Wäsche in der Wohnung trocknen, ohne Schimmel zu riskieren

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Wäsche in der Wohnung trocknen ist in Ordnung, solange die Feuchtigkeit auch wieder hinauskommt. Schleudern Sie die Wäsche hoch, stellen Sie den Ständer in einen beheizten Raum, lüften Sie mehrmals täglich kurz und kräftig, und behalten Sie die Luftfeuchte mit einem Hygrometer im Blick. Das Schlafzimmer ist dafür der ungünstigste Ort.
Wie viel Wasser in die Luft geht
Frisch geschleuderte Wäsche ist noch längst nicht trocken. Je nach Schleuderdrehzahl steckt in einer vollen Maschinenladung als grobe Größenordnung zwischen zwei und vier Litern Wasser, bei schwach geschleuderter Wäsche und großen Trommeln auch mehr. Dieses Wasser verdunstet in den Raum. Dazu kommen Kochen, Duschen und die Feuchte, die Menschen und Pflanzen abgeben.
Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Trifft feuchte Raumluft auf kalte Flächen – Außenwände, Fensterlaibungen, Ecken hinter Möbeln –, kühlt sie dort ab, und das Wasser schlägt sich nieder. An diesen Stellen entsteht Schimmel, oft zuerst unsichtbar hinter dem Schrank. Wie Sie ihn erkennen und entfernen, steht im Beitrag Schimmel in der Wohnung.
Der richtige Ort
- Gut: ein beheizter Raum mit Fenster, den Sie gut lüften können, etwa Bad, Flur oder ein wenig genutztes Zimmer. Ein Abstellraum geht nur, wenn er ein Fenster hat.
- Balkon: Im Sommer ideal, in den Übergangszeiten bei trockenem Wetter ebenfalls. Im Winter trocknet Wäsche draußen bei Frost zwar langsam, aber sie trocknet, weil die kalte Luft sehr trocken ist.
- Keller: Nur, wenn er trocken ist und gelüftet werden kann. In kalten, feuchten Kellern trocknet Wäsche langsam, riecht muffig und treibt die Kellerfeuchte weiter nach oben.
- Schlafzimmer: Ungünstig. Schlafzimmer sind oft kühler, nachts kommt die Atemfeuchte dazu, und gelüftet wird in dieser Zeit kaum. Das ist die klassische Kombination für Schimmel an der Außenwand.
Stellen Sie den Ständer mit Abstand zu Wänden und Möbeln auf, am besten in die Nähe der Heizung, aber nicht direkt davor. Wäsche auf dem Heizkörper trocknet zwar schnell, blockiert aber die Wärmeabgabe und kann empfindliche Stoffe verziehen.
Schritt für Schritt: Wäsche drinnen trocknen
- Hoch schleudern. So hoch, wie das Pflegeetikett erlaubt. Der Unterschied zwischen 800 und 1.400 Umdrehungen macht grob einen Liter Wasser je Ladung aus, das nicht in die Raumluft muss.
- Sofort aufhängen. Wäsche, die nass in der Trommel liegt, beginnt zu riechen.
- Luftig aufhängen. Mit Abstand, Teile nicht doppelt gefaltet, dicke Stücke außen. Je schneller die Wäsche trocknet, desto besser riecht sie.
- Tür schließen. Die Tür des Trockenraums geschlossen halten, damit sich die Feuchte nicht in der ganzen Wohnung verteilt.
- Stoßlüften. Mehrmals täglich die Fenster für einige Minuten weit öffnen, im Winter fünf bis zehn Minuten, in der Übergangszeit länger. Gekippte Fenster tauschen wenig Luft aus und kühlen die Laibung aus.
- Heizen. Den Raum nicht auskühlen lassen. Kalte Wände sind das eigentliche Problem.
- Luftfeuchte messen. Mit einem Hygrometer sehen Sie, ob das Lüften genügt.
Wie Sie richtig lüften, erklärt der Beitrag Richtig lüften ausführlich.
Das Hygrometer als Wegweiser
Ein einfaches digitales Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchte. In Wohnräumen gelten im Winter etwa 40 bis 60 Prozent als unbedenklich. Steigt der Wert beim Wäschetrocknen dauerhaft über 60 Prozent, und das über Stunden, sollten Sie öfter lüften oder einen Luftentfeuchter einsetzen. Kurze Spitzen direkt nach dem Aufhängen sind normal. Hilfreich ist ein Gerät, das auch den Höchstwert speichert; so sehen Sie, was nachts passiert.
