Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Lederschuhe pflegen: reinigen, cremen, polieren

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Schuhbürsten und eine offene Dose Schuhcreme auf einem Tuch
Bürste, Creme und Poliertuch reichen für die Pflege von Glattlederschuhen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Leder Pflege braucht
  2. Glattleder oder Rauleder?
  3. Was Sie brauchen
  4. Lederschuhe pflegen – Schritt für Schritt
  5. Creme, Wachs oder Fett?
  6. Nasse Schuhe richtig trocknen
  7. Wasserränder und Salzränder entfernen
  8. Wie oft pflegen – und wie aufbewahren
  9. Häufige Fragen

Lederschuhe pflegen Sie in fünf Schritten: Schuhspanner einsetzen, Schmutz ausbürsten, bei Bedarf feucht reinigen, Schuhcreme dünn auftragen und nach dem Einziehen polieren. Das dauert pro Paar etwa zehn Minuten plus Wartezeit und entscheidet darüber, ob ein guter Schuh drei Winter hält oder zehn. Die Anleitung gilt für Glattleder; für Rauleder gelten andere Regeln, dazu unten mehr.

Warum Leder Pflege braucht

Leder ist gegerbte Haut. Geschmeidig bleibt es nur, solange es Fette und etwas Feuchtigkeit enthält. Beim Tragen verliert es beides: Regen wäscht Fett aus, Heizungsluft trocknet aus, Straßenstaub wirkt in den Gehfalten wie Schmirgel. Trockenes Leder wird hart und bricht genau dort, wo der Schuh beim Abrollen knickt. Solche Risse lassen sich nicht mehr reparieren.

Schuhcreme führt dem Leder Fett zurück und frischt die Farbe auf. Die Wachse darin bilden eine dünne Schutzschicht, die Wasser und Schmutz eine Weile abhält und den Glanz bringt.

Glattleder oder Rauleder?

Bevor Sie zur Cremedose greifen, klären Sie, was Sie vor sich haben. Glattleder hat eine geschlossene, mehr oder weniger glänzende Oberfläche. Rauleder – Wildleder, Velours, Nubuk – ist samtig und hat einen feinen Flor.

Creme, Wachs und Fett gehören nur auf Glattleder. Auf Rauleder verkleben sie den Flor zu einer speckigen Fläche, die sich kaum wiederherstellen lässt. Rauleder wird trocken gebürstet, mit Radierer oder Kreppbürste gereinigt und mit Spray geschützt. Die ganze Anleitung steht unter Wildleder reinigen. Lackleder braucht keine Creme; es wird feucht abgewischt und mit einem weichen Tuch nachgerieben.

Was Sie brauchen

  • Schuhspanner, am besten aus unbehandeltem Holz
  • eine Schmutzbürste mit festen Borsten
  • zwei weiche Baumwolltücher oder eine kleine Auftragsbürste
  • Schuhcreme im Farbton des Leders oder farblos
  • eine Polierbürste aus Rosshaar oder ein weiches Poliertuch
  • nach Bedarf Lederreiniger oder Sattelseife und Hartwachs für mehr Glanz

Bei der Farbe gilt: im Zweifel einen Ton heller oder farblos. Dunklere Creme lässt sich nicht mehr herausholen. Farblose Creme pflegt, deckt aber Kratzer und abgestoßene Spitzen nicht ab.

Lederschuhe pflegen – Schritt für Schritt

  1. Schnürsenkel herausnehmen, Schuhspanner einsetzen. So liegt die Zunge frei, und die Gehfalten werden glatt gezogen. Nur dann kommt die Creme auch in die Falten, wo sie am nötigsten ist.
  2. Ausbürsten. Staub und trockenen Schmutz mit der Schmutzbürste entfernen, besonders in der Naht zwischen Schaft und Sohle. Dort sammelt sich Sand, der die Naht aufscheuert.
  3. Reinigen. Meist reicht ein feuchtes, gut ausgewrungenes Tuch. Bei stärkerer Verschmutzung oder alten, dicken Cremeschichten nehmen Sie etwas Lederreiniger oder Sattelseife mit wenig Wasser. Das Leder soll feucht werden, nicht nass. Danach vollständig trocknen lassen. Mehr zu Reinigern und zu Flecken steht unter Leder reinigen.
  4. Creme dünn auftragen. Wenig Creme mit dem Tuch aufnehmen und in kleinen Kreisen einarbeiten. Eine erbsengroße Menge reicht für einen großen Teil des Schuhs. Zunge, Gehfalten und Sohlenrand nicht auslassen.
  5. Einziehen lassen. Mindestens eine Viertelstunde, besser länger. In dieser Zeit nimmt das Leder die Fette auf, und die Lösemittel verdunsten.
  6. Polieren. Mit der Rosshaarbürste in schnellen, leichten Strichen über den Schuh gehen. Die Wärme der Reibung verteilt das Wachs und bringt den Glanz. Zum Schluss mit einem weichen Tuch nachreiben.
  7. Schnürsenkel einfädeln. Schmutzige Senkel vorher von Hand waschen oder ersetzen.

Weniger ist mehr: Zu viel Creme zieht nicht ein, sondern bleibt als klebrige Schicht stehen, bindet Staub und wird in den Gehfalten grau und rissig.

Wer mehr Glanz möchte, trägt nach der Creme eine hauchdünne Schicht Hartwachs auf Kappe und Ferse auf und poliert sie mit einem leicht feuchten Tuch. Für die Knickfalten ist Hartwachs ungeeignet, dort bricht es.

Creme, Wachs oder Fett?

