Matratze reinigen: absaugen, auffrischen, richtig lüften

Inhalt9 Abschnitte
- Warum weniger Wasser mehr ist
- Der Bezug: waschen, wenn es erlaubt ist
- Was Sie brauchen
- Schritt für Schritt: Matratze gründlich reinigen
- Dampfreiniger, Bügeleisen und Geräte
- Lüften, wenden, drehen: je nach Matratzentyp
- Allergie, Milben und Bettwanzen
- Schutz: der einfachste Weg zur sauberen Matratze
- Häufige Fragen
Eine Matratze reinigen Sie am besten trocken und mit wenig Feuchtigkeit: Bezug abnehmen und waschen, sofern das Etikett es erlaubt, den Kern gründlich absaugen, leichte Gerüche mit Natron binden und alles gut auslüften lassen. Nasse Methoden wie Einsprühen, Einschäumen oder Dampf bergen das größte Risiko, denn eine Matratze trocknet von innen nur sehr langsam. Einzelne Flecken durch Urin, Blut oder Schweiß behandeln Sie gezielt; die Anleitung dazu steht unter Flecken aus der Matratze entfernen.
Warum weniger Wasser mehr ist
Kaltschaum, Viscoschaum und Latex saugen Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf, Federkernmatratzen haben Polsterlagen aus Vlies und Schaum. Was einmal tief eingedrungen ist, bleibt dort tagelang. In dieser feuchten, warmen Umgebung wachsen Schimmelpilze und Bakterien, und es entstehen Stockflecken und muffiger Geruch, den Sie nicht mehr herausbekommen. Deshalb nie durchnässen, auch nicht mit guten Absichten.
Der Bezug: waschen, wenn es erlaubt ist
Viele Matratzen haben einen abnehmbaren Bezug mit Reißverschluss. Ob er in die Waschmaschine darf, steht auf dem Etikett am Bezug, nicht am Reißverschluss; manche Reißverschlüsse sind nur für die Montage gedacht. Häufig erlauben Hersteller 40 oder 60 °C. Waschen Sie mit Feinwaschmittel, ohne Weichspüler, und lassen Sie den Bezug an der Luft trocknen; in den Trockner nur, wenn das Etikett es ausdrücklich erlaubt, sonst läuft er ein. Große Bezüge passen oft nur in eine Maschine mit 7 kg oder mehr; der Bezug braucht Platz, damit er sauber wird.
Den Bezug ziehen Sie leicht feucht wieder auf, dann gelingt es leichter. Ist er nicht abnehmbar, reinigen Sie die Oberfläche wie unten beschrieben.
Was Sie brauchen
- Staubsauger mit Polsterdüse, möglichst mit gutem Filter
- Natron
- ein Sieb oder einen Streuer
- ein helles Mikrofasertuch und lauwarmes Wasser mit wenig Feinwaschmittel
- für Flecken gegebenenfalls einen Enzymreiniger
- Sonne oder ein gut belüfteter Raum
Schritt für Schritt: Matratze gründlich reinigen
- Abziehen. Bettwäsche und Matratzenschoner abnehmen und waschen, den Bezug abnehmen, wenn möglich.
- Absaugen. Beide Seiten und die Kanten langsam in Bahnen absaugen, besonders die Nähte und Vertiefungen. Das entfernt Hautschuppen, Staub und einen Teil der Milbenallergene.
- Flecken punktuell behandeln. Nur die betroffene Stelle mit einem gut ausgewrungenen Tuch betupfen, nicht einweichen.
- Natron einstreuen. Eine dünne Schicht durch ein Sieb auf die trockene Matratze streuen.
- Einwirken lassen. Einige Stunden, gern tagsüber bei offenem Fenster.
- Erneut absaugen. Gründlich, bis kein Pulver mehr sichtbar ist.
- Auslüften. Die Matratze so stehen lassen, dass Luft an beide Seiten kommt, bevor Sie das Bett wieder beziehen.
Natron ist ein Geruchsbinder, kein Wundermittel. Gegen leichten Schweißgeruch oder muffige Luft hilft es gut, gegen alten Urin in der Tiefe nur wenig. Die Mischung aus Natron und Essig schäumt beeindruckend, neutralisiert sich aber gegenseitig und bringt zusätzliche Feuchte in die Matratze.
Dampfreiniger, Bügeleisen und Geräte
Der Tipp mit dem Dampfbügeleisen hält sich hartnäckig. Heißer Dampf tötet an der Oberfläche Milben ab, bringt aber genau das, was die Matratze nicht verträgt: Feuchtigkeit. Wenn Sie es trotzdem tun, dann nur kurz, zügig und über die Oberfläche, danach ausgiebig trocknen lassen. Viscoschaum reagiert auf Hitze empfindlich; schauen Sie in die Herstellerangaben.
