Winterjacke waschen: Wattierung, Kunstfell und Kapuze

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Eine Winterjacke waschen Sie in den meisten Fällen bei 30 °C im Fein- oder Pflegeleichtprogramm, allein in der Trommel, mit Flüssigwaschmittel und einem zusätzlichen Spülgang. Entscheidend ist, womit die Jacke gefüttert ist: Synthetikwatte verzeiht viel, Daune verlangt ein eigenes Vorgehen, und ein Wollmantel hat in der Maschine nichts verloren. Vor allem anderen steht deshalb das Pflegeetikett; die Zeichen erklärt der Beitrag Waschsymbole.
Erst klären: Was steckt in der Jacke?
Das Etikett in der Seitennaht nennt Obermaterial, Futter und Füllung getrennt. Danach richtet sich alles Weitere.
| Füllung oder Material | Temperatur | Programm | Waschmittel | Trockner |
| Wattierung aus Polyester (Steppjacke, Parka) | 30 °C, laut Etikett auch 40 °C | Feinwäsche oder Pflegeleicht | Flüssiges Fein- oder Colorwaschmittel | laut Etikett, niedrige Temperatur |
| Daune und Federn | 30 °C | Daunen- oder Feinwäsche | Daunenwaschmittel | ja, mit Bällen – siehe Daunenjacke waschen |
| Parka mit Membran oder Imprägnierung | 30 °C | Outdoor oder Feinwäsche | Funktionswaschmittel | laut Etikett |
| Teddyfutter, Fleecefutter | 30 °C | Feinwäsche, auf links | Flüssigwaschmittel | besser an der Luft |
| Wollmantel, Wollanteil im Oberstoff | – | Textilreinigung | – | nein |
Daunenjacken sind ein Thema für sich: Die Füllung klumpt nass zusammen und muss im Trockner wieder aufgelockert werden. Das steht ausführlich im Beitrag Daunenjacke waschen und wird hier nicht wiederholt. Dieser Artikel behandelt die wattierte Winterjacke, den Parka und das, was an der Kapuze hängt.
Steht auf dem Etikett ein durchgestrichener Waschbottich oder ein Kreis mit Buchstabe, ist die Jacke für die Reinigung vorgesehen. Das betrifft vor allem Wollmäntel, Jacken mit Lederbesatz und Modelle mit festen Einlagen in Schultern und Kragen.
Wie oft muss eine Winterjacke in die Wäsche?
Seltener als man denkt, aber nicht nie. Für die meisten Jacken reichen ein bis zwei Wäschen je Saison: einmal zwischendurch, wenn Kragen, Ärmelbündchen und Taschenränder speckig werden, und einmal vor dem Einlagern im Frühjahr. Wer die Jacke ungewaschen in den Schrank hängt, konserviert Hautfett und Schweiß über den Sommer – das gibt Ränder und Geruch und zieht Motten an, sobald Wolle oder Fell im Spiel sind.
Dazwischen genügt es, einzelne Flecken zu behandeln und die Jacke nach dem Tragen auf einem Bügel auslüften zu lassen, statt sie feucht an den Garderobenhaken zu quetschen.
Vorbereiten: abnehmen, schließen, vorbehandeln
- Taschen leeren. Auch Innentaschen und die kleine Tasche am Ärmel. Ein vergessenes Taschentuch verteilt sich als Flusen im ganzen Futter.
- Fell abnehmen. Fellbesatz ist meist mit Reißverschluss oder Druckknöpfen befestigt. Er wird getrennt behandelt, siehe unten.
- Abnehmbares trennen. Kapuze, Gürtel und herausnehmbares Innenfutter einzeln mitwaschen, wenn das Etikett es erlaubt. Gürtel mit Metallschnalle kommen in ein Wäschenetz oder bleiben draußen.
- Alles schließen. Reißverschlüsse, Klett und Druckknöpfe zu, Kordeln lockern. Offene Reißverschlüsse scheuern am Oberstoff und können sich verziehen.
- Schmutzränder vorbehandeln. Kragen, Bündchen und Tascheneingriffe mit etwas Flüssigwaschmittel oder Gallseife einreiben und einige Minuten einwirken lassen. Getrockneten Straßenschmutz am Saum vorher ausbürsten.
- Auf links drehen. Das schont Oberstoff, Aufdrucke und Reflektoren.
Waschen in der Maschine
- Allein waschen. Eine dicke Jacke füllt die Trommel fast aus und saugt viel Wasser auf. Für lange Parkas und Mäntel braucht es eine Maschine mit 7 bis 8 kg Fassungsvermögen; passt die Jacke nur gestopft hinein, ist ein Waschsalon mit großen Maschinen die bessere Wahl.
- Fein- oder Pflegeleichtprogramm bei 30 °C. Viele Maschinen haben auch ein Programm für Outdoor- oder Steppwaren. Kurzprogramme spülen zu wenig.
- Flüssigwaschmittel sparsam dosieren. Pulver löst sich bei 30 °C schlechter und setzt sich in der Wattierung fest. Bei Jacken mit Membran oder Imprägnierung ein Funktionswaschmittel verwenden.
- Kein Weichspüler. Er verklebt die Wattierung und mindert bei imprägnierten Stoffen den Abperleffekt.
- Zusätzlich spülen. Die Füllung hält Waschmittel fest. Ein Extraspülgang ist die beste Vorbeugung gegen helle Ränder auf dunklem Oberstoff.
