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haushalt&wohnen

Gasflaschen und Gaskartuschen entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Reihe alter Gasflaschen an einer Hauswand
Pfand- und Tauschflaschen gehen zurück zum Händler, nie in den Müll
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehören Gasflasche und Gaskartusche?
  2. Pfandflasche, Eigentumsflasche, Tauschsystem
  3. Warum Gasflaschen nicht in den Schrott dürfen
  4. Einweg-Kartuschen: so werden sie leer
  5. Gasflaschen sicher lagern
  6. Transport im Auto
  7. Riecht es nach Gas?
  8. Häufige Fragen

Gasflaschen aus Stahl oder Aluminium, wie sie am Grill, Heizstrahler oder im Wohnwagen hängen, geben Sie beim Gashändler zurück: an einer Tauschstelle im Baumarkt, an der Tankstelle oder beim Flüssiggashändler. Kleine Einweg-Kartuschen für Campingkocher oder Lötbrenner kommen, wenn sie restlos leer sind, je nach Kommune in den Gelben Sack oder zum Wertstoffhof; mit Restgas gehören sie zur Schadstoffsammlung. In den Schrottcontainer gehört weder das eine noch das andere.

Wohin gehören Gasflasche und Gaskartusche?

Was für Kartuschen gilt, legt die örtliche Abfallsatzung fest; die Abfallberatung oder die Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises nennt den Weg. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

WasRichtiger Weg
Pfandflasche (Propan, meist rot)zurück zum Gashändler, Pfand gegen Beleg
Eigentumsflasche (Propan, meist grau)beim Gashändler tauschen oder zur Rücknahme abgeben
Tauschflaschen eines Herstellersystems (z. B. Camping)an eine Verkaufsstelle dieses Systems
Einweg-Kartusche, restlos leerje nach Kommune Gelber Sack, Wertstofftonne oder Wertstoffhof
Einweg-Kartusche mit RestgasSchadstoffmobil oder Schadstoffannahme
Feuerzeuggas-Nachfüllflasche, leerwie Spraydosen: Gelber Sack oder Wertstofftonne

Pfandflasche, Eigentumsflasche, Tauschsystem

In Deutschland sind bei Propanflaschen zwei Systeme verbreitet. Bei der Pfandflasche gehört die Flasche dem Gasversorger; Sie haben beim ersten Kauf ein Pfand bezahlt und bekommen es gegen den Pfandbeleg zurück, wenn Sie die Flasche abgeben. Bei der Eigentumsflasche haben Sie die Stahlflasche gekauft. Sie tauschen eine leere gegen eine volle und bezahlen dabei nur die Füllung. Wollen Sie die Flasche ganz loswerden, geben Sie sie bei einem Gashändler oder einer Tauschstelle ab; manche nehmen sie kostenlos, manche berechnen eine kleine Gebühr. Daneben gibt es Tauschsysteme einzelner Hersteller, vor allem im Campingbereich, deren Flaschen nur an eigenen Verkaufsstellen getauscht werden.

Wichtig in allen Fällen: Die Flasche muss nicht leer sein, um zurückgegeben zu werden. Restgas ablassen ist weder nötig noch sinnvoll. Drehen Sie das Ventil zu, schrauben Sie Schlauch und Regler ab und setzen Sie die Schutzkappe auf, falls vorhanden.

Warum Gasflaschen nicht in den Schrott dürfen

Eine Gasflasche ist nie ganz leer. Auch wenn der Grill ausgeht, steht noch Gas in der Flasche, und beim Zerschneiden oder Pressen kann es sich entzünden. Wertstoffhöfe nehmen Gasflaschen deshalb in aller Regel nicht an, und Schrotthändler lehnen sie ab. Wer eine Flasche anbohrt oder aufflext, um sie „unschädlich“ zu machen, riskiert eine Stichflamme oder Explosion. Gasflaschen gehören ausschließlich zurück in den Handel, der sie prüft, neu befüllt oder fachgerecht verschrottet.

Einweg-Kartuschen: so werden sie leer

Stechkartuschen, Ventilkartuschen und Schraubkartuschen für Campingkocher, Gas-Kühlboxen, Lötlampen oder Unkrautbrenner sind Einwegbehälter. Damit sie in den Wertstoff dürfen, müssen sie restlos leer sein.

  1. Im Gerät leer brennen. Die Kartusche im Freien mit dem zugehörigen Gerät betreiben, bis die Flamme von selbst ausgeht.
  2. Schütteln und hören. Kein Gluckern und kein Zischen mehr: Dann ist die Kartusche leer.
  3. Nicht anstechen. Auch eine leere Kartusche nicht aufbohren oder zerdrücken. Dafür gibt es keinen Grund, und Restgas kann austreten.
  4. Kappe drauf. Die Schutzkappe aufsetzen, dann ab in den Gelben Sack oder zum Wertstoffhof, je nachdem, was Ihre Kommune vorsieht.

