Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Gartenmöbel entsorgen: Kunststoff, Holz, Metall und Polyrattan

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Verwitterter Holztisch mit Holzstuhl im Garten
Ausgediente Gartenmöbel gehören zum Sperrmüll – Metallgestelle nimmt der Wertstoffhof auch als Schrott
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wohin gehören welche Gartenmöbel?
  2. Sperrmüll: der einfache Weg für alles
  3. Kunststoffmöbel: kein Fall für den Gelben Sack
  4. Holzmöbel: Altholz, nicht Brennholz
  5. Metallmöbel: Altmetall
  6. Polyrattan: Kunststoff auf Gestell
  7. Glasplatten: nicht ins Altglas
  8. Auflagen, Kissen und Schutzhüllen
  9. Weitergeben statt wegwerfen
  10. Häufige Fragen
Anzeige

Gartenmöbel entsorgen Sie je nach Material: Als Ganzes gehen Stühle, Tische, Bänke und Lounges in den meisten Kommunen als Sperrmüll weg. Wer selbst zum Wertstoffhof fährt, trennt in Metall, Altholz, Kunststoff und Glas. Holzmöbel aus dem Garten sind fast immer behandelt und gehören deshalb nicht in Feuerschale oder Kamin, Glasplatten nicht in den Altglascontainer. Für die meisten Haushalte entstehen dabei keine oder nur geringe Kosten.

Wohin gehören welche Gartenmöbel?

MaterialRichtiger Weg
Kunststoffstuhl, Kunststofftisch (Monoblock)Sperrmüll, Wertstoffhof (Hartkunststoff) oder je nach Kommune Wertstofftonne
Holzbank, Holztisch, Liege aus HolzSperrmüll oder Altholz am Wertstoffhof
Metallstuhl, Klappstuhl, BistrotischAltmetall am Wertstoffhof
Polyrattan-Sessel, Lounge, SitzgruppeSperrmüll oder Wertstoffhof; Gestell und Geflecht getrennt, wenn möglich
Glasplatte vom GartentischWertstoffhof (Flachglas) oder Sperrmüll nach Absprache, nie Altglas
Auflagen, Kissen, HussenRestmüll oder Sperrmüll
SonnenschirmGestell Altmetall, Bezug Restmüll; Schirmständer aus Beton Bauschutt

Welche Teile Ihre Kommune als Sperrmüll annimmt und ob es eine Wertstofftonne für Kunststoff gibt, steht in der Abfallsatzung oder der Abfall-App; bei Fragen hilft die Abfallberatung. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Sperrmüll: der einfache Weg für alles

Gartenmöbel sind Möbel und gehören damit zum Sperrmüll. Die Abfuhr nimmt Stühle, Tische, Bänke, Liegen und Lounges in der Regel mit, auch gemischt aus Holz, Metall und Kunststoff. Melden Sie jedes Teil an; bei einer großen Sitzgruppe mit Auflagen kommt einiges zusammen. Glasplatten nimmt die Sperrmüllabfuhr nicht überall mit, weil sie beim Pressen im Fahrzeug zerspringen. Fragen Sie vorher oder bringen Sie die Platte getrennt weg.

Wer kein Kontingent mehr hat oder keinen Termin abwarten will, fährt zum Wertstoffhof. Dort ist Metall in der Regel kostenlos, für Altholz, Sperrmüll und Kunststoff verlangen manche Wertstoffhöfe Gebühren nach Menge.

Kunststoffmöbel: kein Fall für den Gelben Sack

Der klassische weiße Gartenstuhl aus einem Stück ist aus Hartkunststoff, meist Polypropylen. Er ist keine Verpackung und gehört deshalb nicht in den Gelben Sack. Manche Kommunen haben eine Wertstofftonne, in die auch Kunststoffgegenstände dürfen; ein ganzer Stuhl passt dort aber selten hinein. Üblich ist der Sperrmüll oder der Container für Hartkunststoff am Wertstoffhof, wo es ihn gibt.

Ein zersprungener oder ausgebleichter Kunststoffstuhl lässt sich nicht mehr retten: UV-Licht macht den Kunststoff mit den Jahren spröde, und ein spröder Stuhl kann unter Last brechen. Geben Sie solche Stühle nicht weiter.

Holzmöbel: Altholz, nicht Brennholz

Gartenmöbel aus Holz gehören nicht ins Feuer, auch nicht in die Feuerschale im eigenen Garten. Fast alle sind geölt, lasiert, lackiert oder mit Holzschutzmittel behandelt, damit sie draußen halten. Beim Verbrennen entstehen Schadstoffe, und behandeltes Holz darf in privaten Öfen nicht verfeuert werden. Kesseldruckimprägniertes Holz, oft am grünlichen oder bräunlichen Schimmer erkennbar, gilt je nach Behandlung als belastetes Altholz.

Am Wertstoffhof gibt es für Altholz meist mehrere Container nach Klassen. Unbehandeltes Holz kommt selten vor, Gartenmöbel gehören fast immer zu behandeltem Holz; das Personal sagt Ihnen, welcher Container der richtige ist. Was die Altholzklassen bedeuten, steht unter Holz entsorgen. Beschläge, Schrauben und Klappmechanismen aus Metall müssen Sie nicht ausbauen.

