Jägerzaun entsorgen: imprägniertes Holz richtig loswerden

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Ein alter Jägerzaun ist kein gewöhnliches Holz. Die Latten und Pfosten sind gegen Fäulnis und Insekten behandelt, meist kesseldruckimprägniert oder mit Holzschutzmittel gestrichen. Deshalb gilt das Holz als belastetes Altholz, in der Regel der Klasse A IV, und muss getrennt am Wertstoffhof oder in einem passenden Container abgegeben werden. Verbrennen ist tabu, auch in kleinen Stücken.
Wohin gehört ein Jägerzaun?
| Teil | Richtiger Weg |
| Zaunfelder, Latten, Pfosten aus imprägniertem Holz | Wertstoffhof als belastetes Altholz (A IV), meist gegen Gebühr |
| Großer Zaun, viele Meter | Altholz-Container ausdrücklich für A IV |
| Zaunelemente über den Sperrmüll | nur, wenn die Kommune es ausdrücklich erlaubt |
| Pfostenschuhe, Einschlaghülsen, Beschläge, Tor-Scharniere | Altmetall |
| Betonfundamente | Bauschutt |
| Zaun gut erhalten | als Zaun weitergeben |
Wie Ihre Kommune imprägniertes Holz annimmt, ob es Mengengrenzen oder eine eigene Gebühr gibt, steht in der Abfallsatzung und auf der Seite des Abfallbetriebs. Hier steht der Regelfall in Deutschland.
Warum Jägerzaunholz belastet ist
Holz im Außenbereich soll Jahrzehnte halten. Damit es nicht fault, wird Zaunholz mit Holzschutzmitteln behandelt: entweder im Kesseldruckverfahren, bei dem das Mittel unter Druck tief ins Holz gepresst wird, oder durch Tauchen und Streichen. Die grünliche oder bräunliche Färbung vieler Jägerzäune stammt von diesen Mitteln. Bei älteren Zäunen wurden teils Wirkstoffe verwendet, die heute nicht mehr erlaubt sind.
Die Altholzverordnung ordnet Holz aus dem Garten- und Landschaftsbau, das mit Holzschutzmitteln behandelt wurde, im Regelfall der Klasse A IV zu, der höchsten Belastungsstufe. Manche Wertstoffhöfe sprechen zusammengefasst von „A III/A IV“ oder einfach von „belastetem Altholz“; gemeint ist dasselbe: getrennte Annahme, keine Verwertung als Spanplatte oder Brennholz, sondern Verbrennung in dafür zugelassenen Anlagen. Wie die vier Altholzklassen allgemein abgegrenzt werden, steht unter Holz entsorgen.
Auch wenn ein Zaun alt, grau und ausgewaschen aussieht: Die Schutzmittel stecken weiter im Holz. Für die Entsorgung zählt, wie das Holz behandelt wurde, nicht wie es heute aussieht.
Nicht verbrennen, nicht als Brennholz
Jägerzaun gehört nicht in den Kaminofen, nicht in den Grill, nicht in die Feuerschale und nicht auf das Osterfeuer. Beim Verbrennen von imprägniertem Holz entstehen Schadstoffe, die mit dem Rauch in die Nachbarschaft ziehen und sich in der Asche anreichern. In Kleinfeuerungsanlagen ist ohnehin nur naturbelassenes Holz als Brennstoff erlaubt. Ebenso wenig gehört das Holz als Beeteinfassung an Gemüsebeete oder zerkleinert als Mulch in den Garten.
So bauen Sie den Zaun ab und bereiten ihn vor
- Handschuhe tragen. Altes Zaunholz splittert, und Sie fassen ein behandeltes Material an. Danach Hände waschen.
- Felder von den Pfosten lösen. Die Zaunfelder sind meist mit Nägeln, Schrauben oder Haltewinkeln befestigt. Ein Kuhfuß oder Akkuschrauber hilft.
- Pfosten ziehen. Pfosten in Einschlaghülsen lassen sich oft herausdrehen oder -ziehen, Pfosten in Beton werden freigegraben oder knapp über dem Boden abgesägt.
- Zerkleinern, aber nicht schleifen. Sägen Sie die Felder auf eine Länge, die ins Auto oder in den Container passt. Schleifen, Fräsen oder Häckseln setzt belasteten Staub frei und ist überflüssig. Wer viel sägt, trägt eine Staubmaske.
- Metall abnehmen, wo es leicht geht. Beschläge, Pfostenschuhe und Scharniere gehören zum Altmetall. Einzelne Nägel und Klammern im Holz dürfen in der Regel drin bleiben; fragen Sie bei großen Mengen nach.
