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Kräuter trocknen: an der Luft, im Backofen und im Dörrgerät

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Kräuterbündel hängen kopfüber an einer Leine vor einer Holzwand
Kopfüber, luftig und im Schatten trocknen Kräuter am schonendsten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Kräuter sich trocknen lassen
  2. Der richtige Zeitpunkt für die Ernte
  3. An der Luft trocknen: Bündel kopfüber
  4. Im Backofen trocknen
  5. Im Dörrgerät trocknen
  6. Woran Sie erkennen, dass die Kräuter fertig sind
  7. Abrebeln und lagern
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Kräuter trocknen ist die einfachste Art, die Ernte aus Garten oder Balkonkasten haltbar zu machen: Kleine Bündel hängen ein bis zwei Wochen kopfüber an einem dunklen, luftigen Platz, schneller geht es im Backofen oder Dörrgerät bei höchstens etwa 40 °C. Das funktioniert allerdings nicht mit jedem Kraut gleich gut. Holzige Mittelmeerkräuter gewinnen beim Trocknen, weiche Küchenkräuter verlieren fast alles.

Welche Kräuter sich trocknen lassen

KrautTrocknen?Hinweis
Thymian, Rosmarinsehr gutganze Zweige bündeln, Blätter später abrebeln
Oregano, Majoran, Bohnenkrautsehr gutOregano schmeckt getrocknet oft kräftiger als frisch
Salbei, Lorbeergutgroße Blätter, trocknen etwas langsamer
Minze, Zitronenmelissegut für Teezügig und dunkel trocknen, sonst werden die Blätter braun
Liebstöckel, DillmäßigAroma lässt deutlich nach; Dill besser einfrieren
Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Koriander, Kerbelkaumschmecken getrocknet nach Heu – besser einfrieren

Der Grund liegt im Blatt: Holzige Kräuter haben feste, ledrige Blätter, in denen die ätherischen Öle gut geschützt sitzen. Weiche Kräuter bestehen überwiegend aus Wasser, und ihr feines Aroma verfliegt beim Trocknen mit. Für sie ist das Gefrierfach der bessere Ort; wie das geht, steht unter Basilikum einfrieren und Petersilie einfrieren. Wie frische Kräuter im Kühlschrank und im Wasserglas länger halten, lesen Sie unter Kräuter frisch halten.

Der richtige Zeitpunkt für die Ernte

Ernten Sie an einem trockenen Tag am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Nasse Kräuter trocknen langsam und schimmeln leicht. Viele Kräuter schmecken am kräftigsten kurz vor der Blüte. Schneiden Sie ganze Triebe und sortieren Sie gelbe, fleckige und angefressene Blätter aus.

Waschen Sie die Kräuter nur, wenn sie wirklich schmutzig sind. Meist genügt es, sie auszuschütteln. Gewaschene Kräuter schleudern Sie trocken oder tupfen sie gründlich mit Küchenpapier ab und lassen sie noch eine Weile ausgebreitet liegen, bevor Sie sie bündeln.

An der Luft trocknen: Bündel kopfüber

Das ist die schonendste Methode und kostet nichts.

  1. Bündeln. Je etwa fünf bis zehn Stiele zu einem lockeren Strauß zusammenfassen. Dicke Bündel trocknen innen nicht und schimmeln.
  2. Binden. Die Stielenden mit Küchengarn oder einem Gummiband umwickeln. Ein Gummiband zieht sich mit, wenn die Stiele beim Trocknen dünner werden; Garn müssen Sie nachziehen.
  3. Aufhängen. Die Bündel kopfüber aufhängen, mit Abstand zueinander und zur Wand, damit rundum Luft herankommt.
  4. Warten. Nach etwa ein bis zwei Wochen sind die meisten Kräuter trocken, in feuchter Luft dauert es länger.

Der Platz entscheidet über das Ergebnis: dunkel oder schattig, luftig, trocken und warm, etwa 20 bis 30 °C. Geeignet sind ein Dachboden, ein luftiger Abstellraum oder ein überdachter, schattiger Platz im Freien. Ungeeignet sind die pralle Sonne, die Farbe und Aroma ausbleicht, sowie Küche und Bad, wo Kochdunst und feuchte Luft die Kräuter muffig werden lassen. Einzelne Blätter, etwa Salbei oder Lorbeer, und Blüten trocknen Sie ausgebreitet auf einem Gitter, einem mit Gaze bespannten Rahmen oder einem sauberen Tuch und wenden sie alle ein, zwei Tage.

Im Backofen trocknen

Der Backofen hilft, wenn es schnell gehen muss oder kein geeigneter Platz da ist.

  1. Auslegen. Die Kräuter in einer Lage auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen; sie sollen nicht übereinanderliegen.
  2. Niedrig einstellen. Den Ofen auf die niedrigste Stufe stellen, möglichst nicht über etwa 40 °C. Umluft ist günstig, weil sie die Feuchtigkeit wegträgt.
  3. Tür offen halten. Einen Kochlöffel in die Tür klemmen, damit der Dampf entweicht. Bei geschlossener Tür dünsten die Kräuter.
  4. Kontrollieren. Nach etwa zwei bis vier Stunden sind die meisten Kräuter trocken. Zwischendurch wenden und prüfen.

