Geschenkpapier entsorgen: Papiertonne oder Restmüll?

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Geschenkpapier aus reinem Papier gehört in die Papiertonne. Glänzt es metallisch, glitzert es oder ist es mit Kunststoff beschichtet, kommt es in den Restmüll. Ob Ihr Papier recyclingfähig ist, verrät eine einfache Reißprobe. Schleifen, Geschenkbänder und dicke Klebestreifen ziehen Sie vorher ab.
Wohin gehört Geschenkpapier?
| Art | Richtiger Weg |
| Bedrucktes Geschenkpapier, matt, reißt glatt | Altpapier |
| Seidenpapier, Packpapier, Kraftpapier, Zeitungspapier | Altpapier |
| Metallic-, Gold- und Silberpapier | Restmüll |
| Papier mit Glitzer oder Lack-Effekten | Restmüll |
| Folien und Zellophan | Restmüll; nur echte Verkaufsverpackungen in den Gelben Sack |
| Geschenkbänder, Schleifen, Ringelband | Restmüll oder wiederverwenden |
| Geschenktüten aus Papier, ohne Kordel | Altpapier; Kordeln und Kunststoffgriffe in den Restmüll |
Die genauen Regeln legt Ihre Kommune fest. In Zweifelsfällen hilft die Abfallberatung oder die Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; hier steht der Regelfall in Deutschland.
Die Reißprobe: Papier oder nicht?
Ob ein Papier ins Altpapier darf, entscheidet nicht das Motiv, sondern die Oberfläche. Druckfarbe ist kein Problem, sie wird im Recycling entfernt. Problematisch sind Kunststoff- und Metallschichten, die sich beim Auflösen des Papiers im Wasser nicht von den Fasern trennen.
- Ein Stück einreißen. Reißt das Papier leicht und zeigt an der Kante feine, weiße Fasern, ist es Papier.
- Auf Dehnung achten. Dehnt es sich wie Folie, verzieht sich oder reißt es gar nicht, ist es beschichtet oder ganz aus Kunststoff.
- Rückseite ansehen. Silberne oder spiegelnde Rückseiten deuten auf eine Metallbeschichtung hin.
- Im Zweifel Restmüll. Ein Bogen zu viel im Restmüll ist harmloser als beschichtetes Papier, das eine Ladung Altpapier verunreinigt.
Die Probe funktioniert auch bei Grußkarten. Normale Karten aus Karton gehören ins Altpapier; Karten mit Glitzer, aufgeklebten Applikationen oder eingebautem Soundchip nicht. Musikkarten enthalten eine Knopfzelle und einen kleinen Lautsprecher: Das ist ein Elektrogerät, das zum Wertstoffhof gehört, die Batterie getrennt in die Sammelbox. Wie Knopfzellen richtig gesammelt werden, steht in der Übersicht zum Wertstoffhof.
Bänder, Schleifen und Klebeband
Geschenkbänder bestehen meist aus Kunststoff oder Stoff, Ringelband fast immer aus Kunststoff. Sie gehören nicht in den Gelben Sack, weil sie keine Verkaufsverpackung im Sinne des Verpackungsgesetzes sind, sondern in den Restmüll. Noch besser: aufwickeln und beim nächsten Geschenk wiederverwenden.
Kleine Streifen Klebefilm am Papier stören das Recycling kaum. Große Mengen Klebeband, Paketband und Aufkleber ziehen Sie ab, wenn es ohne Aufwand geht. Ein Papier, das fast vollständig mit Klebeband umwickelt ist, gehört eher in den Restmüll.
Geschenkkartons, Tüten und Füllmaterial
Zum Geschenkpapier kommt oft noch anderes Verpackungsmaterial. Auch hier hilft die Frage, woraus es besteht.
- Geschenkkartons und Schachteln aus Pappe gehören ins Altpapier. Ein Sichtfenster aus Folie trennen Sie heraus, wenn es sich leicht löst; Magnetverschlüsse und Metallteile kommen in den Restmüll.
- Geschenktüten aus Papier dürfen ins Altpapier, wenn Kordeln, Kunststoffgriffe und Anhänger entfernt sind. Glänzend laminierte Tüten, die sich bei der Reißprobe wie Folie verhalten, gehören in den Restmüll.
- Füllchips aus Kunststoff sind Verpackung und gehören in den Gelben Sack. Füllchips aus Maisstärke erkennen Sie daran, dass sie sich in Wasser auflösen; wohin sie gehören, regelt die Kommune unterschiedlich, im Zweifel in den Restmüll.
- Papierpolster gehören ins Altpapier, Holzwolle in den Restmüll, sofern Ihre Kommune nichts anderes vorsieht. Noch besser ist es, beides für das nächste Paket aufzuheben.
