Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Wasser sparen im Haushalt: was wirklich etwas bringt

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Wasserhahn mit fließendem Wasser über einem steinernen Becken
Warmes Wasser zu sparen lohnt doppelt, weil jeder Liter erst erhitzt werden muss
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie viel Wasser ein Haushalt verbraucht
  2. Warmwasser: hier sparen Sie doppelt
  3. Sparduschkopf und Perlator
  4. Die Toilette: Spartaste nutzen
  5. Geschirr und Wäsche: volle Maschinen
  6. Tropfende Hähne und undichte Spülkästen
  7. Was wenig bringt
  8. Wo Sie anfangen sollten
  9. Häufige Fragen

Wasser sparen Sie im Haushalt vor allem an zwei Stellen: in der Dusche und an der Toilette. Ein Sparduschkopf, Perlatoren an den Wasserhähnen und die Spartaste am WC senken den Verbrauch, ohne dass Sie auf etwas verzichten. Weil ein großer Teil des Wassers vorher erhitzt wird, sinken dabei auch die Energiekosten. Undichte Hähne und Spülkästen sollten Sie als Erstes beheben, denn dort läuft Wasser, ohne dass es jemand nutzt.

Wie viel Wasser ein Haushalt verbraucht

Als Richtwert gilt: Jeder Mensch in Deutschland verbraucht im Haushalt rund 125 Liter Trinkwasser am Tag. Der genaue Wert schwankt je nach Jahr und Quelle etwas, die Größenordnung ist aber seit Jahren stabil. Den größten Teil davon brauchen Baden, Duschen und Körperpflege, gefolgt von der Toilettenspülung. Zusammen macht das mehr als die Hälfte aus. Wäsche, Geschirr, Putzen und Kochen folgen mit deutlichem Abstand, getrunken wird nur ein kleiner Bruchteil.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Sparen Sie dort, wo viel Wasser fließt. Wer beim Zähneputzen den Hahn zudreht, macht nichts falsch, aber die Dusche und die Toilette bewegen jeden Tag ein Vielfaches davon. Ihren eigenen Verbrauch sehen Sie auf der Wasserabrechnung oder am Wasserzähler; ein Vergleich über einige Wochen zeigt, ob eine Maßnahme etwas gebracht hat.

Warmwasser: hier sparen Sie doppelt

Kaltes Trinkwasser ist in Deutschland vergleichsweise günstig. Teuer wird es, sobald es erhitzt wird. Jeder Liter aus dem Warmwasserhahn hat vorher Gas, Öl, Fernwärme oder Strom gekostet, und je nach Heizung ist dieser Anteil größer als der Wasserpreis selbst. Wer beim Warmwasser spart, senkt deshalb vor allem die Energiekosten. Mehr zum Thema finden Sie unter Heizkosten sparen und in den Energiespartipps für den Haushalt.

Praktisch heißt das: lieber kürzer duschen als baden, Hände mit kaltem Wasser waschen, und den Warmwasserhahn nicht laufen lassen, während man auf warmes Wasser wartet, sondern das kalte Vorlaufwasser zum Gießen oder Putzen auffangen. Die Temperatur des Warmwasserspeichers nach Belieben herunterzudrehen ist dagegen keine gute Idee: Aus hygienischen Gründen muss ein zentraler Speicher regelmäßig ausreichend heiß werden, damit sich keine Legionellen vermehren. Diese Einstellung gehört in die Hände des Eigentümers oder Heizungsbauers.

Sparduschkopf und Perlator

Ein herkömmlicher Duschkopf lässt oft 12 Liter und mehr pro Minute durch. Sparduschköpfe begrenzen den Durchfluss spürbar, häufig auf etwa die Hälfte, und mischen dem Strahl Luft bei, damit er sich trotzdem kräftig anfühlt. Bei zehn Minuten Duschen am Tag kommt so über das Jahr einiges zusammen, beim Wasser wie bei der Energie. Der Durchfluss steht in Litern pro Minute auf der Verpackung.

Eine Einschränkung gibt es: Ältere, hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer brauchen einen Mindestdurchfluss, um anzuspringen. Mit einem sehr sparsamen Duschkopf bleibt das Wasser dann lauwarm. Elektronische Durchlauferhitzer und zentrale Warmwasserbereitung haben dieses Problem in der Regel nicht. Im Zweifel hilft ein Blick in die Anleitung des Geräts.

Sparduschköpfe bei Amazon ansehen

Für Wasserhähne gibt es Perlatoren, auch Strahlregler genannt. Sie sitzen vorn im Auslauf und mischen Luft unter das Wasser. Viele Hähne haben bereits einen; spezielle Spar-Perlatoren begrenzen den Durchfluss zusätzlich. Wenn der Strahl schwächer wird oder spritzt, ist der Perlator meist verkalkt; wie Sie ihn reinigen, steht unter Wasserhahn entkalken.

