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Kellerasseln im Haus

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Kellerassel läuft über eine helle, raue Wandfläche
Viele Asseln im Haus sind ein Zeichen für Feuchtigkeit
Inhalt8 Abschnitte
  1. Kellerasseln erkennen
  2. Warum Kellerasseln ins Haus kommen
  3. Sind Kellerasseln schädlich?
  4. Kellerasseln loswerden: was hilft
  5. Luftfeuchtigkeit im Keller: welche Werte normal sind
  6. Keller richtig lüften, vor allem im Sommer
  7. Schimmel und Geruch im Keller
  8. Häufige Fragen

Kellerasseln sind lästig, aber harmlos. Sie brauchen feuchte Luft zum Überleben und tauchen deshalb im Keller, in Waschküchen und an feuchten Außenwänden auf. Gift braucht es gegen sie so gut wie nie: Wird es trocken, verschwinden sie oder gehen ein. Die eigentliche Aufgabe ist deshalb, die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen – und dabei hilft vor allem richtiges Lüften.

Kellerasseln erkennen

Die Kellerassel ist kein Insekt, sondern ein Krebstier, das sich an das Leben an Land angepasst hat. Sie wird etwa 1,5–2 cm lang, ist grau bis graubraun, flach und oval und hat einen Körper aus mehreren Ringen, sieben Beinpaare und zwei kurze Fühler. Hinten sitzen zwei kleine Anhänge.

Verwandt ist die Rollassel, die sich bei Gefahr zu einer Kugel zusammenrollt. Die Kellerassel kann das nicht. Beide leben draußen unter Steinen, Laub und morschem Holz und sind dort nützlich: Sie zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und tragen zur Humusbildung bei.

Kellerasseln sind nachtaktiv. Tagsüber sitzen sie in Ritzen, unter Kisten, hinter Regalen oder unter feuchten Fußmatten. Wer abends das Licht im Keller einschaltet, sieht sie davonlaufen.

Warum Kellerasseln ins Haus kommen

Kellerasseln atmen über Organe, die ständig feucht bleiben müssen. In trockener Luft verlieren sie schnell Wasser und sterben. Ins Haus kommen sie deshalb nur dort, wo es feucht genug ist – und meist von außen: durch Kellerfenster, Lichtschächte, Spalten unter Türen, Risse im Mauerwerk oder mit Brennholz und Blumentöpfen.

Typische Ursachen für viele Asseln sind:

  • ein feuchter Keller mit dauerhaft hoher Luftfeuchte,
  • Laub, Holz oder Erde in Lichtschächten und direkt an der Hauswand,
  • feuchte Kartons, Holzkisten und Zeitungsstapel im Keller,
  • undichte Rohre, Kondenswasser an Wasserleitungen, eine feuchte Waschküche,
  • Wäsche, die ohne Lüftung im Keller trocknet.

Sie fressen verrottendes Pflanzenmaterial, Schimmelpilze, feuchtes Papier und Holz. Intakte Vorräte, Möbel oder Kleidung schädigen sie nicht. In Wohnräumen halten sie sich meist nur kurz, weil es dort zu trocken ist.

Sind Kellerasseln schädlich?

Nein. Kellerasseln beißen und stechen nicht, übertragen keine Krankheiten und fressen keine Vorräte an. Sie sind auch kein Hinweis auf mangelnde Sauberkeit. Ärgerlich sind sie trotzdem, vor allem wenn sie in großer Zahl auftreten. Ihr eigentlicher Nutzen im Haus ist die Warnung: Wo viele Asseln leben, ist es feucht genug für Schimmel. Ganz ähnlich verhält es sich bei Silberfischchen und Staubläusen.

Kellerasseln loswerden: was hilft

  1. Tiere einsammeln. Kellerasseln lassen sich einfach absammeln oder mit dem Staubsauger aufsaugen. Wer sie schonen möchte, legt abends eine halbierte, ausgehöhlte Kartoffel oder ein feuchtes, zusammengerolltes Tuch aus und bringt die Tiere am Morgen in den Garten.
  2. Verstecke wegräumen. Kartons, alte Zeitungen, Holzreste und feuchte Lappen aus dem Keller entfernen. Vorräte und Gegenstände in Kunststoffboxen lagern, Regale einige Zentimeter von der Wand abrücken.
  3. Zugänge schließen. Spalten an Kellerfenstern und Türen abdichten, Risse im Mauerwerk verschließen, Lichtschächte mit feinem Gitter abdecken und von Laub freihalten.
  4. Außen aufräumen. Laub, Rindenmulch, Brennholz und Blumentöpfe nicht direkt an der Hauswand lagern. Ein Streifen Kies am Sockel bleibt trockener.
  5. Luftfeuchte senken. Das ist der entscheidende Schritt, mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Insektensprays sind gegen Asseln kaum sinnvoll: Sie treffen nur die sichtbaren Tiere und lösen die Ursache nicht. Wer bei starkem Befall doch ein Mittel verwenden möchte, greift nur zu Produkten, die für den Einsatz gegen Asseln im Innenraum zugelassen sind, hält sich an die Gebrauchsanweisung und stellt oder bringt sie so aus, dass Kinder und Haustiere nicht herankommen. Hausmittel wie Salz oder Essig sind nicht nötig und greifen Mauerwerk und Fugen eher an.

