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Siphon reinigen: abschrauben, säubern, dicht wieder einbauen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Weißer Siphon mit flexiblem Rohr und Eckventil unter einem Waschbecken
Der Siphon lässt sich meist von Hand abschrauben und ausspülen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wann sich das Aufschrauben lohnt
  2. Röhrensiphon oder Flaschensiphon?
  3. Was Sie brauchen
  4. Siphon abschrauben und reinigen: Schritt für Schritt
  5. Dichtungen richtig herum einsetzen
  6. Dichtheitsprobe: erst prüfen, dann einräumen
  7. Typische Fehler
  8. Wenn der Siphon sauber ist und es trotzdem nicht abläuft
  9. Häufige Fragen

Einen Siphon reinigen Sie in einer Viertelstunde: Eimer unterstellen, die Überwurfmuttern von Hand aufdrehen, Bogen oder Becher herausnehmen, säubern und mit richtig sitzenden Dichtungen wieder einbauen. Werkzeug brauchen Sie dafür kaum. Die meisten Pannen passieren nicht beim Reinigen, sondern beim Zusammenbau – deshalb geht es hier vor allem darum, dass danach nichts tropft.

Wann sich das Aufschrauben lohnt

Der Siphon, auch Geruchsverschluss genannt, ist das gebogene Rohrstück unter dem Becken. In ihm steht immer etwas Wasser, das die Gerüche aus der Kanalisation zurückhält. Weil das Wasser dort langsamer fließt, bleibt auch alles andere hängen: Haare, Seifenreste, Zahnpasta, in der Küche Fett und Speisereste.

Aufschrauben lohnt sich, wenn das Wasser nur noch träge abläuft, wenn es gluckert, wenn es faulig riecht oder wenn ein Ring oder Ohrstecker in den Abfluss gefallen ist – der liegt fast immer im Siphon. Riecht es nach Kanal, obwohl alles gut abläuft, kann der Siphon auch nur ausgetrocknet sein; die Unterschiede erklärt der Beitrag Abfluss stinkt.

Röhrensiphon oder Flaschensiphon?

Ein Blick unter das Becken genügt, um die Bauart zu erkennen:

  • Röhrensiphon: ein Rohr in U- oder S-Form, meist aus weißem oder grauem Kunststoff, gehalten von zwei Überwurfmuttern. Er ist strömungsgünstig und setzt sich seltener zu. Unter Küchenspülen ist er Standard, oft mit einem zusätzlichen Stutzen für Spül- oder Waschmaschine.
  • Flaschensiphon: ein senkrechtes Tauchrohr, das in einen zylindrischen Becher ragt, mit seitlichem Abgang zur Wand. Er sitzt häufig unter Waschbecken, oft verchromt, weil er dort sichtbar ist. Zum Reinigen wird nur der Becher unten abgeschraubt.
  • Raumsparsiphon: eine flache Bauform, die dicht an der Wand entlangführt, damit im Unterschrank Platz für Schubladen bleibt. Er hat mehr Verschraubungen; hier lohnt ein Foto vor dem Zerlegen besonders.

Bei Dusche und Badewanne sitzt der Geruchsverschluss im Ablauf selbst und wird von oben herausgenommen. Das beschreibt der Beitrag zum verstopften Dusch-Abfluss.

Was Sie brauchen

  • einen Eimer oder eine flache Schüssel, die unter den Siphon passt
  • Gummihandschuhe und einen alten Lappen
  • eine Flaschenbürste oder alte Zahnbürste, dazu Spülmittel
  • eine Taschenlampe
  • für fest sitzende Muttern eine Wasserpumpenzange und ein Tuch zum Unterlegen
  • bei Bedarf neue Siphon-Dichtungen im passenden Durchmesser

Haben Sie in den Tagen zuvor einen chemischen Rohrreiniger eingefüllt, steht womöglich noch Lauge im Siphon. Dann tragen Sie zusätzlich eine Schutzbrille und spülen vorher, soweit möglich, viel kaltes Wasser durch. Mehr zu diesen Mitteln steht unter Rohrreiniger.

