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Hirse kochen: locker und nicht bitter

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Schale mit gelben Hirsekörnern
Hirse wird heiß abgespült, kurz gekocht und quillt dann aus
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Hirse gemeint ist
  2. Warum Hirse heiß abgespült wird
  3. Das richtige Verhältnis von Hirse und Wasser
  4. Hirse kochen: Schritt für Schritt
  5. Roh essen? Besser nicht
  6. Typische Fehler
  7. Reste aufbewahren und einfrieren
  8. Hirse im Vergleich zu Quinoa, Bulgur und Couscous
  9. Häufige Fragen

Hirse kochen ist einfacher als Reis kochen: heiß abspülen, mit der doppelten Menge Wasser aufkochen, wenige Minuten köcheln und zugedeckt ausquellen lassen. Nach rund 20 Minuten ist sie fertig. Bitter oder pappig wird Hirse nur, wenn das Abspülen fehlt oder das Verhältnis von Korn und Wasser nicht stimmt.

Welche Hirse gemeint ist

Im Handel liegt fast immer geschälte Speisehirse, oft als Goldhirse bezeichnet: kleine, runde, gelbe Körner. Um sie geht es hier. Daneben gibt es Hirseflocken, die nur kurz in heißer Flüssigkeit quellen müssen, und Braunhirse, die in der Regel fein gemahlen verkauft und anders verwendet wird. Auf der Packung steht eine Zubereitungsempfehlung des Herstellers; weicht sie von den Angaben hier ab, hat sie Vorrang.

Hirse ist von Natur aus glutenfrei. Wer wegen einer Zöliakie darauf angewiesen ist, achtet trotzdem auf die Kennzeichnung, weil in Mühlen und Abfüllbetrieben Spuren anderer Getreide hineingelangen können.

Warum Hirse heiß abgespült wird

Hirse schmeckt ohne Vorbehandlung oft leicht bitter und kratzig. Das liegt an Stoffen, die an der Oberfläche der Körner sitzen. Hirse enthält für ein Getreide recht viel Fett, und an der Oberfläche der geschälten Körner wird es mit der Zeit ranzig. Heißes Wasser spült diesen Belag ab.

  1. In ein feines Sieb geben. Die Körner sind klein; ein normales Nudelsieb lässt sie durch.
  2. Heiß abbrausen. Unter heißem Leitungswasser spülen und dabei mit der Hand oder einem Löffel durchrühren, bis das Wasser klar abläuft. Wer mag, übergießt die Hirse stattdessen mit Wasser aus dem Wasserkocher – dabei auf den Dampf achten.
  3. Abtropfen lassen. Kurz schütteln, dann gleich in den Topf.

Riecht Hirse schon in der Packung muffig oder ranzig, hilft auch Spülen nicht mehr. Dann ist sie überlagert.

Das richtige Verhältnis von Hirse und Wasser

Wie viel Flüssigkeit Sie brauchen, hängt davon ab, was aus der Hirse werden soll.

VerwendungHirse : FlüssigkeitKöchelnQuellen
Körnig, als Beilage oder für Salat1 : 2etwa 5–7 Minutenetwa 10–15 Minuten
Weich, für Bratlinge oder Aufläufe1 : 2,5etwa 10 Minutenetwa 10 Minuten
Hirsebrei mit Milch oder Pflanzendrink1 : 3 bis 1 : 4etwa 10–15 Minuten, öfter rührenetwa 5–10 Minuten
Hirseflockennach Packungnur aufkochenwenige Minuten

Gemessen wird nach Volumen, am einfachsten mit einer Tasse: eine Tasse Hirse, zwei Tassen Wasser. Als Beilage reichen etwa 50–60 g trockene Hirse je Person, als Hauptbestandteil eines Gerichts etwa 80 g. Beim Garen nimmt Hirse deutlich an Volumen zu, wählen Sie den Topf nicht zu klein.

Hirse kochen: Schritt für Schritt

  1. Abspülen. Wie oben beschrieben heiß waschen und abtropfen lassen.
  2. Mit kaltem Wasser aufsetzen. Hirse und die abgemessene Menge Wasser oder Gemüsebrühe in den Topf geben, etwa einen halben Teelöffel Salz je 250 ml Wasser dazu.
  3. Aufkochen. Bei hoher Hitze zum Kochen bringen und einmal umrühren.
  4. Köcheln lassen. Auf kleine Hitze zurückschalten, Deckel auflegen und etwa 5–7 Minuten leise köcheln lassen. Nicht ständig rühren, sonst wird die Hirse breiig.
  5. Quellen lassen. Herd ausschalten, den Deckel geschlossen lassen und die Hirse 10–15 Minuten ausquellen lassen. In dieser Zeit saugt sie das restliche Wasser auf.
  6. Auflockern. Mit einer Gabel durchziehen, nach Belieben ein Stück Butter oder etwas Öl unterheben und abschmecken.

