Herd und Backofen entsorgen: Abklemmen, Abholung, Kosten

Inhalt10 Abschnitte
Ein alter Herd oder Backofen ist ein Elektrogerät und gehört zum Wertstoffhof oder zurück in den Handel, beides ist für Privatleute in der Regel kostenlos. Lassen Sie einen neuen Herd liefern, nimmt der Händler das Altgerät meist gleich mit. Bevor der Herd aber aus der Küche kommt, muss er vom Stromnetz getrennt werden, und das ist bei den meisten Herden Sache einer Elektrofachkraft, nicht Ihre.
Wohin gehören Herd und Backofen?
| Gerät oder Lage | Richtiger Weg |
| Standherd, Einbauherd, Backofen, Kochfeld | Wertstoffhof, Rücknahme im Handel oder Abholung über die Kommune, als Elektroschrott |
| Neues Gerät wird geliefert | Altgerät beim Händler zur kostenlosen Mitnahme anmelden |
| Mini-Backofen, Doppelkochplatte, Einzelkochplatte | Wertstoffhof oder Sammelstelle im Elektrohandel |
| Gasherd | vom Fachbetrieb abklemmen lassen, dann Wertstoffhof oder Altmetall je nach Kommune |
| Funktionierender Herd | verkaufen, verschenken, mit der Küche weitergeben |
| Zersprungene Glaskeramikplatte allein | nicht ins Altglas; nach Auskunft der Kommune Restmüll, Bauschutt oder Elektroschrott |
Wie genau Ihre Kommune das regelt, steht in der Abfallsatzung, im Abfallkalender oder in der Abfall-App, und die Abfallberatung hilft weiter. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Grundsätzlich gilt: Alles mit Stecker oder Kabel fällt unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, zu erkennen am Symbol der durchgestrichenen Mülltonne. Mehr zu den Regeln für alle Geräte steht unter Elektroschrott entsorgen.
Erst abklemmen: Wer das darf
Die meisten Elektroherde und Kochfelder hängen nicht an einer Steckdose, sondern sind über eine Herdanschlussdose fest mit der Hausinstallation verbunden, meist mit Drehstrom. Diesen Festanschluss darf nur eine Elektrofachkraft lösen. Das ist keine Formalie: Wer an der Anschlussdose arbeitet, hat es mit 400 Volt zu tun, und eine falsch abgesicherte oder offen liegende Leitung bleibt nach dem Abbau eine Gefahr in der Küche. Die Fachkraft schaltet die Sicherungen ab, prüft die Spannungsfreiheit, klemmt das Gerät ab und sichert die Leitung in der Dose.
Anders ist es nur bei Geräten mit normalem Schukostecker. Manche Einbaubacköfen ohne eigenes Kochfeld, Mini-Backöfen und Kochplatten haben einen Stecker; die dürfen Sie selbst ausstecken. Schauen Sie hinter das Gerät oder in die Montageanleitung, bevor Sie etwas lösen. Wenn ein Kabel in einer Dose in der Wand verschwindet, ist es ein Festanschluss.
Bei einem Gasherd gilt dasselbe noch strenger: Die Gasleitung trennt und verschließt ausschließlich ein Gasinstallateur. Versuchen Sie hier nichts selbst, auch nicht mit Dichtband aus dem Baumarkt. Wird ein Campingkocher mit Gaskartusche entsorgt, gehört die Kartusche getrennt weg; wie, steht unter Gasflasche entsorgen.
Viele Händler bieten beim Kauf eines neuen Herds den Anschluss und das Abklemmen des alten als Zusatzleistung an. Fragen Sie danach, das ist oft der einfachste Weg, weil dann eine Fachkraft ohnehin vor Ort ist.
Den Herd vorbereiten
- Abklemmen lassen. Festanschluss durch die Elektrofachkraft, Gas durch den Installateur, Stecker ziehen bei Steckergeräten.
- Ausräumen. Bleche, Roste und Fettpfanne gehören zum Gerät und können mit; persönliche Dinge, Topflappen oder Backformen aus der Schublade nehmen Sie heraus.
- Grob reinigen. Ein verkrusteter Backofen ist kein Hindernis für die Annahme, aber Fettreste tropfen beim Transport. Wer den Herd verkaufen will, sollte gründlicher reinigen.
- Tür sichern. Kleben Sie die Backofentür mit Klebeband zu oder hängen Sie sie aus und transportieren sie getrennt. Eine aufschwingende Glastür beim Tragen ist die häufigste Ursache für Glasbruch.
- Zu zweit tragen. Herde sind schwer und unhandlich. Tragen Sie sie aufrecht, fassen Sie nicht an Griffen oder Knebeln an und schützen Sie die Glaskeramik vor Stößen.
Abgabe am Wertstoffhof
Privatleute geben Herde und Backöfen am Wertstoffhof in der Regel kostenlos ab. Großgeräte haben dort oft einen eigenen Container oder eine Sammelfläche; fragen Sie beim Einfahren, wohin das Gerät soll. Für den Transport brauchen Sie ein Auto mit ausreichend Ladefläche oder einen Anhänger, eine Sackkarre hilft beim Weg aus dem Haus. Öffnungszeiten und Annahmeregeln stehen unter Wertstoffhof.
Viele Kommunen holen Elektro-Großgeräte auch zu Hause ab, oft zusammen mit dem Sperrmüll, aber auf eigener Anmeldung. Ob die Abholung kostenlos ist oder etwas kostet und ob das Gerät dafür an die Straße gestellt oder aus der Wohnung getragen wird, ist je nach Kommune verschieden. Stellen Sie einen Herd nie einfach unangemeldet an den Straßenrand. Mehr zur Abholung steht unter Sperrmüll.
