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Wasserverbrauch beim Duschen: Liter pro Minute und Kosten

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Frau duscht hinter einer beschlagenen Glasscheibe
Wie viel Wasser beim Duschen fließt, bestimmt vor allem der Duschkopf
Inhalt6 Abschnitte
  1. Liter pro Minute: was durch den Duschkopf läuft
  2. So messen Sie Ihren eigenen Durchfluss
  3. Beispielrechnung: Wasser und Energie
  4. Duschen oder Baden?
  5. Wo sich am meisten sparen lässt
  6. Häufige Fragen

Der Wasserverbrauch beim Duschen hängt von zwei Dingen ab: wie viel der Duschkopf durchlässt und wie lange Sie darunter stehen. Die Verbraucherzentrale nennt für einfache Duschköpfe 10 bis 12 Liter pro Minute, für manche Modelle 14 und für Regenduschen bis zu 20 Liter. Eine Dusche von acht Minuten braucht damit grob 80 bis 160 Liter. Weil das Wasser warm ist, kostet die Energie dabei mehr als das Wasser selbst.

Liter pro Minute: was durch den Duschkopf läuft

Die folgende Tabelle rechnet typische Durchflüsse auf eine Dusche von acht Minuten um. Die Durchflusswerte stammen aus Angaben der Verbraucherzentrale; die Kosten gelten für die Annahme von 4 Euro je Kubikmeter Wasser und Abwasser, ohne Energie.

DuschkopfLiter pro MinuteLiter in 8 MinutenWasserkosten je Dusche
sehr guter Sparduschkopf648rund 19 Cent
Sparduschkopf, obere Grenze972rund 29 Cent
einfacher Duschkopf10–1280–96rund 32–38 Cent
größerer Duschkopf14112rund 45 Cent
Regenduschebis 20bis 160bis rund 64 Cent

Wie viel tatsächlich fließt, bestimmt nicht nur der Duschkopf. Auch der Wasserdruck im Haus, die Armatur und ein verkalkter Kopf spielen hinein. Deshalb lohnt es sich, einmal selbst zu messen.

So messen Sie Ihren eigenen Durchfluss

Sie brauchen einen Eimer mit Literskala (oder bekanntem Inhalt) und die Stoppuhr im Handy.

  1. Dusche wie gewohnt aufdrehen. Stellen Sie Strahlart und Stärke so ein, wie Sie sonst duschen.
  2. Eimer füllen und Zeit stoppen. Halten Sie den Duschkopf in einen 10-Liter-Eimer und stoppen Sie, bis er voll ist.
  3. Umrechnen. 10 geteilt durch die Sekunden, mal 60, ergibt die Liter pro Minute. Beispiel: 50 Sekunden für 10 Liter sind 12 Liter pro Minute.
  4. Duschdauer stoppen. Messen Sie an ein paar Tagen, wie lange Sie wirklich duschen. Die gefühlte Zeit ist meist kürzer als die tatsächliche.

Liter pro Minute mal Minuten ergibt den Verbrauch je Dusche. Alternativ lesen Sie den Wasserzähler vor und nach dem Duschen samt der roten Literstellen ab; wie das geht, steht unter Wasserzähler ablesen.

Beispielrechnung: Wasser und Energie

Nehmen wir eine Dusche von acht Minuten mit einem Duschkopf, der 12 Liter pro Minute durchlässt.

Wasser. 12 Liter mal 8 Minuten sind 96 Liter. Bei 4 Euro je Kubikmeter kostet das 96 geteilt durch 1.000 mal 4 Euro, also rund 38 Cent.

Energie. Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht es 1,16 Wattstunden – das ist Physik und gilt für jede Heizung. Angenommen, das Leitungswasser kommt mit 12 °C ins Haus und Sie duschen mit 38 °C, dann sind es 26 Grad Unterschied. 96 Liter mal 26 Grad mal 1,16 Wattstunden ergeben rund 2.900 Wattstunden, also knapp 3 Kilowattstunden.

Was diese 3 kWh kosten, hängt davon ab, womit Ihr Wasser erwärmt wird. Bei einem elektrischen Durchlauferhitzer und einer Annahme von 35 Cent je kWh ist es rund 1 Euro je Dusche – fast das Dreifache der Wasserkosten. Bei Gas, Öl oder Fernwärme ist die Kilowattstunde günstiger, dafür geht im Kessel, im Speicher und in den Leitungen Wärme verloren, sodass mehr als 3 kWh eingesetzt werden müssen. Setzen Sie dafür den Preis aus Ihrer eigenen Abrechnung an.

Aufs Jahr gerechnet, bei einer Dusche am Tag: 96 Liter mal 365 sind rund 35 Kubikmeter Wasser, bei 4 Euro je Kubikmeter etwa 140 Euro. Dazu kommen rund 1.060 kWh Wärme, mit dem elektrischen Durchlauferhitzer bei 35 Cent etwa 370 Euro. Mit einem Sparduschkopf von 6 Litern pro Minute halbieren sich beide Beträge.

