Fliesen entsorgen

Inhalt9 Abschnitte
- Wohin gehören alte Fliesen?
- Warum Fliesen weder ins Altglas noch in den Gelben Sack gehören
- Kleinmengen: Restmüll oder Wertstoffhof
- Größere Mengen: der Bauschuttcontainer
- Alte Fliesen richtig vorbereiten
- Asbest in altem Fliesenkleber: erst prüfen, dann abschlagen
- Weitergeben statt wegwerfen
- Typische Fehler
- Häufige Fragen
Alte Fliesen entsorgen Sie als Bauschutt: Kleinmengen bringen Sie zum Wertstoffhof, bei einer Badsanierung bestellen Sie einen Bauschuttcontainer. Einzelne kaputte Fliesen dürfen vielerorts in die Restmülltonne, eimerweise Scherben aber nicht. Was auf der Rückseite an Fliesenkleber hängt, stört nicht; Gipskarton, Holz und Kunststoff dagegen müssen getrennt werden. Und wer Fliesen aus einem älteren Haus herausnimmt, sollte vorher an Asbest denken.
Wohin gehören alte Fliesen?
Wand- und Bodenfliesen aus Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug sind gebrannte Keramik und damit mineralischer Abfall. Das gilt ebenso für Natursteinplatten, Klinker und Cotto. Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem von der Menge ab.
| Menge oder Art | Richtiger Weg |
| Einzelne zerbrochene Fliesen | Restmüll, sofern die Kommune das zulässt; sonst Wertstoffhof |
| Einige Eimer aus einer Reparatur | Wertstoffhof, Annahme für Bauschutt |
| Ganzes Bad oder ganze Küche | Bauschuttcontainer oder Anlieferung bei einer Bauschutt-Annahmestelle |
| Fliesen mit Gips, Holz oder Dämmung dran | vorher trennen, sonst als gemischter Bauabfall (teurer) |
| Glasfliesen, Glasmosaik | wie Fliesen behandeln, nicht ins Altglas |
| Alte Kunststoff-Bodenplatten, schwarzer Kleber | Asbestverdacht, erst klären lassen |
| Unbenutzte, ganze Fliesen | verschenken oder verkaufen |
Die Regeln sind in Deutschland nicht einheitlich. Ob Bauschutt in kleinen Mengen in den Restmüll darf, wie viel der Wertstoffhof kostenlos annimmt und ab wann Gebühren fällig werden, steht in der Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Die Abfallberatung oder die Abfall-App gibt darüber schnell Auskunft. Was hier steht, ist der Regelfall.
Warum Fliesen weder ins Altglas noch in den Gelben Sack gehören
Glasierte Fliesen glänzen wie Glas, schmelzen aber ganz anders. Schon kleine Keramikstücke im Altglas bleiben in der Glasschmelze als harte Einschlüsse zurück und machen neue Flaschen unbrauchbar. Deshalb gehören Fliesen, Glasmosaik, Porzellan und Steingut nie in den Glascontainer. Aus dem gleichen Grund haben sie in der Biotonne und im Gelben Sack nichts verloren. Wie Geschirr aus Keramik richtig entsorgt wird, steht unter Porzellan entsorgen.
Kleinmengen: Restmüll oder Wertstoffhof
Wenn beim Aufhängen eines Regals zwei Fliesen zerspringen, landen die Scherben in den meisten Gemeinden in der Restmülltonne. Größere Mengen dürfen dort nicht hinein: Fliesen sind schwer, die Tonne lässt sich kaum noch bewegen, und die Müllverbrennung ist für mineralischen Abfall der falsche Ort. Mehr zur grauen Tonne steht unter Restmüll.
Für alles, was über ein paar Scherben hinausgeht, ist der Wertstoffhof zuständig. Viele Höfe nehmen Bauschutt in haushaltsüblichen Mengen an, häufig in Eimern oder bis zu einer bestimmten Menge je Anlieferung. Manche verlangen dafür eine kleine Gebühr, andere nicht. Rechnen Sie das Gewicht ein: Ein Quadratmeter Fliesen mit anhaftendem Kleber wiegt grob 20 bis 30 Kilogramm, ein voller Maurereimer ist für Rücken und Kofferraum schnell zu viel.
Größere Mengen: der Bauschuttcontainer
Wer ein Bad oder eine Küche komplett neu fliest, fährt mit einem Container meist besser. Entsorgungsbetriebe bieten kleine Container ab etwa einem Kubikmeter und sogenannte Big Bags an, die man auf dem Grundstück befüllt und abholen lässt.
- Sortenreiner Bauschutt ist deutlich günstiger als gemischter Bauabfall. In den Bauschuttcontainer gehören Fliesen, Mörtel, Beton, Ziegel und Naturstein, auch mit anhaftendem Kleber.
- Nicht hinein gehören Gipskarton, Porenbeton, Holz, Kunststoff, Silikon, Dämmstoffe, Tapeten und Verpackungen. Schon wenig davon kann dazu führen, dass der Container als Mischabfall abgerechnet wird. Wie Sie Gipsplatten loswerden, erklärt Gipskarton entsorgen.
- Stellplatz: Steht der Container auf Gehweg oder Straße, braucht es meist eine Genehmigung der Stadt. Das übernimmt oft der Containerdienst gegen Aufpreis.
Die Kosten hängen von Region, Größe und Mietdauer ab. Holen Sie zwei oder drei Angebote ein und fragen Sie ausdrücklich, was in den Container darf. Allgemeines zum Thema steht unter Bauschutt entsorgen.
