Katzenstreu entsorgen: Restmüll, Biotonne oder Toilette?

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Gebrauchte Katzenstreu gehört in den Restmüll, am besten in einem verschlossenen Beutel. Das gilt für Klumpstreu aus Bentonit, für Silikatstreu und in den meisten Gemeinden auch für Streu aus Holz, Mais oder anderen Pflanzenfasern. In die Toilette darf keine Streu, auch keine als „spülbar“ beworbene, und in die Biotonne nur dort, wo die Kommune das ausdrücklich erlaubt.
In welche Tonne kommt Katzenstreu?
Die Regeln legt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises fest. Was dort steht, hat Vorrang vor jedem Aufdruck auf der Streupackung. Im Regelfall sieht es in Deutschland so aus:
| Streu | Richtiger Weg |
| Klumpstreu (Bentonit, Ton) | Restmüll |
| Silikatstreu | Restmüll |
| Pflanzenstreu (Holz, Mais, Weizen, Papier) | Restmüll; Biotonne nur, wenn die Kommune es ausdrücklich erlaubt |
| Unbenutzte Streu, Reste in der Packung | verschenken, sonst wie gebrauchte Streu |
| Leere Streupackung aus Kunststoff | Gelber Sack oder Gelbe Tonne |
| Leere Papiertüte | Altpapier, wenn sauber |
Mehr zur grauen Tonne und was sonst noch hineingehört, steht unter Restmüll.
Warum meist nicht in die Biotonne
Auf vielen Packungen pflanzlicher Streu steht „kompostierbar“. Das stimmt für das Material, aber nicht für das, was die Katze hinterlässt. Katzenkot kann Krankheitserreger enthalten, darunter Toxoplasma gondii, Spulwurmeier und Bakterien. Diese Erreger überstehen die Kompostierung nicht in jeder Anlage sicher, und der fertige Kompost landet später auf Feldern und in Gärten. Deshalb schließen die meisten Kommunen Katzenstreu mit Kot von der Biotonne aus, egal woraus die Streu besteht.
Einige Kommunen erlauben pflanzliche Streu trotzdem in der Biotonne, weil ihre Anlage ausreichend heiß kompostiert. Das steht dann ausdrücklich im Abfall-ABC. Fehlt ein solcher Hinweis, gehört die Streu in den Restmüll. Was grundsätzlich in die braune Tonne darf, erklärt der Beitrag Biotonne.
Warum nie in die Toilette
Die Toilette scheint bequem, ist aber aus zwei Gründen der falsche Weg. Klumpstreu aus Bentonit quillt mit Wasser auf und bildet in Rohren feste Pfropfen, die sich kaum noch lösen lassen. Auch sogenannte spülbare Streu aus Pflanzenfasern kann in älteren Leitungen und bei wenig Spülwasser hängen bleiben. Wie man eine verstopfte Leitung wieder frei bekommt, steht unter Abfluss verstopft.
Der zweite Grund wiegt schwerer: Kläranlagen entfernen nicht alle Erreger aus dem Abwasser. Die widerstandsfähigen Dauerformen des Toxoplasmose-Parasiten können über den Ablauf in Flüsse und Meere gelangen. Deshalb raten Fachleute grundsätzlich davon ab, Katzenkot über die Toilette zu entsorgen.
Streu richtig verpacken
- Täglich ausschaufeln. Klumpen und Kot kommen jeden Tag heraus, das ist hygienischer und hält den Müll in kleinen Portionen.
- In einen Beutel geben. Ein kleiner Müllbeutel oder ein Hundekotbeutel reicht für die tägliche Menge.
- Fest verschließen. Knoten oder Clip, damit nichts riecht und nichts herausrieselt.
- Sammeln mit Deckel. Ein Eimer mit dicht schließendem Deckel neben dem Klo erspart den täglichen Gang zur Tonne. Ein Windeleimer eignet sich gut; wie er geruchsfrei bleibt, steht unter Windeleimer-Geruch.
- Beim Komplettwechsel die alte Streu direkt in einen reißfesten Müllsack schütten und diesen verschlossen in die Tonne stellen.
- Hände waschen, auch wenn Sie Handschuhe getragen haben.
Wie oft die Streu komplett gewechselt wird und womit Sie die Wanne reinigen, erklärt der Beitrag Katzenklo reinigen.
Schwangerschaft und Toxoplasmose
Frisch ausgeschiedene Toxoplasma-Dauerformen sind noch nicht ansteckend; das werden sie erst nach etwa ein bis fünf Tagen. Wer das Klo täglich leert und die Streu gleich verschlossen entsorgt, senkt das Risiko deutlich. Schwangere überlassen diese Arbeit trotzdem besser jemand anderem. Geht das nicht, gehören Handschuhe und gründliches Händewaschen dazu.
