Rasenschnitt entsorgen oder verwerten

Inhalt9 Abschnitte
Rasenschnitt verwerten Sie am besten direkt im Garten: durch Mulchmähen, in dünnen Schichten auf dem Kompost oder angetrocknet als Mulch im Beet. Was übrig bleibt, kommt locker und leicht angewelkt in die Biotonne oder zur Grüngutsammelstelle. Frisches Gras auf einem Haufen wird schnell warm, fault und stinkt – deshalb gehört es nicht in dicken Lagen irgendwohin, schon gar nicht in den Wald.
Wohin gehört Rasenschnitt?
| Situation | Richtiger Weg |
| Regelmäßig gemäht, kurzer Schnitt | Liegen lassen (Mulchen) |
| Normale Menge aus dem Fangkorb | Dünn auf den Kompost oder als Mulch ins Beet |
| Mehr, als der Kompost verträgt | Biotonne, angewelkt und locker |
| Große Mengen, etwa nach langer Pause | Grüngutsammelstelle oder Wertstoffhof |
| Kurz nach Unkrautvernichter-Dünger | Nach Packungsangabe, meist Biotonne statt eigener Kompost |
| Moosfilz vom Vertikutieren | Kompost oder Biotonne |
Ob die Biotonne jede Menge Gras nimmt und welche Sammelstellen es gibt, regelt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Die Abfallberatung oder die Abfall-App gibt Auskunft; hier steht der Regelfall in Deutschland.
Mulchmähen: Rasenschnitt gar nicht erst entsorgen
Der eleganteste Weg ist, den Schnitt auf dem Rasen zu lassen. Mulchmäher oder Rasenmäher mit Mulchfunktion zerkleinern das Gras so fein, dass es zwischen die Halme rieselt und dort in wenigen Tagen verrottet. Dabei gibt es Nährstoffe zurück, vor allem Stickstoff, und der Rasen braucht weniger Dünger. Auch Mähroboter arbeiten nach diesem Prinzip.
Damit es funktioniert, braucht es zwei Voraussetzungen: häufig mähen, sodass jeweils nur wenige Zentimeter abgeschnitten werden, und trockenes Gras. Nasses oder zu langes Gras verklebt zu Matten, unter denen der Rasen gelb wird. Nach dem Urlaub oder bei hohem Frühjahrswuchs mähen Sie deshalb einmal mit Fangkorb und steigen danach wieder aufs Mulchen um.
Rasenschnitt auf dem Kompost
Frisches Gras ist nass und reich an Stickstoff. In einer dicken Schicht sackt es zusammen, es kommt keine Luft mehr hinein, und aus dem Kompost wird eine schmierige, faulig riechende Masse. So gelingt es:
- Dünne Lagen. Nicht mehr als eine Handbreit Rasenschnitt auf einmal aufbringen.
- Mischen. Jede Lage mit strukturreichem Material abwechseln: gehäckselte Zweige, Laub, Stroh oder zerkleinerte Pappe ohne Druck.
- Anwelken lassen. Den Schnitt einen Tag ausgebreitet in der Sonne liegen lassen, bevor er auf den Kompost kommt.
- Nicht zu viel auf einmal. Überschüsse lieber in der Biotonne entsorgen, als den Kompost zu überfordern.
Was außer Gras sonst auf den Kompost darf und was besser nicht, erklärt der Beitrag zur Biotonne; für Küchenabfälle in der Wohnung ist ein Wurmkomposter eine Alternative.
Als Mulch im Beet
Angetrockneter Rasenschnitt ist ein guter Mulch unter Gemüse, Beerensträuchern und Stauden. Eine dünne Schicht von ein bis zwei Zentimetern hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und versorgt Bodenlebewesen mit Futter. Dicker sollte sie nicht sein, sonst beginnt auch hier die Fäulnis, und Schnecken finden ideale Verstecke. Lieber öfter nachlegen als einmal viel.
Verwenden Sie für Gemüsebeete keinen Schnitt von Flächen, die gerade mit Unkrautvernichter oder einem kombinierten Dünger mit Unkrautvernichter behandelt wurden. Die Packung gibt an, wie lange der Schnitt nicht als Mulch oder Kompost genutzt werden soll; in dieser Zeit gehört er in die Biotonne oder zur Sammelstelle. Auch Gras mit vielen reifen Samen von Wurzelunkräutern taugt nicht als Mulch.
