Babykleidung waschen: Temperatur, Waschmittel, erste Wäsche

Inhalt9 Abschnitte
- Warum neue Babykleidung vor dem ersten Tragen in die Wäsche gehört
- Welche Temperatur ist richtig?
- Welches Waschmittel?
- Warum Weichspüler weggelassen wird
- Babykleidung waschen: Schritt für Schritt
- Muttermilch, Milchnahrung und Brei: Flecken kalt vorbehandeln
- Wie oft waschen, und was mit Stoffwindeln?
- Trocknen, Bügeln und Aufbewahren
- Häufige Fragen
Babykleidung waschen Sie vor dem ersten Tragen einmal, danach bei 30 bis 40 °C mit einem milden Waschmittel ohne Duft- und Farbstoffe und ohne Weichspüler. Stark verschmutzte Bodys, Spucktücher und Lätzchen dürfen bei Bedarf auch mit 60 °C in die Maschine, sofern das Pflegeetikett das zulässt. Wichtiger als hohe Temperaturen sind die richtige Dosierung und ein gründliches Ausspülen.
Die Hinweise hier gelten für gesunde Säuglinge. Hat Ihr Kind empfindliche Haut, Neurodermitis oder einen Ausschlag, der nicht abklingt, klären Sie Pflege und Waschmittel mit der Kinderarztpraxis.
Warum neue Babykleidung vor dem ersten Tragen in die Wäsche gehört
Neue Textilien haben einen weiten Weg hinter sich. Beim Färben, Veredeln und Transport können Rückstände in der Faser bleiben, etwa Farbstoffüberschüsse, Appreturen, die den Stoff glatt und formstabil machen sollen, oder Staub aus Lager und Verpackung. Eine Wäsche vor dem ersten Tragen spült vieles davon aus. Das gilt auch für Kleidung mit Öko-Siegel und für geschenkte oder gebrauchte Sachen; Letztere riechen oft nach dem Waschmittel des Vorbesitzers.
Planen Sie das rechtzeitig ein: Die Erstausstattung lässt sich einige Wochen vor der Geburt waschen, trocknen und staubfrei im Schrank verstauen. Was zur Grundausstattung gehört, steht unter Baby-Grundausstattung.
Welche Temperatur ist richtig?
Für die allermeisten Babysachen reichen 30 bis 40 °C. Moderne Waschmittel lösen normale Verschmutzungen schon bei niedrigen Temperaturen, und die Kleidung bleibt länger in Form und Farbe. Achten Sie auf das Pflegeetikett; was die Symbole bedeuten, erklärt der Ratgeber Waschsymbole.
60 °C sind sinnvoll, wenn Wäsche stark verschmutzt ist oder hygienisch gründlicher gewaschen werden soll: Bodys nach einem ausgelaufenen Windelmalheur, Spucktücher, Lätzchen, Mullwindeln, Waschlappen und Handtücher. Auch wenn im Haushalt jemand einen Magen-Darm-Infekt hat, ist eine heißere Wäsche für die betroffenen Textilien vernünftig. Bunte Sachen aus Mischgewebe oder mit Aufdruck vertragen 60 °C oft nicht; sie bleiben bei 40 °C.
Welches Waschmittel?
Ein mildes Waschmittel ohne Duftstoffe und ohne Farbstoffe ist für Babykleidung die übliche Wahl. Duftstoffe gehören zu den häufigen Auslösern von Hautreizungen und bringen für die Sauberkeit nichts. Spezielle Baby-Waschmittel sind nicht zwingend nötig; viele Waschmittel für empfindliche Haut oder Allergiker erfüllen denselben Zweck. Ob Enzyme für Ihr Kind eine Rolle spielen, lesen Sie unter Enzymfreies Waschmittel.
Entscheidend ist die Menge. Zu viel Waschmittel wird nicht vollständig ausgespült und bleibt in der Faser. Dosieren Sie nach Wasserhärte und Verschmutzung, wie unter Waschmittel dosieren beschrieben, und wählen Sie bei empfindlicher Haut die Zusatzoption „Extra spülen“, wenn Ihre Maschine sie hat.
Warum Weichspüler weggelassen wird
Weichspüler legt einen feinen Film auf die Fasern. Das macht die Wäsche weich, enthält aber meist Duftstoffe und kann die Saugfähigkeit von Handtüchern, Mullwindeln und Stoffwindeln verringern. Für Babyhaut bringt er keinen Vorteil. Wer weiche Wäsche möchte, trocknet sie im Trockner oder schüttelt sie vor dem Aufhängen kräftig aus. Luftgetrocknete Frotteesachen werden auch nach dem ersten Tragen wieder weicher.
Babykleidung waschen: Schritt für Schritt
- Sortieren. Weiße und helle Sachen getrennt von kräftig farbigen waschen, neue dunkle Kleidung die ersten Male separat.
- Verschlüsse schließen. Druckknöpfe und Klettverschlüsse schließen, Kleidung auf links drehen. So hakt nichts, und Aufdrucke halten länger.
