Unkraut entsorgen: Kompost oder Restmüll?

Inhalt8 Abschnitte
Unkraut entsorgen Sie je nach Art unterschiedlich: Junges Unkraut ohne Samen darf auf den Kompost, Samenträger und hartnäckige Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke gehören in die Biotonne. Dort wird es in den Kompostwerken so heiß, dass Samen und Wurzeln absterben; im Gartenkompost gelingt das selten. Giftige Pflanzen wie Jakobskreuzkraut fassen Sie nur mit Handschuhen an und entsorgen sie nach den Vorgaben Ihrer Kommune.
Wohin gehört Unkraut?
| Art des Unkrauts | Richtiger Weg |
| Junges Unkraut ohne Blüten und Samen | Kompost |
| Unkraut mit Samen oder Samenständen | Biotonne |
| Wurzelunkräuter: Giersch, Quecke, Ackerwinde, Ackerschachtelhalm | Biotonne oder vorher vollständig vertrocknen lassen |
| Große Mengen | Grüngut-Sammelstelle oder Wertstoffhof |
| Jakobskreuzkraut | Restmüll oder Biotonne nach Vorgabe der Kommune, nie Kompost |
| Invasive Arten wie Japanischer Staudenknöterich | nach Vorgabe der Kommune, meist Restmüll |
| Unkrautvlies | Restmüll, große Mengen Wertstoffhof |
Gerade bei giftigen und invasiven Pflanzen legen die Kommunen den Weg unterschiedlich fest. Verbindlich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; die Abfallberatung oder die Abfall-App gibt Auskunft. Die Tabelle zeigt den Regelfall.
Was auf den Kompost darf
Unkraut, das Sie früh im Jahr jäten, solange es klein ist und noch nicht geblüht hat, ist guter Kompost. Vogelmiere, junger Löwenzahn ohne Pfahlwurzel, Hirtentäschel vor der Samenbildung oder Franzosenkraut verrotten schnell. Mischen Sie es mit Häckselgut, Laub oder Rasenschnitt und geben Sie es in dünnen Schichten auf.
Der Knackpunkt ist die Temperatur. Ein Gartenkompost erwärmt sich nur, wenn viel frisches Material auf einmal aufgesetzt wird, und selbst dann nicht gleichmäßig. In den Randbereichen und in kleinen Haufen überleben Samen jahrelang, und mit dem fertigen Kompost verteilen Sie sie dann im ganzen Beet. Deshalb gilt: Blühendes oder samentragendes Unkraut gehört nicht auf den eigenen Kompost.
Brennnesseln sind ein Sonderfall. Die oberirdischen Teile ohne Samen sind wertvoller Kompost oder lassen sich zu Brennnesseljauche ansetzen, die gelben Wurzelausläufer dagegen treiben wieder aus und gehören in die Biotonne.
Wurzelunkräuter: Giersch, Quecke und Co.
Manche Unkräuter vermehren sich weniger über Samen als über ihre Wurzeln. Beim Giersch reicht ein kleines Stück Rhizom, damit eine neue Pflanze austreibt. Quecke bildet lange, weiße Ausläufer, Ackerwinde und Ackerschachtelhalm wurzeln so tief, dass man sie kaum vollständig erwischt. Auf dem Kompost treiben solche Wurzeln einfach weiter.
Diese Pflanzen gehören in die Biotonne. Die kommunalen Kompostwerke erreichen über längere Zeit Temperaturen, bei denen Wurzeln und Samen absterben. Wer keine Biotonne hat, kann Wurzelunkraut auf einer Folie in der Sonne vollständig vertrocknen lassen, bis es knisternd dürr ist, oder es einige Wochen in einer Tonne Wasser einweichen, bis die Wurzeln verfault sind. Erst dann ist es kompostierbar. Den Ansatz ohne jedes Restrisiko bietet nur die Biotonne.
Jakobskreuzkraut und andere giftige Pflanzen
Jakobskreuzkraut blüht von Juni bis in den Herbst leuchtend gelb, mit vielen kleinen, margeritenartigen Blüten an einem verzweigten Stängel. Die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen. Für Pferde und Rinder ist sie besonders gefährlich, vor allem getrocknet im Heu, weil die Tiere sie dort nicht mehr am Geschmack erkennen. Deshalb gilt:
- Mit Handschuhen ausreißen oder ausstechen, möglichst vor der Samenreife, und mit Wurzel.