In der Biotonne
In der Tonne wird frisches Gras im Sommer schnell warm, riecht und lockt Fliegen an. Ein paar Kniffe helfen:
- Gras vorher einige Stunden anwelken lassen.
- Locker einfüllen, nicht festdrücken.
- Zwischen die Lagen etwas Zeitungspapier oder Laub geben, das bindet Feuchtigkeit.
- Die Tonne im Schatten abstellen.
Gegen Maden in der Tonne gibt es weitere Tipps im Beitrag Maden in der Biotonne.
Große Mengen und die Sammelstelle
Wer eine große Fläche mäht oder nach einer längeren Pause viel Schnitt hat, bringt ihn zur Grüngutsammelstelle oder zum Wertstoffhof. Haushaltsübliche Mengen sind vielerorts kostenlos, anderswo kostet eine Autoladung wenige Euro. Transportieren Sie das Gras in wiederverwendbaren Gartensäcken oder auf einem abgedeckten Anhänger und bringen Sie es bald hin; in geschlossenen Säcken fault es innerhalb weniger Tage. Rasenschnitt und Äste können Sie meist gemeinsam abgeben; mehr zur Annahme von Gartenabfällen steht unter Grünschnitt entsorgen.
Was Sie nicht tun sollten
Rasenschnitt gehört nicht in den Wald, an den Feldrand, ans Bachufer oder in eine öffentliche Grünanlage. Das ist eine illegale Abfallablagerung, die je nach Bundesland mit Bußgeld geahndet wird. Die Nährstoffe lassen dort Brennnesseln und Brombeeren wuchern und verdrängen andere Pflanzen.
- Nicht unter die Hecke kippen. Dicke Grasschichten am Heckenfuß faulen, locken Schnecken und Ratten an und können die Wurzeln schädigen.
- Nicht an Pferde, Schafe oder Kaninchen verfüttern. Rasenschnitt beginnt schnell zu gären und kann bei Pferden schwere Koliken auslösen. Werfen Sie Gras deshalb auch nicht über den Zaun auf die Weide, selbst wenn es gut gemeint ist.
- Nicht verbrennen. Nasses Gras qualmt stark, und Gartenabfälle zu verbrennen ist fast überall verboten.
- Nicht in den Restmüll, solange es Biotonne oder Sammelstelle gibt.
Rasen lüften: wohin mit dem Moosfilz?
Beim Vertikutieren oder Lüften des Rasens holen Sie Moos, abgestorbene Halme und Filz aus der Grasnarbe. Diese Mengen sind oft größer als erwartet. Das Material kommt auf den Kompost, am besten gemischt mit anderem Grünzeug, oder in die Biotonne. Wurde vorher Moosvernichter mit Eisensulfat gestreut, lesen Sie die Packung: Solches Material gehört meist nicht auf den eigenen Kompost. Und noch ein Hinweis: Eisensulfat hinterlässt auf Terrassenplatten rostbraune Flecken, die schwer wieder herausgehen.
Häufige Fragen
Wohin mit Rasenschnitt, wenn ich keinen Kompost habe?
Mulchen Sie, wenn möglich, oder geben Sie ihn angetrocknet als dünne Schicht in die Beete. Den Rest nimmt die Biotonne auf, größere Mengen die Grüngutsammelstelle oder der Wertstoffhof.
Darf Rasenschnitt in die Biotonne?
Ja, in haushaltsüblichen Mengen fast überall. Lassen Sie ihn vorher anwelken und füllen Sie ihn locker ein, dann riecht die Tonne weniger.
Warum stinkt Rasenschnitt auf dem Kompost?
Weil er in zu dicker Schicht liegt. Frisches Gras sackt zusammen, es fehlt Luft, und statt zu verrotten fault es. Dünne Lagen im Wechsel mit Zweigen oder Laub verhindern das.
Wie lange braucht Rasenschnitt zum Verrotten?
Beim Mulchmähen fein verteilt nur wenige Tage bis zwei Wochen. Auf dem Kompost dauert es je nach Mischung und Wetter einige Monate, bis zusammen mit dem übrigen Material Erde entsteht.
Darf ich Rasenschnitt an Tiere verfüttern?
Besser nicht. Er gärt schnell und kann bei Pferden Koliken auslösen, auch Kaninchen vertragen ihn schlecht. Frisch gemähtes Gras gehört nicht auf die Weide des Nachbarn.
Passt dazu
EntsorgenFallobst entsorgen oder verwerten


