Handtücher waschen: Temperatur, Waschmittel und wie oft

Inhalt10 Abschnitte
- Die Kurzübersicht: Temperatur, Programm, Waschmittel
- Warum 60 °C die Regel sind
- Handtücher waschen – Schritt für Schritt
- Weichspüler: der häufigste Fehler
- Trocknen: schnell und vollständig
- Wie oft Handtücher gewechselt werden
- Neue Handtücher vor dem ersten Gebrauch waschen
- Wenn Handtücher trotz Wäsche riechen
- Unsere Empfehlung
- Häufige Fragen
Handtücher waschen Sie am besten bei 60 °C im normalen Baumwollprogramm, mit Vollwaschmittel als Pulver und ohne Weichspüler. So werden sie hygienisch sauber, bleiben saugfähig und riechen nicht muffig. Das Pflegeetikett hat Vorrang – was die Zeichen bedeuten, erklärt der Beitrag Waschsymbole.
Die Kurzübersicht: Temperatur, Programm, Waschmittel
| Was | Temperatur | Programm | Waschmittel | Trockner |
| Weiße und helle Frotteehandtücher | 60 °C | Baumwolle, nicht Eco | Vollwaschmittel als Pulver | ja |
| Bunte und dunkle Frotteehandtücher | 60 °C, im Alltag auch 40 °C | Baumwolle oder Buntwäsche | Colorwaschmittel, am besten als Pulver | ja |
| Geschirr- und Küchenhandtücher | 60 °C | Baumwolle, nicht Eco | Vollwaschmittel als Pulver | ja, nach Etikett |
| Handtücher aus Mikrofaser | nach Etikett, oft 40–60 °C | Pflegeleicht | Colorwaschmittel, nie Weichspüler | nur wenn erlaubt, niedrige Stufe |
| Handtücher mit Viskose aus Bambus | nach Etikett, oft 40 °C | Buntwäsche oder Pflegeleicht | Colorwaschmittel | nur wenn erlaubt |
Warum 60 °C die Regel sind
Ein Handtuch ist nach dem Abtrocknen feucht und warm, und es nimmt bei jeder Benutzung Hautschuppen, Hautfett und Keime auf. In diesem Klima vermehren sich Bakterien schnell; der muffige Geruch alter Handtücher ist ihr Werk. Bei 60 °C werden deutlich mehr Keime entfernt als bei 40 °C, und Fett löst sich besser aus dem dichten Frottee.
Die zweite Hälfte der Wirkung kommt aus dem Waschmittel. Vollwaschmittel in Pulverform enthält Bleiche auf Sauerstoffbasis, die Keime und Geruchsstoffe angreift. Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel enthalten keine Bleiche. Wer bunte Handtücher mit Colorwaschmittel wäscht, sollte deshalb erst recht bei 60 °C bleiben.
Im gesunden Haushalt sind 40 °C für Handtücher kein Fehler, wenn das Programm lang läuft und ein bleichehaltiges Pulver verwendet wird. Ist jemand krank, hat jemand Fuß- oder Nagelpilz oder teilen sich viele Menschen die Maschine, sind 60 °C mit Vollwaschmittel-Pulver die richtige Wahl. 95 °C braucht es im Haushalt dafür nicht; wann Kochwäsche noch Sinn hat, steht im Beitrag Kochwäsche.
Wichtig ist das Programm: Eco-Programme sparen Strom, indem sie länger und kühler waschen, und erreichen die aufgedruckte Temperatur nicht sicher. Für Handtücher, bei denen es auf Hygiene ankommt, nehmen Sie das normale Baumwollprogramm. Die Hintergründe stehen im Beitrag zum Eco-Programm der Waschmaschine.
Handtücher waschen – Schritt für Schritt
- Sortieren. Weiße und helle Handtücher zusammen, bunte und dunkle zusammen. Handtücher fusseln, deshalb nicht mit Funktionskleidung, Mikrofasertüchern oder dunklen Hosen waschen.
- Feuchte Tücher nicht sammeln. Ein nasses Handtuch im geschlossenen Wäschekorb riecht nach zwei Tagen. Erst trocknen lassen, dann in den Korb.
- Trommel locker füllen. Frottee saugt viel Wasser auf und braucht Platz. Die Trommel ist richtig beladen, wenn über der trockenen Wäsche noch gut eine Handbreit frei bleibt. Mehr dazu unter Waschmaschine beladen.
- Waschmittel genau dosieren. Nach Wasserhärte und Verschmutzung, wie auf der Packung angegeben. Zu viel Waschmittel wird nicht ausgespült und macht Frottee hart, zu wenig lässt Kalk und Fett im Gewebe.
- Weichspülerfach leer lassen. Warum, steht im nächsten Abschnitt.
- Normales Baumwollprogramm bei 60 °C starten. Schleudern dürfen Handtücher kräftig; je weniger Restwasser, desto schneller trocknen sie.
- Sofort herausnehmen. Nasse Handtücher, die Stunden in der Trommel liegen, riechen schon wieder, bevor sie trocken sind.
Weichspüler: der häufigste Fehler
Weichspüler macht Frottee beim ersten Griff weich, weil er die Fasern mit einem Film überzieht. Dieser Film ist wasserabweisend – und ein Handtuch, das Wasser abweist, verfehlt seinen Zweck. Mit jeder Wäsche wird die Schicht dicker, das Tuch schmiert das Wasser eher über die Haut, als es aufzunehmen. Mikrofaserhandtücher verlieren durch Weichspüler ihre Wirkung besonders schnell.
Sind Ihre Handtücher bretthart, liegt das selten am fehlenden Weichspüler, sondern an Kalk, zu viel Waschmittel und dem Trocknen ohne Bewegung. Was dagegen hilft, behandelt ausführlich der Beitrag Handtücher wieder weich bekommen.
