Fliegen im Haus: Ursachen und was hilft

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Fliegen im Haus werden Sie am schnellsten los, wenn Sie herausfinden, was sie anlockt: offener Abfall, Tierfutter, eine Biotonne unter dem Fenster oder etwas, das irgendwo vergessen vor sich hin fault. Ist die Quelle weg, fangen Sie die übrigen Tiere mit Klebefallen oder der Fliegenklatsche. Dauerhaft helfen Fliegengitter, ein geschlossener Mülleimer und Vorräte unter Verschluss.
Welche Fliegen im Haus unterwegs sind
Nicht jede Fliege ist eine Stubenfliege, und die Art verrät die Ursache:
- Stubenfliege: etwa 6–7 mm, grau mit dunklen Längsstreifen auf dem Rücken. Sie ist die häufigste Fliege in Wohnungen, kommt von draußen herein und entwickelt sich in Abfall, Mist und faulendem Material.
- Schmeißfliegen: größer, metallisch blau oder grün glänzend, laut brummend. Sie werden von Fleisch, Fisch und Aas angelockt. Tauchen mehrere im Haus auf, kann irgendwo ein totes Tier liegen, etwa eine Maus unter dem Dielenboden oder ein Vogel im Kamin.
- Fruchtfliegen: winzig, 2–3 mm, mit roten Augen, schwirren um Obst, Saft, Wein und den Biomüll. Hier hilft eine Fruchtfliegenfalle zum Selbermachen.
- Trauermücken: klein und schwarz, laufen auf der Blumenerde und flattern auf, wenn man gießt. Wie Sie sie loswerden, steht im Ratgeber Trauermücken loswerden.
Im Herbst sammeln sich manchmal träge, größere Fliegen an sonnigen Fenstern, auf dem Dachboden oder in selten genutzten Räumen. Sie suchen ein Winterquartier und kommen nicht aus dem Haus selbst. Einsaugen, Fenster und Ritzen dicht machen, fertig.
Woher die Fliegen kommen
Stubenfliegen legen ihre Eier in feuchtes, organisches Material. Bei sommerlicher Wärme entwickelt sich eine neue Generation in rund ein bis zwei Wochen. Typische Brutstätten und Lockmittel im und am Haus:
- offene Mülleimer, Biomülleimer, gelbe Säcke mit Essensresten
- die Biotonne im Hof, besonders mit Fleisch- oder Fischresten
- Napf mit Katzen- oder Hundefutter, das stehen bleibt
- Katzenklo und Kleintierkäfig
- Kompost und Mist in der Nähe des Hauses
- Obstschale, Brotkorb, offene Speisen und Getränkereste
Fliegen suchen außerdem Wärme und kommen an sonnigen Tagen durch offene Fenster. Nachts zieht sie Licht an.
Stubenfliegen stechen nicht, können aber Keime von Abfällen und Kot auf Lebensmittel tragen. Deshalb gehören Speisen abgedeckt, und angeflogene Lebensmittel sollte man nicht stundenlang offen stehen lassen.
Fliegen im Haus: was sofort hilft
- Die Quelle suchen. Mülleimer, Biomüll, Futternäpfe, Katzenklo und Vorratsschrank prüfen. Bei vielen Fliegen auf einmal auch unter Möbel, in den Keller und auf den Balkon schauen.
- Abfall wegbringen. Den Müll leeren, den Eimer mit heißem Spülwasser auswaschen und trocknen lassen. Wie das gründlich geht, steht im Ratgeber Mülleimer reinigen.
- Futter und Speisen abdecken. Tierfutter nach dem Fressen wegräumen, Obst und offene Speisen abdecken oder in den Kühlschrank stellen.
- Fliegen hinauslassen. Abends das Licht im Raum ausschalten, eine Lampe draußen oder im Flur anlassen und das Fenster öffnen. Viele Fliegen fliegen zum Licht hinaus.
- Übrige Tiere fangen. Mit der Fliegenklatsche, einem Staubsauger oder einer Klebefalle.
Klebefallen, Fliegenklatsche und Co.
- Fliegenklatsche: einfach, billig, giftfrei. Für einzelne Fliegen völlig ausreichend.
- Klebefallen: Klebestreifen zum Aufhängen oder Klebefolien fürs Fenster fangen zuverlässig, sehen aber nicht schön aus. Aufhängen dort, wo die Fliegen kreisen, etwa unter der Lampe, und nicht direkt über dem Esstisch.