Ein grau gewordener Teak- oder Akazientisch ist übrigens kein Fall für die Entsorgung. Die Patina ist nur eine Verfärbung der Oberfläche; mit Abschleifen und Öl sieht das Holz oft wieder wie neu aus. Anleitungen dazu stehen unter Gartenmöbel reinigen.

Metallmöbel: Altmetall

Klappstühle, Bistrotische, Gartenbänke mit Gusseisenfüßen und Liegen mit Aluminiumgestell sind Altmetall. Am Wertstoffhof gibt es dafür einen Container, die Abgabe ist für Privatleute in der Regel kostenlos. Kunststoffbespannungen, Holzleisten und Kappen dürfen meist dranbleiben, solange das Metall überwiegt. Schrotthändler nehmen größere Mengen ebenfalls an; was sie zahlen, schwankt mit den Rohstoffpreisen. Mehr dazu steht unter Altmetall entsorgen.

Rost ist kein Grund, Metallmöbel wegzuwerfen. Abbürsten, Rostschutz und Lack verlängern die Lebensdauer deutlich, sofern das Gestell nicht durchgerostet ist.

Polyrattan: Kunststoff auf Gestell

Polyrattan sieht aus wie Korbgeflecht, ist aber ein Kunststoff, meist auf Basis von Polyethylen. Das Geflecht ist um ein Gestell gewickelt, das meist aus Aluminium oder Stahl besteht. Die einfachste Lösung ist der Sperrmüll, der das Möbel im Ganzen mitnimmt. Wenn Sie selbst zum Wertstoffhof fahren, lohnt es sich, das Geflecht mit einem Cuttermesser vom Gestell zu schneiden: Das Gestell geht dann als Altmetall, das Geflecht in den Kunststoff- oder Sperrmüllcontainer. Bei großen Lounges ist das mühsam; fragen Sie im Zweifel am Wertstoffhof, ob Sie das Möbel im Ganzen abgeben dürfen.

Polyrattan-Möbel mit Glasplatte im Tisch haben meist eine Platte aus Sicherheitsglas, die getrennt weggeht.

Glasplatten: nicht ins Altglas

Die Glasplatte eines Gartentischs ist kein Verpackungsglas, sondern Flachglas, meist Sicherheitsglas. Im Altglascontainer stört sie, weil sie eine andere Zusammensetzung hat und das Recycling von Flaschen und Gläsern verunreinigt. Ganze Platten bringen Sie zum Wertstoffhof, der Flachglas meist getrennt annimmt; kleine Scherben gut verpackt in den Restmüll. Mehr dazu steht unter Glasscheiben entsorgen.

Sicherheitsglas zerfällt beim Bruch in viele kleine Krümel, die sich überall verteilen. Transportieren Sie Platten deshalb flach, in eine Decke eingeschlagen, und tragen Sie Handschuhe. Ist eine Platte schon gesprungen, packen Sie sie in einen stabilen Karton.

Auflagen, Kissen und Schutzhüllen

Sitz- und Liegenauflagen bestehen aus Schaumstoff oder Vlies mit einem Bezug aus Polyester oder Acryl. Sie gehören in den Restmüll oder zum Sperrmüll. In die Altkleidersammlung gehören sie nicht, weil sie keine Kleidung sind. Abdeckhauben aus beschichtetem Gewebe oder Folie kommen ebenfalls in den Restmüll. Gut erhaltene Auflagen nehmen Tierheime manchmal als Liegeplatz für Hunde; fragen Sie vorher, ob Bedarf besteht.

Weitergeben statt wegwerfen

Stabile Gartenmöbel, die nur nicht mehr gefallen, finden über Kleinanzeigen, Verschenkportale oder den Verschenktisch vor der Tür schnell Abnehmer, besonders im Frühjahr. Kleingartenvereine, Kitas, Gemeinschaftsgärten und Vereinsheime können manchmal einfache Stühle und Bänke brauchen. Auch Einzelstücke werden gern genommen, etwa ein Tisch ohne passende Stühle. Kaputte, spröde oder morsche Möbel geben Sie dagegen nicht weiter. Für ausrangierten Sonnenschutz lesen Sie Markise entsorgen.

Häufige Fragen

Sind Gartenmöbel Sperrmüll?

Ja, in den meisten Kommunen. Stühle, Tische, Bänke und Lounges holt die Sperrmüllabfuhr nach Anmeldung ab. Glasplatten und Elektrisches wie beleuchtete Möbel gehen getrennt weg.

Darf ich alte Holzgartenmöbel verbrennen?

Nein. Gartenmöbel aus Holz sind fast immer behandelt, und behandeltes Holz darf weder im Kamin noch in der Feuerschale verbrannt werden. Es gehört als Altholz zum Wertstoffhof oder zum Sperrmüll.

Gehören Plastikstühle in den Gelben Sack?

Nein, denn sie sind keine Verpackung. Sie gehen zum Sperrmüll, zum Wertstoffhof oder, wo es eine gibt und sie hineinpassen, in die Wertstofftonne.

Wohin mit Polyrattan-Möbeln?

Im Ganzen zum Sperrmüll oder zum Wertstoffhof. Wer das Geflecht vom Gestell schneidet, gibt das Metall als Altmetall und das Geflecht als Kunststoff ab.

Wohin mit der Glasplatte vom Gartentisch?

Zum Wertstoffhof, der Flachglas getrennt annimmt, oder nach Absprache zum Sperrmüll. In den Altglascontainer gehört sie nicht.

Anzeige
Anzeige