Kartoffeln kochen: wie lange Salz- und Pellkartoffeln brauchen

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Kartoffeln kochen, wie lange? Geschälte und halbierte Salzkartoffeln brauchen ab dem Aufkochen etwa 15–20 Minuten, mittelgroße Pellkartoffeln etwa 20–25 Minuten, große auch eine halbe Stunde und mehr. Entscheidend ist nicht die Sorte, sondern die Größe der Stücke. Deshalb ist die Garprobe mit dem Messer zuverlässiger als jede Uhr.
Garzeiten in der Übersicht
Die Zeiten gelten ab dem Moment, in dem das Wasser kocht, bei leise kochendem Wasser und geschlossenem Deckel.
| Kartoffeln | Garzeit etwa | Hinweis |
| Salzkartoffeln, geschält, geviertelt | 12–15 Minuten | für Püree oder wenn es schnell gehen soll |
| Salzkartoffeln, geschält, halbiert | 15–20 Minuten | der Normalfall |
| Salzkartoffeln, geschält, ganz, mittelgroß | 20–25 Minuten | laugen weniger aus als kleine Stücke |
| Pellkartoffeln, klein (Drillinge) | 15–20 Minuten | ideal für Salat und Ofen |
| Pellkartoffeln, mittelgroß | 20–25 Minuten | etwa so groß wie ein Hühnerei |
| Pellkartoffeln, groß | 30–35 Minuten | sehr große Knollen besser halbieren |
| Im Schnellkochtopf, mittelgroß | etwa 8–12 Minuten | nach Erreichen des Drucks; Herstellerangaben beachten |
Es sind Richtwerte. Mehligkochende Sorten sind bei gleicher Größe meist etwas früher weich als festkochende, und sehr frische Frühkartoffeln garen schneller als Lagerware.
Festkochend, vorwiegend festkochend, mehlig
Auf jedem Kartoffelnetz steht der Kochtyp. Er sagt, wie sich die Knolle im Topf verhält.
- Festkochend: bleibt schnittfest und platzt kaum auf. Für Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Pellkartoffeln und Gratin.
- Vorwiegend festkochend: der Allrounder. Für Salzkartoffeln, Pellkartoffeln und Suppen; springt beim Kochen nur leicht auf.
- Mehligkochend: wird locker und zerfällt leicht. Für Püree, Klöße, Gnocchi und sämige Eintöpfe – als Salzkartoffel nur, wenn Sie es weich und trocken mögen.
Mit dem falschen Typ wird kein Gericht ungenießbar, aber ein Salat aus mehligen Kartoffeln zerfällt, und Püree aus festkochenden wird zäh.
Salzkartoffeln kochen: Schritt für Schritt
- Schälen und prüfen. Kartoffeln waschen, schälen und Augen, Keimansätze und grüne Stellen großzügig herausschneiden.
- Gleich groß schneiden. Große Knollen halbieren oder vierteln, kleine ganz lassen. Gleich große Stücke werden gleichzeitig gar.
- Kalt aufsetzen. Die Stücke in einen Topf geben und mit kaltem Wasser knapp bedecken. So erwärmen sie sich von außen nach innen gleichmäßig; in kochendes Wasser geworfen, sind sie außen weich, bevor der Kern gar ist.
- Salzen. Etwa einen gestrichenen Teelöffel Salz je Liter Wasser zugeben.
- Aufkochen und herunterschalten. Mit Deckel zum Kochen bringen, dann die Hitze so weit zurücknehmen, dass das Wasser nur noch leise kocht.
- Garprobe machen. Nach etwa 15 Minuten mit einem spitzen Messer in das dickste Stück stechen.
- Abgießen und abdämpfen. Das Wasser abgießen – weg vom Körper, der Dampf ist heiß – und den Topf ohne Deckel noch ein bis zwei Minuten auf die ausgeschaltete Platte stellen. Dabei verdampft das restliche Wasser, die Kartoffeln werden trocken und nehmen Butter oder Soße besser an.
Pellkartoffeln kochen
Pellkartoffeln werden mit Schale gegart und erst danach gepellt. Sie laugen weniger aus und behalten mehr Geschmack. Waschen Sie die Knollen gründlich, am besten mit einer Gemüsebürste, und suchen Sie möglichst gleich große aus. Dann wie Salzkartoffeln kalt aufsetzen, salzen und leise kochen lassen. Ein Teelöffel Kümmel im Wasser ist Tradition, kein Muss.
Nach dem Abgießen lassen Sie die Kartoffeln kurz ausdampfen. Abschrecken unter kaltem Wasser kühlt sie so weit ab, dass man sie anfassen kann; leichter pellen lassen sie sich aber vor allem, solange sie noch warm sind. Für Kartoffelsalat und Bratkartoffeln kochen Sie die Pellkartoffeln gern am Vortag und stellen sie abgekühlt in den Kühlschrank – ausgekühlt sind sie schnittfester.
Die Garprobe
Stechen Sie mit einem spitzen kleinen Messer in die dickste Kartoffel. Gleitet die Klinge ohne Widerstand bis zur Mitte und rutscht die Kartoffel beim Anheben von selbst wieder vom Messer, ist sie gar. Bleibt sie am Messer hängen, braucht sie noch einige Minuten. Eine Gabel eignet sich weniger: Sie reißt die Kartoffel auf, und durch die Löcher zieht Wasser ein.
