Gaszähler ablesen: welche Ziffern zählen

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Gaszähler ablesen ist einfacher, als das Zählwerk mit seinen acht Ziffern vermuten lässt: Gemeldet werden nur die Stellen vor dem Komma, also die ganzen Kubikmeter. Die rot umrandeten Ziffern rechts davon bleiben weg. Dazu kommen die Zählernummer und das Datum. Dass auf Ihrer Rechnung später Kilowattstunden statt Kubikmeter stehen, hat seine Richtigkeit – die Umrechnung erklärt dieser Beitrag weiter unten.
Wo der Gaszähler hängt und wer einen hat
Der Gaszähler sitzt meist im Keller oder Hausanschlussraum, bei einer Gasetagenheizung auch im Flur, in der Küche oder im Treppenhaus. Er ist ein grauer oder beiger Blechkasten mit zwei Rohranschlüssen an der Oberseite und einem kleinen Sichtfenster mit Zahlenrollen. Die übliche Bauart im Haushalt ist der Balgengaszähler: Im Inneren füllen und leeren sich abwechselnd Messkammern, und ein Rollenzählwerk zählt das durchgeströmte Volumen.
Einen eigenen Gaszähler haben Sie, wenn Sie selbst einen Gasliefervertrag haben, etwa im Einfamilienhaus oder in einer Wohnung mit Gastherme oder Gasherd. Wird das Haus zentral beheizt, gehört der Zähler zum Gebäude, und Ihr Anteil wird über die Heizkostenabrechnung ermittelt. Dann lesen Sie nicht den Gaszähler ab, sondern die Geräte an den Heizkörpern, siehe Heizkostenverteiler ablesen.
Welche Ziffern zählen
| Stellen vor dem Komma | ganze Kubikmeter, meist fünf Ziffern, schwarz auf weiß oder weiß auf schwarz – diese melden Sie |
| Stellen nach dem Komma | meist drei Ziffern, rot umrandet oder rot unterlegt; Zehntel bis Tausendstel Kubikmeter, also bis hinunter zum Liter – nicht melden |
| Einheit | m³ (Kubikmeter), neben dem Zählwerk aufgedruckt |
| Zählernummer | auf dem Typenschild oder einem Aufkleber mit Strichcode, steht auch auf der Rechnung |
| übrige Aufdrucke | Baugröße wie G4, Baujahr, Angaben zu Durchfluss und Druck – für die Meldung ohne Bedeutung |
Steht im Fenster zum Beispiel 03482,617, lautet Ihr Zählerstand 3482 Kubikmeter. Führende Nullen können Sie mitschreiben oder weglassen. Gerundet wird nicht, auch wenn die Nachkommastellen nahe an der nächsten vollen Zahl liegen.
Schritt für Schritt ablesen
- Den richtigen Zähler finden. Hängen mehrere Zähler nebeneinander, vergleichen Sie die Zählernummer mit Ihrer letzten Rechnung oder der Ableseaufforderung.
- Zählernummer notieren. Sie steht auf dem Typenschild, oft neben einem Strichcode. Bei neueren Zählern ist sie lang und enthält Buchstaben.
- Für Licht sorgen. Im dunklen Keller hilft die Taschenlampe des Telefons. Ist das Sichtfenster verstaubt, wischen Sie es trocken ab.
- Stellen vor dem Komma ablesen. Von links nach rechts bis zum Komma oder bis zum Beginn der roten Markierung.
- Rollen im Übergang richtig deuten. Steht eine Rolle zwischen zwei Ziffern, gilt die niedrigere, bis die höhere vollständig im Fenster steht.
- Datum notieren und fotografieren. Auf dem Bild sollen Zählernummer und Stand lesbar sein; machen Sie notfalls zwei Fotos.
Die Zählernummer ist genauso wichtig wie der Stand. Ein richtiger Stand unter der falschen Nummer führt dazu, dass Verbräuche vertauscht werden, und das fällt oft erst mit der Abrechnung auf.
Einige Haushalte haben inzwischen Gaszähler mit elektronischem Zählwerk und Display oder mit einem aufgesetzten Funkmodul. Auch dort lesen Sie den Wert in Kubikmetern ohne Nachkommastellen ab; wie das Display geweckt oder umgeschaltet wird, steht in der Kurzanleitung des Netzbetreibers. Wird der Stand per Funk übertragen, lohnt das eigene Foto trotzdem als Beleg.
Von Kubikmetern zu Kilowattstunden
Der Zähler misst ein Volumen. Wie viel Energie in einem Kubikmeter Gas steckt, hängt aber von der Zusammensetzung des Gases und von Druck und Temperatur am Zähler ab. Deshalb rechnet der Versorger um:
Verbrauch in m³ × Zustandszahl × Brennwert = Verbrauch in kWh
- Der Brennwert gibt den Energiegehalt des gelieferten Gases in Kilowattstunden je Kubikmeter an. Er unterscheidet sich je nach Gasart und Netzgebiet und schwankt übers Jahr leicht; die Versorger nennen eine Spanne von etwa 8 bis gut 12 kWh je Kubikmeter.