Weitere Wege, die Feuchte zu senken, stehen im Beitrag Luftfeuchtigkeit senken.
Luftentfeuchter oder Wäschetrockner
Wer regelmäßig drinnen trocknen muss und wenig lüften kann, hat zwei Möglichkeiten:
- Ein elektrischer Luftentfeuchter im geschlossenen Trockenraum zieht das Wasser direkt aus der Luft und beschleunigt das Trocknen deutlich. Kompressorgeräte arbeiten in beheizten Räumen effizient, Adsorptionsgeräte auch in kalten Kellern. Granulat-Entfeuchter ohne Strom nehmen dagegen nur geringe Mengen auf und reichen für Wäsche nicht aus.
- Ein Wärmepumpentrockner nimmt die Feuchtigkeit gar nicht erst in die Wohnung. Er verbraucht deutlich weniger Strom als ältere Kondens- oder Ablufttrockner. Kondenstrockner geben einen Teil der Wärme an den Raum ab, Ablufttrockner brauchen einen Schlauch nach draußen.
Aus dem Trockner riecht Wäsche oft besser, weil sie schnell trocknet. Riecht sie trotzdem muffig oder verbrannt, sind meist Flusensieb oder Wärmetauscher verschmutzt; mehr dazu im Beitrag Wäsche riecht muffig. Weiße Wäsche verträgt den Trockner gut, sofern das Etikett ihn erlaubt; Baumwolle im Programm „Schranktrocken“, Pflegeleichtes auf niedriger Stufe.
Draußen trocknen: Sonne, Balkon, Nacht
Draußen trocknet Wäsche am schnellsten und riecht am frischesten. Sonnenlicht bleicht leicht und hilft bei weißer Wäsche gegen einen Gelbstich. Bunte und dunkle Sachen dagegen auf links und im Schatten trocknen, sonst verblassen die Farben. Im Sommer spricht nichts gegen Trocknen über Nacht, nur Tau kann die Wäsche am Morgen wieder feucht machen. Weiße Wäsche lockt bei warmem Wetter Insekten an, auch kleine Fliegen, die Spuren hinterlassen können; kurz ausschütteln hilft. Riecht draußen getrocknete Wäsche nach Rauch oder erdig, liegt das an Kaminen, Grills oder Feldarbeit in der Nähe.
Was der Mietvertrag sagt
Als Tendenz gilt: Wäsche in der Wohnung zu trocknen gehört zum üblichen Wohngebrauch, ein generelles Verbot im Mietvertrag hält meist nicht. Der Vermieter kann aber verlangen, dass Sie dabei ausreichend lüften und heizen, und die Hausordnung kann das Trocknen auf dem Balkon regeln, etwa sichtbare Wäsche über der Brüstung. Gibt es im Haus einen Trockenraum, ändert das nichts an der Wohnungsnutzung, kann aber in der Hausordnung erwähnt werden. Im Zweifel lohnt ein Blick in Mietvertrag und Hausordnung oder ein Gespräch mit dem Vermieter, bei Streit eine Beratung beim Mieterverein.
Häufige Fragen
Darf ich Wäsche im Schlafzimmer trocknen?
Erlaubt ist es, ratsam meist nicht. Schlafzimmer sind oft kühl und werden nachts kaum gelüftet, dazu kommt die Atemfeuchte. Wenn es nicht anders geht, tagsüber trocknen, heizen und mehrmals lüften.
Wie lange darf Wäsche drinnen zum Trocknen brauchen?
Idealerweise ist sie nach einem Tag trocken. Braucht sie länger, ist der Raum zu kalt oder die Luft zu feucht, und die Wäsche beginnt zu riechen.
Hilft ein Deckenwäscheständer?
Unter der Decke ist die Luft wärmer, die Wäsche trocknet dort etwas schneller. Die Feuchte muss aber trotzdem durch Lüften hinaus. Praktisch ist so ein Ständer vor allem, wenn der Platz am Boden fehlt.
Bekomme ich Schimmel, wenn ich Wäsche in der Wohnung trockne?
Nicht zwangsläufig. Mit hohem Schleudern, Heizen und regelmäßigem Stoßlüften bleibt die Feuchte im Rahmen. Kritisch wird es, wenn dauerhaft über 60 Prozent Luftfeuchte gemessen werden oder sich Wasser an Fenstern sammelt.



