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Bauschutt entsorgen: Container, Wertstoffhof und Kosten

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Mulde gefüllt mit zerbrochenen Betonbrocken auf freiem Gelände
Sauber getrennter mineralischer Bauschutt ist deutlich günstiger als gemischte Bauabfälle
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was gehört zum Bauschutt?
  2. Warum die Trennung so wichtig ist
  3. Schritt für Schritt: Bauschutt vorbereiten
  4. Kleine Mengen: Wertstoffhof
  5. Große Mengen: Container oder Big Bag
  6. Kosten
  7. Weitergeben und selbst verwenden
  8. Asbest und andere Schadstoffe
  9. Häufige Fragen

Bauschutt entsorgen Sie in kleinen Mengen am Wertstoffhof, in größeren Mengen über einen Container oder einen Big Bag vom Entsorgungsbetrieb. Entscheidend ist die Trennung: In den Bauschutt gehören nur mineralische Stoffe wie Beton, Ziegel, Fliesen und Mauersteine. Gipsplatten, Holz, Kunststoff oder Dämmstoffe machen aus günstigem Bauschutt teure Baumischabfälle. Und bei Häusern, die vor den 1990er-Jahren gebaut wurden, sollten Sie an Asbest denken, bevor Sie zum Hammer greifen.

Was gehört zum Bauschutt?

MaterialRichtiger Weg
Beton, Ziegel, Mauersteine, KalksandsteinBauschutt
Fliesen, Keramik, Sanitärkeramik, Naturstein, Estrich, MörtelBauschutt
PorenbetonOft getrennt vom Bauschutt, vorher fragen
Gipskarton, Gipsputz, GipsdielenGetrennt als Gips, nicht in den Bauschutt
Holz, Kunststoff, Metall, Kabel, TapeteJeweils eigene Sorte oder Baumischabfall
Mineralwolle, Asbest, teerhaltige StoffeGefährlicher Abfall, gesondert und verpackt

Welche Stoffe die Annahmestellen wie einordnen, regelt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, und die Betreiber haben eigene Annahmebedingungen. Fragen Sie vor der Anlieferung bei der Abfallberatung oder dem Wertstoffhof nach; hier steht der Regelfall in Deutschland.

Warum die Trennung so wichtig ist

Sauberer mineralischer Bauschutt wird aufbereitet: gebrochen, gesiebt und als Recyclingmaterial etwa im Straßen- und Wegebau wiederverwendet. Das funktioniert nur, wenn keine Fremdstoffe darin sind. Gips ist dabei der wichtigste Störstoff. Er enthält Sulfat, das in Recyclingbaustoffen Schäden verursachen und ins Grundwasser gelangen kann. Deshalb nehmen Annahmestellen Bauschutt mit Gipsanteilen nicht oder nur zu einem deutlich höheren Preis an.

Porenbeton, bekannt unter Markennamen wie Ytong, sieht aus wie ein normaler Mauerstein, wird aber von vielen Annahmestellen getrennt verlangt, weil er ebenfalls Sulfat enthalten kann. Sammeln Sie ihn separat und fragen Sie nach.

Auch Holz, Kunststoff, Folien, Kabel, Tapetenreste, Dämmstoffe und Metallteile gehören nicht in den Bauschutt. Landen sie doch darin, wird der ganze Container als Baumischabfall abgerechnet, und der ist meist um ein Vielfaches teurer. Wie Sie Gipsplatten, Fliesen, Holz und Mineralwolle richtig entsorgen, steht unter Gipskarton entsorgen, Fliesen entsorgen, Holz entsorgen und Mineralwolle entsorgen.

Schritt für Schritt: Bauschutt vorbereiten

  1. Material prüfen. Vor Beginn klären, woraus Wände, Böden und Platten bestehen. Bei Gebäuden, die vor 1993 gebaut oder saniert wurden, auf Asbest achten (siehe unten).
  2. Sorten festlegen. Für jede Sorte einen eigenen Platz, eigene Eimer oder Säcke vorsehen: Bauschutt, Gips, Holz, Metall, Restabfall.
  3. Fremdstoffe entfernen. Holzleisten, Dübel, Kabelreste, Folien und Tapeten so weit wie möglich abnehmen. Fliesen mit anhaftendem Fliesenkleber und Mörtel dürfen dagegen in den Bauschutt.
  4. Staub vermeiden. Beim Abschlagen und Zerkleinern Schutzbrille, Handschuhe und eine Staubmaske, besser FFP2, tragen und das Material leicht anfeuchten.
  5. Richtig füllen. Container und Big Bags nicht über den Rand und nicht über das zulässige Gewicht beladen. Bauschutt ist schwer; ein kleiner Container ist schneller am Limit, als man denkt.

Kleine Mengen: Wertstoffhof

Die Fliesen aus einem kleinen Bad, ein paar Eimer Putz oder ein zerbrochenes Waschbecken bringen Sie zum Wertstoffhof. Viele Höfe nehmen Bauschutt in haushaltsüblichen Mengen an, meist gegen eine Gebühr je Eimer, Sack oder Kofferraumladung. Manche begrenzen die Menge pro Anlieferung, andere nehmen gar keinen Bauschutt und verweisen auf private Recyclinghöfe oder Deponien. Kostenlos ist die Entsorgung von Bauschutt nur selten.

