Fallobst entsorgen oder verwerten

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Fallobst entsorgen Sie über den Kompost oder die Biotonne, am besten aber gar nicht: Viele Früchte lassen sich zu Saft, Mus oder Kuchen verarbeiten. Sammeln Sie das Obst regelmäßig auf, bevor es fault und Wespen anlockt. Kranke Früchte, etwa mit Monilia-Fruchtfäule, gehören nicht auf den eigenen Kompost, sondern in die Biotonne. Und in den Wald oder auf die Wiese nebenan darf Fallobst auch dann nicht, wenn es „doch nur Natur“ ist.
Wohin gehört Fallobst?
| Zustand | Richtiger Weg |
| Frisch gefallen, gesund oder angeschlagen | verwerten: Saft, Mus, Kuchen, Mosterei |
| Angefault, kleine bis mittlere Menge | Kompost, gut mit trockenem Material gemischt |
| Große Mengen | Biotonne, bei Überfluss Grüngut-Sammelstelle nach Rückfrage |
| Mit Monilia-Fruchtfäule oder Fruchtmumien | Biotonne, notfalls Restmüll, nicht auf den eigenen Kompost |
| Madig (Apfelwickler, Pflaumenwickler) | zügig aufsammeln, Biotonne |
| Walnussschalen, Walnusslaub | Biotonne oder nur in kleinen Mengen auf den Kompost |
Ob Ihr Wertstoffhof oder die Grüngut-Sammelstelle Fallobst annimmt und ob es in der Erntezeit Sonderleerungen der Biotonne gibt, regelt jede Kommune selbst. Die Abfallberatung oder die Abfall-App gibt Auskunft; hier steht der Regelfall.
Erst verwerten, dann entsorgen
Fallobst ist oft besser als sein Ruf. Äpfel und Birnen fallen nicht nur, weil sie krank sind, sondern auch weil der Baum zu viel trägt oder ein Sturm sie herunterholt. Frisch aufgesammelt und mit ausgeschnittenen Druckstellen eignen sie sich gut zum Verarbeiten, allerdings nicht zum Lagern, weil angeschlagene Früchte schnell faulen.
- Saft: Aus größeren Mengen Äpfeln wird Saft. Viele Mostereien pressen in der Saison auch kleinere Mengen und geben den Saft des eigenen Obstes zurück; wie es zu Hause geht, steht unter Äpfel entsaften.
- Mus und Kompott: Apfelmus, Birnenkompott und Pflaumenmus lassen sich einkochen oder einfrieren.
- Kuchen und Chutney: Für Blechkuchen oder Chutney spielen Druckstellen keine Rolle.
- Verschenken: Nachbarn, Kitas oder Foodsharing-Gruppen freuen sich oft über Obst, sofern es frisch aufgesammelt ist.
- Tierhalter: Pferde- oder Schafhalter nehmen manchmal Fallobst, aber nur nach Absprache. Zu viel oder gärendes Obst kann Tieren schaden.
Was sich halten soll, gehört gepflückt statt aufgesammelt. Tipps zur Lagerung stehen unter Obst und Gemüse lagern.
Fallobst kompostieren: so klappt es
Auf dem Kompost verrottet Fallobst schnell, bringt aber viel Wasser und Zucker mit. Wird es in dicken Schichten aufgeschüttet, fault es statt zu verrotten, riecht säuerlich und lockt Wespen, Fruchtfliegen und Ratten an.
- Regelmäßig aufsammeln. Alle ein bis zwei Tage, dann ist das Obst noch fest und fault nicht im Rasen.
- Kranke Früchte aussortieren. Früchte mit ringförmigen Schimmelpolstern, eingetrocknete Fruchtmumien und stark madiges Obst kommen in die Biotonne.
- Zerkleinern. Große Äpfel mit dem Spaten grob zerstechen, dann verrotten sie schneller.
- Mit trockenem Material mischen. Laub, Häckselgut, zerknülltes Zeitungspapier oder Stroh zwischen die Obstschichten geben. Faustregel: nie mehr als eine dünne Lage Obst auf einmal.
- Abdecken. Eine Schicht Erde, Rasenschnitt oder ein Deckel hält Wespen und Fruchtfliegen fern.
Ein Wurmkomposter verträgt Obstreste in kleinen Mengen, mit einer Kiste Fallobst ist er aber überfordert.
