Gaskartusche entsorgen: leere und angebrochene Kartuschen richtig loswerden

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Eine restlos leere Gaskartusche ist eine Verpackung aus Metall: Sie kommt je nach Kommune in den Gelben Sack, die Wertstofftonne oder in den Metallcontainer am Wertstoffhof. Ist noch Gas darin, gehört sie zur Schadstoffannahme. Der schwierigste Teil ist deshalb nicht die Frage nach der Tonne, sondern die nach dem Inhalt: Wann ist eine Kartusche wirklich leer, und wie bekommen Sie sie gefahrlos leer?
Wohin gehört die Gaskartusche?
| Zustand | Richtiger Weg |
| Restlos leer, kein Zischen, kein Schwappen | je nach Kommune Gelber Sack, Wertstofftonne oder Metallcontainer am Wertstoffhof |
| Angebrochen, noch Gas darin | aufbrauchen oder zur Schadstoffannahme am Wertstoffhof bzw. zum Schadstoffmobil |
| Voll, aber nicht mehr gebraucht | verschenken oder zur Schadstoffannahme |
| Verbeult, verrostet, Ventil undicht | nicht mehr benutzen, im Freien lagern und zur Schadstoffannahme |
| Nachfüllbare Gasflasche (Propan, Butan) | zurück an Händler oder Tauschstelle, siehe Gasflasche entsorgen |
Ob leere Kartuschen in den Gelben Sack dürfen oder am Wertstoffhof abgegeben werden sollen, regelt jede Kommune selbst. Manche Entsorger möchten Druckgasbehälter grundsätzlich nicht in der Sammeltonne sehen, andere führen sie ausdrücklich als Metallverpackung auf. Verbindlich ist, was im Abfall-ABC, in der Abfall-App oder bei der Abfallberatung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises steht. Hier steht der Regelfall in Deutschland.
Für große, nachfüllbare Gasflaschen gelten ganz andere Regeln, denn sie gehören meist gar nicht Ihnen. Das steht ausführlich unter Gasflasche entsorgen. Dieser Artikel geht um Einweg-Kartuschen.
Welche Kartusche haben Sie?
Einweg-Kartuschen sehen ähnlich aus, verhalten sich beim Entleeren aber unterschiedlich. Das spielt eine Rolle, weil davon abhängt, ob Sie eine angebrochene Kartusche überhaupt vom Gerät abnehmen können.
- Stechkartusche. Die einfache, runde Dose ohne Ventil, die beim Aufsetzen auf den Kocher von einem Dorn durchstochen wird. Einmal angestochen, lässt sie sich nicht mehr gasdicht vom Gerät trennen. Sie muss am Gerät bleiben, bis sie leer ist.
- Ventilkartusche mit Schraubgewinde. Die übliche Kartusche für Trekkingkocher, Lötlampen und Abflammgeräte. Ein eingebautes Ventil schließt, wenn Sie das Gerät abschrauben. Sie können sie also auch halb voll abnehmen und später weiterverwenden.
- Steckkartusche für Gaskocher. Die schlanke, längliche Kartusche für Tischkocher und Gasheizstrahler mit Bajonett- oder Steckanschluss. Auch sie hat ein Ventil.
- Nachfülldose für Feuerzeuggas. Eine kleine Dose mit Sprühventil. Sie wird wie eine Spraydose behandelt, siehe Spraydosen entsorgen.
Wann ist eine Kartusche leer?
Eine Kartusche gilt als restentleert, wenn am Gerät keine Flamme mehr entsteht und beim Öffnen des Ventils kein Gas mehr ausströmt. Zwei einfache Proben helfen: Schütteln Sie die Kartusche vorsichtig neben dem Ohr. Hören Sie Flüssigkeit schwappen, ist noch Flüssiggas darin. Und vergleichen Sie das Gewicht mit einer Kartusche, die Sie sicher leer gebrannt haben; eine angebrochene ist merklich schwerer.