Rückgabe beim Händler
Händler mit einer größeren Verkaufsfläche für Elektrogeräte und große Lebensmittelmärkte, die regelmäßig Elektrogeräte verkaufen, müssen beim Kauf eines neuen Geräts ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurücknehmen. Ein Herd gegen einen Herd, ein Backofen gegen einen Backofen. Wird das neue Gerät nach Hause geliefert, muss der Händler bei großen Geräten wie Herden anbieten, das Altgerät bei der Lieferung kostenlos mitzunehmen, und er muss Sie beim Kauf fragen, ob Sie das wollen. Das gilt grundsätzlich auch beim Kauf im Internet.
Kostenlos ist dabei das Mitnehmen des abgeklemmten Geräts am Ort der Lieferung. Das Abklemmen selbst, den Ausbau aus einer Einbauküche oder das Heruntertragen aus einem oberen Stockwerk berechnen viele Händler extra. Klären Sie vorher, was im Preis steckt und ob der Herd schon abgeklemmt in der Küche stehen muss.
Was mit Glaskeramik und Einbaugeräten passiert
Ein Kochfeld aus Glaskeramik sieht aus wie Glas, schmilzt aber bei ganz anderen Temperaturen. Schon kleine Scherben davon können eine Ladung Altglas für die Herstellung neuer Flaschen unbrauchbar machen. Glaskeramik gehört deshalb nie in den Altglascontainer, auch nicht als einzelne zersprungene Platte. In der Regel bleibt sie einfach mit dem Kochfeld zusammen und geht als Elektroschrott weg. Was zu tun ist, wenn das Feld schon gesprungen ist, steht unter Ceranfeld gesprungen.
Einbaugeräte entsorgen Sie wie Standgeräte. Wird die ganze Küche abgebaut, kommen Herd, Backofen, Kochfeld, Dunstabzug und Geschirrspüler als Elektroschrott weg, die Schränke und Arbeitsplatten dagegen als Sperrmüll oder Altholz. Wie man eine komplette Küche Stück für Stück trennt, steht unter Küche entsorgen.
Weitergeben statt wegwerfen
Ein funktionierender Herd, der nur wegen einer neuen Küche oder eines Umzugs gehen muss, findet über Kleinanzeigen und Nachbarschaftsportale oft schnell einen Abnehmer. Schreiben Sie ehrlich dazu, ob er festangeschlossen ist und ob der Käufer den Abbau selbst organisieren muss. Auch Sozialkaufhäuser und gemeinnützige Möbelbörsen nehmen in manchen Städten gut erhaltene Elektrogeräte; fragen Sie vorher an.
Bevor ein Backofen wegen eines Defekts ausgemustert wird, lohnt ein Blick auf die Ursache. Eine kaputte Backofenlampe, ein defekter Heizstab oder eine verschlissene Türdichtung sind oft günstig zu ersetzen. Die Reparatur gehört bei Arbeiten im Gerät allerdings in Fachhand.
Kosten
Die Abgabe am Wertstoffhof und die Rückgabe beim Kauf eines neuen Geräts sind für Privathaushalte in der Regel kostenlos. Kosten entstehen für das Abklemmen durch die Elektrofachkraft, für den Ausbau aus der Einbauküche, für das Heruntertragen und unter Umständen für die Abholung durch die Kommune. Die Preise dafür unterscheiden sich stark je nach Region, Betrieb und Aufwand; ein Vergleich von zwei, drei Angeboten lohnt sich.
Typische Fehler
- Den Festanschluss selbst lösen, weil man ja nur die Sicherung herausdrehen muss.
- Gasherd selbst abbauen und die Leitung provisorisch verschließen.
- Den Herd unangemeldet an die Straße stellen. Das ist eine illegale Ablagerung, und Schrottsammler schlachten Geräte oft am Straßenrand aus.
- Zersprungene Glaskeramik ins Altglas werfen.
- Mit offener Backofentür tragen, bis die Scheibe auf der Treppe zerbricht.
Häufige Fragen
Wo kann ich einen alten Backofen kostenlos entsorgen?
Am Wertstoffhof Ihrer Kommune und beim Händler, wenn Sie dort einen neuen Backofen kaufen. Viele Kommunen holen Elektro-Großgeräte auch ab, manchmal kostenlos, manchmal gegen eine Gebühr.
Darf ich meinen Herd selbst abklemmen?
Wenn er einen normalen Stecker hat, ja: Stecker ziehen genügt. Einen Herd mit Festanschluss an der Herdanschlussdose darf nur eine Elektrofachkraft abklemmen, einen Gasherd nur ein Gasinstallateur.
Nimmt der Händler meinen alten Herd mit?
Größere Elektrohändler müssen beim Kauf eines neuen Herds den alten kostenlos zurücknehmen und bei Lieferung anbieten, ihn mitzunehmen. Abklemmen, Ausbau und Tragen aus oberen Stockwerken können extra kosten.
Gehört ein Herd zum Sperrmüll?
Nein, ein Herd ist Elektroschrott. Viele Kommunen holen ihn aber auf demselben Weg wie Sperrmüll ab, nur getrennt angemeldet. Fragen Sie bei der Anmeldung nach, wie Ihre Kommune Elektro-Großgeräte annimmt.
Was mache ich mit einem Herd aus der Mietwohnung?
Gehört der Herd zur Wohnung, ist er Eigentum des Vermieters, und Sie dürfen ihn nicht einfach entsorgen. Sprechen Sie mit dem Vermieter, bevor Sie ihn abbauen oder austauschen lassen.