- Die Zustandszahl (kurz z-Zahl) rechnet das am Zähler gemessene Volumen auf Normbedingungen um. Sie hängt unter anderem von der Höhenlage des Ortes ab und liegt in der Nähe von 1.
Beide Werte finden Sie auf der Gasrechnung, in der Regel im Abschnitt mit der Verbrauchsermittlung. Der Netzbetreiber bestimmt sie nach einem festgelegten technischen Regelwerk für das jeweilige Netzgebiet und den Abrechnungszeitraum.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Alter Stand 3482 m³, neuer Stand 4682 m³, Verbrauch also 1.200 m³. Mit einer Zustandszahl von 0,95 und einem Brennwert von 11,2 kWh je Kubikmeter ergibt das 1.200 × 0,95 × 11,2 = 12.768 kWh. Setzen Sie für eine eigene Überschlagsrechnung die Werte Ihrer letzten Rechnung ein; die endgültigen Zahlen für den neuen Zeitraum stehen erst mit der nächsten Abrechnung fest.
Wann ablesen und wie melden
Abgelesen wird einmal im Jahr auf Aufforderung, außerdem bei Einzug und Auszug, beim Wechsel des Lieferanten und sinnvollerweise bei einer Preisänderung. Gemeldet wird je nach Aufforderung an den Netzbetreiber oder den Lieferanten, online, per App, per Karte oder telefonisch.
- Drei Angaben: Zählernummer, Stand in ganzen Kubikmetern, Ablesedatum.
- Beleg aufheben: Foto mit Datum; bei Ein- und Auszug gehört der Stand ins Übergabeprotokoll.
- Ohne Meldung wird geschätzt. Das kann zu Ihren Gunsten oder Ungunsten ausfallen und ist bei einer Preisänderung besonders ärgerlich.
- Selbst mitschreiben lohnt. Wer in der Heizperiode am Monatsersten abliest, sieht früh, ob der Verbrauch aus dem Ruder läuft, und kann den Abschlag anpassen lassen. Wie Sie den Verbrauch senken, steht unter Heizkosten sparen.
Lesen Sie am selben Tag auch die anderen Zähler ab: Stromzähler ablesen und Wasserzähler ablesen.
Plausibilität prüfen und Sicherheit
Neuer Stand minus alter Stand ergibt den Verbrauch in Kubikmetern. Liegt er weit über oder unter dem Vorjahr, prüfen Sie zuerst die naheliegenden Fehler: falscher Zähler, Zahlendreher, Nachkommastellen mitgeschrieben. Der letzte Fall macht aus 3482 schnell 3482617 und fällt im Portal meist sofort auf.
Einen einfachen Test können Sie selbst machen: Sind Heizung, Warmwasserbereitung und Gasherd aus, müssen die roten Rollen stillstehen. Bewegen sie sich über längere Zeit weiter, obwohl kein Gerät Gas abnimmt, melden Sie das dem Netzbetreiber oder einem Installateurbetrieb.
Am Gaszähler und an der Gasleitung wird nichts gedreht, gelöst oder nachgezogen. Plomben bleiben unversehrt; Arbeiten am Gas sind ausschließlich Sache des Netzbetreibers und eingetragener Installateurbetriebe. Riecht es am Zähler nach Gas, betätigen Sie keinen Lichtschalter und kein Telefon im Haus, öffnen Sie Fenster und Türen, verlassen Sie das Gebäude und rufen Sie von draußen den Störungsdienst des Netzbetreibers oder die 112. Die genaue Reihenfolge steht unter Gasgeruch in der Wohnung.
Häufige Fragen
Welche Zahlen muss ich beim Gaszähler angeben?
Nur die Ziffern vor dem Komma, also die ganzen Kubikmeter, dazu die Zählernummer und das Datum. Die rot umrandeten Stellen bleiben weg.
Wofür sind die roten Ziffern da?
Sie zeigen Bruchteile eines Kubikmeters. Für die Abrechnung sind sie unerheblich, zum Prüfen aber praktisch: An der letzten Rolle sehen Sie sofort, ob gerade Gas fließt.
Warum stehen auf der Rechnung kWh und auf dem Zähler m³?
Bezahlt wird die gelieferte Energie, gemessen wird das Volumen. Der Versorger rechnet mit Zustandszahl und Brennwert um; beide Werte stehen auf der Rechnung.
Wie viele kWh sind ein Kubikmeter Gas?
Das hängt vom Brennwert und von der Zustandszahl in Ihrem Netzgebiet ab. Als grobe Größenordnung können Sie mit etwa 10 kWh je Kubikmeter überschlagen; genau rechnen Sie mit den Werten Ihrer Rechnung.
Wo finde ich die Zählernummer am Gaszähler?
Auf dem Typenschild an der Vorderseite, oft neben einem Strichcode, und auf jeder Gasrechnung. Die Angabe „G4“ oder das Baujahr sind nicht die Zählernummer.



