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Frische Kräuter länger frisch halten

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Bund frische Petersilie in einem Wasserglas vor hellem Hintergrund
Petersilie hält sich wie ein Blumenstrauß im Wasserglas am längsten frisch
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Kräuter so schnell schlappmachen
  2. Die Übersicht: welches Kraut wohin
  3. Weiche Kräuter: der Strauß im Wasserglas
  4. Basilikum gehört nicht in den Kühlschrank
  5. Holzige Kräuter: feuchtes Tuch und Gemüsefach
  6. Kräuter einfrieren
  7. Kräuter trocknen
  8. Topfkräuter aus dem Supermarkt am Leben halten
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Frische Kräuter halten sich je nach Sorte unterschiedlich: Weiche Kräuter wie Petersilie, Koriander oder Minze stellen Sie wie einen Blumenstrauß ins Wasserglas, holzige wie Rosmarin und Thymian wickeln Sie in feuchtes Küchenpapier und legen sie ins Gemüsefach. Basilikum bleibt ganz aus dem Kühlschrank, weil es bei Kälte schwarze Blätter bekommt. So halten die meisten Kräuter statt zwei, drei Tagen eine Woche oder länger.

Warum Kräuter so schnell schlappmachen

Geschnittene Kräuter verlieren über ihre dünnen Blätter ständig Wasser, bekommen aber keines mehr nach. Sie welken, und welke Blätter faulen schnell, sobald sie in einer feuchten Tüte liegen. Die Kunst besteht darin, beides zu vermeiden: Die Kräuter sollen Wasser bekommen oder in feuchter Luft liegen, dürfen aber nicht nass und luftdicht eingesperrt sein. Dazu kommt die Temperatur. Die meisten Kräuter mögen es kühl, einige aus warmen Regionen vertragen Kälte jedoch schlecht.

Die Übersicht: welches Kraut wohin

KrautBeste LagerungHält etwa
Petersilie, Korianderim Wasserglas, locker mit einem Beutel abgedeckt, im Kühlschrank oder kühl in der Küche1–2 Wochen
Minze, Zitronenmelisseim Wasserglas bei Raumtemperatur oder im Kühlschranketwa 1 Woche
Basilikumim Wasserglas bei Raumtemperatur, nicht in der Sonneeinige Tage bis 1 Woche
Dill, Schnittlauch, Kerbelin feuchtem Küchenpapier in einer Dose im Kühlschrankeinige Tage bis 1 Woche
Rosmarin, Thymian, Salbei, Oreganoin leicht feuchtem Küchenpapier in einer Dose im Gemüsefach1–2 Wochen, oft länger

Die Zeiten sind grobe Richtwerte. Wie lange Kräuter wirklich halten, hängt stark davon ab, wie frisch sie beim Kauf waren.

Weiche Kräuter: der Strauß im Wasserglas

Petersilie und Koriander halten sich am längsten, wenn Sie sie behandeln wie Schnittblumen.

  1. Durchsehen. Gummiband entfernen, welke und gelbe Blätter auszupfen.
  2. Anschneiden. Die Stiele unten um etwa einen Zentimeter frisch abschneiden, damit sie wieder Wasser ziehen.
  3. Ins Glas stellen. Ein Glas oder eine kleine Vase etwa drei Finger hoch mit kaltem Wasser füllen. Die Blätter sollen nicht im Wasser stehen, sonst faulen sie.
  4. Locker abdecken. Einen Gefrierbeutel oder eine Brottüte locker über die Blätter stülpen. Das hält die Luft feucht, ohne die Kräuter einzusperren.
  5. Kühl stellen. Petersilie und Koriander in die Kühlschranktür oder an einen kühlen Platz, Basilikum und Minze gern auf die Arbeitsplatte, aber nicht in die Sonne.
  6. Wasser wechseln. Alle zwei Tage frisches Wasser einfüllen, bei trübem Wasser sofort.

Auf die gleiche Weise lassen sich leicht welke Kräuter oft retten: Stiele anschneiden, eine halbe Stunde in kaltes Wasser stellen, und die Blätter richten sich meist wieder auf.

