei Methoden im Vergleich

MethodeTempoSpritzerPasst für
Unter Wassermittelpraktisch keinehelle Küche, mehrere Früchte, Kerne ohne Häutchen
Kochlöffelsehr schnellam meistenreife Früchte, wenn es eilt
Einritzen und aufbrechenmittelwenigeeinzelne Frucht, ganze Segmente zum Servieren

Granatapfel und Kerne lagern

Ganze Granatäpfel sind robust. Bei Raumtemperatur halten sie sich einige Tage bis etwa zwei Wochen, kühl gelagert deutlich länger; die Schale wird dabei mit der Zeit hart und ledrig, die Kerne darunter bleiben oft noch lange saftig. Im Zweifel entscheidet der Blick ins Innere.

Ausgelöste Kerne gehören in eine geschlossene Dose in den Kühlschrank und sollten innerhalb weniger Tage gegessen werden. Für länger frieren Sie sie ein: trocken tupfen, in einer Lage auf einem Brett oder Blech vorfrieren und dann in einen Beutel umfüllen. So bleiben sie lose und lassen sich portionsweise entnehmen, etwa gefroren ins Müsli oder über den Salat. Nach dem Auftauen sind sie etwas weicher. Mehr dazu unter Lebensmittel einfrieren; welches Obst sonst wohin gehört, steht unter Obst und Gemüse richtig lagern.

Häufige Fragen

Kann man die Kerne im Granatapfel mitessen?

Ja. Der kleine helle Samen im Inneren jedes roten Kerns ist essbar und wird üblicherweise mitgekaut. Wer ihn nicht mag, presst die Kerne aus und trinkt nur den Saft.

Wie presst man einen Granatapfel aus?

Am einfachsten wie eine Orange: quer halbieren und auf einer Zitruspresse ausdrücken. Das spritzt kräftig, also tief über der Spüle arbeiten. Der Saft wird dabei etwas herber, weil die Trennhäute mitgepresst werden. Milder wird er, wenn Sie zuerst die Kerne auslösen und diese in einem Sieb mit einem Löffel ausdrücken.

Wie viele Kerne hat ein Granatapfel?

Das schwankt stark mit Sorte und Größe; mehrere hundert sind es immer.

Wie bekomme ich rote Finger wieder sauber?

Meist genügen Seife und warmes Wasser. Hartnäckige Verfärbungen an den Fingerkuppen und unter den Nägeln verblassen, wenn Sie die Hände mit etwas Zitronensaft abreiben und danach waschen. Mit Einmalhandschuhen oder der Unterwasser-Methode entstehen sie gar nicht erst.

Sind die weißen Häute giftig?

Nein, sie schmecken nur bitter und hinterlassen ein pelziges Gefühl im Mund. Einzelne Stückchen zwischen den Kernen schaden nicht, stören aber den Geschmack.