Alte Fenster und Türen entsorgen

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Alte Fenster und Türen bringen Sie zum Wertstoffhof oder geben sie beim Austausch dem Fensterbauer mit, der die Entsorgung meist ohnehin anbietet. In den Sperrmüll gehören sie nicht, weil sie als Bauabfall gelten. Holzfenster und Außentüren sind in der Regel belastetes Altholz, Kunststoff- und Alufenster werden recycelt, und das Glas kommt getrennt in den Flachglascontainer, niemals ins Altglas.
Wohin gehören alte Fenster und Türen?
Die Tabelle zeigt, wie Fenster und Türen im Regelfall in Deutschland entsorgt werden. Was Ihr Wertstoffhof annimmt, in welchen Mengen und zu welchen Gebühren, legt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises fest. Die örtliche Abfallberatung oder die Abfall-App sagt Ihnen, ob Sie komplette Fenster abgeben dürfen oder vorher zerlegen müssen.
| Bauteil | Richtiger Weg |
| Holzfenster, Fensterrahmen, Haustür, Balkontür aus Holz | Wertstoffhof als belastetes Altholz (meist A IV) oder Container |
| Innentür aus Holz oder Spanplatte | Wertstoffhof als Altholz (meist A II), teils Sperrmüll |
| Kunststofffenster (PVC) | Fensterbauer oder Wertstoffhof; die Branche betreibt eigene Recyclingwege |
| Alufenster, Alutüren | Schrotthändler oder Wertstoffhof (Metall) |
| Fensterscheiben, Isolierglas | Flachglas am Wertstoffhof, nie Altglascontainer |
| Fenster mit Glas bei großen Mengen | Bau- oder Baumischcontainer, vorher mit dem Entsorger klären |
Holzfenster und Türen: belastetes Altholz
Holzfenster und Außentüren waren jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt und wurden deshalb fast immer mit Holzschutzmitteln und dicken Anstrichen behandelt. Die Altholzverordnung ordnet Fenster, Fensterrahmen und Außentüren darum im Regelfall der Klasse A IV zu, also dem belasteten Altholz, das nur in dafür zugelassenen Anlagen verwertet werden darf. Innentüren sind meist nur lackiert oder furniert und zählen dann zu A II. Was die Klassen genau bedeuten, erklärt Altholz entsorgen.
Alte Anstriche können Blei enthalten, ältere Holzschutzmittel Stoffe wie PCP oder Lindan. Schleifen oder verbrennen Sie alte Fenster deshalb nicht, auch nicht einzelne Rahmenteile als Anzündholz. Beim Zerlegen gilt: Handschuhe tragen, nicht trocken schleifen, Staub vermeiden. In Häusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren können außerdem Fugenmassen und Kitte Schadstoffe wie PCB oder Asbest enthalten. Wenn beim Ausbau alte, harte, graue Dichtmassen auftauchen, lassen Sie das von einem Fachbetrieb beurteilen; Hinweise dazu stehen unter Asbest entsorgen.
Kunststoff- und Alufenster: Recycling
Kunststofffenster bestehen meist aus PVC mit Stahlverstärkung im Inneren. Die Fensterbranche betreibt in Deutschland eigene Rücknahme- und Recyclingwege für alte Profile: Sie werden geschreddert, sortiert und zu neuen Fensterprofilen verarbeitet. Viele Fensterbauer liefern Altfenster dort ab. Als Privatperson geben Sie Kunststofffenster am Wertstoffhof ab, teils als Bauabfall, teils in einem eigenen Container; fragen Sie vorher nach.
Aluminiumfenster und -türen sind für Schrotthändler interessant, weil Aluminium einen guten Materialwert hat. Das Glas müssen Sie dafür in der Regel vorher entfernen oder den Händler fragen, ob er komplette Elemente nimmt.
Fensterglas: Flachglas, nicht Altglas
Fensterglas hat eine andere Zusammensetzung und einen anderen Schmelzpunkt als Flaschen und Gläser. Landet es im Altglascontainer, stört es die Herstellung neuer Flaschen. Isolierglas besteht außerdem aus zwei oder drei Scheiben mit Abstandhalter und Randverbund. Große Wertstoffhöfe haben einen eigenen Container für Flachglas, in den ganze Scheiben kommen. Einzelne kleine Scherben gehören gut eingepackt in den Restmüll. Warum Glas nicht gleich Glas ist, steht auch unter Altglas.
