Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Elektro Standgrill

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Elektro Standgrill
Elektro Standgrill
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was einen Elektro-Standgrill ausmacht
  2. Stärken und Grenzen
  3. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  4. Welche Bauart zu wem passt
  5. Sicher anschließen im Freien
  6. Grillen auf dem Balkon: was im Mietshaus gilt
  7. So gelingt das Grillen mit Strom
  8. Reinigung und Aufbewahrung
  9. Häufige Fragen

Ein Elektro-Standgrill ist ein Elektrogrill auf einem Gestell in bequemer Arbeitshöhe. Er heizt in wenigen Minuten auf, braucht keine Kohle und kein Gas und macht weit weniger Rauch als ein Holzkohlegrill – deshalb ist er auf Balkonen oft die einzige erlaubte Wahl. Wer einen kauft, sollte auf ausreichend Leistung, eine Haube und einen stabilen Stand achten und ihn im Freien nur an einer abgesicherten Steckdose betreiben.

Was einen Elektro-Standgrill ausmacht

Im Kern besteht ein Elektrogrill aus einem Heizstab, der unter einem Grillrost oder einer Grillplatte liegt, und einem Thermostat, mit dem sich die Temperatur einstellen lässt. Beim Standgrill sitzt diese Einheit auf einem Standfuß oder Gestell, oft mit Ablage und Windschutz. Bei vielen Modellen lässt sich die Grilleinheit abnehmen und als Tischgrill verwenden.

Es gibt zwei Grundformen: offene Grills mit Rost oder Platte und Grills mit Haube, die an einen Kugelgrill erinnern. Die Haube hält die Hitze zusammen. Das ist bei einem Elektrogrill besonders wertvoll, weil er von Haus aus weniger Strahlungshitze liefert als glühende Holzkohle.

Elektro Standgrill zu Tischgrill umgebaut
Manche elektrischen Standgrills kann man zu Tischgrills umbauen

Stärken und Grenzen

Dafür
  • In wenigen Minuten einsatzbereit
  • Temperatur per Thermostat regelbar
  • Wenig Rauch und kein Funkenflug
  • Kein Brennstoff, keine Asche
  • Oft als Tischgrill nutzbar
Dagegen
  • Braucht eine Steckdose in der Nähe
  • Weniger Hitze als ein voll durchgeglühter Holzkohlegrill
  • Kein Raucharoma
  • Grillfläche meist kleiner als bei Gas- oder Kohlegrills
  • Bei Wind und Kälte sinkt die Temperatur spürbar

Oft wird behauptet, ein Elektrogrill sei völlig rauchfrei. Das stimmt nicht ganz: Tropft Fett oder Marinade auf heiße Flächen, qualmt es auch hier. Die Menge ist aber viel geringer als beim Holzkohlegrill. Wer mageres Grillgut nimmt, Marinade abtropfen lässt und die Fettschale regelmäßig leert, hält den Rauch gering.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Leistung: Für eine ordentliche Kruste sollten es mindestens 2.000 Watt sein, gute Modelle haben 2.200 bis 2.400 Watt. Schwächere Grills garen eher, als dass sie grillen.
  • Grillfläche: Für zwei Personen reicht eine kleinere Fläche, für vier bis sechs Personen sollte der Rost mindestens etwa 35 × 25 cm groß sein. Runde Haubengrills haben oft 40 bis 45 cm Durchmesser.
  • Rost oder Platte: Ein Rost gibt die typischen Grillstreifen und lässt Fett abtropfen. Eine beschichtete Platte ist leichter zu reinigen und besser für Fisch und Gemüse. Manche Platten haben einen glatten und einen gerippten Bereich.
  • Haube: Sie hält die Hitze, spart Strom und macht auch dickere Stücke, Geflügel oder Ofengemüse möglich. Ein Deckelthermometer hilft bei der Kontrolle.
  • Thermostat: stufenlos regelbar, mit Kontrollleuchte.
  • Stand: Ein breites, stabiles Gestell ist Pflicht, denn der Grill wird heiß und steht oft auf engem Raum. Rollen erleichtern das Verschieben, sollten sich aber feststellen lassen.
  • Reinigung: herausnehmbare Fettschale, abnehmbares Heizelement, spülmaschinengeeigneter Rost.

Einfache Standgrills gibt es meist ab etwa 40 Euro, gute Modelle mit Haube kosten eher 100 bis 250 Euro, Marken-Elektrogrills für die Terrasse deutlich mehr.

Elektro-Standgrills bei Amazon ansehen

Wer regelmäßig für mehrere Personen grillt oder dickere Stücke zubereitet, ist mit einem Elektrogrill mit Haube besser bedient als mit einem offenen Modell.

