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Edelstahl reinigen und pflegen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Edelstahltopf mit Glasdeckel und schwarzen Griffen vor weißem Hintergrund
Für den Alltag reichen warmes Wasser, etwas Spülmittel und ein weiches Tuch
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Edelstahl nicht rostet – und manchmal doch
  2. Was Sie brauchen
  3. Anleitung: Edelstahlflächen streifenfrei reinigen
  4. Kalkflecken und Regenbogenschimmer
  5. Eingebranntes und Fett: Herd, Pfanne, Dunstabzugshaube
  6. Besteck, Spüle und Kleinteile
  7. Was Edelstahl schadet
  8. Flugrost wieder entfernen
  9. Häufige Fragen

Edelstahl reinigen Sie am besten mit warmem Wasser, einem Tropfen Spülmittel und einem weichen Tuch, danach reiben Sie die Fläche trocken. Bei gebürsteten Oberflächen wie Kühlschranktür, Dunstabzugshaube oder Spüle wischen Sie in Richtung der feinen Schlifflinien, dann bleiben keine Streifen. Gegen Kalk hilft eine milde Säure, gegen Fingerabdrücke ein Hauch Pflegeöl. Tabu sind Chlorreiniger, Scheuerpulver und Stahlwolle.

Warum Edelstahl nicht rostet – und manchmal doch

Edelstahl ist Stahl mit mindestens etwa 10,5 Prozent Chrom, im Haushalt meist mit Chrom und Nickel legiert (Angaben wie 18/10 bei Besteck und Töpfen). Das Chrom bildet an der Oberfläche eine hauchdünne, unsichtbare Oxidschicht, die sogenannte Passivschicht. Sie schützt das Metall darunter und erneuert sich an der Luft von selbst, wenn sie verletzt wird.

Diese Schicht hat zwei Feinde. Der erste sind Chloride: Chlorbleiche, chlorhaltige WC- und Schimmelreiniger, aber auch Kochsalz, das lange auf der Fläche liegt. Sie können die Passivschicht punktuell durchbrechen, es entstehen winzige Rostpunkte, der sogenannte Lochfraß. Der zweite Feind ist gewöhnlicher Stahl. Reiben Sie mit Stahlwolle oder einem Metallschwamm aus Eisen, bleiben feinste Eisenteilchen haften. Die rosten, und auf dem Edelstahl erscheint Flugrost – braune Pünktchen, die gar nicht vom Edelstahl selbst stammen. „Cromargan“ ist übrigens nur ein Markenname von WMF für Edelstahl der Sorte 18/10; es gelten dieselben Regeln.

Was Sie brauchen

  • Spülmittel und warmes Wasser
  • zwei weiche Tücher, am besten aus Mikrofaser (eines feucht, eines trocken)
  • Haushaltsessig oder Zitronensäure für Kalkflecken
  • Natron für Eingebranntes
  • bei Bedarf ein Edelstahlpflegemittel oder ein paar Tropfen Speiseöl
  • Spülschwamm ohne raue Scheuerseite

Anleitung: Edelstahlflächen streifenfrei reinigen

  1. Schliffrichtung suchen. Schauen Sie schräg auf die Fläche. Gebürsteter Edelstahl hat feine parallele Linien, meist waagerecht oder senkrecht. In diese Richtung wird gewischt, nie im Kreis.
  2. Feucht reinigen. Das Tuch in warmem Spülmittelwasser anfeuchten und gut auswringen. Fett und Spritzer in Schliffrichtung abwischen.
  3. Klar nachwischen. Spülmittelreste mit einem zweiten, nur mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch abnehmen. Rückstände sind die häufigste Ursache für Schlieren.
  4. Trocken reiben. Sofort mit einem trockenen Mikrofasertuch nachpolieren. Wassertropfen, die antrocknen, hinterlassen Kalkränder.
  5. Bei Bedarf pflegen. Auf Fronten, die oft angefasst werden, einen Hauch Edelstahlpflege oder einen Tropfen Speiseöl auf ein Tuch geben und dünn verreiben. Überschüssiges gründlich abnehmen, sonst zieht die Fläche Staub an.

