Spinnen im Haus fernhalten

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Spinnen halten Sie am besten mit Fliegengittern, abgedichteten Ritzen und weniger Licht am Abend aus der Wohnung fern. Bekämpfen müssen Sie sie nicht: Die Spinnen in mitteleuropäischen Häusern sind für Menschen harmlos und fangen genau die Insekten, die sonst lästig werden. Wer sie trotzdem nicht im Schlafzimmer haben möchte, setzt einzelne Tiere mit einem Glas nach draußen.
Welche Spinnen ins Haus kommen
Die meisten Spinnen, die man drinnen sieht, gehören zu wenigen Arten:
- Hauswinkelspinnen: dunkelbraun, behaart, schnell, mit Beinen fast handtellergroß. Sie bauen Trichternetze in Ecken, hinter Möbeln und im Keller. Die großen Spinnen, die im Herbst über den Teppich laufen, sind meist Männchen auf Partnersuche.
- Zitterspinnen: zierlich, mit sehr langen, dünnen Beinen. Sie hängen in lockeren Netzen an der Zimmerdecke und versetzen sich bei Störung in schnelles Zittern. Sie fressen auch andere Spinnen.
- Kreuzspinnen: mit dem hellen Kreuz auf dem Rücken, bauen Radnetze an Balkon, Fenster und im Garten. Ins Haus kommen sie selten.
- Nosferatu-Spinne: eine hellbraune Kräuseljägerin mit einer Zeichnung auf dem Vorderkörper, die ein wenig an ein Gesicht erinnert. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus, oft an Hauswänden und in Wohnungen. Sie baut kein Fangnetz, sondern jagt.
Sind Spinnen gefährlich?
Nein. Keine in Mitteleuropa heimische Hausspinne ist für Menschen gefährlich. Die meisten können mit ihren Kieferklauen die menschliche Haut gar nicht durchdringen, und sie beißen nur, wenn man sie festhält oder quetscht.
Die Nosferatu-Spinne ist eine der wenigen Arten, die zwicken kann. Ein Biss ist selten und wird mit einem Bienen- oder Wespenstich verglichen: Er schmerzt kurz, rötet sich und schwillt etwas an. Kühlen genügt. Wie bei jedem Insektenstich gilt: Bei starken allergischen Reaktionen oder einer sich ausbreitenden Rötung ärztlich abklären lassen.
Warum im Herbst mehr Spinnen im Haus sind
Im Spätsommer und Herbst sind die Männchen der Winkelspinnen geschlechtsreif und verlassen ihre Netze, um Weibchen zu suchen. Dabei laufen sie weite Strecken und landen in Wohnräumen, in der Badewanne oder im Waschbecken, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Sie sind nicht auf der Suche nach Wärme, und es werden auch nicht plötzlich mehr – man sieht sie nur, weil sie unterwegs sind. Die Weibchen bleiben meist versteckt im Netz.
Spinnen aus der Wohnung fernhalten
- Fliegengitter anbringen. An Fenstern und Balkontüren, die abends offen stehen, halten sie Spinnen und ihre Beute draußen. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme.
- Ritzen abdichten. Spalten an Fensterrahmen, um Rohrdurchführungen und unter Türen mit Acryl, Dichtband oder einer Türbodendichtung schließen.
- Licht am Abend reduzieren. Helles Licht bei offenem Fenster lockt Insekten an – und damit Spinnen. Vorhänge zuziehen oder das Fenster erst nach dem Ausschalten öffnen. Außenlampen mit warmweißem Licht locken weniger Insekten an.
- Beute reduzieren. Wo weniger Mücken, Fliegen und Trauermücken sind, finden Spinnen weniger Futter. Auch Kellerasseln und Silberfischchen stehen auf ihrem Speiseplan.
- Regelmäßig saugen. Netze in Ecken, hinter Möbeln und unter dem Bett mit dem Staubsauger oder einem Besen entfernen. Das vertreibt die Tiere, ohne sie zu bekämpfen.
- Weniger Verstecke. Kartons, Stapel und Gerümpel in Keller und Abstellraum aufräumen, Wäsche nicht lange auf dem Boden liegen lassen.