- Niedrig bis mittel schleudern. 600 bis 800 Umdrehungen reichen. Ist die Jacke danach noch sehr schwer, lieber ein zweites Mal kurz schleudern als die Drehzahl hochzudrehen.
Kunstfell und Echtfell an der Kapuze
Kunstfell besteht aus Kunstfasern, die Hitze und Reibung schlecht vertragen: Die Haare verfilzen und werden stumpf. Am schonendsten ist die Handwäsche. Tauchen Sie den Fellstreifen in lauwarmes Wasser mit etwas Feinwaschmittel, drücken Sie ihn sanft durch, spülen Sie klar und drücken Sie das Wasser in einem Handtuch aus. Nicht wringen. Erlaubt das Etikett die Maschine, dann im Wäschenetz im Feinwaschgang bei 30 °C und mit niedriger Drehzahl.
Zum Trocknen hängen Sie das Fell auf oder legen es hin, fern von Heizung und Föhnhitze, und in keinem Fall in den Trockner. Wenn es fast trocken ist, schütteln Sie es auf und kämmen es mit einem grobzinkigen Kamm oder einer weichen Bürste vorsichtig in Strichrichtung. Ist der Besatz fest angenäht, entscheidet das Etikett der Jacke; im Zweifel den Trockner weglassen und das Fell von Hand in Form bringen.
Echtfell wird nicht gewaschen. Das Leder unter dem Haar wird im Wasser hart und brüchig. Ausschütteln, lüften und bei Verschmutzung eine Reinigung mit Pelzerfahrung – mehr geht zu Hause nicht.
Trocknen, ohne dass die Füllung klumpt
Was das Etikett erlaubt, zählt. Ist der Trockner freigegeben, trocknen Sie die Jacke bei niedriger Temperatur im Schonprogramm. Zwei oder drei Trocknerbälle oder saubere Tennisbälle schlagen die Wattierung beim Umwälzen locker. Nehmen Sie die Jacke zwischendurch heraus, schütteln Sie sie auf und prüfen Sie Nähte und dicke Stellen wie Kragen und Taschen.
Ohne Trockner legen Sie die Jacke auf einen Wäscheständer oder hängen sie auf einen breiten, stabilen Bügel, an einem luftigen Ort und nicht direkt an die Heizung. Schütteln Sie sie mehrmals am Tag auf und ziehen Sie Steppkammern glatt, in denen sich die Watte zusammengeschoben hat. Eine dicke Jacke braucht so ein bis zwei Tage. Erst wenn sie auch innen ganz trocken ist, kommt sie in den Schrank; eine Restfeuchte in der Füllung führt zu muffigem Geruch und im schlechten Fall zu Stockflecken.
Perlt nach der Wäsche kein Wasser mehr vom Oberstoff ab, lässt sich die Imprägnierung auffrischen. Wie das geht, steht im Beitrag Regenjacke waschen und neu imprägnieren.
Typische Fehler
- Zu volle Trommel. Die Jacke wird nicht sauber und nicht ausgespült, es bleiben Streifen.
- Pulver und Weichspüler. Beides setzt sich in der Wattierung ab.
- Fell mitwaschen und mittrocknen. Danach ist es verfilzt und lässt sich kaum retten.
- Zu heiß trocknen. Kunstfaserfüllungen und Oberstoffe aus Polyester oder Polyamid bekommen bleibende Knitter oder schmelzen an Reißverschlussbändern an.
- Feucht wegräumen. Die Füllung trocknet im Schrank nicht nach.
- Wollmantel „nur mal kurz“ im Wollprogramm. Oberstoff, Einlagen und Futter schrumpfen unterschiedlich; der Mantel verliert seine Form. Was Wolle verträgt, steht unter Wolle waschen – für Mäntel bleibt die Reinigung der sichere Weg.
Häufige Fragen
Bei wie viel Grad wäscht man eine Winterjacke?
Meist bei 30 °C. Einige robuste Jacken mit Synthetikfüllung sind laut Etikett bis 40 °C freigegeben. Heißer ist nicht sinnvoll, weil Oberstoff, Klebebänder und Füllung darunter leiden können.
Kann ich eine Winterjacke ohne Trockner trocknen?
Eine Jacke mit Synthetikwattierung ja: liegend oder auf einem breiten Bügel, regelmäßig aufgeschüttelt, bis sie vollständig trocken ist. Bei Daune ist es ohne Trockner deutlich mühsamer, weil die Füllung leicht verklumpt.
Woher kommen die weißen Flecken nach dem Waschen?
Fast immer sind es Waschmittelreste, die aus der Füllung an die Oberfläche gewandert sind. Waschen Sie die Jacke noch einmal ohne Waschmittel oder lassen Sie nur ein Spülprogramm laufen. Beim nächsten Mal weniger und flüssig dosieren und zusätzlich spülen.
Darf ein Wollmantel in die Waschmaschine?
In der Regel nicht. Mäntel haben Einlagen und Futterstoffe, die sich beim Waschen anders verhalten als der Wollstoff. Lüften, ausbürsten und bei Bedarf in die Reinigung geben.
Wie bekomme ich den Kragen wieder sauber?
Den speckigen Rand mit etwas Flüssigwaschmittel oder Gallseife und einer weichen Bürste vorbehandeln, kurz einwirken lassen und die Jacke dann normal waschen. Bei Jacken, die nicht gewaschen werden dürfen, nur mit einem feuchten Tuch arbeiten und den Rest der Reinigung überlassen.