- Luftpolsterfolie ist eine Kunststoffverpackung und gehört in den Gelben Sack.
Alles, was sauber und intakt ist, lässt sich zum Versenden oder Verpacken wiederverwenden. Ein Karton auf dem Dachboden mit gesammelten Schachteln, Tüten und Bändern spart beim nächsten Anlass Geld und Müll.
Weihnachten: wenn die Papiertonne überquillt
Nach den Feiertagen ist die Papiertonne oft schnell voll. Ein paar Handgriffe schaffen Platz:
- Papier glätten und falten statt zusammenknüllen. Zerknüllte Bögen nehmen ein Vielfaches an Raum ein.
- Kartons flach machen und Styroporteile herausnehmen. Styropor ist eine Verpackung und gehört in den Gelben Sack bzw. zum Wertstoffhof, siehe Styropor entsorgen.
- Papiercontainer nutzen. Viele Kommunen haben öffentliche Papiercontainer oder nehmen Altpapier am Wertstoffhof kostenlos an.
- Nicht neben die Tonne stellen. Säcke mit Papier neben der Tonne werden oft nicht mitgenommen und weichen im Regen auf.
Wer nach dem Fest auch Baum und Kranz loswerden will, findet die Wege unter Weihnachtsbaum entsorgen und Adventskranz entsorgen.
Warum Geschenkpapier nicht in den Kamin gehört
Es ist verlockend, den Papierberg einfach im Kaminofen zu verbrennen. Das ist keine gute Idee. In Kaminöfen dürfen nur die zugelassenen Brennstoffe verfeuert werden, vor allem naturbelassenes, trockenes Holz; Papier allenfalls in kleinen Mengen als Anzündhilfe. Bedrucktes und beschichtetes Geschenkpapier verbrennt mit viel Rauch und Ruß, Folien- und Metallicpapier setzen Schadstoffe frei, und die leichten, brennenden Papierstücke können durch den Schornstein fliegen. Außerdem verrußt der Ofen. Gehört das Papier ins Altpapier, ist es dort ohnehin besser aufgehoben.
Wiederverwenden und weniger verbrauchen
Gut erhaltenes Geschenkpapier lässt sich ein zweites Mal verwenden. Wer beim Auspacken vorsichtig an den Klebestellen öffnet, kann die Bögen falten und aufheben; leichte Knicke verschwinden, wenn Sie das Papier mit einem lauwarmen Bügeleisen ohne Dampf glätten. Für kleine Geschenke reichen auch Reste, die beim Zuschneiden übrig geblieben sind.
Noch weniger Abfall entsteht mit Stoff: Ein Tuch nach der japanischen Furoshiki-Methode oder ein Geschirrtuch, das gleich Teil des Geschenks ist, wird nicht weggeworfen. Packpapier, Zeitungspapier und Butterbrotpapier sind gute Alternativen, die bedenkenlos ins Altpapier dürfen. Wie man damit ordentlich verpackt, steht unter Geschenke verpacken.
Wenn Sie neues Geschenkpapier kaufen, wählen Sie Papier ohne Metallic- und Glitzereffekt, idealerweise aus Recyclingpapier. Dann stellt sich die Frage nach der richtigen Tonne gar nicht erst.
Häufige Fragen
Gehört Geschenkpapier in den Gelben Sack?
Nein. Geschenkpapier ist keine Kunststoff- oder Metallverpackung. Reines Papier kommt in die Papiertonne, beschichtetes oder glitzerndes Papier in den Restmüll. Mehr zu den Grenzfällen steht unter Gelber Sack.
Darf glänzendes Geschenkpapier ins Altpapier?
Leicht glänzendes, bedrucktes Papier, das sich normal reißen lässt, ja. Metallisch glänzendes, folienartiges oder glitzerndes Papier nicht; das gehört in den Restmüll. Machen Sie im Zweifel die Reißprobe.
Wohin mit Geschenkbändern?
In den Restmüll, sofern Sie sie nicht wiederverwenden. Bänder aus Kunststoff sind keine Verkaufsverpackung und gehören deshalb nicht in den Gelben Sack.
Darf Seidenpapier ins Altpapier?
Ja, Seidenpapier ist reines Papier. Ist es mit Glitzer bestreut oder stark verschmutzt, gehört es in den Restmüll.
Was mache ich mit Geschenkpapier mit Glitzer?
Restmüll. Der Glitzer besteht meist aus Kunststoff und lässt sich im Recycling nicht abtrennen. Eine Übersicht, was ins Altpapier darf und was nicht, steht unter Altpapier.