Die Toilette: Spartaste nutzen

Eine volle Spülung braucht bei einem modernen Spülkasten sechs bis neun Liter, bei sehr alten Kästen auch mehr. Die kleine Taste oder die Stopp-Funktion spült nur einen Teil davon, meist drei bis vier Liter, und das reicht für das kleine Geschäft völlig. Wer die Spartaste konsequent nutzt, spart jeden Tag mehrere Spülungen voll Trinkwasser.

Hat Ihr Spülkasten keine Zwei-Mengen-Taste, lässt sich die Spülmenge bei vielen Modellen am Ablaufventil einstellen. Ziegelsteine oder gefüllte Flaschen im Spülkasten sind dagegen keine gute Idee: Sie können die Mechanik blockieren, und wenn die Menge nicht mehr reicht, spült man zweimal. Läuft Wasser ständig in die Schüssel nach, lesen Sie unter Toilettenspülung läuft, wie Sie das beheben.

Geschirr und Wäsche: volle Maschinen

Eine moderne Spülmaschine kommt im Eco-Programm mit rund zehn Litern oder weniger für eine ganze Beladung aus. Beim Spülen von Hand unter laufendem Wasser ist diese Menge schnell überschritten. Wer ohnehin eine Maschine hat, sollte sie also nutzen und das Geschirr nicht unter dem Hahn vorspülen; grobe Reste mit dem Besteck abstreifen genügt. Wenn Sie doch von Hand spülen, dann in zwei Becken statt unter fließendem Wasser, wie unter Geschirr spülen von Hand beschrieben.

Für Spülmaschine und Waschmaschine gilt gleichermaßen: erst anstellen, wenn sie voll sind. Eine halb volle Maschine braucht nicht halb so viel Wasser und Strom, sondern meist deutlich mehr als die Hälfte. Das Eco-Programm dauert länger, spart aber Energie, weil es mit niedrigerer Temperatur arbeitet. Wie Sie die Waschmaschine sinnvoll füllen, steht unter Waschmaschine beladen.

Tropfende Hähne und undichte Spülkästen

Ein Wasserhahn, der tropft, oder ein Spülkasten, der leise nachläuft, fällt kaum auf. Über Tage und Wochen verschwindet dabei aber eine Menge Wasser, die jede Spargewohnheit wieder auffrisst. Einen schnellen Test gibt es für die ganze Wohnung: Abends alle Hähne zudrehen, nichts spülen und den Stand am Wasserzähler notieren. Hat er sich am Morgen bewegt, läuft irgendwo Wasser. Die häufigsten Übeltäter sind Toilettenspülungen und Hähne; wie Sie einen Hahn abdichten, lesen Sie unter Wasserhahn tropft.

Was wenig bringt

Manche Spartipps klingen gut, haben aber kaum Wirkung. Die Toilette seltener zu spülen, als hygienisch sinnvoll ist, spart ein paar Liter und kann Gerüche und Ablagerungen in der Leitung begünstigen. Eine Flasche Salzwasser auf dem Heizkörper, wie sie in sozialen Netzwerken als Heizkostentrick kursiert, speichert keine nennenswerte Wärme und senkt die Heizkosten nicht. Und beim Wasserkochen ist die Frage Wasserkocher oder Herd schnell beantwortet: Der Wasserkocher ist fast immer sparsamer als eine normale Herdplatte, vorausgesetzt, Sie kochen nur so viel Wasser, wie Sie tatsächlich brauchen.

Wo Sie anfangen sollten

Beginnen Sie mit dem, was ständig wirkt und wenig kostet: undichte Stellen reparieren, einen Sparduschkopf anschrauben, die Spartaste an der Toilette nutzen und Maschinen nur voll starten. Das spart ohne Komfortverlust Wasser und Energie. Regenwasser zum Blumengießen und kürzeres Duschen sind gute Ergänzungen, aber keine Voraussetzung.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser verbraucht eine Person am Tag?

Als Richtwert rund 125 Liter im Haushalt. Der Großteil entfällt auf Körperpflege und Toilettenspülung, nur wenige Liter auf Trinken und Kochen.

Lohnt sich ein Sparduschkopf wirklich?

Meist ja, weil beim Duschen viel warmes Wasser fließt und damit auch Energie. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Durchlauferhitzer hydraulisch gesteuert ist; dann kann ein sehr sparsamer Duschkopf dazu führen, dass das Wasser nicht richtig warm wird.

Ist Spülen von Hand sparsamer als die Spülmaschine?

In der Regel nicht. Eine voll beladene, moderne Spülmaschine im Eco-Programm braucht weniger Wasser als Spülen unter laufendem Hahn. Knapp wird der Vergleich nur, wenn Sie sehr sparsam in einem gefüllten Becken spülen.

Spart Wasser sparen auch Heizkosten?

Beim Warmwasser ja. Jeder Liter, den Sie nicht erhitzen müssen, spart Gas, Öl, Fernwärme oder Strom. Beim kalten Wasser sparen Sie nur die Wasser- und Abwassergebühren.