Lässt sich eine Kartusche nicht mehr leer brennen, etwa weil das Gerät kaputt ist, bringen Sie sie mit Restinhalt zum Schadstoffmobil. Wer Stechkartuschen mit Ventilgeräten nutzen möchte, findet unter Stechkartuschen-Adapter Hinweise zur sicheren Verwendung.

Gaskartuschen und Gasflaschen haben nichts in einem Lagerfeuer, Grill oder Ofen zu suchen, auch nicht, wenn sie leer scheinen. Schon die Wärme lässt den Druck steigen, bis der Behälter platzt.

Gasflaschen sicher lagern

Die Frage nach der Entsorgung stellt sich oft, wenn die Flasche nach dem Sommer irgendwo stehen muss. Propan und Butan sind schwerer als Luft. Tritt Gas aus, sammelt es sich am Boden, in Kellern, Gruben oder Schächten, wo es sich unbemerkt ansammelt und durch einen Funken entzündet werden kann. Daraus ergeben sich einige Grundregeln:

  • Nie im Keller oder in Räumen unter Erdgleiche, nicht in Garagen mit Montagegrube, nicht neben Kellerabgängen oder Gullys.
  • Nicht in Treppenhäusern, Fluren und Durchgängen, weil das Fluchtwege sind.
  • Stehend und gesichert, damit die Flasche nicht umfällt; Ventil zu, Schutzkappe drauf.
  • Kühl und gut belüftet, geschützt vor direkter Sonne und Hitzequellen.
  • Am besten im Freien, etwa auf der Terrasse oder in einem belüfteten Gasflaschenschrank.

In einer Mietwohnung kommt die Hausordnung dazu. Viele Vermieter untersagen das Lagern von Gasflaschen auf dem Balkon oder in der Wohnung ganz, und auch die Hausratversicherung kann Vorgaben machen. Fragen Sie im Zweifel nach, bevor Sie die Reserveflasche für den Gasgrill auf den Balkon stellen. Detaillierte Vorschriften für Mengen und Räume gibt es; für den Privathaushalt reicht meist: so wenig Flaschen wie möglich, nie im Keller, nie im Fluchtweg.

Transport im Auto

Bringen Sie Gasflaschen stehend und gegen Umfallen gesichert zum Händler, mit geschlossenem Ventil und aufgesetzter Schutzkappe. Lassen Sie ein Fenster einen Spalt offen, fahren Sie direkt hin und lassen Sie die Flasche nicht im aufgeheizten Auto stehen. Rauchen ist dabei selbstverständlich tabu.

Riecht es nach Gas?

Flüssiggas ist mit einem Geruchsstoff versetzt, damit man Lecks bemerkt. Riecht es nach Gas: keine Schalter betätigen, kein Feuer, keine Funken. Ventil schließen, wenn das gefahrlos geht, lüften und den Bereich verlassen. Bei starkem Geruch oder wenn Sie das Leck nicht beheben können, von draußen die 112 anrufen. Arbeiten an Gasleitungen und fest installierten Anlagen gehören immer in Fachhand. Undichte oder beschädigte Flaschen bringen Sie nicht selbst weg, sondern melden sie dem Gashändler.

Häufige Fragen

Wo kann ich eine alte Gasflasche entsorgen?

Beim Gashändler: an Tauschstellen im Baumarkt, an Tankstellen oder beim Flüssiggasversorger. Pfandflaschen bringen dort das Pfand zurück, Eigentumsflaschen werden getauscht oder zurückgenommen, manchmal gegen eine kleine Gebühr. Der Wertstoffhof nimmt Gasflaschen in der Regel nicht an.

Muss die Gasflasche zur Rückgabe leer sein?

Nein. Drehen Sie das Ventil zu und geben Sie die Flasche so ab, wie sie ist. Gas absichtlich ausströmen zu lassen, ist gefährlich und unnötig.

Wie entsorge ich leere Gaskartuschen?

Restlos leer gebrannte Kartuschen kommen je nach Kommune in den Gelben Sack, die Wertstofftonne oder zum Wertstoffhof. Kartuschen mit Restinhalt gehören zum Schadstoffmobil. Nie anstechen und nie ins Feuer werfen.

Darf ich eine Gasflasche in der Mietwohnung lagern?

Das regeln Hausordnung und Mietvertrag, und viele Vermieter untersagen es. Unabhängig davon gilt: nie im Keller oder unter Erdgleiche, nie im Treppenhaus oder Flur, möglichst im Freien, kühl und gut belüftet.

Wohin mit einer Gasflasche ohne Pfandbeleg?

Eine Pfandflasche ohne Beleg nehmen Gashändler meist trotzdem zurück, das Pfand gibt es dann aber oft nicht. Fragen Sie beim Händler nach; entsorgen müssen Sie die Flasche in jedem Fall über ihn.