Dachziegel entsorgen: Bauschutt, Wiederverwendung und Kosten

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Dachziegel aus Ton und Dachsteine aus Beton sind mineralischer Bauschutt. Ein paar Ziegel bringen Sie zum Wertstoffhof, für die Eindeckung eines ganzen Dachs bestellen Sie einen Container oder einen Big Bag. Vorsicht gilt bei Wellplatten und Schindeln aus Faserzement von älteren Häusern: Sie können Asbest enthalten und gehören nicht in den Bauschutt. Und bevor ein Ziegel im Container landet, lohnt der Gedanke, ob ihn jemand noch auf ein Dach legen möchte.
Wohin gehören Dachziegel?
| Material | Richtiger Weg |
| Tondachziegel, auch glasiert oder engobiert | Bauschutt: Wertstoffhof, Container, Big Bag |
| Betondachsteine | Bauschutt |
| Ziegel mit Mörtelresten, Firstziegel | Bauschutt |
| Faserzement-Wellplatten, Faserzementschindeln (älteres Dach) | möglicher Asbest: Fachbetrieb, gesonderte Annahme, nicht in den Bauschutt |
| Bitumenschindeln, Dachpappe | kein Bauschutt, eigener Weg |
| Glasziegel, Lichtplatten aus Kunststoff | nicht in den Altglascontainer; beim Wertstoffhof nachfragen |
| Dachlatten, Konterlattung | Altholz, behandelt oft als gesonderte Klasse |
| Unterspannbahn, Folien, Dämmung | getrennt sammeln, je nach Material |
Wie Ihre Kommune Bauschutt annimmt, welche Mengen der Wertstoffhof nimmt und was es kostet, steht in der Abfallsatzung, in der Abfall-App oder bei der Abfallberatung. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Die Grundlagen zum Bauschutt insgesamt, also Container, Big Bag und Trennung, stehen ausführlich unter Bauschutt entsorgen.
Ziegel, Dachstein oder Faserzement?
Für die Entsorgung kommt es darauf an, woraus Ihre Dacheindeckung besteht. Tondachziegel sind gebrannter Ton, an der Bruchkante meist rötlich und porös. Betondachsteine sind schwerer, an der Bruchkante grau mit sichtbarer Körnung und oft farbig beschichtet. Beide sind mineralisch und damit Bauschutt.
Anders sieht es bei Platten und Schindeln aus Faserzement aus: Wellplatten auf Garagen, Schuppen und Ställen, ebene Platten, die Schiefer nachahmen, oder Fassadenverkleidungen. In Deutschland ist Asbest seit 1993 verboten; Faserzementprodukte aus der Zeit davor enthielten häufig Asbestfasern. Ob eine Platte betroffen ist, sieht man ihr nicht sicher an. Gewissheit bringt nur eine Materialprobe im Labor oder die Einschätzung eines Fachbetriebs. Bis dahin gilt: als asbesthaltig behandeln.
Bitumenschindeln und Dachpappe sind ebenfalls kein Bauschutt. Wie Sie damit umgehen und worauf bei alter, teerhaltiger Pappe zu achten ist, steht unter Dachpappe entsorgen und Bitumen entsorgen.
Asbest: nicht selbst abbauen
Faserzementplatten, die Asbest enthalten können, dürfen Sie nicht zerbrechen, sägen, bohren oder mit dem Hochdruckreiniger säubern. Dabei werden Fasern frei, die eingeatmet schwere Lungenerkrankungen auslösen können, oft Jahrzehnte später. Arbeiten an asbesthaltigen Dächern gehören in die Hand von Fachbetrieben mit entsprechender Sachkunde. Die Platten werden dort staubdicht verpackt und an zugelassene Annahmestellen gebracht. Welche Wege es für Privatleute gibt und was die Kommune dazu vorgibt, steht unter Asbest entsorgen.
Dachziegel vorbereiten
Wenn feststeht, dass Sie normale Ton- oder Betonziegel vor sich haben:
- Sortenrein sammeln. Nur Ziegel, Dachsteine und Mörtelreste in den Bauschutt. Holz, Nägel in größerer Zahl, Folien, Dämmung und Metall getrennt halten.
- Lattung getrennt. Dachlatten sind Altholz. Sind sie mit Holzschutzmittel behandelt, was bei älteren Dächern häufig der Fall ist, gelten sie als belastetes Altholz und haben einen eigenen Weg. Die Klassen erklärt Holz entsorgen.
- Dämmung gesondert. Alte Mineralwolle aus der Zwischensparrendämmung gehört verpackt zu einer eigenen Annahme; Einzelheiten unter Mineralwolle entsorgen.