- Kleinteile schützen. Söckchen, Mützen und Fäustlinge in ein Wäschenetz geben, sonst verschwinden sie in der Türmanschette.
- Vorbehandeln. Flecken kalt ausspülen und vorbehandeln, siehe unten.
- Richtig beladen. Die Trommel nicht überfüllen; eine Handbreit Luft über der Wäsche hilft beim Ausspülen. Mehr dazu unter Waschmaschine beladen.
- Temperatur und Waschmittel wählen. Meist 30 bis 40 °C, mildes Waschmittel, sparsam dosiert, kein Weichspüler.
- Gründlich spülen und trocknen. Bei Bedarf einen zusätzlichen Spülgang wählen. Danach auf der Leine oder im Trockner trocknen, je nach Etikett.
Muttermilch, Milchnahrung und Brei: Flecken kalt vorbehandeln
Milchflecken enthalten Eiweiß. Heißes Wasser lässt Eiweiß gerinnen, der Fleck setzt sich dann fest in der Faser. Spülen Sie Milch- und Spuckflecken deshalb zuerst mit kaltem Wasser aus, möglichst bevor sie antrocknen. Danach reiben Sie den Fleck mit etwas Gallseife oder Waschmittel ein, lassen es kurz einwirken und waschen normal.
Brei aus Karotte, Kürbis oder Tomate hinterlässt orangefarbene Flecken. Auch hier zuerst kalt ausspülen und mit Gallseife vorbehandeln. Bleibt ein Schatten zurück, hilft oft Sonnenlicht: Die Farbstoffe dieser Gemüse bleichen in der Sonne aus. Weitere Methoden für einzelne Fleckenarten finden Sie im Ratgeber Flecken entfernen.
Chlorbleiche und aggressive Fleckenmittel gehören nicht an Babykleidung. Sie greifen Fasern an, und Reste können die Haut reizen. Wenn ein Fleckenmittel nötig ist, wählen Sie eines ohne Chlor und spülen die Stelle danach gründlich aus.
Wie oft waschen, und was mit Stoffwindeln?
Bodys, Strampler und Söckchen wandern nach jedem Tragen in die Wäsche, weil sie direkt auf der Haut liegen und oft etwas abbekommen. Pullover, Jacken und Mützen können mehrmals getragen werden, solange sie sauber aussehen und nicht riechen. Schlafsäcke waschen Sie bei Bedarf und regelmäßig, etwa alle ein bis zwei Wochen.
Stoffwindeln haben eigene Regeln: Die Hersteller geben meist 60 °C an, dazu ein Vollwaschmittel ohne Weichspüler und Pflegezusätze, damit die Saugfähigkeit erhalten bleibt. Folgen Sie hier der Anleitung des Windelsystems.
Trocknen, Bügeln und Aufbewahren
Babykleidung trocknet am besten an der Luft oder im Trockner, je nach Pflegeetikett. Baumwolle läuft im Trockner bei hoher Stufe oft etwas ein; kleine Bodys werden dann schnell eine Nummer kleiner. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die Schonstufe oder hängt die Sachen auf. Draußen getrocknete Wäsche nimmt im Frühjahr allerdings Pollen auf; bei Kindern mit Heuschnupfen in der Familie trocknen Sie in dieser Zeit besser drinnen.
Bügeln ist bei Babykleidung nicht nötig. Glattziehen und ordentlich aufhängen genügt. Die saubere Kleidung bewahren Sie trocken und staubfrei im Schrank oder in einer geschlossenen Box auf. Sachen, die eine Weile nicht gebraucht wurden, etwa die nächste Größe, riechen nach Monaten im Schrank manchmal muffig; dann waschen Sie sie vor dem Tragen einmal kurz durch.
Häufige Fragen
Muss man Babykleidung vor dem ersten Tragen wirklich waschen?
Ja, das ist zu empfehlen. Die Wäsche entfernt Rückstände aus Herstellung und Transport und macht den Stoff oft weicher. Das gilt auch für Geschenke und gebrauchte Kleidung.
Darf man Babywäsche mit der Wäsche der Eltern waschen?
Ja, wenn für beide dasselbe milde Waschmittel ohne Duftstoffe verwendet wird. Stark verschmutzte Arbeitskleidung oder Sportwäsche mit Fleckenmittel waschen Sie besser getrennt.
Welche Temperatur braucht Babykleidung?
Normal verschmutzte Kleidung wird bei 30 bis 40 °C sauber. Für Spucktücher, Lätzchen, Mullwindeln und stark verschmutzte Bodys ist bei Bedarf 60 °C sinnvoll, sofern das Etikett es erlaubt.
Wann sollte ich die Kinderarztpraxis fragen?
Wenn Ihr Kind Rötungen, Juckreiz, trockene Stellen oder einen Ausschlag entwickelt, der nach einem Waschmittelwechsel nicht abklingt, oder wenn Sie eine Neurodermitis vermuten. Das Waschmittel ist dann nur eine von mehreren möglichen Ursachen.



