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Alte Brillen entsorgen oder spenden

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Schlichte Metallbrille mit dünnem Rahmen auf weißem Hintergrund
Alte Brillen lassen sich bei vielen Optikern für Hilfsprojekte abgeben
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wohin gehört eine alte Brille?
  2. Brillen spenden: so funktioniert es
  3. Kaputte Brillen und Gläser
  4. Metallgestelle: Altmetall oder Optiker
  5. Kontaktlinsen und Zubehör
  6. Weitergeben: Brillenetuis und Putzzubehör
  7. Brille reinigen, bevor sie gespendet wird
  8. Typische Fehler
  9. Kosten
  10. Häufige Fragen

Eine gut erhaltene alte Brille ist zu schade für den Müll: Viele Optiker sammeln Brillen für Hilfsprojekte, die sie in Länder bringen, in denen sich viele Menschen keine Sehhilfe leisten können. Kaputte Brillen und einzelne Gläser gehören in den Restmüll, reine Metallgestelle können zum Altmetall am Wertstoffhof. Ins Altglas darf ein Brillenglas nie.

Wohin gehört eine alte Brille?

Die Einzelheiten regelt die Abfallsatzung Ihrer Kommune, bei Fragen hilft die Abfallberatung oder die Abfall-App. Für Brillen sieht der Regelfall in Deutschland so aus:

ZustandRichtiger Weg
Intakte Brille, Lesebrille, SonnenbrilleSpenden über Optiker oder Hilfsprojekte
Kaputte Brille mit KunststoffgestellRestmüll
Reines Metallgestell ohne GläserAltmetall am Wertstoffhof, sonst Restmüll
Einzelne BrillengläserRestmüll
BrillenetuiWeitergeben oder Restmüll
KontaktlinsenRestmüll; Blister und Pflegemittelflaschen in den Gelben Sack

Brillen spenden: so funktioniert es

In vielen Optikergeschäften steht eine Sammelbox für alte Brillen, oder die Mitarbeiter nehmen sie auf Nachfrage an. Dahinter stehen Hilfswerke, kirchliche Organisationen und Serviceclubs, die die Brillen reinigen, ausmessen und in Ländern verteilen, in denen es kaum Augenoptiker gibt. Auch manche Kirchengemeinden, Weltläden und Schulen sammeln im Rahmen solcher Aktionen.

Gefragt sind vor allem vollständige Brillen mit intakten Gläsern: Lesebrillen, Fernbrillen, Gleitsichtbrillen, auch Sonnenbrillen mit und ohne Sehstärke. Kinderbrillen sind besonders willkommen. Eine Brille, deren Gestell gebrochen ist oder deren Gläser stark verkratzt sind, hilft niemandem mehr.

  1. Brille prüfen. Gestell heil, Bügel beweglich, Gläser ohne tiefe Kratzer? Dann eignet sie sich zum Spenden.
  2. Reinigen. Warmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel genügt, danach mit einem sauberen Tuch trocknen. Mehr dazu unten.
  3. Im Etui oder in Papier verpacken. So verkratzen die Gläser nicht, wenn viele Brillen in einer Box liegen.
  4. Beim Optiker nachfragen. Nicht jedes Geschäft sammelt, und manche Aktionen laufen nur zeitweise. Ein kurzer Anruf spart den Weg.

Ehrlich gesagt: Nicht jede gespendete Brille findet einen neuen Träger. Die Hilfsprojekte sortieren streng aus, und einige Organisationen setzen inzwischen stärker auf neue, günstige Brillen vor Ort. Eine intakte Brille in einer seriösen Sammlung hat aber gute Chancen, noch gebraucht zu werden.

Kaputte Brillen und Gläser

Brillengläser bestehen heute meist aus Kunststoff, seltener aus mineralischem Glas, und sind fast immer beschichtet: entspiegelt, gehärtet, mit Blaulichtfilter oder Tönung. Ins Altglas dürfen sie deshalb nicht; dort gehören nur Flaschen und Gläser aus Verpackungsglas hin, siehe Altglas. Auch mineralische Brillengläser haben eine andere Zusammensetzung als Flaschenglas und stören beim Einschmelzen.

Kaputte Brillen mit Kunststoffgestell kommen deshalb in den Restmüll. Ein Kunststoffgestell ist keine Verpackung und gehört nicht in den Gelben Sack.

Metallgestelle: Altmetall oder Optiker

Gestelle aus Metall, etwa aus Edelstahl, Titan oder Neusilber, können Sie ohne Gläser am Wertstoffhof zum Altmetall geben. Einzelne Brillen dafür extra hinzufahren lohnt sich kaum, wohl aber, wenn Sie ohnehin mit anderem Metallschrott dort sind. Sonst ist auch hier der Restmüll erlaubt.