- Elektrische Insektenvernichter mit UV-Licht: fangen vor allem nachtaktive Insekten. Gegen Stubenfliegen tagsüber wirken sie begrenzt.
- Insektensprays: Sprays sind Biozide und im Wohnraum selten nötig. Wer sie einsetzt, nimmt nur zugelassene Mittel, hält sich an die Gebrauchsanweisung, lüftet und hält Kinder und Haustiere fern. Auf keinen Fall in die Nähe von Lebensmitteln, Aquarien oder Terrarien sprühen.
Klebefallen gehören nur in Innenräume. Draußen, auf Balkon, Terrasse oder im Carport, bleiben daran auch Vögel, Fledermäuse und nützliche Insekten hängen und verenden qualvoll. Auch drinnen sollten Sie sie so hängen, dass Katzen, Kinder und Haare nicht daran kommen.
Fliegen fernhalten: die Dauerlösung
Ein Fliegengitter vor Küchen- und Schlafzimmerfenster ist die wirksamste Maßnahme überhaupt. Es gibt Rahmen zum Klemmen, zum Einhängen und Klett-Gitter zum Zuschneiden, die ohne Bohren halten und in Mietwohnungen erlaubt sind. Für Balkon- und Terrassentüren gibt es Vorhänge mit Magnetverschluss oder Pendeltüren.
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Dazu kommen die Grundregeln aus der Küche:
- Mülleimer mit dicht schließendem Deckel, Biomüll im Sommer täglich hinausbringen
- Biotonne im Schatten und mit geschlossenem Deckel, nach der Leerung ausspülen – mehr dazu bei Maden in der Biotonne
- Tierfutter nicht stundenlang stehen lassen, Katzenklo täglich säubern
- Kompost nicht direkt unter dem Küchenfenster
Hilft Basilikum gegen Fliegen?
Basilikum, Lavendel, Minze, Tomatenpflanzen und Duftöle wie Nelke oder Lavendel werden häufig als Fliegenschutz empfohlen. Ein starker Geruch kann Fliegen am Fenster kurz irritieren, eine verlässliche Wirkung ist aber nicht belegt. Ein Basilikumtopf auf der Fensterbank schadet nicht und riecht gut, ein Fliegengitter ersetzt er nicht. Duftöle sollten Sie in Haushalten mit Katzen und Kleinkindern ohnehin zurückhaltend einsetzen.
Wann es mehr ist als Pech
Kommen trotz aller Maßnahmen jeden Tag neue Fliegen, meist aus derselben Ecke, steckt eine Brutstätte im Haus: ein totes Tier in Wand, Decke oder Kamin, verdorbene Vorräte hinter dem Schrank, feuchte Abfälle im Keller. Suchen Sie gezielt und achten Sie auf Geruch. Findet sich nichts, oder liegt die Stelle im Mauerwerk, hilft ein Schädlingsbekämpfer weiter. In Mietshäusern informieren Sie den Vermieter.
Häufige Fragen
Warum sind plötzlich so viele Fliegen im Haus?
Meist ist in der Nähe eine Brutstätte entstanden, etwa in einer vollen Biotonne, einem Mülleimer oder bei einem toten Tier. Bei warmem Wetter schlüpfen dann innerhalb weniger Tage viele Fliegen auf einmal. Suchen Sie die Quelle, bevor Sie die Fliegen bekämpfen.
Was tun gegen fliegende Ameisen im Haus?
Geflügelte Ameisen sind keine Fliegen, sondern Geschlechtstiere einer Ameisenkolonie beim Hochzeitsflug. Fliegen sie durchs offene Fenster herein, genügt es, sie abzusaugen oder hinauszulassen. Schlüpfen sie über Tage aus Fugen oder Böden, sitzt ein Nest im Haus. Mehr dazu im Ratgeber Ameisen im Haus.
Welche Farbe mögen Fliegen nicht?
Vieles davon ist Hörensagen. Fliegen reagieren auf Licht, Wärme und Gerüche stärker als auf eine bestimmte Wandfarbe. Klebefallen sind oft gelb, weil diese Farbe viele Insekten anzieht – umgekehrt hilft eine Farbe aber nicht verlässlich, Fliegen fernzuhalten.
Sind Fliegen im Haus gefährlich?
Einzelne Stubenfliegen nicht. Sie können aber Keime von Abfällen auf Lebensmittel übertragen. Speisen abdecken, Arbeitsflächen sauber halten und die Quelle beseitigen genügt im Haushalt.
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