Basilikum gehört nicht in den Kühlschrank

Basilikum stammt aus warmen Regionen und ist kälteempfindlich. Im Kühlschrank bekommen die Blätter schon nach kurzer Zeit dunkle, fast schwarze Flecken und werden matschig. Das ist ein Kälteschaden, kein Schimmel, schmeckt aber nicht mehr. Geschnittenes Basilikum stellen Sie deshalb ins Wasserglas bei Raumtemperatur, an einen hellen Platz ohne direkte Sonne und ohne Zugluft. Auch ein Basilikumtopf gehört nicht auf die kalte Fensterbank im Winter oder direkt über die Heizung.

Holzige Kräuter: feuchtes Tuch und Gemüsefach

Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Majoran haben feste Stängel und ledrigere Blätter. Sie verdunsten weniger Wasser und fühlen sich im Kühlschrank wohl.

  1. Trocken tupfen. Nasse Kräuter vorher trocken tupfen; stehendes Wasser zwischen den Blättern lässt sie faulen.
  2. Einwickeln. Die Zweige locker in ein leicht angefeuchtetes Küchenpapier oder Geschirrtuch einschlagen. Es soll feucht sein, nicht tropfen.
  3. In eine Dose legen. Eine Frischhaltedose oder ein Gefrierbeutel mit etwas Luft genügt.
  4. Ins Gemüsefach. Dort ist es kühl, aber nicht so kalt wie auf der hinteren Glasplatte. Wo im Kühlschrank es wie kalt ist, steht unter Kühlschrank richtig einräumen.

Dill, Schnittlauch und Kerbel sind zwar weich, halten sich auf diese Weise aber ebenfalls gut. Schnittlauch können Sie auch mit den Enden ins Wasserglas stellen. Eine Kräuterbox mit Wassereinsatz ist bequem, aber nicht nötig.

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Kräuter einfrieren

Einfrieren ist die beste Methode, wenn von einem großen Bund mehr übrig bleibt, als Sie in einer Woche brauchen. Das Aroma bleibt weitgehend erhalten, die Blätter werden beim Auftauen aber weich. Eingefrorene Kräuter eignen sich deshalb zum Kochen, für Soßen, Suppen und Dips, nicht als Garnitur.

  • Gehackt im Beutel: Petersilie, Schnittlauch und Dill waschen, gut trocknen, hacken und flach in einem Gefrierbeutel einfrieren. Später brechen Sie einfach die benötigte Menge ab.
  • Als Kräuterwürfel: Gehackte Kräuter in eine Eiswürfelform füllen und mit Wasser oder Olivenöl auffüllen. Die gefrorenen Würfel kommen dann in einen Beutel. Mit Öl eignen sie sich zum Anbraten, mit Wasser für Suppen.
  • Basilikum wird beim Einfrieren dunkel. Besser gelingt es als Pesto oder mit Öl püriert in der Eiswürfelform.
  • Rosmarin und Thymian lassen sich als ganze Zweige einfrieren und gefroren abrebeln.

Beschriften Sie Beutel und Dosen mit Inhalt und Datum; nach sechs bis zwölf Monaten verlieren Kräuter merklich an Aroma. Allgemeine Regeln zum Einfrieren und zum Schutz vor Gefrierbrand finden Sie unter Lebensmittel einfrieren.

Frische Kräuter in Öl gehören nicht bei Raumtemperatur in den Vorratsschrank. In der sauerstoffarmen Umgebung können sich Keime vermehren, die man weder riecht noch sieht. Kräuteröl aus frischen Kräutern bewahren Sie im Kühlschrank auf und verbrauchen es innerhalb weniger Tage, oder Sie frieren es ein.

Kräuter trocknen

Trocknen eignet sich vor allem für holzige Kräuter, die dabei wenig Aroma verlieren oder es sogar konzentrieren: Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Salbei und Bohnenkraut. Weiche Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Schnittlauch oder Koriander schmecken getrocknet deutlich flacher; die frieren Sie besser ein.

