Verfärbte Wäsche retten

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Verfärbte Wäsche lässt sich oft retten, wenn Sie schnell handeln. Solange die Teile noch nass sind und nicht im Trockner waren, sitzt die fremde Farbe nur locker in der Faser: Eine zweite Wäsche mit Vollwaschmittel, bei weißer Wäsche zusätzlich Sauerstoffbleiche, holt sie häufig vollständig heraus. Hilft das nicht, kommt ein Entfärber in Frage. Bunte Wäsche ist schwieriger, weil jedes Mittel, das fremde Farbe löst, auch die eigene angreifen kann.
Die ersten Minuten entscheiden
Wenn Sie beim Ausräumen ein rosa Unterhemd oder hellblaue Handtücher entdecken, gilt zuerst: nicht trocknen. Hitze im Trockner, auf der Heizung oder beim Bügeln fixiert den Farbstoff in der Faser, danach wird jede Rettung schwerer.
- Übeltäter heraussuchen. Meist ist es ein neues, kräftig gefärbtes Teil: eine rote Socke, ein dunkles T-Shirt, eine neue Jeans. Es kommt nicht wieder in die Maschine.
- Nass lassen. Die verfärbten Teile feucht in der Trommel oder in einer Schüssel liegen lassen, bis Sie weitermachen.
- Sofort noch einmal waschen. Mit Vollwaschmittel in normaler Dosierung und bei der höchsten Temperatur, die das Pflegeetikett erlaubt. Bei weißer Wäsche gehört ein Löffel Fleckensalz auf Sauerstoffbasis dazu.
- Prüfen, bevor etwas trocknet. Ist der Schimmer weg, normal trocknen. Ist er nur schwächer geworden, den Vorgang wiederholen oder zum Einweichbad übergehen.
Oft reicht schon dieser zweite Waschgang, besonders bei leichten Verfärbungen, die nur einen Hauch von Rosa oder Blau zeigen.
Weiße Wäsche wieder weiß bekommen
Weiße Baumwolle ist der dankbarste Fall, weil sie kräftige Mittel verträgt. Gehen Sie von mild nach stark vor:
| Mittel | Wirkt bei | Hinweis |
| Vollwaschmittel | frischen, leichten Verfärbungen | enthält Bleiche, Colorwaschmittel nicht |
| Sauerstoffbleiche (Fleckensalz) | leichten bis mittleren Verfärbungen | als Einweichbad über mehrere Stunden am wirksamsten |
| Entfärber | kräftigen Verfärbungen, auch älteren | nach Packungsangabe, gut lüften, vorher testen |
| Chlorbleiche | hartnäckigen Fällen bei weißer Baumwolle | nicht für Synthetik, Elasthan, Wolle und Seide; nie mit Säure |
Für das Einweichbad lösen Sie Sauerstoffbleiche nach Packungsangabe in warmem Wasser auf, so warm, wie das Etikett erlaubt, und lassen die Wäsche einige Stunden oder über Nacht darin. Danach normal waschen. Sauerstoffbleiche wirkt erst ab etwa 40 °C richtig, kaltes Wasser bringt wenig.
Ein Entfärber, auch Farb- und Fleckentferner genannt, arbeitet anders als Bleiche: Er zerlegt Farbstoffe chemisch. Deshalb wirkt er auch dann, wenn Sauerstoffbleiche versagt. Halten Sie sich genau an die Anleitung, arbeiten Sie bei offenem Fenster und mit Handschuhen, und mischen Sie ihn mit keinem anderen Mittel. Entfärber gibt es im Drogeriemarkt und online.
Weitere Wege gegen Grauschleier und vergilbtes Weiß beschreibt der Beitrag Weiße Wäsche wieder weiß.
Chlorbleiche und Javel: nur mit Vorsicht
Chlorbleiche, in der Schweiz als Javel bekannt, entfernt viele Verfärbungen, ist aber das riskanteste Mittel. Sie eignet sich nur für weiße Baumwolle und Leinen, und nur wenn das Pflegeetikett Bleichen erlaubt. Kunstfasern, Elasthan und Mischgewebe vergilben oder werden brüchig, Wolle und Seide werden zerstört. Deshalb ist Wäsche nach einer Chlorbehandlung manchmal gelb statt weiß, vor allem wenn Kunstfasern im Gewebe stecken. Und farbige Nähte, Stickereien oder Etiketten verlieren ihre Farbe oder geben sie an den Stoff ab.
Chlorbleiche niemals mit Essig, Zitronensäure, Entkalker oder anderen Säuren mischen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Auch Ammoniak und Entfärber gehören nicht dazu. Gut verdünnen, gut lüften und die Wäsche danach gründlich ausspülen.
Bunte Wäsche verfärbt: was noch geht
Hat eine dunkle Socke ein gelbes Shirt fleckig gemacht, ist die Lage schwieriger. Bleiche und Entfärber lösen auch die Farbe, die das Shirt behalten soll. Diese Reihenfolge ist am schonendsten:
- Sofort wieder waschen, mit Colorwaschmittel und bei der höchsten erlaubten Temperatur. Frische Farbe geht oft schon so heraus.