- Nie auf den Kompost und nie in die Nähe von Weiden, Heu oder Grüngut, das verfüttert werden könnte.
- In Säcken entsorgen, je nach Vorgabe der Kommune über die Restmülltonne oder die Biotonne. Bei großen Mengen, etwa auf Pferdeweiden, beraten Landwirtschaftskammer oder Abfallbetrieb.
Vorsicht auch beim Riesen-Bärenklau: Sein Pflanzensaft macht die Haut lichtempfindlich, und unter Sonnenlicht entstehen schwere, verbrennungsähnliche Hautschäden. Hier gehören lange Kleidung, Handschuhe und Schutzbrille dazu, bei großen Beständen ein Fachbetrieb. Invasive Pflanzen wie der Japanische Staudenknöterich treiben schon aus winzigen Stängelstücken wieder aus; viele Kommunen verlangen, dass sie über den Restmüll entsorgt werden.
Große Mengen und was verboten ist
Wer einen verwilderten Garten auf einmal rodet, kommt mit einer Biotonne nicht weit. Grüngut-Sammelstellen und Wertstoffhöfe nehmen Gartenabfälle in größeren Mengen an, oft kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr. Samentragendes Unkraut ist dort in der Regel gut aufgehoben, weil es in professionellen Anlagen kompostiert wird. Mehr dazu unter Grünschnitt entsorgen.
Unkraut im Garten zu verbrennen, ist in vielen Bundesländern und Gemeinden verboten oder nur an bestimmten Tagen erlaubt. Gartenabfälle am Waldrand, auf Brachflächen oder in Bachnähe abzuladen, ist überall illegal und wird mit Bußgeld geahndet. Gerade Unkraut verbreitet sich von solchen Haufen aus weiter, und invasive Arten gelangen so erst in die Landschaft.
Unkraut in Fugen: Essig und Salz sind keine Lösung
Viele suchen nach Hausmitteln, um Unkraut aus Pflaster und Fugen loszuwerden. Essig, Salz und Unkrautvernichter dürfen auf Wegen, Einfahrten und Terrassen nicht verwendet werden, weil sie vom Regen in Kanalisation und Grundwasser gespült werden. Salz schädigt außerdem den Boden dauerhaft. Fugenkratzer, Fugenbürste, kochendes Wasser oder ein Abflammgerät sind die legalen Wege; Einzelheiten stehen unter Terrasse reinigen. Was ausgekratzt wurde, geht als Unkraut den Weg aus der Tabelle oben. Alte, nicht mehr gebrauchte Unkrautvernichter gehören übrigens zur Schadstoffannahme, siehe Pflanzenschutzmittel entsorgen.
Unkrautvlies entsorgen
Unkrautvlies besteht meist aus Polypropylen, also Kunststoff. Es ist keine Verpackung und gehört deshalb nicht in den Gelben Sack. Erde und Kies abschütteln, das Vlies zusammenrollen und in die Restmülltonne geben; größere Rollen nimmt der Wertstoffhof als Restmüll oder Sperrmüll an. Vlies, das unter Kies lag, ist oft mit Wurzeln durchwachsen. Die Wurzeln gehören, soweit es geht, abgezupft in die Biotonne.
Häufige Fragen
Wohin mit Unkraut im Garten?
Junges Unkraut ohne Samen auf den Kompost, Samenträger und Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke in die Biotonne. Große Mengen nimmt die Grüngut-Sammelstelle an.
Darf Unkraut in die Biotonne?
Ja, auch samentragendes Unkraut und Wurzelunkräuter. In den kommunalen Kompostwerken wird es heiß genug, um Samen und Wurzeln abzutöten. Ausnahmen gelten je nach Kommune für giftige und invasive Pflanzen.
Warum darf Giersch nicht auf den Kompost?
Weil schon kleine Wurzelstücke wieder austreiben. Im Gartenkompost überleben sie, und mit dem Kompost verteilen Sie den Giersch im ganzen Garten.
Wie entsorge ich Jakobskreuzkraut?
Mit Handschuhen samt Wurzel ausreißen, in einem Sack verschließen und je nach Vorgabe Ihrer Kommune über die Restmülltonne oder die Biotonne entsorgen. Nie auf den Kompost und nie in die Nähe von Heu oder Tierfutter.
Wie entsorge ich Unkrautvlies?
Erde abschütteln und das Vlies in die Restmülltonne geben, größere Mengen zum Wertstoffhof. In den Gelben Sack gehört es nicht, weil es keine Verpackung ist.