Spezielle Milbensauger arbeiten mit UV-Licht, Klopfen und Saugen. Was sie leisten und was nicht, erklärt der Beitrag Matratzenreiniger. Ein Waschsauger aus dem Verleih ist für Matratzen nur begrenzt geeignet, weil er trotz Absaugung Feuchtigkeit hinterlässt. Professionelle Matratzenreinigung gibt es als Dienstleistung; bei alten, stark verschmutzten Matratzen ist eine neue aber oft die bessere Lösung.
Lüften, wenden, drehen: je nach Matratzentyp
Ein Mensch gibt nachts Feuchtigkeit ab, die zum Teil in der Matratze landet. Schlagen Sie morgens die Decke zurück und lüften Sie das Schlafzimmer, bevor Sie das Bett machen. Ein Lattenrost oder ein luftiger Bettrahmen sorgt dafür, dass die Unterseite trocknen kann; Matratzen direkt auf dem Boden oder auf einer geschlossenen Platte werden auf der Unterseite leicht stockig.
- Zwei Liegeseiten (viele Kaltschaum- und Federkernmatratzen): alle zwei bis drei Monate wenden und drehen, also oben und unten sowie Kopf- und Fußende tauschen.
- Eine Liegeseite (Matratzen mit Viscoauflage, viele Boxspring-Obermatratzen): nur drehen, Kopf- und Fußende tauschen.
- Latex: schwer und formstabil, trotzdem regelmäßig drehen und gut unterlüften.
- Futon: regelmäßig aufrollen oder aufstellen und lüften, weil die Baumwollfüllung Feuchtigkeit hält.
Was Ihre Matratze verlangt, steht in der Pflegeanleitung. Eine Matratze darf auch einmal draußen auslüften, im Schatten und bei trockenem Wetter. Pralle Sonne ist für Schaum nicht ideal, weil UV-Licht ihn mit der Zeit vergilben lässt; eine Wirkung gegen Milben hat ein kurzes Sonnenbad ohnehin kaum.
Allergie, Milben und Bettwanzen
Hausstaubmilben lassen sich mit Absaugen allein nicht beseitigen. Wirksamer sind milbendichte Bezüge, sogenannte Encasings, das Waschen der Bettwäsche bei 60 °C und eine niedrige Luftfeuchte. Alles Weitere steht unter Hausstaubmilben reduzieren. Finden Sie kleine dunkle Punkte an den Nähten oder juckende Stiche in Reihen, kann es sich um Bettwanzen handeln; dann hilft keine Reinigung, sondern ein Schädlingsbekämpfer.
Schutz: der einfachste Weg zur sauberen Matratze
Ein waschbarer Matratzenschoner zwischen Laken und Matratze fängt Schweiß und Hautschuppen ab und lässt sich mit der Bettwäsche waschen. Für Kinderbetten, Pflegebetten oder bei Haustieren im Bett gibt es wasserdichte Auflagen; einen Überblick bietet der Beitrag Inkontinenzauflagen. Ein waschbarer Matratzenschoner kostet meist weniger als eine einzige professionelle Reinigung.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man eine Matratze reinigen?
Den Bezug je nach Herstellerangabe zwei- bis viermal im Jahr waschen, die Matratze bei jedem Bettwäschewechsel kurz lüften und einmal im Monat absaugen. Mit Schoner reicht eine Grundreinigung seltener.
Kann ich eine Matratze mit Chlor oder Javel reinigen?
Nein. Chlor bleicht den Bezug fleckig, greift Schaum und Fasern an und hinterlässt Geruch. Zudem entsteht in Verbindung mit Säuren giftiges Chlorgas.
Was tun, wenn die Matratze doch nass geworden ist?
Sofort so viel Flüssigkeit wie möglich mit Tüchern herausdrücken, die Matratze hochkant stellen und mit Ventilator und offenem Fenster trocknen. Riecht sie nach Tagen noch muffig oder zeigen sich Flecken, ist der Kern wahrscheinlich befallen.
Wie reinige ich eine alte, gebrauchte Matratze?
Genauso gründlich absaugen und lüften, den Bezug waschen, soweit erlaubt, und Gerüche mit Natron binden. Bei gebrauchten Matratzen unbekannter Herkunft lohnt ein genauer Blick auf die Nähte, ob sich Anzeichen von Bettwanzen oder Stockflecken finden. Sind Schimmel oder Wanzen im Spiel, ist eine Reinigung zwecklos.
Wann ist eine Matratze reif für den Austausch?
Eine oft genannte Faustregel sind acht bis zehn Jahre. Deutliche Kuhlen, Rückenschmerzen nach dem Aufstehen, Stockflecken oder Geruch, der nicht mehr weggeht, sind klarere Zeichen als das Alter.