Im Schnellkochtopf und mit wenig Wasser
Im Schnellkochtopf garen Kartoffeln im Dampf unter Druck und sind in etwa einem Drittel bis der Hälfte der Zeit fertig. Füllen Sie die vom Hersteller vorgeschriebene Mindestmenge Wasser ein, legen Sie die Kartoffeln in den Siebeinsatz und rechnen Sie für mittelgroße Pellkartoffeln mit etwa 8–12 Minuten, für geschälte Stücke mit etwas weniger. Die Garzeit beginnt, sobald der Druck erreicht ist. Öffnen Sie den Topf erst, wenn er vollständig drucklos ist, und halten Sie sich an die Tabelle in der Anleitung Ihres Modells.
Auch im normalen Topf muss es kein Wasserbad sein. Zwei bis drei Zentimeter Wasser und ein gut schließender Deckel genügen, die Kartoffeln garen dann im Dampf. Das spart Energie, verlangt aber, dass Sie zwischendurch nachsehen, ob noch Wasser im Topf ist. Sonst brennen die unteren Kartoffeln an – was dann zu tun ist, steht unter Topf angebrannt.
Grüne Stellen, Keime und das Kochwasser
Grüne Stellen, Keime und die „Augen“ der Kartoffel enthalten erhöhte Mengen Solanin und verwandter Stoffe. Sie werden durch Kochen nicht zerstört. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb, grüne Stellen und Augen großzügig zu entfernen und alte, eingetrocknete, stark grüne oder stark keimende Knollen gar nicht mehr zu essen. Ein Teil der Stoffe geht ins Wasser über: Gießen Sie das Kochwasser weg und verwenden Sie es nicht für Suppen oder Soßen. Schmeckt ein Kartoffelgericht bitter, essen Sie es nicht weiter.
Mit Schale sollten nach derselben Empfehlung nur frische, unverletzte Kartoffeln gegessen werden; kleine Kinder essen Kartoffeln besser geschält. Ausführlich behandelt das der Artikel Grüne Kartoffeln. Damit es gar nicht erst so weit kommt, lagern Sie Kartoffeln dunkel und kühl, siehe Kartoffeln lagern.
Typische Fehler
- Unterschiedlich große Stücke. Die kleinen zerfallen, während die großen noch hart sind.
- Zu stark gekocht. In wild sprudelndem Wasser stoßen die Kartoffeln aneinander und platzen außen auf, vor allem mehlige Sorten.
- Salz vergessen. Kartoffeln nehmen Salz während des Kochens auf. Nachträglich gesalzen schmecken sie nur außen.
- Im Wasser stehen gelassen. Gare Kartoffeln saugen sich voll und werden wässrig. Sofort abgießen und abdämpfen.
- Lange vorher geschält und gewässert. Geschälte Kartoffeln werden an der Luft braun; in Wasser gelegt bleiben sie hell, laugen über Stunden aber aus. Schälen Sie möglichst kurz vor dem Kochen.
Reste aufbewahren
Gekochte Kartoffeln lassen Sie zügig abkühlen und stellen sie abgedeckt in den Kühlschrank; dort halten sie sich zwei bis drei Tage. Lassen Sie sie nicht über Nacht im warmen Topf auf dem Herd stehen. Reste werden am nächsten Tag zu Bratkartoffeln, Salat oder Suppe und sollten beim Aufwärmen durch und durch heiß werden. Näheres unter Reste aufbewahren. Roh lassen sich Kartoffeln schlecht einfrieren, gekocht und verarbeitet schon; welche Formen funktionieren, lesen Sie unter Kartoffeln einfrieren.
Häufige Fragen
Wie lange brauchen Kartoffeln ab kochendem Wasser?
Geschälte, halbierte Kartoffeln etwa 15–20 Minuten, mittelgroße Pellkartoffeln etwa 20–25 Minuten. Große Knollen brauchen bis zu 35 Minuten. Machen Sie nach 15 Minuten die erste Garprobe.
Setzt man Kartoffeln in kaltem oder in kochendem Wasser auf?
In kaltem. Die Knollen erwärmen sich dann gleichmäßig und garen von außen bis zum Kern etwa gleich schnell. In kochendem Wasser wird die äußere Schicht weich und brüchig, bevor die Mitte gar ist.
Kocht man Kartoffeln mit oder ohne Deckel?
Mit Deckel. Das Wasser kocht schneller, Sie können die Hitze weit herunterschalten und sparen Energie. Lassen Sie einen kleinen Spalt, wenn der Topf zum Überkochen neigt.
Wie viele Kartoffeln rechnet man pro Person?
Als Beilage etwa 200–250 g ungeschälte Kartoffeln, das sind drei bis vier mittelgroße Knollen. Sind Kartoffeln das Hauptgericht, etwa bei Pellkartoffeln mit Quark, dürfen es 300–400 g sein.
Kann man Kartoffeln in der Mikrowelle garen?
Ja, für kleine Mengen. Gewaschene Kartoffeln mehrfach einstechen, mit einem Schuss Wasser in ein abgedecktes, mikrowellengeeignetes Gefäß geben und bei hoher Leistung garen, bis das Messer leicht hineingleitet; für zwei bis drei mittelgroße Knollen dauert das je nach Gerät etwa acht bis zehn Minuten.