Die Schwäche der Methode: Viele Backöfen lassen sich erst ab 50 °C einstellen und halten niedrige Temperaturen ungenau. Wird es zu warm, verfliegen die ätherischen Öle, und die Kräuter riechen nach dem Trocknen kaum noch. Dazu läuft der Ofen stundenlang bei offener Tür. Für eine Handvoll Thymian ist die Luft die bessere Wahl.

Im Dörrgerät trocknen

Ein Dörrgerät hält niedrige Temperaturen zuverlässiger als ein Backofen und bläst die feuchte Luft ständig ab. Stellen Sie etwa 35 bis 40 °C ein, legen Sie die Kräuter locker auf die Siebe und rechnen Sie je nach Kraut und Gerät mit einigen Stunden. Die Angaben in der Anleitung Ihres Geräts gehen vor. Feine Blättchen fallen leicht durch die Gitter; ein Stück Backpapier oder eine feinmaschige Einlage hilft. Die Anschaffung lohnt sich, wenn Sie auch Obst, Tomaten oder Pilze trocknen wollen; ein Beispiel für die Geräteart zeigt unser Beitrag zum Infrarot-Dörrautomaten.

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Von der Mikrowelle raten wir ab: Die Kräuter werden ungleichmäßig heiß, verbrennen stellenweise, und trockenes Pflanzenmaterial kann sich darin entzünden.

Woran Sie erkennen, dass die Kräuter fertig sind

Trockene Blätter rascheln, wenn Sie mit der Hand durch das Bündel fahren, und zerbröseln zwischen den Fingern. Die Stiele brechen mit einem Knacken, statt sich zu biegen. Fühlt sich etwas noch weich oder ledrig an, trocknen Sie weiter. Restfeuchte ist der häufigste Grund dafür, dass Kräuter im Glas schimmeln. Im Backofen oder Dörrgerät getrocknete Kräuter lassen Sie erst ganz auskühlen, bevor Sie sie abfüllen, sonst bildet sich im Glas Kondenswasser.

Abrebeln und lagern

Streifen Sie die Blätter mit den Fingern gegen die Wuchsrichtung von den Stielen. Lassen Sie sie möglichst ganz und zerreiben Sie sie erst beim Kochen: Je kleiner die Stücke, desto schneller verfliegt das Aroma.

Zum Aufbewahren eignen sich Schraubgläser oder gut schließende Dosen. Stellen Sie sie in einen Schrank, nicht ins offene Regal über dem Herd, denn Licht, Wärme und Kochdunst setzen getrockneten Kräutern am meisten zu. Braunglas oder Blechdosen schützen zusätzlich vor Licht. Beschriften Sie die Gefäße mit Sorte und Datum. Sehen Sie in den ersten Tagen nach, ob das Glas von innen beschlägt; dann waren die Kräuter noch nicht trocken und müssen noch einmal nachtrocknen.

Gut getrocknete Kräuter halten sich lange, das Aroma lässt aber nach etwa einem Jahr deutlich nach. Riechen sie muffig, sind sie klumpig oder zeigen sie Schimmel, werfen Sie sie weg. Offene Tüten und schlecht schließende Dosen locken außerdem Vorratsschädlinge an; was dagegen hilft, steht unter Lebensmittelmotten.

Typische Fehler

  • In der Sonne trocknen. Es geht schneller, aber Farbe und Aroma leiden sichtbar.
  • Zu dicke Bündel. Innen bleibt es feucht, und die Stiele schimmeln.
  • Zu heiß trocknen. Über etwa 40 °C gehen die ätherischen Öle verloren.
  • Zu früh abfüllen. Restfeuchte oder Restwärme führen zu Schimmel im Glas.
  • Über dem Herd lagern. Dort ist es warm, hell und feucht – alles, was Kräuter nicht mögen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, Kräuter an der Luft zu trocknen?

Meist ein bis zwei Wochen, abhängig von Kraut, Bündelgröße und Luftfeuchtigkeit. Thymian und Oregano sind schneller fertig als Salbei mit seinen dicken Blättern.

Bei wie viel Grad trocknet man Kräuter im Backofen?

Bei möglichst nicht mehr als etwa 40 °C und mit einem Spalt offener Tür. Lässt sich Ihr Ofen erst ab 50 °C einstellen, öffnen Sie die Tür etwas weiter und kontrollieren öfter.

Kann man Basilikum trocknen?

Es geht, schmeckt aber enttäuschend: Getrocknetes Basilikum verliert den größten Teil seines Aromas. Einfrieren oder als Pesto verarbeiten ist die bessere Lösung.

Muss man Kräuter vor dem Trocknen waschen?

Nur wenn sie sichtbar schmutzig oder sandig sind. Dann kurz abbrausen und sehr gründlich trocknen. Jedes zusätzliche Wasser verlängert die Trockenzeit und erhöht die Schimmelgefahr.

Wie lange sind getrocknete Kräuter haltbar?

Dunkel, trocken und luftdicht gelagert etwa ein Jahr mit gutem Aroma. Danach sind sie nicht verdorben, würzen aber immer schwächer. Der Riechtest genügt: Duftet es beim Zerreiben kaum noch, ist es Zeit für Nachschub.