Ein Fliegengitter für Fenster gibt es als Klettband-Lösung zum Kleben, als Spannrahmen oder als Rollo.
Hausmittel gegen Spinnen: was dran ist
Im Netz kursieren viele Tipps, Spinnen mit Gerüchen fernzuhalten:
- Pfefferminzöl, Lavendel, Zitrusöl: Spinnen meiden starke Gerüche vermutlich kurzfristig. Ein paar Tropfen mit Wasser an Fensterrahmen gesprüht, wirken nach Stunden bis wenigen Tagen nicht mehr. Ein belastbarer Nachweis für eine dauerhafte Wirkung fehlt.
- Essig: gleiches Bild, dazu greift er Naturstein, Gummidichtungen und manche Lackierungen an.
- Kastanien: Dass Rosskastanien auf der Fensterbank Spinnen abhalten, ist nicht belegt.
- Ultraschallgeräte: ebenfalls ohne Nachweis einer Wirkung.
Wer Duftmittel mag, kann sie ausprobieren. Für Haustiere, vor allem Katzen, können ätherische Öle in höherer Konzentration aber problematisch sein.
Insektensprays gegen Spinnen sind im Haus nicht sinnvoll. Sie verteilen Wirkstoffe in Wohnräumen, treffen nur die sichtbaren Tiere und töten Nützlinge. Wenn überhaupt, dann nur zugelassene Mittel nach Gebrauchsanweisung, fern von Kindern und Haustieren.
Spinnen vom Balkon fernhalten
Auf Balkonen bauen vor allem Kreuz- und Brückenspinnen ihre Netze, gern zwischen Geländer, Blumenkästen und Außenlampe. Netze abends mit einem Besen entfernen, die Außenlampe nur einschalten, wenn sie gebraucht wird, und Ecken hinter Pflanzkübeln regelmäßig ausfegen. Ganz spinnenfrei wird ein Balkon nicht – er ist ein Stück Natur. Die Tiere fangen dort Mücken, die sonst die Abende verderben.
Spinnen fangen und hinaussetzen
Die einfachste Methode ist die bewährte: ein Glas über die Spinne stülpen, eine Postkarte vorsichtig darunterschieben, die Spinne nach draußen tragen und in ein Gebüsch oder eine Mauerritze setzen. Für Menschen, die sich ekeln, gibt es Spinnenfänger mit langem Stiel und Klappmechanismus. Spinnen im Staubsauger überleben oft, sie krabbeln später wieder heraus.
Wann Fachleute nötig sind
Praktisch nie. Spinnen sind keine Schädlinge im Sinne der Schädlingsbekämpfung. Tauchen ungewöhnlich viele Spinnen an einer Stelle auf, lohnt sich eher der Blick auf ihre Beute: Gibt es im Keller viele Insekten, Feuchtigkeit oder einen anderen Befall? Wie Sie mit einem echten Befall durch Wespen umgehen, lesen Sie im Ratgeber Wespen am Haus.
Häufige Fragen
Krabbeln Spinnen nachts ins Bett?
Selten und zufällig. Spinnen meiden Menschen und Wärme, ins Bett geraten sie allenfalls auf der Suche nach einem Weg. Der Mythos, man verschlucke im Schlaf Spinnen, hat keine Grundlage.
Warum sind Spinnen in der Badewanne?
Männliche Winkelspinnen laufen im Herbst auf Partnersuche durch die Wohnung und rutschen in Wanne oder Waschbecken, aus deren glatten Wänden sie nicht mehr herauskommen. Sie kommen nicht aus dem Abfluss.
Ist die Nosferatu-Spinne gefährlich?
Nein. Sie kann als eine der wenigen Spinnen hierzulande die menschliche Haut durchdringen, beißt aber nur, wenn sie sich bedroht fühlt. Der Biss ist mit einem Wespenstich vergleichbar und klingt von selbst ab.
Was hilft am besten gegen Spinnen im Haus?
Fliegengitter und abgedichtete Ritzen. Sie halten die Spinnen und die Insekten, von denen sie leben, zuverlässig draußen. Duftmittel sind höchstens eine kurzfristige Ergänzung.
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