Alte Fliesen richtig vorbereiten
- Asbestfrage klären. Stammt der Belag aus der Zeit vor etwa 1993, erst den nächsten Abschnitt lesen, bevor Sie zum Hammer greifen.
- Schützen. Beim Abschlagen fliegen scharfe Splitter und viel Staub. Schutzbrille, feste Handschuhe, lange Kleidung und eine Staubmaske gehören dazu, der Raum wird zum Rest der Wohnung hin abgeklebt.
- Silikon und Fremdstoffe entfernen. Silikonfugen, Dübel, Holzleisten, Kunststoffprofile und Folien vorher abziehen und getrennt entsorgen.
- Fliesen samt Kleber sammeln. Anhaftender Fliesenkleber und Fugenmörtel dürfen dranbleiben, beides ist mineralisch.
- Gipsreste getrennt halten. Kommen die Fliesen von einer Gipskartonwand, sollten keine Gipsbrocken im Bauschutt landen.
- In stabile Behälter füllen. Maurereimer oder Bauschuttsäcke nur so voll, dass Sie sie noch sicher tragen können. Normale Müllsäcke reißen an den Scherben.
Asbest in altem Fliesenkleber: erst prüfen, dann abschlagen
Bis Anfang der 1990er-Jahre wurde Asbest in vielen Bauprodukten verwendet, darunter manche Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putze. Außerdem stecken in Häusern aus den 1960er- bis 1980er-Jahren oft Bodenplatten aus Kunststoff, die umgangssprachlich Floor-Flex-Platten heißen und ebenso wie der schwarze Kleber darunter Asbest enthalten können. Mit bloßem Auge erkennt man das nicht. Beim Abschlagen, Schleifen oder Abstemmen werden die Fasern frei, und eingeatmete Asbestfasern können Jahrzehnte später schwere Lungenerkrankungen auslösen.
Bei Verdacht deshalb nicht selbst abschlagen. Eine Materialprobe lässt sich von einem Labor untersuchen, das kostet meist deutlich weniger als die Folgen. Bestätigt sich der Verdacht, gehört der Rückbau in die Hände eines Fachbetriebs. Asbesthaltige Abfälle nimmt der normale Wertstoffhof nicht als Bauschutt an; wie sie verpackt und wo sie abgegeben werden, legt die Kommune fest. Mehr dazu unter Asbest entsorgen.
Fliesen aus jüngerer Zeit und Fliesenkleber aus dem Baumarkt von heute sind unbedenklich. Der Verdacht betrifft nur Altbestand, der vor dem Asbestverbot eingebaut wurde.
Weitergeben statt wegwerfen
Restfliesen aus einer Renovierung sind oft noch originalverpackt. Für solche Kartons finden sich über Kleinanzeigen, Nachbarschaftsportale oder Tauschbörsen häufig Abnehmer, etwa Leute, die in ihrem Bad genau diese Serie für eine Reparatur suchen. Ein paar Ersatzfliesen sollten Sie ohnehin selbst aufheben, falls später einmal eine springt. Auch einzelne schöne alte Fliesen werden gern für Mosaikarbeiten genommen. Abgeschlagene Fliesen mit Kleber dagegen braucht niemand mehr, die gehen den Weg des Bauschutts.
Typische Fehler
- Scherben ins Altglas werfen, weil die Glasur glänzt.
- Den Container als Sammelbecken nutzen: ein alter Stuhl, Tapetenreste und Gipsplatten dazu, und der ganze Container wird zu Mischabfall.
- Große Mengen nach und nach in die Restmülltonne schmuggeln. Das ist unzulässig und bei Kontrollen teuer.
- Alte Beläge ohne Prüfung abstemmen, obwohl das Haus aus der Asbestzeit stammt.
- Bauschutt am Waldrand oder in der Landschaft abladen. Das ist illegale Abfallentsorgung und wird mit einem Bußgeld geahndet, dessen Höhe je nach Bundesland verschieden ist.
Wer statt zu entsorgen nur auffrischen möchte: Wie Sie Fliesen und Fugen gründlich reinigen, steht unter Fliesen reinigen. Einen Überblick über alle Tonnen und Wege gibt Müll trennen.
Häufige Fragen
Darf ich alte Fliesen in den Restmüll werfen?
Einzelne zerbrochene Fliesen ja, in den meisten Gemeinden. Eimer oder ganze Säcke voller Fliesen dagegen nicht; die gehören als Bauschutt zum Wertstoffhof oder in einen Container. Genaues regelt die örtliche Abfallsatzung.
Muss der Fliesenkleber vor der Entsorgung ab?
Nein. Zementgebundener Fliesenkleber und Fugenmörtel sind mineralisch und dürfen an den Fliesen bleiben. Entfernen sollten Sie dagegen Silikon, Kunststoffprofile, Holz und Gipsreste.
Was kostet es, Fliesen am Wertstoffhof abzugeben?
Das ist je nach Kommune verschieden. Kleine Mengen sind vielerorts kostenlos oder kosten eine geringe Gebühr, größere Mengen werden nach Gewicht oder Volumen berechnet. Die Preisliste steht meist auf der Internetseite des Abfallbetriebs.
Gehören Fliesen und Gipskarton in denselben Container?
Nein. Gips stört das Recycling von Bauschutt und muss getrennt entsorgt werden. Wer beides mischt, zahlt in der Regel den teureren Preis für gemischten Bauabfall.
Wie erkenne ich, ob mein Fliesenkleber Asbest enthält?
Gar nicht, jedenfalls nicht mit bloßem Auge. Bei Einbau vor etwa 1993 besteht ein Verdacht, den nur eine Laboranalyse klärt. Bis dahin sollten Sie den Belag weder abschlagen noch anschleifen.



