Laub entsorgen: Biotonne, Kompost oder Laubsack

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Laub entsorgen Sie am besten gar nicht, sondern nutzen es im Garten: auf dem Kompost, als Winterschutz auf Beeten oder als Laubhaufen für Igel und Insekten. Was übrig bleibt, kommt in die Biotonne, in die Laubsäcke Ihrer Kommune oder zur Grüngutsammelstelle. Auf dem Gehweg vor dem Haus sind je nach Gemeinde oft die Anlieger für das Wegräumen zuständig, auch wenn das Laub von städtischen Bäumen stammt.
Wohin gehört Laub?
| Art und Menge | Richtiger Weg |
| Normales Gartenlaub | Kompost, Mulch, Laubhaufen |
| Mehr, als der Garten braucht | Biotonne oder Laubsack der Kommune |
| Große Mengen von großen Bäumen | Grüngutsammelstelle, Wertstoffhof, Laubabfuhr |
| Laub von Straßenbäumen | Laubsäcke oder Laubkörbe der Stadt, wo angeboten |
| Kastanienlaub mit Miniermotte, Blätter mit Pilzbefall | Biotonne statt eigener Kompost |
| Laub mit Straßenschmutz, Streusalz, Müll | Biotonne oder nach Vorgabe der Kommune, nicht ins Beet |
Welche Wege es bei Ihnen gibt, bestimmt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Ob Laubsäcke verkauft oder kostenlos verteilt werden, wann die Laubabfuhr fährt und wo die nächste Sammelstelle ist, erfahren Sie bei der Abfallberatung oder in der Abfall-App. Hier steht der Regelfall in Deutschland.
Im Garten verwerten: Kompost, Mulch, Laubhaufen
Laub ist ein ausgezeichnetes Material, das nichts kostet.
- Kompost. Laub lockert den Kompost auf und gleicht feuchtes, stickstoffreiches Material wie Rasenschnitt und Küchenabfälle aus. Geben Sie es in Lagen dazu, nicht als dicke Schicht, und feuchten Sie trockenes Laub leicht an. Ein eigener Laubkompost aus einem Drahtgitterzylinder ergibt nach ein bis zwei Jahren feine Lauberde.
- Mulch. Unter Sträuchern, Hecken und auf abgeernteten Beeten schützt eine Laubschicht den Boden über den Winter vor Frost und Austrocknung. Im Frühjahr ist ein großer Teil davon schon von Regenwürmern in den Boden gezogen.
- Laubhaufen. In einer ruhigen Gartenecke, am besten mit ein paar Ästen darunter und darüber, ist ein Laubhaufen Winterquartier für Igel, Käfer und viele andere Tiere. Lassen Sie ihn bis in den späten Frühling liegen.
Nicht jedes Laub verrottet gleich schnell. Blätter von Obstbäumen, Linde, Ahorn oder Birke zersetzen sich rasch. Eichen-, Walnuss- und Platanenlaub enthält viel Gerbstoff und braucht deutlich länger; es ist trotzdem kompostierbar, sollte aber gut mit anderem Material gemischt oder vorher zerkleinert werden. Mit dem Rasenmäher über das Laub zu fahren, zerkleinert es und sammelt es gleich ein.
Rasen verträgt dagegen keine dicke Laubdecke über den Winter. Darunter fehlt Licht, das Gras wird gelb und anfällig für Pilze. Rechen Sie Laub vom Rasen und bringen Sie es dorthin, wo es nützt.
Biotonne und Laubsäcke
Laub gehört in haushaltsüblichen Mengen in die Biotonne. Im Herbst ist sie allerdings schnell voll. Viele Kommunen bieten deshalb Laubsäcke aus Papier an, die zu festen Terminen mit abgeholt werden oder an Sammelstellen abgegeben werden können. Manche Städte verkaufen sie, andere verteilen sie für Laub von Straßenbäumen kostenlos. In einigen Städten stehen im Herbst zusätzlich Laubkörbe oder Laubcontainer an den Straßen.
Kunststoffsäcke nimmt die Abfuhr meist nicht mit, weil sie im Kompostwerk stören. Nutzen Sie die offiziellen Säcke Ihrer Kommune oder, für den eigenen Transport, wiederverwendbare Gartensäcke. Zum Einsammeln erleichtert ein stabiler Laubsack mit Griffen die Arbeit; er ist allerdings ein Transportbehälter und wird nicht mit abgeholt.
Große Mengen: Sammelstelle und Laubabfuhr
Wer große Bäume im Garten hat, sammelt im Herbst schnell viele Kubikmeter Laub. Dann bleiben die Grüngutsammelstelle oder der Wertstoffhof. Laub wird dort wie anderer Grünschnitt angenommen; haushaltsübliche Mengen sind oft kostenlos oder kosten eine geringe Gebühr je Ladung. Manche Kommunen fahren im Herbst eine eigene Laubabfuhr. Einzelheiten zur Annahme von Gartenabfällen stehen unter Grünschnitt entsorgen.
