Gartenhaus entsorgen: Abbau, Sortieren und Kosten

Inhalt10 Abschnitte
- Woraus besteht ein Gartenhaus und wohin gehört was?
- Vor dem Abbau: ausräumen und klären
- Asbest auf dem Dach: erst prüfen, dann handeln
- Dachpappe getrennt abgeben
- Abbau und Sortieren: Schritt für Schritt
- Das Holz: belastetes Altholz
- Wertstoffhof, Container oder Abbruchfirma
- Weitergeben statt abreißen
- Kosten
- Häufige Fragen
Ein altes Gartenhaus entsorgen Sie, indem Sie es zerlegen und die Bestandteile getrennt abgeben: Das Holz geht als belastetes Altholz zum Wertstoffhof, Dachpappe, Glas, Metall und Fundament jeweils eigene Wege. Bei kleinen Häusern reichen ein paar Fahrten mit dem Anhänger, bei großen ist ein Container oder eine Abbruchfirma der einfachere Weg. Vorsicht bei grauen Wellplatten auf älteren Dächern: Sie können Asbest enthalten.
Woraus besteht ein Gartenhaus und wohin gehört was?
| Bestandteil | Richtiger Weg |
| Wände, Boden, Dachschalung, Türen aus Holz | Wertstoffhof oder Container als belastetes Altholz (meist A IV) |
| Dachpappe, Bitumenschindeln | getrennt am Wertstoffhof; teerhaltige Pappe als gefährlicher Abfall |
| Graue Wellplatten oder Dachplatten aus Faserzement, älter als etwa 1993 | Asbestverdacht: Fachbetrieb oder Sonderannahme nach Vorgabe der Kommune |
| Fensterglas, Plexiglas | Flachglas bzw. Kunststoff am Wertstoffhof, nicht Altglas |
| Gartenhaus aus Metall, Beschläge, Schrauben, Dachrinne | Altmetall |
| Gartenhaus aus Kunststoff | Wertstoffhof als Kunststoff oder Sperrmüll |
| Betonfundament, Gehwegplatten, Punktfundamente | Bauschutt |
| Lampen, Steckdosen, Kabel | Elektroschrott bzw. Kabelschrott |
Was Ihr Wertstoffhof annimmt, welche Mengen und zu welchen Gebühren, regelt die Kommune; die Angaben stehen auf der Seite des Abfallbetriebs oder in der Abfall-App. Hier steht der Regelfall in Deutschland.
Vor dem Abbau: ausräumen und klären
In alten Gartenhäusern lagern oft Dinge, die selbst Problemabfall sind: angebrochene Farbdosen, Holzschutzmittel, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Benzinkanister, Altöl, alte Akkus. Räumen Sie das Haus zuerst vollständig aus. Chemikalien und Reste mit Gefahrensymbol gehören zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme am Wertstoffhof, Gartengeräte mit Motor oder Akku zum Elektroschrott.
Hat das Haus einen Stromanschluss, lassen Sie die Leitung von einer Elektrofachkraft abklemmen, bevor Sie Wände abbauen. Ein loses Kabelende im Garten ist gefährlich, und Arbeiten an der festen Installation sind ohnehin Sache des Fachbetriebs.
Für den Abbau eines kleinen Gartenhauses brauchen Sie in der Regel keine Genehmigung. Bei größeren Gebäuden, im Kleingarten oder auf gepachtetem Grund fragen Sie vorher beim Bauamt, beim Verpächter oder beim Kleingartenverein nach. In Kleingartenanlagen gibt es oft eigene Regeln, was beim Pächterwechsel mit der Laube passiert.
Asbest auf dem Dach: erst prüfen, dann handeln
Viele ältere Gartenhäuser, Lauben und Schuppen sind mit grauen Wellplatten oder ebenen Platten aus Faserzement gedeckt. Faserzement, der vor dem Asbestverbot in Deutschland 1993 hergestellt wurde, enthält häufig Asbest. Solange die Platten unbeschädigt bleiben, setzen sie wenig Fasern frei. Gefährlich wird es beim Brechen, Bohren, Sägen, Schleifen oder Abkratzen von Moos.
Bauen Sie solche Platten nicht auf eigene Faust ab, und zerkleinern Sie sie auf keinen Fall. Lassen Sie im Zweifel eine Materialprobe untersuchen und beauftragen Sie einen Fachbetrieb; manche Kommunen erlauben Privatleuten unter strengen Auflagen die Abgabe kleiner Mengen in staubdichter Verpackung an einer Sonderannahme. Was dabei gilt, steht unter Asbest entsorgen. Wie Sie Kunststoff-, Bitumen- und Faserzement-Wellplatten unterscheiden, erklärt Wellplatten entsorgen.
Dachpappe getrennt abgeben
Die meisten Holzgartenhäuser haben ein Dach aus Bitumenbahnen oder Bitumenschindeln. Dachpappe gehört weder zum Holz noch in den Bauschutt, sondern wird getrennt abgegeben. Ziehen Sie sie vor dem Abbau der Dachschalung ab, rollen oder falten Sie sie zusammen und entfernen Sie Nägel, so gut es geht.
Bei sehr alten Häusern kann die Pappe teerhaltig sein. Teer enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und gilt als gefährlicher Abfall; er wird anders angenommen als Bitumen. Woran Sie den Unterschied erkennen und was die Annahme kostet, steht unter Dachpappe entsorgen.
Abbau und Sortieren: Schritt für Schritt
- Ausräumen. Inhalt, Regale, Chemikalien und Geräte raus, siehe oben.