Achten Sie beim Transport auf das Gewicht: Einige Eimer Bauschutt bringen einen Kleinwagen schnell an seine Zuladungsgrenze. Stabile Mörteleimer oder kleine Gewebesäcke sind handlicher als große Säcke, die niemand mehr heben kann. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln – fragen Sie Ihre Gemeinde.

Große Mengen: Container oder Big Bag

Bei einer Badsanierung, dem Abriss einer Mauer oder dem Entfernen einer Terrasse fallen schnell mehrere Kubikmeter an. Dann bestellen Sie bei einem Entsorgungsbetrieb:

  • Container. Für Bauschutt werden meist kleinere Container angeboten, weil das Material so schwer ist; gängig sind Größen von wenigen Kubikmetern. Der Betrieb stellt ihn auf, holt ihn ab und entsorgt den Inhalt.
  • Big Bag. Ein großer Gewebesack mit etwa einem Kubikmeter Volumen, den Sie im Baumarkt oder beim Entsorger kaufen und nach dem Befüllen abholen lassen. Das ist praktisch, wenn wenig Platz ist oder nur eine Menge zwischen Kofferraum und Container anfällt. Er muss so stehen, dass ein Lkw mit Kran ihn erreicht.
  • Aufstellort. Container oder Säcke auf Gehweg oder Straße brauchen in der Regel eine Genehmigung der Gemeinde, oft auch eine Absicherung. Viele Containerdienste beantragen sie mit; klären Sie das bei der Bestellung.

Bestellen Sie die richtige Sorte, also ausdrücklich „Bauschutt“ und nicht „Baumischabfall“, wenn Sie sauber trennen können. Das spart Geld.

Kosten

Die Preise schwanken stark nach Region, Menge und Sorte. Grobe Größenordnungen:

  • Wertstoffhof: kleine Mengen meist wenige Euro je Eimer oder Kofferraumladung, manchmal nach Gewicht berechnet.
  • Big Bag: Sack und Abholung zusammen meist im niedrigen dreistelligen Bereich.
  • Container: je nach Größe und Region meist im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich für sauberen Bauschutt; Baumischabfall kostet deutlich mehr.

Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie darauf, dass Stellung, Miettage, Abholung und Entsorgung enthalten sind. Zusätzliche Kosten entstehen bei Übergewicht, bei Fremdstoffen im Container und bei längerer Standzeit.

Weitergeben und selbst verwenden

Nicht jeder Stein ist Abfall. Alte Ziegel, Pflastersteine, Natursteine und Klinker sind bei Hobbygärtnern und Restauratoren gefragt; Kleinanzeigen oder Verschenkportale finden oft Abnehmer, die selbst abholen. Gut erhaltene Fliesen in größerer Menge nimmt manchmal ein Bauteillager. Sauberer Betonbruch lässt sich unter Umständen als Unterbau für einen Gartenweg verwenden. Bauschutt einfach im Garten zu vergraben, ist dagegen keine gute Idee: Das ist eine unzulässige Ablagerung, und spätere Bewohner stoßen beim Graben darauf.

Asbest und andere Schadstoffe

Asbest ist in Deutschland seit 1993 verboten, steckt aber noch in vielen älteren Gebäuden. Typisch sind Faserzementplatten an Fassade und Dach, alte Vinyl-Bodenplatten und deren Kleber, manche Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putze. Beim Brechen, Bohren oder Schleifen werden Fasern frei, die schwere Lungenerkrankungen verursachen können. Zerschlagen Sie verdächtiges Material nicht selbst, sondern lassen Sie es von einem Fachbetrieb prüfen und entfernen. Asbest darf nicht in den Bauschutt; Kleinstmengen nehmen manche Kommunen nur nach Vorgabe und staubdicht verpackt an. Einzelheiten stehen unter Asbest entsorgen.

Auch teerhaltige Stoffe, etwa alte Dachpappe oder Teerkleber unter Parkett, sowie Farbreste und Lösemittel gehören nicht in den Bauschutt, sondern werden gesondert entsorgt.

Häufige Fragen

Wohin mit Bauschutt in kleinen Mengen?

Zum Wertstoffhof, sauber getrennt und in handlichen Eimern oder Säcken. Die meisten Höfe nehmen haushaltsübliche Mengen gegen eine Gebühr an; fragen Sie vorher nach Mengengrenzen.

Kann ich Bauschutt kostenlos entsorgen?

Selten. Einige Wertstoffhöfe nehmen sehr kleine Mengen ohne Gebühr an. Kostenlos ist sonst nur das Weitergeben brauchbarer Steine, Ziegel oder Platten an Selbstabholer.

Darf Porenbeton in den Bauschutt?

Oft nicht. Viele Annahmestellen verlangen Porenbeton getrennt, weil er Sulfat enthalten kann. Fragen Sie beim Wertstoffhof oder Containerdienst nach.

Darf Bauschutt in den Restmüll?

Nein. Bauschutt ist schwer, beschädigt die Müllfahrzeuge und wird im Restmüll nicht verwertet. Auch kleine Mengen gehören zum Wertstoffhof.

Was kostet ein Container für Bauschutt?

Je nach Größe, Region und Sorte meist mehrere hundert Euro. Sauber getrennter Bauschutt ist deutlich günstiger als Baumischabfall.