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Bitumen entsorgen: Eimer, Reste und Bitumenbahnen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Dunkle, körnige Oberfläche
Flüssige Bitumenreste sind ein Fall für die Schadstoffsammlung
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört Bitumen?
  2. Flüssige Reste: Anstrich, Voranstrich und Kleber
  3. Ausgehärtete Reste und leere Eimer
  4. Bitumenbahnen, Schindeln und Wellplatten
  5. Teer ist nicht Bitumen
  6. Was Sie nie tun sollten
  7. Kosten
  8. Häufige Fragen
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Flüssiges Bitumen, also Anstrich, Voranstrich, Dickbeschichtung oder Kleber mit Inhalt, bringen Sie zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme am Wertstoffhof. Vollständig ausgehärtete Reste und ausgekratzte Eimer sind einfacher, hier entscheidet aber die Kommune: Manche lassen sie in den Restmüll oder Gelben Sack, andere wollen Bitumen grundsätzlich in der Schadstoffsammlung sehen. Bitumenbahnen und andere feste Bitumenprodukte vom Bau gehören getrennt zum Wertstoffhof, nicht in den Bauschutt.

Wohin gehört Bitumen?

Bitumen steckt in vielen Produkten rund ums Haus: im schwarzen Anstrich für Kellerwände und Fundamente, im Voranstrich, in Kartuschen mit Bitumenkleber, in Dachbahnen, Schindeln und Wellplatten. Für jede Form gibt es einen eigenen Weg.

FormRichtiger Weg
Anstrich, Voranstrich, Dickbeschichtung mit flüssigem InhaltSchadstoffmobil oder Schadstoffannahme am Wertstoffhof
Bitumenkleber oder Dichtmasse in Kartusche, nicht ausgehärtetSchadstoffsammlung
Kleine Reste, vollständig ausgehärtetje nach Kommune Restmüll oder Schadstoffsammlung
Eimer oder Kartusche, restentleert und ausgekratztje nach Kommune Gelber Sack oder Restmüll
Bitumenbahnen, Schweißbahnen, Schindeln, WellplattenWertstoffhof (eigene Annahme, meist gegen Gebühr) oder Container für Bitumenabfälle
Alte Dachpappe, Herkunft unklarwie mögliche Teerpappe behandeln, siehe Abschnitt unten

Die Tabelle zeigt den Regelfall in Deutschland. Verbindlich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; den genauen Weg nennt die Abfallberatung oder die Abfall-App. Gerade bei Bitumen gehen die Regeln auseinander: Nürnberg etwa stuft Bitumenanstrich ausdrücklich als Sonderabfall ein, nicht als Bauschutt. Ein kurzer Anruf vorher erspart Ihnen, mit dem Eimer wieder nach Hause zu fahren.

Flüssige Reste: Anstrich, Voranstrich und Kleber

Bitumenanstriche gibt es in zwei Grundformen. Lösemittelhaltige Produkte riechen stark und sind meist entzündlich; sie tragen Gefahrensymbole auf dem Etikett. Bitumenemulsionen sind wasserbasiert, riechen kaum und lassen sich mit Wasser verdünnen, solange sie nass sind. Beide gehören mit Inhalt zur Schadstoffsammlung, auch die Emulsion. Dass sie sich mit Wasser mischen lässt, heißt nicht, dass sie in den Abfluss darf: Das Bitumen setzt sich in Rohren und Kläranlagen fest.

Bringen Sie die Gebinde verschlossen und mit lesbarem Etikett zum Schadstoffmobil oder zum Wertstoffhof. Haushaltsübliche Mengen sind dort für Privatleute in der Regel kostenlos. Termine und Standorte stehen unter Schadstoffmobil. Undichte oder verbeulte Eimer stellen Sie für den Transport in einen zweiten Eimer oder eine Kiste, damit nichts in den Kofferraum läuft.

Kartuschen mit Bitumenkleber oder Dichtmasse behandeln Sie genauso. Ist die Kartusche angebrochen, aber nicht leer, härtet der Inhalt an der Spitze aus, im Inneren bleibt er oft lange weich. Eine solche Kartusche gilt nicht als leer.

Ausgehärtete Reste und leere Eimer

Bei kleinen Mengen Anstrich, die Sie nicht mehr brauchen, liegt der Gedanke nahe, sie einfach trocknen zu lassen. Bei wasserbasierter Bitumenemulsion funktioniert das bei dünnen Schichten auch: Ausgestrichen auf einer alten Pappe härtet ein Rest durch, und einige Kommunen nehmen solche vollständig ausgehärteten Reste im Restmüll an, wie es bei Dispersionsfarbe üblich ist. Eine einheitliche Regel gibt es dafür aber nicht. Lösemittelhaltige Produkte lassen Sie nicht im Freien abdunsten, um sie loszuwerden; die Dämpfe sind gesundheitsschädlich und brennbar.