Schuhcreme enthält Fette, Wachse und Farbpigmente in einer weichen Paste; sie ist die Grundpflege für jeden Glattlederschuh. Hartwachs aus der flachen Dose enthält vor allem Wachs und kaum Fett. Es bringt Glanz und Wasserschutz, ersetzt die Creme aber nicht. Lederfett ist für derbe Arbeits-, Wander- und Winterstiefel gedacht. Es macht das Leder sehr weich und wasserabweisend, nimmt aber den Glanz und kann das Leder dunkler färben. Auf feinen Halbschuhen hat es nichts verloren.

Nasse Schuhe richtig trocknen

Sind die Schuhe durchnässt, kommt es auf die nächsten Stunden an.

  1. Groben Schmutz abwischen, solange er feucht ist.
  2. Einlegesohlen herausnehmen und getrennt trocknen.
  3. Mit Zeitungspapier ausstopfen. Es saugt die Feuchtigkeit von innen auf. Nach ein bis zwei Stunden das nasse Papier wechseln, bei Bedarf mehrmals.
  4. Bei Raumtemperatur trocknen lassen, an einem luftigen Ort und am besten auf der Seite liegend, damit auch die Sohle Luft bekommt.
  5. Schuhspanner einsetzen, sobald das Leder nur noch leicht feucht ist, dann die Schuhe cremen.

Nie an die Heizung, vor den Ofen oder unter den Föhn. Schnelle Hitze entzieht dem Leder Fett, es schrumpft, wird hart und bricht. Auch Klebstoffe und Ledersohlen leiden. Rechnen Sie mit ein bis zwei Tagen Trockenzeit. Riechen die Schuhe danach, helfen die Tipps unter Stinkende Schuhe.

Wasserränder und Salzränder entfernen

Wasserränder entstehen, wenn Leder nur stellenweise nass wird: Am Rand der feuchten Stelle lagern sich beim Trocknen gelöste Stoffe ab. Die Lösung klingt widersinnig, funktioniert aber: Wischen Sie den ganzen Schuh mit einem feuchten Tuch gleichmäßig ab, von Naht zu Naht, sodass keine Grenze zwischen nass und trocken bleibt. Dann auf Schuhspannern langsam trocknen lassen und cremen.

Salzränder sind die weißen Linien nach einem Gang über gestreute Wege. Entfernen Sie sie bald, denn Salz entzieht dem Leder Feuchtigkeit und macht es spröde. Wischen Sie mit einem Tuch und lauwarmem Wasser mehrmals nach, bis sich kein weißer Rand mehr bildet. Bei hartnäckigen Rändern wird oft ein Schuss Essig im Wasser empfohlen; probieren Sie das zuerst an einer verdeckten Stelle und wischen Sie mit klarem Wasser nach. Nach dem Trocknen braucht das Leder Creme, weil Wasser und Salz ihm Fett entzogen haben.

Wie oft pflegen – und wie aufbewahren

  • Nach jedem Tragen: Schuhspanner hinein, Staub kurz abbürsten.
  • Ein Tag Pause: Leder nimmt über den Tag Fußfeuchtigkeit auf und braucht Zeit, um sie wieder abzugeben. Wer zwei Paar im Wechsel trägt, hat von beiden deutlich länger etwas.
  • Cremen: bei regelmäßig getragenen Schuhen etwa alle paar Wochen, im Winter und nach Regen öfter. Ein Zeichen ist stumpfes, helleres Leder in den Gehfalten.
  • Vor der nassen Jahreszeit: zusätzlich schützen, siehe Schuhe imprägnieren.
  • Lagern: sauber, gecremt, auf Spannern und luftig. Plastiktüten und feuchte Keller führen zu Schimmel; ein Stoffbeutel oder der offene Karton sind besser.

Schuhspanner aus Zedernholz sind die sinnvollste Anschaffung für Lederschuhe: Das unbehandelte Holz nimmt Feuchtigkeit auf, und die Spannung zieht die Gehfalten glatt, in denen das Leder sonst zuerst bricht. Spanner aus Kunststoff halten die Form, trocknen aber nicht.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man Lederschuhe eincremen?

Das hängt vom Tragen ab. Als Richtwert gilt alle paar Wochen bei Schuhen, die regelmäßig getragen werden, und immer nach Nässe. Sieht das Leder stumpf und trocken aus, ist es so weit.

Kann man Lederschuhe mit Hausmitteln wie Bodylotion oder Olivenöl pflegen?

Besser nicht. Speiseöle können ranzig werden und hinterlassen dunkle Flecken; Hautcremes enthalten Wasser, Duftstoffe und Zusätze, die nicht für Leder gedacht sind. Eine Dose Schuhcreme reicht lange und ist auf Leder abgestimmt.

Was tun gegen Gehfalten?

Verhindern lassen sie sich nicht, nur mildern: Schuhspanner nach jedem Tragen, regelmäßig cremen und auf die passende Schuhgröße achten. Zu große Schuhe werfen tiefere Falten.

Muss man neue Lederschuhe vor dem ersten Tragen pflegen?

Es schadet nicht. Schuhe stehen oft lange im Lager, und das Leder kann trocken sein. Eine dünne Schicht Creme und, je nach Jahreszeit, eine Imprägnierung sind ein guter Start.

Können Lederschuhe in die Waschmaschine?

Nein. Wasser, Waschmittel und Bewegung waschen Fett und Gerbstoffe aus, das Leder wird hart und verformt sich. Welche Schuhe die Maschine vertragen, steht unter Schuhe in der Waschmaschine waschen.