Hochglanzpolierter Edelstahl hat keine Schliffrichtung. Hier wischen Sie in geraden Bahnen und polieren mit einem sauberen Tuch nach. Er zeigt jeden Fingerabdruck, ist aber genauso unempfindlich wie gebürsteter.

Kalkflecken und Regenbogenschimmer

Weiße Ränder an Spüle und Armatur sind Kalk. Sie lösen sich mit verdünntem Haushaltsessig oder etwas Zitronensäure in lauwarmem Wasser: auf ein Tuch geben, einige Minuten auf den Flecken legen, abwischen, danach klar nachwischen und trocknen. Säurereste sollten nicht stundenlang auf dem Metall bleiben. Wie Sie Kalk auf anderen Flächen angehen, steht unter Kalkflecken entfernen, die Grundlagen zu den Mitteln im Beitrag Entkalken.

Regenbogenfarbene oder bläuliche Verfärbungen in Töpfen und Pfannen sind Anlauffarben. Sie entstehen, wenn der Stahl stark erhitzt wurde, oder durch Mineralien im Kochwasser. Sie sind harmlos und gehen mit einem Schuss Essig im Spülwasser oder einem Edelstahlreiniger meist weg.

Eingebranntes und Fett: Herd, Pfanne, Dunstabzugshaube

Angebranntes in Edelstahltöpfen weichen Sie mit Wasser und Natron auf, lassen es aufkochen und über Nacht stehen; die Einzelheiten finden Sie unter Topf angebrannt. Für eingebrannte Flecken auf der Herdmulde hilft eine Paste aus Natron und wenig Wasser, die einige Zeit einwirkt und dann mit einem weichen Schwamm in Schliffrichtung abgerieben wird.

Fettfilme auf der Dunstabzugshaube lösen sich mit heißem Spülmittelwasser besser als mit jedem Glasreiniger. Die Metallfettfilter reinigen Sie separat; wie das am besten geht, erklärt der Beitrag Dunstabzugshaube reinigen. Für eine hartnäckige Fettschicht auf großen Flächen eignet sich ein fertiger Edelstahlreiniger, der Fett löst und einen dünnen Pflegefilm hinterlässt. Isopropanol entfettet ebenfalls gründlich und verdunstet ohne Rückstand, eignet sich aber nicht für lackierte oder beschichtete Teile daneben.

Besteck, Spüle und Kleinteile

Edelstahlbesteck verträgt die Spülmaschine. Nehmen Sie es aber bald nach Programmende heraus: Stehende Feuchtigkeit und Salzreste aus Speisen begünstigen Flecken. Rostpunkte auf Messerklingen stammen oft von anderen Teilen in der Maschine, etwa einem angerosteten Korb oder einem Messer aus einfachem Stahl. Leichter Flugrost geht mit einem Edelstahlreiniger oder einer Natronpaste weg. Silberbesteck gehört nicht direkt neben Edelstahl in den Besteckkorb, sonst können dunkle Flecken entstehen.

Die Spüle aus Edelstahl behandeln Sie wie jede andere Fläche: täglich ausspülen und trocken reiben, einmal in der Woche mit Spülmittel und einem weichen Schwamm reinigen, Kalk mit Essig lösen. Feine Kratzer bekommt jede Spüle mit der Zeit; bei gebürsteten Becken fallen sie weniger auf. Schmuck aus Edelstahl, etwa Ketten oder Ohrstecker, reinigen Sie in lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel und einer weichen Zahnbürste, danach gut abspülen und trocknen.