Der Rechenweg für Ihre Werte: Liter je Dusche mal Temperaturunterschied mal 1,16, geteilt durch 1.000, ergibt die Kilowattstunden. Mal Ihr Energiepreis ergibt die Kosten.

Duschen oder Baden?

Eine Badewanne fasst je nach Form und Füllhöhe unterschiedlich viel; gängige Angaben für ein Vollbad liegen zwischen etwa 120 und 160 Litern. Rechnen wir mit 150 Litern, dann gilt:

  • Mit einem 12-Liter-Duschkopf ist diese Menge nach gut 12 Minuten erreicht.
  • Mit einem Sparduschkopf von 6 Litern pro Minute erst nach 25 Minuten.
  • Unter einer Regendusche mit 20 Litern pro Minute schon nach siebeneinhalb Minuten.

Die Regel „Duschen ist sparsamer als Baden“ stimmt also für kurze bis mittlere Duschen mit normalem Kopf. Wer lange unter einer Regendusche steht, verbraucht mehr als ein Vollbad. Das Badewasser ist außerdem meist etwas wärmer als das Duschwasser, was den Energiebedarf des Bades leicht erhöht.

Wo sich am meisten sparen lässt

Duschzeit. Jede Minute weniger spart den vollen Durchfluss – bei 12 Litern pro Minute also 12 Liter warmes Wasser. Wer von zehn auf sechs Minuten geht, spart 40 Prozent, ohne etwas zu kaufen.

Wasser beim Einseifen abstellen. Mit einem Einhebelmischer oder einer Thermostatarmatur ist die Temperatur danach sofort wieder da.

Sparduschkopf. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, einen Duschkopf zu tauschen, der mehr als 9 Liter pro Minute durchlässt; gute Sparmodelle kommen mit 6 Litern aus und mischen Luft bei, damit sich der Strahl voll anfühlt. Worauf Sie achten sollten, steht im Beitrag Sparduschkopf, der Einbau unter Duschkopf wechseln.

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Eine wichtige Einschränkung: Hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer springen erst ab einem bestimmten Durchfluss an. Mit einem sehr sparsamen Duschkopf kann das Wasser dort lauwarm bleiben oder zwischen heiß und kalt schwanken. Sehen Sie vor dem Kauf in die Anleitung des Geräts oder fragen Sie den Hersteller. An drucklosen Kleinspeichern und Boilern haben Durchflussbegrenzer nichts zu suchen.

Temperatur. Ein paar Grad weniger senken den Energiebedarf, nicht den Wasserverbrauch. Die Speichertemperatur einer zentralen Warmwasseranlage sollten Sie dagegen nicht zum Sparen herunterdrehen – sie schützt vor Legionellen. Hintergründe stehen unter Warmwasser-Temperatur und Legionellen im Duschkopf.

Weitere Stellschrauben im Bad und im übrigen Haushalt sammelt der Beitrag Wasser sparen im Haushalt; wie die Dusche im Gesamtverbrauch dasteht, zeigt Wasserverbrauch pro Person.

Häufige Fragen

Wie viel Liter Wasser verbraucht man bei 10 Minuten Duschen?

Bei einem einfachen Duschkopf mit 10 bis 12 Litern pro Minute sind es 100 bis 120 Liter. Mit einem Sparduschkopf von 6 Litern pro Minute 60 Liter, unter einer Regendusche bis zu 200 Liter.

Was kostet einmal Duschen?

Für das Wasser bei acht Minuten und 12 Litern pro Minute rund 38 Cent, wenn man 4 Euro je Kubikmeter annimmt. Dazu kommt die Energie für knapp 3 kWh Wärme; mit einem elektrischen Durchlauferhitzer und 35 Cent je kWh ist das etwa 1 Euro. Mit Ihren eigenen Preisen und Zeiten kann das Ergebnis deutlich abweichen.

Wie viel Wasser spart ein Sparduschkopf?

Das hängt vom alten Duschkopf ab. Wer von 12 auf 6 Liter pro Minute wechselt, halbiert den Verbrauch je Minute – und damit auch die Energie für das warme Wasser. Hatte der alte Kopf nur 9 Liter, ist der Gewinn entsprechend kleiner.

Ist kalt duschen sparsamer?

Beim Wasser nicht, bei der Energie ja: Der größte Kostenanteil einer Dusche ist das Erwärmen. Wer nur die letzte halbe Minute kalt duscht, spart allerdings wenig.

Woran erkenne ich, wie viel mein Duschkopf verbraucht?

Auf der Verpackung oder im Datenblatt steht der Durchfluss in Litern pro Minute, meist bei einem bestimmten Wasserdruck. Verlässlicher ist die eigene Messung mit Eimer und Stoppuhr, weil sie Ihren tatsächlichen Druck berücksichtigt.