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Autoreifen entsorgen: Händler, Wertstoffhof und Kosten

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Gestapelte abgefahrene Altreifen, teils noch auf rostigen Felgen
Altreifen nimmt am einfachsten der Reifenhändler oder die Werkstatt zurück
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wohin gehören alte Autoreifen?
  2. Beim Reifenwechsel direkt abgeben
  3. Am Wertstoffhof abgeben
  4. Warum Reifen nicht in den Sperrmüll gehören
  5. Mit oder ohne Felge?
  6. So bereiten Sie die Abgabe vor
  7. Weiterverkaufen statt wegwerfen
  8. Kosten
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Alte Autoreifen geben Sie am besten dort ab, wo Sie die neuen kaufen oder aufziehen lassen: Reifenhändler und Werkstätten nehmen Altreifen zurück, meist gegen eine Gebühr von wenigen Euro je Stück. Einige Wertstoffhöfe nehmen Reifen aus Privathaushalten ebenfalls an, in der Regel gegen Gebühr und nur in begrenzter Zahl. In den Sperrmüll, den Restmüll oder gar in den Wald gehören sie nicht.

Wohin gehören alte Autoreifen?

Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem davon ab, ob die Reifen noch auf der Felge sitzen und wie viele es sind. Die Regeln legt die örtliche Abfallsatzung fest; ob Ihr Wertstoffhof Altreifen annimmt und zu welchem Preis, steht im Abfallkalender oder in der Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

WasRichtiger Weg
Reifen ohne Felge, ein SatzReifenhändler, Werkstatt oder Wertstoffhof, meist gegen Gebühr
Kompletträder (Reifen mit Felge)Werkstatt oder Reifenhändler, oft etwas teurer; manche Wertstoffhöfe nehmen sie an
Felge ohne ReifenWertstoffhof (Altmetall) oder Schrotthändler
Gut erhaltene Reifenverkaufen, verschenken oder beim Händler in Zahlung geben
Fahrradreifen und -schläucheRestmüll, je nach Kommune auch Wertstoffhof
Große Mengen, Lkw- oder Traktorreifengewerblicher Altreifenentsorger

Mehr zu den Annahmestellen, die fast jede Kommune betreibt, steht im Beitrag Wertstoffhof.

Beim Reifenwechsel direkt abgeben

Der bequemste Weg ist der Reifenwechsel selbst. Wer in der Werkstatt neue Reifen aufziehen lässt, kann die alten gleich dort lassen. Die Entsorgungsgebühr steht dann meist als eigener Posten auf der Rechnung. Fragen Sie vorher nach, was sie kostet, denn die Beträge unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Eine gesetzliche Pflicht zur kostenlosen Rücknahme wie bei Elektrogeräten oder Batterien gibt es für Reifen nicht.

Viele Händler nehmen auch Reifen an, die nicht bei ihnen gekauft wurden. Rufen Sie kurz an, bevor Sie mit vier Reifen im Kofferraum vor der Tür stehen, und fragen Sie nach dem Preis je Stück mit und ohne Felge.

Am Wertstoffhof abgeben

Nicht jeder Wertstoffhof nimmt Altreifen an. Wo es möglich ist, gilt meist eine Obergrenze, etwa ein Satz Autoreifen aus Privathaushalten, und es wird eine Gebühr fällig. Reifen von Motorrädern und Anhängern werden oft genauso behandelt, Lkw- und Landmaschinenreifen dagegen fast nie. Das ist Sache gewerblicher Entsorger.

Bringen Sie die Reifen sauber und ohne Füllung. Steine im Profil stören niemanden, aber Erde, Blumen oder Beton im Inneren, etwa von einem Hochbeet aus alten Reifen, machen daraus einen anderen, teureren Abfall.

Warum Reifen nicht in den Sperrmüll gehören

Sperrmüll ist für sperrige Gegenstände aus dem Haushalt gedacht: Möbel, Matratzen, Teppiche. Altreifen sind davon fast überall ausdrücklich ausgenommen, weil sie getrennt verwertet werden. Aus alten Reifen wird Gummigranulat für Sportböden, Matten oder Dämmstoffe, oder sie dienen in Zementwerken als Brennstoff. Mit dem übrigen Sperrmüll vermischt, geht das nicht. Wann die Sperrmüllabfuhr die richtige Wahl ist, erklärt der Beitrag Sperrmüll.

Reifen im Wald, am Feldweg oder auf einem Parkplatz abzustellen, ist illegale Abfallablagerung und wird mit einem Bußgeld geahndet, dessen Höhe je nach Bundesland unterschiedlich ist. Auch Verbrennen ist verboten: Brennende Reifen setzen giftigen, dichten Rauch frei.

Mit oder ohne Felge?