Was Edelstahl schadet

  • Chlorhaltige Reiniger und Chlorbleiche greifen die Passivschicht an und machen Lochfraß. Auch Hygienesprays und Schimmelentferner auf Chlorbasis gehören nicht auf Edelstahl. Und nie Chlorreiniger mit Essig oder anderen Säuren mischen, dabei entsteht giftiges Chlorgas.
  • Stahlwolle und Metallschwämme aus normalem Stahl hinterlassen Eisenpartikel, die als Flugrost wiederkommen.
  • Scheuerpulver und raue Schwammseiten zerkratzen polierte Flächen und hinterlassen Querkratzer auf gebürsteten.
  • Salzwasser, das eintrocknet, etwa Nudelwasser auf der Spüle oder Salz auf dem Topfboden. Kurz ist unproblematisch, stundenlang nicht.
  • Backofenspray auf Frontblenden, Griffen oder beschichtetem Edelstahl. Manche Kühlschrankfronten haben eine Anti-Fingerprint-Beschichtung; die verträgt nur Wasser und mildes Spülmittel.

Echte Kratzer im gebürsteten Edelstahl lassen sich mit Schleifvlies in Schliffrichtung kaschieren. Das verändert aber die Oberfläche, und bei beschichteten Fronten zerstört es die Beschichtung. Versuchen Sie es höchstens an einer unauffälligen Stelle.

Flugrost wieder entfernen

Haben sich braune Pünktchen gebildet, sind sie meist nur oberflächlich. Eine Paste aus Natron und etwas Wasser oder ein Edelstahlreiniger mit feinen Putzkörpern nimmt sie in Schliffrichtung ab. Bei hartnäckigem Flugrost hilft verdünnte Zitronensäure. Danach gründlich klar nachwischen und trocknen, dann bildet sich die Passivschicht an der Luft wieder. Kommen die Punkte immer an denselben Stellen zurück, suchen Sie nach der Quelle: ein rostiges Werkzeug, Eisenspäne vom Bohren in der Nähe oder ein Topfkratzer aus Stahl. Tiefer gehende Roststellen an anderen Metallen behandelt der Beitrag Rost entfernen.

Häufige Fragen

Welches Hausmittel ist das beste für Edelstahl?

Spülmittel mit warmem Wasser für den Alltag, verdünnter Essig gegen Kalk und Natron als milde Paste gegen Eingebranntes. Mehr brauchen Sie für die meisten Fälle nicht. Entscheidend ist, trocken nachzureiben und in Schliffrichtung zu arbeiten.

Wie reinige ich Edelstahl ohne Streifen?

Streifen entstehen fast immer durch Reinigerreste, Kalk oder Fett aus einem benutzten Tuch. Mit einem sauberen, nur leicht feuchten Tuch klar nachwischen und sofort mit einem trockenen Mikrofasertuch in Schliffrichtung polieren.

Hilft Babyöl oder Olivenöl gegen Fingerabdrücke?

Ein Hauch Öl lässt Fingerabdrücke weniger auffallen, weil die Fläche gleichmäßig glänzt. Nehmen Sie nur ein paar Tropfen und reiben Sie gründlich nach, sonst wird es schmierig und sammelt Staub. Auf Flächen mit Anti-Fingerprint-Beschichtung ist Öl überflüssig.

Darf ich Edelstahl mit Chlorreiniger desinfizieren?

Besser nicht. Chlor greift die Schutzschicht an und kann Lochfraß verursachen. Im Haushalt reicht heißes Spülmittelwasser; wo wirklich desinfiziert werden soll, nehmen Sie ein Mittel auf Alkoholbasis und wischen danach klar nach.

Kann ich Edelstahl im Ultraschallbad reinigen?

Kleinteile wie Schmuck, Uhrenarmbänder oder Brillengestelle aus Edelstahl vertragen das Ultraschallbad gut. Vorsicht bei geklebten Teilen, Steinen und Uhren, die nicht ausdrücklich wasserdicht sind.