Siphon abschrauben und reinigen: Schritt für Schritt

  1. Platz schaffen und Eimer unterstellen. Den Unterschrank ausräumen. Im Siphon steht Wasser, das beim Öffnen herausläuft – beim Flaschensiphon direkt nach unten.
  2. Wasser nicht mehr laufen lassen. Die Eckventile müssen nicht geschlossen werden, der Siphon steht nicht unter Druck. Sagen Sie aber Mitbewohnern Bescheid, und starten Sie keine Spülmaschine, die an diesem Siphon hängt.
  3. Ein Foto machen. Besonders bei Raumsparsiphons und Spülen mit mehreren Anschlüssen erspart das späteres Rätseln.
  4. Überwurfmuttern lösen. Von unten gesehen gegen den Uhrzeigersinn drehen. Kunststoffmuttern lassen sich fast immer von Hand öffnen. Sitzen sie fest, mit der Zange nur behutsam nachhelfen und bei verchromten Teilen ein Tuch unterlegen.
  5. Bogen oder Becher abnehmen. Beim Röhrensiphon den Bogen nach unten herausziehen, beim Flaschensiphon den Becher abdrehen. Den Inhalt in den Eimer kippen, nicht ins Becken – das hat ja gerade keinen Abfluss.
  6. Reinigen. Die Teile über dem Eimer oder in der Badewanne mit heißem Wasser, Spülmittel und Bürste säubern, auch innen an den Gewinden. Das Tauchrohr und das Rohrstück zur Wand so weit ausbürsten, wie Sie hineinkommen.
  7. Dichtungen abnehmen und ansehen. Was hart, rissig oder verformt ist, wird ersetzt. Die Sitzflächen sauber wischen; schon ein Haar unter der Dichtung reicht für einen Tropfen.
  8. Zusammensetzen. In umgekehrter Reihenfolge, die Rohre gerade und ohne Spannung ineinanderschieben. Muttern mit der Hand ansetzen und prüfen, dass sie nicht verkantet auf dem Gewinde sitzen.
  9. Handfest anziehen. So fest, wie es die Hand hergibt, bei Metallverschraubungen allenfalls eine kleine Drehung mit der Zange. Kunststoffmuttern reißen, wenn man sie überdreht.

Dichtungen richtig herum einsetzen

Am Siphon sitzen meist drei Sorten Dichtungen, und jede hat ihre Eigenheit:

  • Flachdichtung zwischen dem Ablaufventil des Beckens und dem Siphon: ein flacher Ring, der plan in der Überwurfmutter liegt. Die Richtung ist egal, er darf nur nicht verrutschen.
  • Keildichtung an den Steckverbindungen: ein Ring mit schrägem Querschnitt, der auf dem Rohr sitzt. Die schmale Seite zeigt zum Gewinde hin, also in die Verschraubung hinein, die breite Seite zur Überwurfmutter. Beim Anziehen schiebt die Mutter den Keil in den Spalt und dichtet ab. Falsch herum eingesetzt, tropft es fast sicher. Reihenfolge auf dem Rohr: erst die Mutter aufschieben, dann die Dichtung.
  • Gummimanschette am Wandanschluss: Sie dichtet das Abgangsrohr gegen das Rohr in der Wand ab. Wird das Rohr beim Arbeiten herausgezogen, muss es wieder vollständig und gerade in der Manschette stecken, sonst riecht es später nach Kanal.

Dichtungen gibt es einzeln und im Sortiment. Entscheidend ist der Rohrdurchmesser; am Waschbecken sind 32 Millimeter üblich, an der Spüle 40 Millimeter. Nehmen Sie im Zweifel die alte Dichtung zum Vergleich mit. Dichtmasse, Silikon oder Hanf haben an diesen Verschraubungen nichts zu suchen – eine saubere, richtig sitzende Dichtung reicht.