Die Garprobe ist einfach: Ein Korn zwischen den Fingern zerdrücken oder probieren. Es soll weich sein, ohne harten Kern, und im Topf darf kein Wasser mehr stehen. Ist die Hirse noch fest und das Wasser schon weg, geben Sie zwei, drei Esslöffel heißes Wasser dazu und lassen sie weitere fünf Minuten zugedeckt stehen.

Roh essen? Besser nicht

Hirse wird üblicherweise nicht roh gegessen. Ungegart ist sie hart und schwer verdaulich und gilt wegen ihrer natürlichen Begleitstoffe als schlecht verträglich; erst das Garen macht sie bekömmlich. Auch in Müsli und Salat gehört deshalb nur gegarte Hirse, es sei denn, es handelt sich um Hirseflocken, die laut Packung für den Verzehr ohne Kochen gedacht sind. Für Kleinkinder gilt das erst recht. Hirsebrei für Babys bereiten Sie mit den dafür vorgesehenen Flocken nach Packungsangabe zu.

Typische Fehler

  • Nicht abgespült. Die häufigste Ursache für bittere Hirse.
  • Zu viel Wasser. Hirse wird schnell matschig. Für körnige Beilagen bei 1 : 2 bleiben und lieber am Ende einen Schluck nachgeben.
  • Zu große Hitze. Hirse setzt leicht am Topfboden an, vor allem mit Milch. Nach dem Aufkochen auf die kleinste Stufe schalten. Ist doch etwas angebrannt, hilft die Anleitung unter Topf angebrannt.
  • Deckel gelüftet. Beim Quellen arbeitet der Dampf. Jedes Nachsehen verlängert die Zeit.
  • Zu früh umgerührt. Wer kräftig rührt, bekommt Brei. Für Bratlinge ist das erwünscht, für Salat nicht.

Für Salat breiten Sie die fertige Hirse auf einem Teller oder Blech aus und lassen sie ausdampfen. So klebt sie weniger zusammen.

Reste aufbewahren und einfrieren

Gekochte Hirse sollte wie anderes gegartes Getreide nicht stundenlang bei Raumtemperatur stehen. Lassen Sie Reste zügig abkühlen, am besten flach ausgebreitet, und stellen Sie sie innerhalb von etwa einer Stunde abgedeckt in den Kühlschrank. Dort halten sie sich etwa zwei Tage. Beim Aufwärmen erhitzen Sie die Hirse gründlich und geben einen Schluck Wasser dazu, weil sie im Kühlschrank nachzieht und fest wird. Mehr dazu steht unter Reste aufbewahren.

Zum Einfrieren füllen Sie abgekühlte Hirse portionsweise flach in Gefrierbeutel. So taut sie schnell auf und lässt sich direkt in der Pfanne oder in einer Suppe erwärmen. Das Vorgehen entspricht dem beim Reis einfrieren.

Trockene Hirse lagern Sie kühl, dunkel und gut verschlossen, am besten in einem Schraubglas. Wegen ihres Fettgehalts hält sie nicht ewig: Angebrochene Packungen verbrauchen Sie innerhalb einiger Monate. Dicht schließende Gläser schützen außerdem vor Lebensmittelmotten.

Hirse im Vergleich zu Quinoa, Bulgur und Couscous

Hirse lässt sich überall einsetzen, wo sonst Reis oder andere Körner auf den Tisch kommen. Sie schmeckt mild und leicht nussig und nimmt Gewürze gut an. Im Unterschied zu Bulgur und Couscous, die aus Weizen bestehen, ist sie glutenfrei. Die Zubereitung der anderen Körner unterscheidet sich im Detail: Quinoa kochen verlangt ebenfalls gründliches Waschen, Bulgur und Couscous sind vorgegart und brauchen weniger Zeit.

Häufige Fragen

Wie lange muss Hirse kochen?

Etwa 5–10 Minuten leise köcheln und danach zugedeckt 10–15 Minuten quellen. Insgesamt sind es rund 20 Minuten vom Aufkochen bis zum Teller.

Wie viel Wasser kommt auf eine Tasse Hirse?

Für körnige Hirse zwei Tassen Wasser auf eine Tasse Hirse. Für weichere Hirse oder Brei nehmen Sie zweieinhalb bis drei Tassen, mit Milch gern etwas mehr.

Warum schmeckt meine Hirse bitter?

Meist wurde sie nicht heiß abgespült. Bleibt sie trotz Waschen bitter oder riecht sie schon trocken ranzig, ist sie zu alt und sollte nicht mehr gegessen werden.

Muss man Hirse vor dem Kochen einweichen?

Nein. Geschälte Speisehirse gart ohne Einweichen in kurzer Zeit. Das heiße Abspülen genügt.

Kann man Hirse im Reiskocher zubereiten?

In der Regel ja, mit demselben Verhältnis von einem Teil Hirse auf zwei Teile Wasser. Richten Sie sich nach der Anleitung des Geräts und spülen Sie die Hirse vorher wie gewohnt ab.