Kühlschrank entsorgen: Abholung, Rücknahme und Kosten

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Einen alten Kühlschrank bringen Sie zum Wertstoffhof, lassen ihn von der Kommune abholen oder geben ihn beim Kauf eines neuen Geräts dem Händler mit. In den Sperrmüll ohne Anmeldung oder gar an den Straßenrand gehört er nicht. Kühlgeräte enthalten Kältemittel und Isolierschaum, die in einer Fachanlage kontrolliert abgesaugt werden müssen; deshalb zerlegen Sie das Gerät nicht selbst und behandeln es beim Transport pfleglich.
Wohin gehört ein alter Kühlschrank?
Kühlschränke, Gefrierschränke, Gefriertruhen, Weinkühlschränke und Minibars zählen zu den Wärmeüberträgern und werden getrennt vom übrigen Elektroschrott gesammelt. Welche Wege es bei Ihnen gibt und was sie kosten, regelt die örtliche Abfallsatzung. Die Abfallberatung oder Abfall-App Ihrer Stadt beziehungsweise Ihres Landkreises gibt verbindlich Auskunft; hier steht der Regelfall in Deutschland.
| Situation | Richtiger Weg |
| Sie kaufen einen neuen Kühlschrank | Händler nimmt das Altgerät bei der Lieferung mit, die Mitnahme ist kostenlos |
| Kein Neukauf, Transport möglich | selbst zum Wertstoffhof bringen, meist kostenlos |
| Kein Neukauf, kein Auto | Abholung durch die Kommune als Elektrogroßgerät oder zusammen mit dem Sperrmüll, nach Anmeldung |
| Gerät funktioniert noch | verschenken oder verkaufen, wenn es nicht zu alt und stromhungrig ist |
| Kühlbox mit Kompressor oder Stecker | ebenfalls Elektroschrott |
Einen Überblick über Großgeräte und alles mit Stecker gibt Elektroschrott entsorgen, die Anmeldung der Abholung läuft in vielen Orten wie beim Sperrmüll.
Warum Sie einen Kühlschrank nie selbst zerlegen
Im Kühlkreislauf zirkuliert ein Kältemittel. Ältere Geräte enthalten oft noch FCKW oder andere klimaschädliche Stoffe, neuere meist Isobutan, das brennbar ist. Auch der Isolierschaum in Wänden und Tür wurde bei älteren Geräten mit klimaschädlichen Treibmitteln aufgeschäumt. In Recyclinganlagen werden Kältemittel und Treibgase in geschlossenen Anlagen abgesaugt, bevor das Gerät zerkleinert wird. Wer die Leitungen auf der Rückseite abknickt, ansägt oder den Kompressor abschraubt, lässt diese Gase unkontrolliert entweichen, bei Isobutan besteht zusätzlich Brandgefahr. Bauen Sie deshalb weder Kompressor noch Leitungen aus, auch wenn Schrotthändler am Kupfer interessiert sind. Nur Einlegeböden, Schubladen und Eiswürfelschalen dürfen Sie herausnehmen.
So bereiten Sie den Kühlschrank vor
- Leeren. Lebensmittel verbrauchen, verschenken oder in einer Kühltasche zwischenlagern.
- Ausschalten und abtauen. Stecker ziehen und das Gefrierfach mit offener Tür abtauen lassen, Tücher und eine flache Schale unterlegen. Wie das schnell und ohne Schraubendreher im Eis geht, steht unter Kühlschrank abtauen.
- Reinigen und trocknen. Innenraum auswischen und mit offener Tür einige Stunden trocknen lassen. Das ist besonders wichtig, wenn das Gerät weitergegeben wird oder länger bis zur Abholung steht; sonst riecht es schnell. Hinweise zum Putzen finden Sie unter Kühlschrank reinigen.
- Lose Teile sichern. Glasböden und Schubladen herausnehmen oder mit Klebeband fixieren, damit beim Tragen nichts zerbricht.
- Tür sichern. Kleben Sie die Tür mit Klebeband zu oder lehnen Sie das Gerät so an die Wand, dass sie sich nicht öffnen lässt. Besonders alte Kühlschränke mit Schnappverschluss können für spielende Kinder zur Falle werden, wenn sie irgendwo abgestellt stehen.
- Anschlüsse lösen. Bei Einbaugeräten die Befestigung am Umbauschrank lösen, bei Geräten mit Wasseranschluss für Eisbereiter vorher das Wasser abstellen.
Transport: aufrecht, gut gesichert, nicht auf dem Rücken
Ein Kühlschrank sollte möglichst aufrecht transportiert werden. Liegt er, kann Kompressoröl in die Leitungen laufen, und die Leitungen auf der Rückseite werden leicht beschädigt. Für ein Altgerät, das nicht mehr laufen soll, ist das vor allem deshalb wichtig, weil ein beschädigter Kreislauf Kältemittel verliert, bevor die Anlage es absaugen kann. Muss er doch liegen, dann auf der Seite und nicht auf dem Rücken, wo die Leitungen verlaufen.