Trocknen: schnell und vollständig
Am flauschigsten werden Handtücher im Trockner, weil die Bewegung die Schlingen aufrichtet. Baumwollfrottee verträgt den Trockner in aller Regel; bei Mikrofaser und Viskose entscheidet das Etikett. Auf der Leine schütteln Sie jedes Tuch vor dem Aufhängen und nach dem Trocknen kräftig aus, das lockert die Schlingen.
Entscheidend ist, dass Handtücher zügig und ganz trocken werden. In einem kühlen, schlecht gelüfteten Raum brauchen dicke Tücher länger als einen Tag und riechen danach muffig. Hinweise für die Wohnung gibt der Beitrag Wäsche in der Wohnung trocknen. In den Schrank gehört nur, was sich bis in die Säume trocken anfühlt.
Wie oft Handtücher gewechselt werden
Eine amtliche Regel gibt es nicht, die Empfehlungen von Hauswirtschaft und Verbraucherberatung liegen aber nah beieinander. Als Faustregel für den Alltag:
- Duschhandtuch: nach etwa drei bis vier Benutzungen, also ein- bis zweimal in der Woche – vorausgesetzt, es trocknet dazwischen ausgebreitet auf einer Stange oder einem Heizkörper.
- Händehandtuch im Bad: alle zwei bis drei Tage, in einem Haushalt mit mehreren Personen eher öfter.
- Waschlappen: nach jeder Benutzung.
- Geschirr- und Küchenhandtuch: alle ein bis zwei Tage, nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch sofort.
- Sport- und Saunahandtuch: nach jedem Einsatz, weil es feucht in der Tasche liegt.
Früher wechseln sollten Sie, wenn das Tuch feucht bleibt, riecht oder jemand im Haushalt krank ist. Kranke bekommen ein eigenes Handtuch, das häufiger gewaschen wird.
Neue Handtücher vor dem ersten Gebrauch waschen
Neue Handtücher saugen oft enttäuschend schlecht. Das liegt an der Ausrüstung: Hersteller behandeln die Ware, damit sie im Regal weich und glänzend wirkt. Dazu kommen lose Fasern aus der Produktion und bei kräftigen Farben überschüssiger Farbstoff.
Waschen Sie neue Handtücher deshalb vor der ersten Benutzung einmal, bei der Temperatur auf dem Etikett und ohne Weichspüler. Dunkle und kräftig gefärbte Tücher laufen die ersten zwei, drei Male getrennt von heller Wäsche. Dass neue Tücher anfangs stark fusseln, ist normal und legt sich nach einigen Wäschen; das Flusensieb des Trockners sollten Sie in dieser Zeit nach jedem Durchgang leeren.
Wenn Handtücher trotz Wäsche riechen
Riechen Handtücher frisch gewaschen neutral, aber beim ersten Nasswerden wieder muffig, sitzen Bakterien und Waschmittelreste im Gewebe. Meist stecken zu niedrige Temperaturen, Flüssigwaschmittel und eine überladene Trommel dahinter. Eine Wäsche bei 60 °C im normalen Programm mit Vollwaschmittel-Pulver und locker gefüllter Trommel behebt das in vielen Fällen.
Hält der Geruch an, kommt er oft aus der Maschine selbst. Dann hilft der Beitrag Waschmaschine stinkt weiter, für die Wäsche der Beitrag Wäsche riecht muffig. Ein Hygienespüler ist im gesunden Haushalt nicht nötig, wenn Temperatur und Waschmittel stimmen.
Unsere Empfehlung
60 °C, normales Baumwollprogramm, Pulver, kein Weichspüler, Trommel nicht vollstopfen und danach zügig trocknen: Mehr braucht ein Handtuch nicht. Wer dazu das Duschhandtuch nach drei bis vier Benutzungen tauscht und es zwischendurch ausgebreitet trocknen lässt, hat weder mit Geruch noch mit grauen, harten Tüchern zu tun.
Häufige Fragen
Handtücher bei 40 oder 60 Grad waschen?
In der Regel bei 60 °C. Im gesunden Haushalt reichen 40 °C mit einem bleichehaltigen Vollwaschmittel-Pulver und langem Programm oft aus. Bei Krankheit, Pilzinfektionen oder muffigem Geruch sollten es 60 °C im normalen Baumwollprogramm sein.
Welches Waschmittel für Handtücher?
Für weiße und helle Handtücher Vollwaschmittel als Pulver, weil es Bleiche enthält. Für bunte und dunkle Colorwaschmittel, damit die Farben nicht verblassen. Flüssigwaschmittel wäscht sauber, enthält aber keine Bleiche und ist für Handtücher nur zweite Wahl.
Darf man Handtücher mit Kleidung zusammen waschen?
Ja, mit unempfindlicher Baumwollwäsche, die dieselbe Temperatur verträgt, etwa Bettwäsche oder Unterwäsche aus Baumwolle. Nicht geeignet sind Stücke, an denen Flusen haften oder die Reißverschlüsse und Haken haben: Diese ziehen Fäden aus den Schlingen.
Wie viele Handtücher passen in eine Waschmaschine?
Das hängt von Größe und Dicke der Tücher ab. Maßgeblich ist nicht die Stückzahl, sondern der Platz: Über der trockenen Ladung sollte noch gut eine Handbreit frei sein. Eine fest gestopfte Trommel wäscht und spült schlecht.
Warum ziehen Handtücher Fäden?
Die Schlingen von Frottee bleiben an Reißverschlüssen, Klettverschlüssen und BH-Haken hängen. Gezogene Fäden schneiden Sie mit der Schere bündig ab, nicht herausziehen. Das Gewebe löst sich dadurch nicht auf.