Viele Autofahrer haben Kompletträder im Keller, weil sie Sommer- und Winterreifen auf eigenen Felgen fahren. Sind die Reifen abgefahren, die Felgen aber in Ordnung, lassen Sie die alten Reifen in der Werkstatt abziehen und neue aufziehen. Dann entsorgen Sie nur die Reifen.

Sollen Reifen und Felge weg, nehmen Werkstätten und Reifenhändler auch Kompletträder an. Weil Reifen und Felge getrennt werden müssen, kostet das oft etwas mehr. Eine Felge allein ist Altmetall. Stahlfelgen und Alufelgen nimmt der Wertstoffhof kostenlos als Schrott an, Schrotthändler zahlen für Aluminium unter Umständen sogar etwas. Radschrauben und Radkappen gehören ebenfalls zum Metall beziehungsweise, bei Kunststoff-Radkappen, in den Restmüll.

So bereiten Sie die Abgabe vor

  1. Anzahl und Zustand klären. Ohne Felge oder mit Felge, wie viele Stück, Pkw oder Anhänger.
  2. Annahmestelle anrufen. Fragen Sie nach Gebühr, Mengengrenze und Öffnungszeiten.
  3. Reifen säubern. Grober Schmutz und Füllmaterial kommen heraus.
  4. Sicher transportieren. Reifen liegend verstauen und das Auto nicht überladen; eine alte Decke schützt den Kofferraum.
  5. Beleg aufheben, falls Sie eine Gebühr bezahlt haben – für den Überblick, nicht weil ihn jemand verlangt.

Weiterverkaufen statt wegwerfen

Reifen mit gutem Profil, die nur nicht mehr zum Auto passen, finden über Kleinanzeigen oft einen Abnehmer. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm, empfohlen wird mehr, bei Winterreifen deutlich mehr. Prüfen Sie auch das Alter: Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer auf der Reifenflanke nennen Produktionswoche und -jahr. Reifen, die viele Jahre alt oder rissig sind, sollten Sie nicht mehr weitergeben, auch wenn das Profil noch tief ist, denn Gummi altert auch ungenutzt.

Als Bastelmaterial, Sandkasten oder Hochbeet sind alte Reifen weniger harmlos, als es aussieht. Gummi enthält Zusatzstoffe, die sich über die Jahre lösen können; für Gemüsebeete und Kinderspielplätze ist das keine gute Idee.

Kosten

Die Gebühr beim Händler oder in der Werkstatt liegt meist bei wenigen Euro je Reifen, für Kompletträder etwas höher. Wertstoffhöfe, die Reifen annehmen, verlangen in einer ähnlichen Größenordnung. Die genauen Preise legen Betrieb beziehungsweise Kommune fest.

Typische Fehler

  • Reifen zum Sperrmüll stellen. Die Abfuhr lässt sie stehen, und dann liegen sie am Straßenrand.
  • Reifen in Kleinanzeigen „zu verschenken“ an Unbekannte abgeben, die sie dann irgendwo abladen. Wer die Reifen gegen Geld „entsorgt“, sollte ein seriöser Betrieb sein.
  • Andere Autoabfälle mitnehmen, ohne nachzufragen. Altöl und Starterbatterien haben eigene Wege, siehe Altöl entsorgen und Autobatterie entsorgen.

Häufige Fragen

Wo kann man Autoreifen entsorgen?

Beim Reifenhändler, in der Kfz-Werkstatt oder am Wertstoffhof, sofern dieser Altreifen annimmt. In allen Fällen fällt meist eine kleine Gebühr an. Sperrmüll und Restmüll sind nicht zuständig.

Kann man alte Reifen kostenlos abgeben?

In der Regel nicht. Eine gesetzliche Rücknahmepflicht ohne Kosten gibt es für Reifen nicht. Manchmal ist die Entsorgung im Preis für neue Reifen enthalten; fragen Sie beim Kauf danach.

Nimmt der Wertstoffhof Reifen mit Felge?

Das ist von Ort zu Ort verschieden. Einige Wertstoffhöfe nehmen Kompletträder an, andere nur Reifen ohne Felge oder gar keine. Sicher ist der Weg über die Werkstatt, die Reifen und Felge trennt.

Was passiert mit alten Reifen?

Sie werden zerkleinert und zu Gummigranulat und -mehl verarbeitet, etwa für Sportplätze und Bodenbeläge, oder in Zementwerken als Brennstoff eingesetzt. Gut erhaltene Karkassen können runderneuert werden.

Darf ich alte Reifen im Garten verwenden?

Als Dekoration ist das erlaubt, aber für Hochbeete mit Gemüse und für Sandkästen nicht zu empfehlen, weil aus dem Gummi Stoffe austreten können. Wer den Garten ohnehin umgestaltet, entsorgt die Reifen besser gleich über die Werkstatt.