So geht es mit wenig Aufwand
- Regelmäßig sammeln. Lieber zweimal in der Woche kurz rechen als einmal einen nassen, festgetretenen Teppich. Trockenes Laub ist leichter.
- Nach Verwendung trennen. Sauberes Laub aus Beeten und vom Rasen in den Garten, Laub vom Gehweg und von der Einfahrt in die Tonne.
- Zerkleinern. Mit dem Rasenmäher auf hoher Schnitthöhe über das Laub fahren; so schrumpft die Menge deutlich, und es verrottet schneller.
- Verteilen. Kompost, Beete und Laubhaufen zuerst füllen.
- Rest entsorgen. Was übrig bleibt, in die Biotonne, in Laubsäcke oder zur Sammelstelle.
Laubbläser und Laubsauger sind laut und dürfen in Wohngebieten nur zu bestimmten Tageszeiten laufen, sonn- und feiertags gar nicht. Für die meisten Gärten reichen Rechen und Besen völlig, und Insekten in der Laubschicht werden dabei nicht mit eingesaugt.
Laub auf dem Gehweg: Wer muss räumen?
Für öffentliche Gehwege sind grundsätzlich die Gemeinden zuständig. Die meisten übertragen die Reinigung aber per Straßenreinigungssatzung auf die Anlieger, also auf Eigentümer der angrenzenden Grundstücke, die diese Pflicht oft an ihre Mieter weitergeben. Nasses Laub ist rutschig; wer seine Räumpflicht vernachlässigt, kann haften, wenn jemand stürzt. Das gilt in vielen Gemeinden unabhängig davon, ob die Blätter vom eigenen Baum oder von einem Straßenbaum stammen. Wie oft und wie gründlich geräumt werden muss, steht in der Satzung Ihrer Gemeinde; Mieter finden die Regelung im Mietvertrag oder in der Hausordnung.
Laub von Straßenbäumen kann Streusalz, Hundekot und Reifenabrieb enthalten. Geben Sie es deshalb lieber in die Biotonne oder den Laubsack als auf das Gemüsebeet.
Was Sie nicht tun sollten
Laub gehört weder in den Straßengully noch auf die Fahrbahn, auf das Nachbargrundstück oder in den Wald. Im Gully verstopft es Abläufe und Kanäle, auf der Straße wird es zur Rutschfalle für Radfahrer. Laub im Wald oder am Feldrand abzuladen ist eine illegale Abfallablagerung und kann je nach Bundesland ein Bußgeld nach sich ziehen. Auch das Verbrennen von Laub ist in den meisten Gegenden verboten; nasses Laub qualmt zudem stark.
Ein weiterer Fehler: Laub in der Regenrinne liegen lassen. Verstopfte Rinnen laufen über und durchfeuchten die Fassade; Hinweise dazu stehen im Beitrag Regenrinne reinigen.
Kranke Blätter: Kastanie, Schorf und Co.
Das Laub von Rosskastanien ist häufig von der Kastanienminiermotte befallen, erkennbar an braunen Flecken auf den Blättern schon im Sommer. Die Puppen überwintern im Laub. Wer das Laub sorgfältig einsammelt und in die Biotonne gibt, unterbricht den Kreislauf; auf dem eigenen Kompost überleben sie dagegen. Ähnlich ist es bei Blättern mit Pilzkrankheiten wie Apfelschorf, Sternrußtau an Rosen oder Mehltau: Sie kommen besser in die Biotonne, weil Kompostwerke höhere Temperaturen erreichen als ein Hauskompost. Auch Fallobst mit Fäulnis oder Madenbefall gehört eher in die Tonne als auf den Kompost.
Häufige Fragen
Wohin mit viel Laub, wenn die Biotonne voll ist?
In Laubsäcke Ihrer Kommune, zur Grüngutsammelstelle oder zum Wertstoffhof. Einen Teil können Sie als Laubhaufen oder Mulch im Garten lassen, das verringert die Menge schnell.
Darf Laub auf den Kompost?
Ja, Laub ist sogar ein wichtiger Bestandteil. Geben Sie es in Lagen zusammen mit Grünem und Küchenabfällen dazu. Eichen- und Walnusslaub verrotten langsam und sollten gut gemischt werden.
Muss ich Laub von Straßenbäumen entsorgen?
Wenn die Satzung Ihrer Gemeinde die Gehwegreinigung auf die Anlieger überträgt, ja. Viele Städte bieten dafür Laubsäcke oder Laubkörbe an. Fragen Sie bei der Stadtreinigung nach.
Darf ich Laub im Garten verbrennen?
In den meisten Gegenden nicht. Wo es Ausnahmen gibt, regeln Land oder Gemeinde die genauen Bedingungen. Kompostieren ist fast immer die bessere Lösung.
Kann ich Laub auf dem Rasen liegen lassen?
Eine dünne, zerkleinerte Schicht schadet nicht. Eine dicke Laubdecke über den ganzen Winter lässt den Rasen darunter gelb werden und begünstigt Pilzkrankheiten.