Luftfeuchtigkeit im Keller: welche Werte normal sind

Ein Keller ist kühler als die Wohnung, deshalb ist die relative Luftfeuchte dort meist höher. Als Richtwerte gelten:

unter 60 %trocken genug, auch für empfindliche Lagerware
60–70 %in vielen Kellern normal, beobachten
über 70 %dauerhaft zu hoch: Schimmel und Asseln werden wahrscheinlich
um 80 % und mehrklares Feuchteproblem, Ursache suchen

In älteren Häusern mit ungedämmten Kellerwänden liegen die Werte oft höher als im Neubau. Nutzen Sie den Keller als Hobbyraum oder lagern Sie dort Kleidung, Bücher oder Möbel, sollte die Luftfeuchte dauerhaft unter etwa 60 % bleiben. Messen Sie mit einem digitalen Hygrometer über mehrere Tage, nicht nur einmal.

Keller richtig lüften, vor allem im Sommer

Der häufigste Fehler ist das Lüften an warmen Sommertagen. Warme Luft kann viel Wasser aufnehmen. Kühlt sie im Keller ab, steigt ihre relative Feuchte, und das Wasser schlägt sich an den kalten Wänden nieder. Wer im Juli nachmittags die Kellerfenster öffnet, holt sich also Feuchtigkeit herein, statt sie loszuwerden.

  • Im Sommer: nachts oder früh am Morgen lüften, wenn die Außenluft kühler ist als der Keller. Tagsüber Fenster geschlossen halten.
  • Im Frühjahr, Herbst und Winter: Die kalte Außenluft ist trocken, Lüften hilft fast immer. Mehrmals täglich kurz und kräftig lüften, dauerhaft gekippte Fenster lassen Wände auskühlen.
  • Im Zweifel messen: Ein Hygrometer innen und eines außen zeigen, ob sich das Lüften lohnt. Faustregel: Ist die Außenluft wärmer als der Keller, lieber zu lassen.

Reicht Lüften nicht aus, hilft ein elektrischer Luftentfeuchter. Wäsche sollte im Keller nur trocknen, wenn gleichzeitig gelüftet oder entfeuchtet wird – sonst riecht sie muffig, und die Wände werden feucht. Allgemeine Tipps stehen im Ratgeber Luftfeuchtigkeit senken.

Schimmel und Geruch im Keller

Riecht der Keller muffig, ist meist Schimmel im Spiel, auch wenn man ihn noch nicht sieht. Prüfen Sie Ecken, die Rückseiten von Regalen, Kartons und die unteren Wandbereiche. Kleine Schimmelstellen auf nicht saugenden Flächen lassen sich mit 70-prozentigem Alkohol abwischen; dabei lüften und Handschuhe tragen. Größere Flächen, feuchtes Mauerwerk oder Schimmel, der immer wieder kommt, gehören in Fachhand – dann ist meist Feuchtigkeit aus dem Erdreich oder eine fehlende Abdichtung die Ursache. Mehr dazu im Ratgeber Schimmel in der Wohnung. In Mietwohnungen gehört ein Feuchteschaden im Keller dem Vermieter gemeldet, am besten schriftlich mit Fotos.

Häufige Fragen

Können Kellerasseln in die Wohnung kommen?

Ja, gelegentlich, etwa über die Terrassentür oder mit Blumentöpfen. In trockenen Wohnräumen überleben sie aber meist nur wenige Tage. Viele Asseln in der Wohnung weisen auf eine feuchte Stelle hin.

Was fressen Kellerasseln?

Vor allem abgestorbene Pflanzenteile, Schimmelpilze, feuchtes Holz und Papier. Gesunde Pflanzen, intakte Vorräte und Kleidung lassen sie in der Regel in Ruhe.

Wie hoch darf die Luftfeuchtigkeit im Keller sein?

Unter 60 % ist gut, 60–70 % ist in vielen Kellern normal. Liegen die Werte dauerhaft über 70 %, steigt das Schimmelrisiko deutlich. Um 80 % ist ein Feuchteproblem wahrscheinlich.

Sollte man den Keller im Sommer lüften?

Ja, aber zur richtigen Zeit: nachts oder früh am Morgen, wenn die Außenluft kühler ist. An warmen Tagen bringt Lüften Feuchtigkeit in den Keller, die an den kalten Wänden kondensiert.