- Farbfangtücher in die Trommel legen. Sie binden gelöste Farbstoffe aus der Lauge und verhindern, dass sie erneut aufziehen.
- Entfärber für Buntes. Einige Hersteller bieten Mittel an, die laut eigener Angabe nur übertragene Farbe entfernen. Testen Sie sie an einer verdeckten Stelle, etwa an der Innenseite des Saums.
Wenn nichts hilft, bleibt Umfärben mit Textilfarbe in einem dunkleren Ton. Das ist keine Rettung im eigentlichen Sinn, aber oft besser als der Kleidersack.
Blau durch Jeans, grau durch Schwarzes
Jeans sind die häufigsten Übeltäter. Der blaue Farbstoff Indigo sitzt nur locker auf der Faser und färbt gerade bei neuen Hosen stark ab. Neue Jeans daher mehrere Male getrennt oder nur mit dunkler Wäsche waschen, auf links gedreht. Mehr dazu im Beitrag Jeans waschen.
Wird helle Wäsche grau statt bunt, steckt meist kein einzelnes Teil dahinter. Dunkle Wäsche gibt bei jeder Wäsche ein wenig Farbe ab, zusammen mit zu wenig Waschmittel entsteht ein trüber Schleier. Hier helfen Vollwaschmittel mit Bleiche und eine korrekte Dosierung nach Wasserhärte, kein Entfärber.
Warum weiße Wäsche gelb wird
Gelbe Verfärbungen entstehen selten durch abfärbende Kleidung. Häufige Ursachen sind:
- Hautfett und Schweiß, die sich bei Wäschen mit wenig Waschmittel oder niedriger Temperatur in der Faser sammeln und oxidieren; siehe Schweißflecken entfernen.
- Chlorbleiche auf Synthetik oder Elasthan.
- Zu viel Weichspüler, der sich als Film ablagert.
- Rost oder Eisen im Wasser, etwa nach Arbeiten an der Leitung. Das zeigt sich als orangefarbener Schimmer.
- Lange Lagerung im Schrank, besonders bei nicht ganz sauber gewaschener Wäsche.
Gegen solche Vergilbungen hilft ein Einweichbad mit Sauerstoffbleiche, bei Schweißrändern auch Gallseife. Ein Entfärber ist hier das falsche Mittel.
Verfärbt die Wäsche schon bei 30 Grad?
Ja. Neue, kräftig gefärbte Textilien geben auch bei 30 °C Farbe ab, bei 40 oder 60 °C noch mehr. Die Temperatur allein schützt also nicht. Was wirklich schützt, ist das Sortieren: Weißes, Helles, Buntes und Dunkles getrennt waschen, neue Stücke die ersten Male allein oder mit ähnlichen Farben. Wie Sie dabei vorgehen, steht im Beitrag Wäsche richtig sortieren.
Der Trockner selbst verfärbt kaum, weil trockene Stoffe keine Farbe übertragen. Er macht aber eine Verfärbung aus der Maschine dauerhaft, wenn Sie sie nicht vorher bemerken. Natron verfärbt Wäsche übrigens nicht – es hilft gegen übertragene Farbe aber auch kaum, weil es als mildes Mittel keine Farbstoffe zerlegt.
Typische Fehler
- Verfärbte Wäsche trocknen, bevor man es mit einer zweiten Wäsche versucht hat.
- Mittel mischen, etwa Chlorbleiche und Essig oder Entfärber und Bleiche. Das ist gefährlich und bringt nichts.
- Wolle und Seide bleichen. Diese Eiweißfasern vertragen weder Chlor noch Entfärber.
- Heiß einweichen gegen das Etikett. Wenn die Farbe weg ist, das Teil aber eingelaufen, ist nichts gewonnen.
Wer den Überblick über weitere Flecken behalten will, findet die Anleitungen in der Übersicht Flecken entfernen.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich rosa verfärbte weiße Wäsche wieder weiß?
Solange sie noch nass ist, sofort mit Vollwaschmittel und Sauerstoffbleiche bei der höchsten erlaubten Temperatur waschen. Bleibt der Rosastich, ein Einweichbad mit Sauerstoffbleiche über Nacht versuchen und danach einen Entfärber nach Packungsangabe.
Kann man verfärbte Buntwäsche entfärben?
Nur eingeschränkt. Normale Entfärber lösen auch die Originalfarbe. Einige Produkte sind laut Hersteller für bunte Wäsche gedacht und sollen nur übertragene Farbe entfernen. Immer vorher an einer verdeckten Stelle testen.
Hilft Natron gegen verfärbte Wäsche?
Kaum. Natron ist mild und zerlegt keine Farbstoffe. Gegen übertragene Farbe wirken Vollwaschmittel mit Bleiche, Sauerstoffbleiche und Entfärber deutlich besser.
Warum ist meine weiße Wäsche nach der Chlorbleiche gelb?
Meist enthält sie Kunstfasern oder Elasthan, die mit Chlor vergilben. Auch Rückstände von Schweiß und Hautfett können mit Chlor gelb werden. Chlorbleiche ist nur für reine weiße Baumwolle und Leinen geeignet.