Wenn die Restmülltonne nicht reicht
Katzenstreu ist schwer und nimmt Platz weg, besonders bei mehreren Katzen und nicht klumpender Streu. Wer regelmäßig eine volle Tonne hat, fragt beim Entsorger nach einer größeren Restmülltonne oder nach zusätzlichen Restmüllsäcken, die es in vielen Kommunen gegen Gebühr gibt. Streu in die Papiertonne, den Gelben Sack oder den Container des Nachbarn zu stecken, ist keine Lösung und kann Ärger geben.
Etwas Menge sparen Sie mit Klumpstreu, bei der nur die Klumpen herauskommen, und mit einer Schicht, die nicht höher ist als nötig. Wie Sie den Geruch in der Tonne selbst im Griff behalten, erklärt der Beitrag Mülleimer reinigen.
Der eigene Kompost ist keine Alternative
Auch auf dem Gartenkompost hat Katzenstreu mit Kot nichts zu suchen. Ein Hauskompost wird nicht heiß genug, um Parasiteneier und Toxoplasma-Dauerformen sicher abzutöten, und landet später im Gemüsebeet. Selbst wenn nur Zierpflanzen gedüngt werden, bleibt das Risiko beim Umsetzen und Ausbringen. Unbenutzte Pflanzenstreu dürfen Sie dagegen kompostieren oder in die Biotonne geben, wenn die Kommune sie als Holz- oder Pflanzenrest annimmt.
Unbenutzte Streu und leere Packungen
Hat die Katze eine neue Sorte verweigert oder ist sie verstorben, bleibt oft ein halber Sack unbenutzter Streu übrig. Der muss nicht in den Müll. Tierheime, Katzenschutzvereine und Pflegestellen nehmen verschlossene oder saubere Reste gern, und in der Nachbarschaft findet sich über Aushang oder Kleinanzeige fast immer ein Abnehmer. Unbenutzte Pflanzenstreu aus Holz oder Stroh taugt außerdem als Mulch oder Einstreu für Kleintiere, sofern der Hersteller nichts anderes sagt.
Die leere Packung trennen Sie wie jede Verpackung: Kunststoffsäcke und Eimer mit Henkel, in denen die Streu verkauft wurde, gehören in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne, Papiertüten ins Altpapier, sofern sie sauber sind. Einzelheiten stehen unter Gelber Sack.
Typische Fehler
- Streu lose in die Tonne schütten. Sie staubt, verklebt am Tonnenboden und riecht. Immer im verschlossenen Beutel.
- Auf „kompostierbar“ vertrauen. Der Aufdruck beschreibt das Material, nicht den Weg über die Biotonne.
- Kleine Mengen doch mal in die Toilette. Auch wenige Klumpen täglich summieren sich im Rohr, und die Erreger gelangen trotzdem ins Abwasser.
- Den Katzenklo-Inhalt im Garten vergraben. Das verteilt die Erreger genau dort, wo Kinder spielen und Gemüse wächst.
Häufige Fragen
In welche Tonne kommt Katzenstreu?
In den Restmüll. Das gilt für fast alle Sorten und in fast allen Gemeinden. Nur wenn Ihre Kommune pflanzliche Streu ausdrücklich für die Biotonne freigibt, darf sie dort hinein.
Darf man Katzenstreu in die Toilette werfen?
Nein. Klumpstreu verstopft die Rohre, und Erreger aus dem Katzenkot können über das Abwasser in Gewässer gelangen. Das gilt auch für Streu, die als spülbar verkauft wird.
Ist Holzstreu kompostierbar?
Das Material schon, die benutzte Streu mit Kot aber nicht. Wegen der Krankheitserreger gehört sie in den Restmüll, außer die Kommune erlaubt ausdrücklich die Biotonne.
Wohin mit dem Inhalt, wenn ich das Katzenklo sauber mache?
Klumpen und Kot täglich in einen kleinen Beutel, diesen verschlossen in den Restmüll. Beim Komplettwechsel die ganze Streu in einen reißfesten Müllsack und ebenfalls in den Restmüll.
Wie bekomme ich den Geruch aus der Mülltonne?
Streu immer verschlossen einwerfen, die Tonne bei Hitze möglichst im Schatten stellen und sie ab und zu auswaschen. Katzenurin-Geruch in der Wohnung ist ein eigenes Thema, siehe Katzenurin-Geruch entfernen.