Welche Bauart zu wem passt

BauartGeeignet fürZu bedenken
Offener Standgrill mit WindschutzWürstchen, Steaks, Gemüse für ein bis drei PersonenWind kühlt die Grillfläche stark ab
Standgrill mit HaubeGrößere Runden, dickere Stücke, GeflügelGrößer und teurer, braucht mehr Platz zum Verstauen
Tischgrill mit abnehmbarem GestellBalkon im Sommer, Esstisch im WinterGestell oft weniger stabil

Sicher anschließen im Freien

Ein Elektrogrill zieht bis zu 2.400 Watt aus der Steckdose, und draußen kommen Regen und Feuchtigkeit dazu. Beachten Sie deshalb:

  • FI-Schutz: Außensteckdosen sollten über einen Fehlerstrom-Schutzschalter abgesichert sein. Fehlt eine geeignete Außensteckdose, darf nur eine Elektrofachkraft eine neue setzen.
  • Verlängerung: nur Kabel für den Außenbereich mit ausreichendem Querschnitt verwenden. Eine Kabeltrommel immer ganz abrollen, sonst kann sie überhitzen.
  • Keine Mehrfachsteckdose mit weiteren großen Verbrauchern teilen.
  • Nie bei Regen ohne Überdachung grillen und den Grill nicht mit nassen Händen einstecken.
  • Vor dem Reinigen den Stecker ziehen und den Grill abkühlen lassen.
  • Abstand zu Markise, Sonnenschirm, Vorhängen und Holzverkleidung halten.

Grillen auf dem Balkon: was im Mietshaus gilt

Ob und wie oft auf dem Balkon gegrillt werden darf, regeln Mietvertrag und Hausordnung. Ein Elektrogrill ist dort meist eher erlaubt als ein Holzkohlegrill, weil er kaum Rauch erzeugt. Ein ausdrückliches Grillverbot gilt aber in der Regel auch für ihn. Fragen Sie im Zweifel den Vermieter und nehmen Sie Rücksicht auf die Nachbarn, etwa indem Sie nicht direkt unter deren offenem Fenster grillen. Auf Campingplätzen ist ein Elektrogrill oft gern gesehen, weil kein Funkenflug entsteht. Klären Sie aber vorher, ob der Stromanschluss die Leistung verträgt.

So gelingt das Grillen mit Strom

Heizen Sie den Grill bei geschlossener Haube oder voll aufgedrehtem Thermostat vor, bis der Rost richtig heiß ist, meist dauert das rund zehn Minuten. Legen Sie nicht zu viel Grillgut auf einmal auf, sonst kühlt die Fläche ab und das Fleisch zieht Saft, statt zu bräunen. Dünne Stücke gelingen besser als dicke Braten, für die sich eine Haube lohnt. Bei Wind hilft ein Windschutz oder ein geschützter Standplatz. Wer im Winter drinnen grillt, nutzt den Grill als Tischgerät – das funktioniert ebenso gut wie eine Elektropfanne, die für Pfannengerichte auf dem Tisch die flexiblere Wahl ist.

Reinigung und Aufbewahrung

Nach dem Abkühlen Rost oder Platte und Fettschale herausnehmen und in warmem Spülwasser reinigen; ob sie in die Spülmaschine dürfen, steht in der Anleitung. Beschichtete Platten nur mit weichem Schwamm behandeln, nie mit Stahlwolle. Das Heizelement selbst gehört nicht ins Wasser, bei vielen Modellen reicht ein feuchtes Tuch. Lagern Sie den Grill trocken, im Winter lieber im Keller oder Abstellraum als unter einer Plane auf dem Balkon.

Weitere Geräte für Balkon, Garten und Camping finden Sie in unserer Rubrik Freizeit, Küchenhelfer für drinnen in der Rubrik Küche, etwa die Heißluftfritteuse.

Häufige Fragen

Wie viel Watt sollte ein Elektro-Standgrill haben?

Mindestens 2.000 Watt, besser 2.200 bis 2.400 Watt. Mehr erlaubt eine normale Haushaltssteckdose kaum. Wichtiger als die reine Wattzahl ist, dass die Hitze gleichmäßig auf der Grillfläche ankommt und eine Haube sie hält.

Darf ich mit einem Elektrogrill auf dem Balkon grillen?

Meist ja, entscheidend sind aber Mietvertrag und Hausordnung. Ein Elektrogrill verursacht deutlich weniger Rauch als Holzkohle und wird deshalb eher toleriert. Ein ausdrückliches Grillverbot gilt in der Regel auch für Elektrogrills.

Ist ein Elektrogrill wirklich rauchfrei?

Nicht völlig. Tropft Fett oder Marinade auf heiße Flächen, entsteht Rauch. Er ist aber viel geringer als beim Holzkohlegrill. Fettschale leeren, Marinade abtropfen lassen und die Temperatur nicht höher als nötig einstellen hilft.

Kann ich einen Elektro-Standgrill auch in der Wohnung nutzen?

Viele Modelle lassen sich als Tischgrill vom Gestell nehmen und drinnen verwenden, sofern der Hersteller das vorsieht. Sorgen Sie für Lüftung und halten Sie Abstand zu Gardinen und Möbeln. Holzkohle- und Gasgrills gehören dagegen nie in geschlossene Räume.

Wie reinige ich einen Elektrogrill am besten?

Stecker ziehen, abkühlen lassen, Rost und Fettschale herausnehmen und in Spülwasser einweichen. Beschichtete Platten nur mit weichem Schwamm reinigen. Das Heizelement nicht ins Wasser tauchen, sondern feucht abwischen.