Dichtheitsprobe: erst prüfen, dann einräumen

Lassen Sie zuerst eine Minute lang Wasser laufen und fahren Sie mit einem trockenen Finger oder einem Stück Küchenpapier um jede Verschraubung. Dann folgt die eigentliche Probe: Stöpsel schließen, Becken füllen, Stöpsel ziehen. Der Schwall belastet den Siphon stärker als ein dünner Strahl und zeigt Undichtigkeiten, die vorher unsichtbar waren.

Tropft es, hilft selten mehr Kraft. Öffnen Sie die Verschraubung noch einmal und prüfen Sie, ob die Dichtung richtig herum liegt, ob sie gequetscht ist oder ob das Rohr schief sitzt. Legen Sie für ein, zwei Tage ein Blatt Küchenpapier unter den Siphon – ein langsamer Tropfen fällt so sofort auf, bevor der Schrankboden aufquillt.

Typische Fehler

  • Zu fest angezogen. Die häufigste Ursache für gerissene Muttern und gequetschte Dichtungen.
  • Keildichtung verkehrt herum oder beim Zusammenschieben vom Rohr gerutscht.
  • Rohre unter Spannung montiert. Müssen Sie den Bogen in Position drücken, steht die Verbindung schief und wird undicht.
  • Tauchrohr anders eingeschoben als vorher. Wie tief die Rohre ineinanderstecken, bestimmt, ob der Siphon spannungsfrei sitzt und genug Sperrwasser hält. Markieren Sie die Position vorher mit einem Stift.
  • Inhalt ins Becken gekippt, unter dem gerade kein Siphon hängt.
  • Geräteschlauch vergessen. Hängt die Spülmaschine am Siphon, muss ihr Schlauch wieder fest auf dem Stutzen sitzen und die Schelle angezogen sein.

Wenn der Siphon sauber ist und es trotzdem nicht abläuft

Dann sitzt die Verstopfung dahinter, im Rohr zur Wand oder in der Leitung. Bei abgenommenem Siphon kommen Sie mit einer Rohrreinigungsspirale gut in den Wandanschluss. Wie Sie dabei vorgehen, steht unter Waschbecken verstopft und für die Küche unter Küchenspüle verstopft. Sind mehrere Abflüsse betroffen oder drückt Wasser an anderer Stelle hoch, ist ein Fachbetrieb gefragt. Dasselbe gilt für alte Siphons aus Blei oder stark korrodiertem Metall: Hier besser nicht mit der Zange ansetzen, sondern das Teil ersetzen lassen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man den Siphon reinigen?

Einen festen Rhythmus gibt es nicht. Reinigen Sie ihn, wenn das Wasser langsamer abläuft oder es riecht. In Bädern, in denen lange Haare ins Becken fallen, kann das ein- bis zweimal im Jahr nötig sein; ein Sieb im Abfluss verlängert die Abstände deutlich.

Kann ich den Siphon reinigen, ohne ihn abzuschrauben?

Leichte Beläge lösen sich mit heißem Wasser und Spülmittel, Haare lassen sich mit einem Kunststoffstreifen mit Widerhaken von oben herausziehen. Gründlich wird es nur ausgebaut – und das ist meist weniger Arbeit als jeder Umweg.

Der Siphon tropft nach dem Zusammenbau – was nun?

Verschraubung noch einmal öffnen, Dichtung und Sitzfläche säubern, die Dichtung richtig herum einsetzen und das Rohr gerade einführen. Hilft das nicht, ist die Dichtung verhärtet und sollte ersetzt werden.

Muss ich das Wasser abstellen?

Nein. Der Siphon gehört zum Abfluss und steht nicht unter Druck. Es darf nur niemand den Hahn aufdrehen, solange er ausgebaut ist.

Lohnt es, einen alten Siphon zu ersetzen?

Ja, wenn Muttern gerissen sind, das Chrom abblättert oder die Gewinde ausgeleiert sind. Ein neuer Siphon aus Kunststoff kostet wenig und ist mit denselben Handgriffen montiert. Durchmesser und Bauart sollten zum alten passen.