- Getrennt halten. Jägerzaunholz nicht mit unbehandeltem Holz, Grünschnitt oder Bauschutt mischen. Ein gemischter Haufen wird meist komplett als A IV abgerechnet.
Steht der Zaun auf der Grenze zum Nachbarn, klären Sie vorher, wem er gehört und ob der Abbau abgestimmt ist.
Wertstoffhof, Container oder Sperrmüll?
Für ein paar Meter Zaun ist der Wertstoffhof der einfachste Weg. Dort gibt es meist einen eigenen Container für belastetes Altholz; die Annahme ist häufig gebührenpflichtig, gestaffelt nach Kofferraum, Anhänger oder Kubikmeter. Manche Höfe begrenzen die Menge pro Anlieferung.
Bei einem langen Zaun oder wenn gleichzeitig ein Gartenhaus weg soll, lohnt ein Altholz-Container. Bestellen Sie ihn ausdrücklich für A IV und füllen Sie nur das hinein. Was zu einem alten Gartenhaus sonst noch gehört, steht unter Gartenhaus entsorgen.
Über den Sperrmüll lassen sich Zaunelemente nur abgeben, wenn Ihre Kommune das ausdrücklich zulässt. Viele schließen imprägniertes Außenholz von der Sperrmüllabfuhr aus, andere nehmen Zaunfelder in haushaltsüblicher Menge mit. Fragen Sie vor der Anmeldung nach; Zaunteile, die nicht abgeholt werden, bleiben sonst an der Straße liegen.
Fundamente und Metallteile
Viele Jägerzäune stehen auf Pfosten, die in kleinen Betonfundamenten oder in Metallhülsen stecken. Betonklötze sind Bauschutt; klopfen Sie Erde und Holzreste ab und bringen Sie sie zum Wertstoffhof oder Baustoff-Recyclinghof. Hinweise dazu stehen unter Bauschutt entsorgen. Einschlaghülsen, Pfostenschuhe und Beschläge sind Altmetall und werden meist kostenlos angenommen. Wie Sie einen Zaun aus Draht und Metallpfosten zerlegen, steht unter Maschendrahtzaun entsorgen.
Weitergeben statt wegwerfen
Ein Jägerzaun, der nur wegen einer neuen Gestaltung weichen muss, kann anderswo noch Jahre als Zaun stehen. Wer ihn so weitergibt, wie er ist, also als Zaun für dieselbe Verwendung, vermeidet Abfall. Inserieren Sie ihn mit Länge, Höhe und Zustand der Pfosten. Bitte nicht als „Brennholz“ oder „Bastelholz“ anbieten: Das Holz ist für beides ungeeignet, und wer es so bekommt, verbrennt es womöglich.
Morsche, gebrochene oder stark vermooste Zäune lohnen das Weitergeben nicht. Sie gehören direkt zum Wertstoffhof.
Kosten
Belastetes Altholz ist bei den meisten Kommunen gebührenpflichtig. Die Spanne ist groß und hängt vom Wohnort ab; abgerechnet wird meist je Kofferraum, Anhänger oder Kubikmeter. Ein Container für A-IV-Holz kostet je nach Größe und Region deutlich mehr als die Fahrt zum Wertstoffhof. Günstig halten Sie die Kosten, wenn Sie Holz, Metall und Beton sauber trennen und die Felder platzsparend zersägen.
Häufige Fragen
Welche Altholzklasse hat ein Jägerzaun?
In der Regel A IV, weil das Holz mit Holzschutzmitteln behandelt ist. Manche Wertstoffhöfe fassen die Klassen A III und A IV als „belastetes Altholz“ zusammen.
Darf ich einen alten Jägerzaun verbrennen?
Nein. Imprägniertes Holz darf weder im Kamin noch im Garten verbrannt werden, weil dabei Schadstoffe entstehen. Auch als Brennholz verschenken sollten Sie es nicht.
Nimmt der Sperrmüll einen Jägerzaun mit?
Nur wenn die Kommune es ausdrücklich zulässt. Viele schließen imprägniertes Außenholz aus. Fragen Sie vor der Anmeldung beim Abfallbetrieb nach.
Was kostet es, einen Jägerzaun zu entsorgen?
Das hängt von der Kommune und der Menge ab. Am Wertstoffhof wird belastetes Altholz meist nach Kofferraum, Anhänger oder Kubikmeter berechnet; ein Container kostet mehr.
Kann ich das Holz im Garten weiterverwenden?
Als Zaun ja, als Beeteinfassung für Gemüse, Brennholz oder Mulch nicht. Die Holzschutzmittel bleiben im Holz.