Am einfachsten binden Sie kleine Sträuße und hängen sie kopfüber an einen warmen, luftigen und schattigen Ort. In der prallen Sonne bleichen die Blätter aus und verlieren Aroma. Nach ein bis zwei Wochen rascheln die Blätter und lassen sich zwischen den Fingern zerbröseln. Schneller geht es im Backofen bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Tür oder in einem Dörrautomaten; mehr als etwa 40 °C sollten es nicht sein, sonst verfliegen die ätherischen Öle. Getrocknete Kräuter lagern Sie luftdicht und dunkel, am besten als ganze Blätter, und zerreiben sie erst beim Kochen.

Topfkräuter aus dem Supermarkt am Leben halten

Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch im Topf gehen zu Hause oft nach einer Woche ein. Das liegt selten an Ihnen: In den kleinen Töpfen wachsen Dutzende Pflänzchen dicht an dicht, damit sie im Laden üppig aussehen. Sie konkurrieren um Wasser und Licht, der Ballen ist bald durchwurzelt, und in der Mitte faulen die Stiele.

  1. Teilen. Den Ballen aus dem Topf nehmen und vorsichtig in drei oder vier Stücke teilen, bei Basilikum ruhig mit einem Messer.
  2. Umtopfen. Jedes Stück in einen eigenen, größeren Topf mit Kräutererde setzen, der unten ein Abzugsloch hat.
  3. Richtig gießen. Lieber von unten über den Untersetzer und erst, wenn die Erde oben angetrocknet ist. Überschüssiges Wasser nach einer Viertelstunde ausgießen, denn Staunässe lässt die Wurzeln faulen.
  4. Hell stellen. Ein helles Fensterbrett, im Sommer auch Balkon oder Terrasse. Basilikum erst ins Freie, wenn die Nächte warm bleiben.
  5. Richtig ernten. Nicht einzelne Blätter abzupfen, sondern Triebspitzen knapp über einem Blattpaar abschneiden. Dann verzweigt sich die Pflanze und wird buschig.

So vorbereitet halten Topfkräuter oft den ganzen Sommer. Zum Abschneiden genügt eine Küchenschere; wer viel Kräuter hackt, freut sich über eine Kräuterschere mit mehreren Klingen.

Typische Fehler

  • Kräuter nass in die Tüte legen. Feuchtigkeit plus Wärme plus wenig Luft ist das perfekte Klima für Fäulnis.
  • Blätter im Wasser stehen lassen. Nur die Stiele gehören ins Glas.
  • Kräuter neben Äpfel und Tomaten legen. Das Reifegas Ethylen lässt sie schneller gelb werden; mehr dazu unter Obst und Gemüse richtig lagern.

Häufige Fragen

Wie lange hält sich frische Petersilie?

Im Wasserglas, locker mit einem Beutel abgedeckt und kühl gestellt, hält Petersilie oft ein bis zwei Wochen. Einfach im Plastikbeutel im Kühlschrank sind es meist nur wenige Tage, bevor sie welkt oder fault.

Warum wird Basilikum im Kühlschrank schwarz?

Basilikum verträgt keine Kälte. Bei Kühlschranktemperatur werden die Zellen der Blätter geschädigt und färben sich dunkel. Stellen Sie geschnittenes Basilikum ins Wasserglas bei Raumtemperatur.

Muss man Kräuter vor dem Einfrieren waschen?

Ja, wenn sie sandig oder erdig sind, denn nach dem Auftauen lassen sie sich nicht mehr gut waschen. Danach gründlich trocken schleudern oder tupfen, sonst frieren sie zu einem Klumpen zusammen.

Was ist besser, Kräuter trocknen oder einfrieren?

Für Rosmarin, Thymian und Oregano ist Trocknen gut geeignet, für Petersilie, Schnittlauch, Dill und Basilikum das Einfrieren. Weiche Kräuter verlieren beim Trocknen den größten Teil ihres Aromas.