Monilia und Schädlinge: nicht auf den eigenen Kompost
Die Monilia-Fruchtfäule erkennt man an braunen Faulstellen mit ringförmig angeordneten, gelblich-grauen Schimmelpolstern. Später trocknen die Früchte zu sogenannten Fruchtmumien ein, die am Baum hängen bleiben oder am Boden liegen. In diesen Mumien überwintert der Pilz, und im Frühjahr infiziert er von dort aus Blüten und Triebe. Auf dem Gartenkompost wird es meist nicht heiß genug, um die Sporen sicher abzutöten. Befallene Früchte gehören deshalb in die Biotonne: In den großen Kompostwerken der Kommunen werden deutlich höhere Temperaturen erreicht. Wo es keine Biotonne gibt, ist die Restmülltonne der sichere Weg. Entfernen Sie auch die Fruchtmumien am Baum.
Ähnlich ist es mit madigem Obst. Die Raupen des Apfelwicklers und des Pflaumenwicklers verlassen die gefallene Frucht, um sich im Boden oder unter der Rinde zu verpuppen. Wer madiges Fallobst zügig aufsammelt und in die Biotonne gibt, nimmt einen Teil der nächsten Generation aus dem Garten. Wenn sich in der Tonne Maden zeigen, hilft Maden in der Biotonne weiter.
Große Mengen: Biotonne und Grüngut
In guten Obstjahren ist die Biotonne schnell voll und sehr schwer. Verteilen Sie das Obst über mehrere Leerungen und legen Sie Zeitungspapier oder Laub dazwischen, damit nichts am Tonnenboden festklebt. Manche Kommunen bieten zusätzliche Biotonnen oder Laubsäcke an, andere nehmen Fallobst an Grüngut-Sammelstellen an. Das ist nicht überall erlaubt, weil faulendes Obst dort Probleme macht; fragen Sie vorher nach. Für Äste, Laub und Rasenschnitt gelten die Regeln unter Grünschnitt entsorgen.
In den Restmüll gehört Fallobst eigentlich nicht, es ist dort nur Ballast für die Müllverbrennung. Für kranke Früchte ohne Biotonne ist es aber die vertretbare Lösung.
Warum Fallobst nicht in den Wald darf
Fallobst am Waldrand, am Feldweg oder auf einer Brachfläche abzukippen, gilt als illegale Ablagerung von Gartenabfällen. Das wird in allen Bundesländern mit einem Bußgeld geahndet, dessen Höhe je nach Bundesland verschieden ist. Der Grund ist nicht Bürokratie: Große Haufen gärender Früchte ziehen Wildschweine an, bringen Nährstoffe in Böden, die davon nichts brauchen, und verbreiten Krankheiten. Auch die Wiese des Nachbarn ist tabu, wenn er nicht ausdrücklich zugestimmt hat.
Wespen und Fallobst
Faulende und gärende Früchte sind im Spätsommer das Lieblingsfutter von Wespen. Wer Kinder hat, die barfuß über den Rasen laufen, oder die Terrasse unter dem Obstbaum nutzt, sollte Fallobst daher besonders konsequent aufsammeln. Verwenden Sie dazu Handschuhe oder einen Obstsammler, und sehen Sie genau hin, bevor Sie zugreifen: In angefressenen Früchten sitzen oft Wespen. Weitere Tipps stehen unter Wespen am Haus. Lassen Sie die Früchte nicht liegen und mähen darüber hinweg; der Rasenmäher verteilt das Fruchtfleisch und verklebt das Messer.
Häufige Fragen
Wohin mit Fallobst im Garten?
Gesunde Früchte verwerten oder in dünnen Lagen, gemischt mit trockenem Material, auf den Kompost geben. Größere Mengen und kranke Früchte kommen in die Biotonne.
Darf Fallobst in die Biotonne?
Ja, Fallobst ist klassischer Bioabfall. Bei großen Mengen verteilen Sie es auf mehrere Leerungen und legen Papier oder Laub dazwischen, damit die Tonne nicht zu schwer wird.
Kann ich Fallobst auf der Wiese liegen lassen?
Einzelne Früchte unter einem Baum in einer Wildwiese schaden nicht und werden von Vögeln und Igeln gefressen. Größere Mengen faulen, locken Wespen an und fördern Krankheiten; die sollten Sie aufsammeln.
Dürfen Äpfel mit Fruchtfäule auf den Kompost?
Besser nicht. Die Sporen der Monilia-Fruchtfäule überleben in einem Gartenkompost oft und befallen im nächsten Jahr den Baum. Solche Früchte gehören in die Biotonne oder in den Restmüll.
Nimmt der Wertstoffhof Fallobst an?
Manche Grüngut-Sammelstellen tun das, viele aber nicht. Fragen Sie beim Abfallbetrieb Ihrer Kommune nach, bevor Sie mit einem Anhänger voller Äpfel losfahren.