- Glas ausbauen. Fensterscheiben vor dem Abriss vorsichtig herausnehmen und in Decken gewickelt beiseitestellen. Fensterglas ist Flachglas und gehört nicht in den Altglascontainer.
- Dach abdecken. Erst Dachpappe oder Schindeln, dann Dachschalung und Sparren. Bei Asbestverdacht hier stoppen.
- Wände abbauen. Viele Blockbohlenhäuser lassen sich Bohle für Bohle von oben abtragen; bei Ständerbauweise werden erst die Verkleidungen, dann die Ständer gelöst. Arbeiten Sie zu zweit, denn Wände können plötzlich kippen.
- Holz zerkleinern. Auf eine handliche Länge sägen, nicht häckseln und nicht schleifen.
- Metall abtrennen. Dachrinnen, Beschläge, Türschlösser und Winkel kommen zum Altmetall; einzelne Nägel im Holz stören die Altholzannahme meist nicht.
- Fundament entfernen. Betonplatten und Punktfundamente sind Bauschutt. Gehwegplatten unter dem Haus lassen sich oft weiterverwenden.
- Getrennte Haufen. Holz, Pappe, Glas, Metall, Kunststoff und Bauschutt nicht mischen.
Das Holz: belastetes Altholz
Gartenhausholz soll Wind und Wetter aushalten und ist deshalb fast immer imprägniert oder mit Holzschutzlasur gestrichen. Für die Entsorgung gilt es damit im Zweifel als belastetes Altholz der Klasse A IV, dasselbe wie bei einem Jägerzaun. Es wird am Wertstoffhof getrennt angenommen, meist gegen Gebühr, und darf weder im Kamin noch im Garten verbrannt werden. Nur nachweislich unbehandeltes Holz, etwa von einem Haus, das nie gestrichen wurde, kann in eine günstigere Klasse fallen; den Nachweis zu führen, ist für Privatleute aber kaum möglich. Die Altholzklassen im Überblick stehen unter Holz entsorgen.
Wertstoffhof, Container oder Abbruchfirma
Ein kleines Gerätehaus passt zerlegt in zwei, drei Anhängerladungen. Dann ist der Wertstoffhof der günstigste Weg, vorausgesetzt, er nimmt die Mengen an; manche Höfe begrenzen Altholz und Bauschutt je Anlieferung.
Bei größeren Häusern lohnt ein Container. Für ein gemischt beladenes Gartenhaus gibt es zwei Möglichkeiten: mehrere Container für die einzelnen Sorten oder einen Container für Baumischabfall. Sortenreine Container sind je Tonne meist günstiger, Baumischabfall ist bequemer, aber teurer. Asbest, teerhaltige Dachpappe und Chemikalien haben in beiden nichts zu suchen.
Wer weder Zeit noch Werkzeug hat, beauftragt eine Abbruch- oder Entrümpelungsfirma. Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot geben, in dem Abbau, Transport und Entsorgung aller Bestandteile enthalten sind, und fragen Sie, wie mit Dachpappe und möglichen Asbestplatten umgegangen wird.
Weitergeben statt abreißen
Ein stabiles Gartenhaus muss nicht zum Abfall werden. Gut erhaltene Holzhäuser, besonders Blockbohlenhäuser, lassen sich abbauen und an anderer Stelle neu aufstellen. Über Kleinanzeigen finden sich oft Interessenten, die das Haus selbst zerlegen und abholen; das spart Ihnen Arbeit und Entsorgungskosten. Nummerieren Sie die Bohlen vorher oder fotografieren Sie den Aufbau. Häuser mit Asbestverdacht geben Sie bitte nicht weiter, ohne den Abnehmer darauf hinzuweisen.
Kosten
Was die Entsorgung kostet, hängt vor allem von Größe, Material und Wohnort ab. Altmetall nehmen Wertstoffhöfe meist kostenlos an. Für belastetes Altholz, Dachpappe und Bauschutt fallen in vielen Kommunen Gebühren an, gestaffelt nach Menge. Container kosten je nach Größe, Region und Abfallart deutlich mehr. Teuer wird es bei Asbest und teerhaltiger Pappe, weil beides als gefährlicher Abfall gesondert entsorgt werden muss. Am günstigsten ist ein Haus, das ein Abnehmer selbst abbaut.
Häufige Fragen
Wie entsorge ich ein altes Gartenhaus aus Holz?
Zerlegen, Dachpappe, Glas, Metall und Fundament abtrennen und das Holz als belastetes Altholz zum Wertstoffhof oder in einen Altholz-Container bringen. Bei großen Häusern ist ein Container oder eine Abbruchfirma einfacher.
Darf ich das Holz vom Gartenhaus verbrennen?
Nein. Gartenhausholz ist fast immer imprägniert oder mit Holzschutz gestrichen. Beim Verbrennen entstehen Schadstoffe; es gehört zum Wertstoffhof.
Woran erkenne ich Asbest auf dem Gartenhausdach?
Mit bloßem Auge gar nicht sicher. Verdächtig sind graue Wellplatten oder ebene Platten aus Faserzement, die vor 1993 verbaut wurden. Gewissheit bringt eine Materialprobe im Labor.
Brauche ich eine Genehmigung, um ein Gartenhaus abzureißen?
Für kleine Gartenhäuser in der Regel nicht. Bei größeren Gebäuden, im Kleingarten oder auf Pachtgrund fragen Sie vorher beim Bauamt, beim Verpächter oder beim Verein nach.
Was kostet die Entsorgung eines Gartenhauses?
Das hängt von Größe, Material und Kommune ab. Selbst zerlegt und zum Wertstoffhof gebracht ist es am günstigsten; Container, Abbruchfirma, Asbest und teerhaltige Dachpappe treiben die Kosten.