Bei Kälte täuscht der Eindruck. Butan, der Hauptbestandteil vieler günstiger Kartuschen, verdampft bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kaum noch. Die Flamme wird klein und geht aus, obwohl noch reichlich flüssiges Gas in der Dose ist. Wer nach einer kalten Nacht beim Zelten eine „leere“ Kartusche einpackt, hat oft noch einen guten Rest dabei. Lassen Sie die Kartusche bei Zimmertemperatur liegen und prüfen Sie dann noch einmal am Gerät. Kartuschen mit Propan- oder Isobutananteil funktionieren bei Kälte besser, das Prinzip ist aber dasselbe.
So brennen Sie eine Kartusche leer
- Nach draußen gehen. Freie Fläche, kein Zelt, kein Vorzelt, keine Garage, kein Keller. Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich in Senken und Räumen.
- Kartusche am eigenen Gerät anschließen. Am besten an dem Kocher oder Brenner, für den sie gedacht ist, nach dessen Anleitung.
- Sinnvoll verbrauchen. Kochen Sie Wasser für den Abwasch, statt das Gas ungenutzt abzufackeln. Ansonsten lassen Sie die kleine Flamme brennen, ohne das Gerät aus den Augen zu lassen.
- Warten, bis die Flamme ganz erlischt. Ventil schließen, Kartusche auf Zimmertemperatur kommen lassen und den Test wiederholen.
- Abkühlen lassen und abnehmen. Erst dann vom Gerät trennen. Eine Stechkartusche bleibt bis zu diesem Punkt am Gerät.
Lassen Sie das Gas nicht ungezündet in die Luft strömen, um Zeit zu sparen. Unverbranntes Flüssiggas bildet am Boden eine brennbare Wolke, die ein Funke entzünden kann. Wer keinen passenden Kocher hat, bringt die Kartusche mit Restgas so, wie sie ist, zur Schadstoffannahme.
Warum Sie Kartuschen nie anstechen dürfen
Im Netz kursiert der Rat, leere Kartuschen mit einem Nagel oder Schraubendreher anzustechen, damit garantiert kein Druck mehr darin ist. Davon raten wir ab. Steckt doch noch Flüssiggas in der Dose, schießt es beim Anstechen heraus, verdampft schlagartig und kühlt dabei so stark ab, dass es Erfrierungen an der Haut verursachen kann. Gleichzeitig entsteht eine brennbare Gaswolke direkt an Ihrer Hand. Funken vom Werkzeug genügen zur Zündung.
Auch Zerdrücken, Aufsägen oder ins Feuer werfen ist tabu. Eine Kartusche, die im Lagerfeuer oder Grill landet, kann mit großer Wucht platzen. Dasselbe gilt im Müllwagen: Dort werden Abfälle gepresst, und eine Kartusche mit Restgas kann aufreißen. In Sortieranlagen und Müllverbrennungsanlagen verursachen volle Druckbehälter immer wieder Brände und Verpuffungen. Darum gehört eine Kartusche mit Inhalt weder in den Restmüll noch in den Gelben Sack.
Angebrochene Kartuschen lagern und transportieren
Eine Ventilkartusche, die Sie später weiterverwenden wollen, lagern Sie kühl, trocken und gut belüftet, nicht in praller Sonne und nicht im Auto. Auf den Kartuschen steht meist, dass sie vor Temperaturen über 50 °C zu schützen sind; ein Auto erreicht im Sommer leicht mehr. Kellerräume und Gruben sind wegen des schweren Gases ungünstig. Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Zur Schadstoffannahme bringen Sie Kartuschen aufrecht stehend in einer Kiste, mit aufgesetzter Schutzkappe, wenn es eine gibt, und fahren ohne Umwege. Rauchen Sie dabei nicht im Auto und lüften Sie, falls es nach Gas riecht. Wann das Schadstoffmobil bei Ihnen hält und was es annimmt, steht unter Schadstoffmobil, Öffnungszeiten und Annahmebedingungen der Wertstoffhöfe unter Wertstoffhof.