- Menge abschätzen. Ziegel sind schwer. Für einen Big Bag oder Container zählt bei vielen Anbietern das zulässige Gewicht, nicht nur das Volumen. Fragen Sie vorher, wie viel hineindarf.
- Sicher transportieren. Im Auto auf eine Decke oder in Kisten legen, gegen Verrutschen sichern und das zulässige Gesamtgewicht beachten.
Wertstoffhof, Big Bag oder Container
Ein paar zerbrochene Ziegel nach einem Sturm oder ein Rest aus dem Gartenhaus passen in den Kofferraum und gehen zum Wertstoffhof. Viele Höfe nehmen Bauschutt nur in begrenzter Menge an und verlangen dafür eine Gebühr, die sich nach Volumen oder Gewicht richtet.
Bei einer neuen Eindeckung fallen dagegen schnell mehrere Tonnen an. Dafür gibt es Container oder Big Bags von Entsorgungsbetrieben, die als reiner Bauschutt meist günstiger sind als gemischte Bauabfälle. Steht der Container auf der Straße, brauchen Sie in vielen Städten eine Genehmigung. Deckt ein Dachdeckerbetrieb das Dach neu, ist die Entsorgung der alten Ziegel oft Teil des Angebots; lassen Sie sich das ausdrücklich bestätigen.
Weiterverwenden statt wegwerfen
Alte Dachziegel sind ein gefragtes Material. Handgestrichene Biberschwänze, alte Mönch-und-Nonne-Ziegel oder Ziegel einer Form, die nicht mehr hergestellt wird, suchen Hausbesitzer für Reparaturen an Bestandsdächern, Denkmalpfleger und Händler für historische Baustoffe. Intakte Ziegel lassen sich über Kleinanzeigen oder Verschenkportale anbieten, oft holen Interessenten selbst ab.
Bewahren Sie bei einer Teilsanierung einige intakte Ziegel des eigenen Dachs als Reserve auf. Nach einem Sturm ist ein passender Ersatzziegel sonst schwer zu finden. Im Garten dienen alte Ziegel als Beeteinfassung oder Unterlage. Ziegelbruch einfach im Garten zu vergraben, ist dagegen keine gute Idee: Das gilt als unzulässige Ablagerung.
Kosten
Was die Entsorgung kostet, hängt von Kommune, Menge und Weg ab. Kleine Mengen am Wertstoffhof sind meist günstig, aber selten kostenlos. Bei Containern bestimmen Größe, Standzeit, Region und vor allem die Sauberkeit des Inhalts den Preis: Fremdstoffe wie Holz oder Folie machen aus Bauschutt teureren Mischabfall. Asbesthaltige Platten werden gesondert und deutlich teurer abgerechnet. Holen Sie im Zweifel mehrere Angebote ein.
Typische Fehler
- Ziegel in die Restmülltonne oder den Sperrmüll geben. Bauschutt wird dort nicht angenommen.
- Faserzementplatten zerschlagen, damit sie in den Container passen.
- Dachlatten, Folie und Dämmung mit in den Bauschutt-Container werfen.
- Ziegelbruch im Wald, am Feldrand oder im Garten abladen. Das ist eine illegale Ablagerung und kann ein Bußgeld nach sich ziehen.
- Ohne Absturzsicherung aufs Dach steigen. Arbeiten am Dach sind gefährlich; Neueindeckungen gehören in Fachhand.
Häufige Fragen
In welche Tonne gehören Dachziegel?
In keine Tonne. Dachziegel sind Bauschutt und gehören zum Wertstoffhof oder in einen Bauschutt-Container.
Kann ich alte Dachziegel kostenlos entsorgen?
Selten. Manche Wertstoffhöfe nehmen sehr kleine Mengen ohne Gebühr. Kostenlos ist meist nur die Weitergabe intakter Ziegel an Selbstabholer.
Sind Betondachsteine auch Bauschutt?
Ja. Betondachsteine sind mineralisch und werden wie Tondachziegel als Bauschutt entsorgt.
Wie erkenne ich asbesthaltige Dachplatten?
Sicher nur durch eine Laboranalyse. Ein Hinweis sind Faserzementplatten, die vor 1993 verlegt wurden, etwa Wellplatten auf Garagen und Schuppen. Behandeln Sie solche Platten bis zur Klärung als asbesthaltig.
Wohin mit den alten Dachlatten?
Zum Altholz am Wertstoffhof oder in einen eigenen Container. Behandelte Latten zählen meist zum belasteten Altholz und dürfen nicht im Kamin verbrannt werden.