Ein Standkühlschrank wiegt oft 50 Kilogramm und mehr, eine Kühl-Gefrier-Kombination deutlich mehr. Tragen Sie ihn zu zweit, am besten mit einer Sackkarre und Spanngurten. Für den neuen Kühlschrank gilt übrigens: Nach dem Transport einige Stunden stehen lassen, bevor Sie ihn einschalten; die genaue Zeit nennt die Bedienungsanleitung.
Abholung durch Händler oder Kommune
Kaufen Sie einen neuen Kühlschrank bei einem Händler mit größerer Verkaufsfläche für Elektrogeräte und lassen ihn liefern, muss er Sie beim Kauf fragen, ob er das Altgerät mitnehmen soll. Die Mitnahme selbst ist dann kostenlos. Für Zusatzleistungen wie Anschluss, das Ausbauen eines Einbaugeräts oder das Tragen aus dem Keller verlangen manche Händler Geld; klären Sie das beim Kauf und stellen Sie das Altgerät am Liefertag abgetaut und leer bereit. Größere Online-Händler haben dieselbe Pflicht bei Lieferung ins Haus.
Ohne Neukauf holt in vielen Städten und Landkreisen die Abfallwirtschaft Kühlgeräte ab, meist auf Anmeldung per Telefon, Online-Formular oder Sperrmüllkarte. Manche Kommunen machen das kostenlos, andere verlangen eine Gebühr. Stellen Sie das Gerät erst zum Abholtermin an die angegebene Stelle und nie irgendwo ab, wo es tagelang steht. Kühlschränke vom Straßenrand sind oft schon von Metallsammlern aufgebrochen worden, bevor die Abfuhr kommt.
Weitergeben oder doch lieber ersetzen?
Ein funktionierender Kühlschrank ist für Studierende, Gartenlauben oder Partyräume oft willkommen. Ehrlicherweise gilt aber: Sehr alte Geräte verbrauchen deutlich mehr Strom als neue, und ein Zweitkühlschrank im Keller, der fast leer läuft, kostet übers Jahr spürbar Geld. Weitergeben lohnt sich vor allem bei Geräten, die erst einige Jahre alt sind und sauber schließen. Ein uralter Kühlschrank ist beim Recycling besser aufgehoben als in einem anderen Keller. Wo sich im Haushalt sonst noch Strom sparen lässt, steht unter Energiesparen im Haushalt.
Kosten
Für Privathaushalte ist die Abgabe am Wertstoffhof in aller Regel kostenlos, denn Elektroaltgeräte werden über die Hersteller finanziert. Eine Abholung durch die Kommune ist je nach Ort kostenlos oder kostet eine Gebühr, meist in der Größenordnung einer Sperrmüllabholung. Die Mitnahme durch den Händler beim Neukauf ist kostenlos, Nebenleistungen können extra kosten. Private Entrümpler verlangen je nach Aufwand mehr.
Häufige Fragen
Darf ich einen Kühlschrank in den Sperrmüll geben?
Nur wenn Ihre Kommune Kühlgeräte über die Sperrmüllabfuhr einsammelt, und dann meist mit gesonderter Anmeldung. Viele Kommunen holen Elektrogroßgeräte getrennt vom übrigen Sperrmüll ab, weil sie in eigene Recyclinganlagen gehen. Stellen Sie das Gerät nicht einfach zu anderem Sperrmüll dazu.
Muss der Händler meinen alten Kühlschrank mitnehmen?
Wenn er eine größere Verkaufsfläche für Elektrogeräte hat und Sie bei ihm ein neues Kühlgerät kaufen und liefern lassen, muss er die kostenlose Mitnahme des Altgeräts anbieten. Ohne Neukauf ist er zu einer Abholung nicht verpflichtet; dann bleibt der Wertstoffhof oder die Abholung durch die Kommune.
Darf ich einen Kühlschrank liegend transportieren?
Besser nicht. Aufrecht ist der sichere Weg, weil die Leitungen am Rücken empfindlich sind. Wenn es nicht anders geht, legen Sie ihn auf die Seite, nicht auf den Rücken, und polstern ihn gut ab.
Was kostet es, einen Kühlschrank abholen zu lassen?
Das hängt von der Kommune ab: In manchen Orten ist die Abholung kostenlos, in anderen fällt eine Gebühr an. Beim Neukauf mit Lieferung ist die Mitnahme durch den Händler kostenlos. Die Abgabe am Wertstoffhof ist für Privatleute meist gratis.
Kann ich den Kühlschrank an einen Schrotthändler geben?
Davon ist abzuraten. Elektroaltgeräte aus Privathaushalten gehören zu den offiziellen Sammelstellen, also zu Wertstoffhof, Kommune oder Händler. Schrottsammler interessieren sich meist nur für Metall und Kompressor, und beim Ausbauen entweicht das Kältemittel.