Kosten
Haushaltsübliche Mengen nimmt die Schadstoffsammlung in den meisten Kommunen kostenlos an, denn die Gebühr ist in der Abfallgebühr enthalten. Leere Kartuschen im Gelben Sack kosten ohnehin nichts. Wer gewerbliche Mengen abgibt, etwa aus einem Handwerksbetrieb oder einem Verein mit vielen Kochstellen, muss mit Gebühren rechnen; die Höhe legt die Kommune fest.
Weitergeben statt wegwerfen
Eine volle oder halb volle Ventilkartusche ist für viele noch nützlich. Campingfreunde, Pfadfindergruppen, Nachbarn mit Lötlampe oder Abflammgerät nehmen sie gern, sofern das Gewinde passt. Achten Sie darauf, dass die Kartusche unbeschädigt ist und das Etikett lesbar bleibt.
Wer häufig unterwegs kocht, kann mit der Wahl der Kartusche Abfall sparen: Größere Kartuschen erzeugen pro Gramm Gas weniger Verpackung, und Ventilkartuschen lassen sich, anders als Stechkartuschen, bis zum letzten Rest verbrauchen. Passende Ventilkartuschen mit Schraubgewinde gibt es für die meisten Trekkingkocher.
Typische Fehler
- Kartusche anstechen, um sie „sicher“ leer zu machen.
- Volle oder angebrochene Kartuschen in den Gelben Sack werfen, weil es ja Metall ist.
- Gas ungezündet ablassen, besonders in Räumen oder Senken.
- Kartusche nach kalter Nacht für leer halten, ohne sie bei Zimmertemperatur nachzuprüfen.
- Kartuschen im Kofferraum lagern, besonders im Sommer.
- Leere Kartuschen ins Lagerfeuer oder in den Grill werfen.
Das Zubehör vom Grillen und Campen hat oft eigene Wege: Wie Sie einen alten Gasgrill loswerden, steht unter Grill entsorgen, was mit Feuerzeugen geschieht, unter Feuerzeug entsorgen.
Häufige Fragen
Darf eine leere Gaskartusche in den Gelben Sack?
In vielen Kommunen ja, weil eine restlos leere Einweg-Kartusche eine Metallverpackung ist. Manche Kommunen möchten Kartuschen aber lieber im Metallcontainer am Wertstoffhof haben. Schauen Sie ins Abfall-ABC Ihrer Stadt; mit Restgas gehört eine Kartusche in keinem Fall in die Sammeltonne.
Darf eine Gaskartusche in den Restmüll?
Nein. Eine leere Kartusche ist Metall und gehört in die Wertstoffsammlung, eine Kartusche mit Restgas zur Schadstoffannahme. Im Restmüll wird sie gepresst und verbrannt, und eine Kartusche mit Gas kann dabei platzen.
Wie entsorge ich eine Gaskartusche vom Campingkocher, die nicht ganz leer ist?
Am einfachsten brennen Sie sie im Freien am Kocher leer, bei Zimmertemperatur. Geht das nicht, etwa weil der Kocher kaputt ist, bringen Sie die Kartusche mit Restgas zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme am Wertstoffhof.
Was mache ich mit einer Stechkartusche, die schon angestochen ist?
Sie bleibt am Gerät, bis sie leer ist, denn abgenommen strömt das Gas ungehindert aus. Brennen Sie sie im Freien leer. Ist das Gerät defekt, bringen Sie Gerät und Kartusche zusammen zur Schadstoffannahme und weisen dort darauf hin.
Nimmt der Baumarkt leere Kartuschen zurück?
Eine allgemeine Pflicht dazu gibt es für Einweg-Kartuschen nicht. Manche Händler bieten freiwillig eine Rücknahme an, fragen Sie im Markt nach. Verlässlich sind Gelber Sack beziehungsweise Wertstoffhof für leere und die Schadstoffannahme für angebrochene Kartuschen.