Ältere Gestelle können vergoldet oder, selten, aus Gold sein. Ist ein Gestell mit einem Feingehalt gestempelt, etwa „333“ oder „585“ auf der Bügelinnenseite, lohnt eine Nachfrage beim Optiker oder einem Goldankauf. Bei einfachem vergoldeten Metall ist der Goldanteil so gering, dass sich ein Verkauf nicht lohnt.

Kontaktlinsen und Zubehör

Getragene Kontaktlinsen gehören in den Restmüll, nie in die Toilette oder den Abfluss. Sie zerfallen in der Kläranlage in winzige Kunststoffteilchen, die sich nur schlecht herausfiltern lassen und als Mikroplastik in Gewässer gelangen können. Die leeren Blister aus Kunststoff und Aluminium sowie leere Flaschen von Pflegemitteln sind Verpackungen und kommen in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne. Manche Optiker sammeln Blister zusätzlich getrennt.

Weitergeben: Brillenetuis und Putzzubehör

Stabile Brillenetuis nehmen Spendensammlungen oft gern mit, weil die Brillen darin geschützt reisen. Brillenputztücher aus Mikrofaser lassen sich waschen und weiterverwenden, statt sie wegzuwerfen; wie, steht unter Brillenputztuch waschen.

Brille reinigen, bevor sie gespendet wird

Die beste Methode ist die einfachste: Brille unter lauwarmes Wasser halten, einen Tropfen Spülmittel auf den Fingerspitzen verteilen, Gläser und Gestell sanft abreiben, gründlich abspülen und mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen. Trocken zu reiben, mit Taschentuch oder Hemdzipfel, verkratzt die Beschichtung. Heißes Wasser, Glasreiniger mit Alkohol oder Ammoniak und Scheuermittel schaden ebenfalls. Ein Ultraschallgerät reinigt gründlich, kann aber bei manchen Beschichtungen und älteren Gläsern Schäden verursachen; mehr dazu im Beitrag Brillenreinigungsgerät.

Typische Fehler

  • Brillengläser ins Altglas. Beschichtetes Kunststoff- oder Spezialglas stört das Einschmelzen von Flaschenglas.
  • Kaputte Brillen in die Spendenbox. Die Hilfsprojekte müssen sie aussortieren und auf eigene Kosten entsorgen.
  • Kunststoffgestelle in den Gelben Sack. Ein Gestell ist keine Verpackung.
  • Kontaktlinsen in die Toilette. Sie landen als Mikroplastik in der Kläranlage.
  • Die letzte Brille zu früh abgeben. Behalten Sie die vorige Brille als Ersatz, bis Sie sich an die neue gewöhnt haben; bei Verlust oder Bruch überbrückt sie die Wartezeit beim Optiker.

Kosten

Spenden und Entsorgen kosten nichts. Der Restmüll ist in der Müllgebühr enthalten, Altmetall nimmt der Wertstoffhof in haushaltsüblicher Menge meist kostenlos an.

Häufige Fragen

Wohin mit alten Brillen?

Intakte Brillen bringen Sie am besten zu einem Optiker, der Brillen für Hilfsprojekte sammelt. Kaputte Brillen und Gläser gehören in den Restmüll, reine Metallgestelle können zum Altmetall am Wertstoffhof.

Dürfen Brillengläser ins Altglas?

Nein. Brillengläser sind meist aus beschichtetem Kunststoff, und auch mineralische Gläser haben eine andere Zusammensetzung als Flaschenglas. Sie gehören in den Restmüll.

Nimmt jeder Optiker alte Brillen an?

Nicht jeder, aber viele. Manche sammeln das ganze Jahr, andere nur im Rahmen zeitlich begrenzter Aktionen. Fragen Sie bei Ihrem Optiker nach; wenn er nicht sammelt, kennt er meist eine Stelle, die es tut.

Was passiert mit gespendeten Brillen?

Die Sammelstellen geben sie an Hilfsprojekte weiter. Dort werden die Brillen gereinigt, sortiert und ihre Stärke ausgemessen, damit sie vor Ort passend ausgegeben werden können. Unbrauchbares wird aussortiert und verwertet oder entsorgt.

Werden auch Sonnenbrillen und Lesebrillen gebraucht?

Ja, beide sind in vielen Sammlungen willkommen, solange sie vollständig und unbeschädigt sind. Billige Lesebrillen aus dem Drogeriemarkt mit wackeligen Scharnieren gehören dagegen eher in den Restmüll.