Ausbauen und vorbereiten
- Klären, ob Sie selbst ausbauen dürfen. In einer Mietwohnung sind Fenster und Türen Sache des Vermieters. Im eigenen Haus ist der Ausbau Handarbeit, aber Einbau und Abdichtung neuer Fenster gehören in Fachhand, sonst drohen Wärmebrücken und Feuchteschäden.
- Flügel aushängen. Fensterflügel und Türblätter sind schwer und unhandlich; zu zweit arbeiten, Handschuhe und Schutzbrille tragen.
- Glas sichern. Scheiben kreuzweise mit Klebeband abkleben, damit sie beim Transport nicht splittern. Wo es geht, das Glas vorsichtig herauslösen und getrennt abgeben.
- Beschläge abnehmen. Griffe, Schlösser und Scharniere aus Metall können in den Metallcontainer.
- Transport planen. Fenster stehend und gesichert transportieren, nicht lose auf die Ladefläche legen.
Weitergeben statt wegwerfen
Gut erhaltene Innentüren, Kassettentüren und historische Fenster haben Liebhaber. Bauteilbörsen, Kleinanzeigen und Restauratoren suchen alte Holzfenster für Gewächshäuser, Frühbeete oder die Sanierung von Altbauten. Auch intakte Kunststofffenster aus einem Umbau finden als Gartenhaus- oder Schuppenfenster Abnehmer. Weisen Sie beim Weitergeben ehrlich auf den Zustand hin, besonders auf alte Anstriche.
Kosten
Kleinere Mengen Altholz und Flachglas nehmen manche Wertstoffhöfe kostenlos an, andere berechnen Gebühren nach Menge, besonders für belastetes Altholz. Beim Fenstertausch ist die Entsorgung der alten Fenster häufig als eigener Posten im Angebot enthalten; vergleichen Sie diesen Posten bei mehreren Angeboten. Für eine komplette Sanierung ist ein Container oft die günstigste Lösung, abhängig von Region und Abfallart.
Lohnt sich der Austausch überhaupt?
Wer alte Fenster entsorgen will, tut das meist, um Energie zu sparen. Neue Fenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung dämmen deutlich besser als alte Einfach- oder frühe Isolierverglasungen. Bei Fenstern, die grundsätzlich in Ordnung sind, helfen aber oft schon kleinere Maßnahmen gegen Zugluft: neues Fensterdichtungsband, eine Thermofolie am Fenster für die Übergangszeit oder richtig eingestellte Beschläge. Beschlagen neue, dichte Fenster innen, liegt das meist am Lüften, nicht am Fenster.
Häufige Fragen
Kann ich alte Fenster in den Sperrmüll geben?
In den meisten Kommunen nicht, weil Fenster als Bauabfall gelten und nicht als Hausrat. Sie gehen zum Wertstoffhof oder in einen Container. Einzelne Kommunen machen Ausnahmen für Innentüren; das sagt Ihnen die Abfallberatung.
Wie entsorge ich Fenster mit Glas?
Am besten das Glas vorher herauslösen und getrennt als Flachglas abgeben, den Rahmen je nach Material als Altholz, Kunststoff oder Metall. Manche Wertstoffhöfe nehmen komplette Fenster an; fragen Sie vorher, damit Sie nicht umsonst fahren.
Gehört Fensterglas in den Altglascontainer?
Nein. Fensterglas ist Flachglas mit anderer Zusammensetzung und stört das Recycling von Flaschen und Gläsern. Kleine Scherben gut verpackt in den Restmüll, ganze Scheiben zum Wertstoffhof.
Nimmt der Fensterbauer die alten Fenster mit?
In der Regel ja, wenn er die neuen einbaut; oft steht die Entsorgung als eigener Posten im Angebot. Fragen Sie danach, bevor Sie selbst ausbauen.
Wohin mit einer alten Zimmertür mit Glaseinsatz?
Das Glas nach Möglichkeit ausbauen und als Flachglas abgeben, das Türblatt als Altholz, die Klinke in den Metallcontainer. Häufig handelt es sich um Drahtglas oder Ornamentglas; auch das gehört nicht ins Altglas. Manche Wertstoffhöfe nehmen die Tür auch im Ganzen, fragen Sie vorher.
Sind alte Holzfenster Sondermüll?
Nicht im Sinne des Schadstoffmobils, aber sie gelten meist als belastetes Altholz der Klasse A IV. Sie werden am Wertstoffhof getrennt angenommen und dürfen nicht verbrannt werden.
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