Ein Eimer ist leer, wenn Sie ihn mit dem Spachtel ausgekratzt haben und nur noch ein dünner, angetrockneter Film an der Wand klebt. Solche restentleerten Verpackungen nehmen viele Kommunen im Gelben Sack an, weil sie Verkaufsverpackungen sind; andere wollen sie im Restmüll. Mehr zu Verpackungen steht unter Gelber Sack. Wie man mit Farbresten allgemein umgeht, beschreibt Farbe entsorgen.

  1. Reste aufbrauchen. Ein paar Liter Anstrich lassen sich oft noch an einem Sockel, einem Pfosten oder einer zweiten Schicht verbrauchen.
  2. Eimer auskratzen. Mit einem Spachtel so weit wie möglich leeren, Reste in ein anderes Gebinde umfüllen statt verschmieren.
  3. Deckel fest verschließen. Was mit Inhalt zur Schadstoffsammlung geht, bleibt dicht, damit nichts ausläuft oder ausdunstet.
  4. Etikett nicht abziehen. Die Annahmestelle sieht daran, was im Eimer ist.
  5. Leere Eimer nach Ortsregel. Gelber Sack oder Restmüll, je nach Satzung.

Bitumenbahnen, Schindeln und Wellplatten

Feste Bitumenprodukte fallen vor allem beim Sanieren an: alte Schweißbahnen vom Garagendach, Schindeln vom Gartenhaus, Wellplatten vom Carport oder Abdichtungsbahnen unter einem Fußboden. Sie bestehen aus einer Trägereinlage, etwa Glasvlies, Polyestervlies oder Pappe, die mit Bitumen getränkt und beschichtet ist, oft mit Schiefersplitt bestreut.

Bitumenbahnen gehören nicht in den Bauschutt. Der Bauschutt-Container ist für mineralische Abfälle wie Beton, Ziegel und Fliesen gedacht; Bitumen ist ein Erdölprodukt und verunreinigt ihn. Wertstoffhöfe haben dafür meist eine eigene Annahme, häufig unter der Bezeichnung Dachpappe oder bitumenhaltige Abfälle, und berechnen eine Gebühr nach Menge. Bei größeren Mengen bestellen Sie einen Container, der ausdrücklich für Bitumenbahnen zugelassen ist. Was in einen normalen Bauschutt-Container darf, steht unter Bauschutt entsorgen.

Schrauben, Nägel, Holzlatten und Blechkanten trennen Sie so weit wie möglich ab. Holz von der Dachkonstruktion gehört zum Altholz, siehe Holz entsorgen, Metall zum Schrott.

Teer ist nicht Bitumen

Früher wurden Dachbahnen und Abdichtungen auch mit Steinkohlenteer hergestellt. Teer enthält deutlich mehr polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige als krebserzeugend gelten. Teerhaltige Bahnen sind deshalb gefährlicher Abfall und dürfen nicht mit gewöhnlichen Bitumenbahnen gemischt werden. Laut den Umweltämtern in Bayern und Baden-Württemberg wurde die Herstellung teerhaltiger Dachbahnen in Deutschland Anfang der 1960er-Jahre eingestellt. Bei Dächern und Abdichtungen aus der Zeit davor muss man damit rechnen, dass Teer im Spiel ist; auch spätere Reparaturen mit Restbeständen sind nicht ausgeschlossen.

Am Aussehen lässt sich das nicht sicher erkennen. Ein starker, stechender Geruch nach Teer bei frischem Anschnitt ist ein Hinweis, Sicherheit gibt nur eine Analyse oder die Auskunft des Entsorgers. Wie Sie mit alter Dachpappe umgehen, wie eine Probe abläuft und was der Abriss kostet, steht ausführlich unter Dachpappe entsorgen.

Was Sie nie tun sollten

  • Bitumen verbrennen, im Ofen, in der Feuertonne oder im Garten. Dabei entsteht dichter, giftiger Rauch; das Verbrennen von Abfällen ist außerdem verboten.
  • Reste in den Gully, den Abfluss oder auf den Boden kippen. Das gilt auch für die Emulsion und für das Wasser, mit dem Sie Werkzeug ausgewaschen haben, solange es noch schwarz ist.
  • Bitumenbahnen unter den Bauschutt mischen. Der Entsorger kann den ganzen Container als Mischabfall abrechnen, und das wird teuer.
  • Alte Dachpappe zersägen oder zerbrechen, ohne zu wissen, was es ist. Bei Teerpappe entsteht dabei belasteter Staub.
  • Volle Eimer in den Gelben Sack. Dort gehören nur restentleerte Verpackungen hin.

Werkzeug, Pinsel und Hände reinigen Sie bei Emulsion mit Wasser, solange alles nass ist; bei lösemittelhaltigen Produkten verweist das Etikett auf das passende Reinigungsmittel. Verschmutzte Pinsel und Lappen gehören nach dem Trocknen in den Restmüll, triefend nasse Lappen mit Lösemittel zur Schadstoffsammlung.

Kosten

Für Privatleute ist die Abgabe flüssiger Bitumenreste am Schadstoffmobil in haushaltsüblichen Mengen in der Regel kostenlos. Für Bitumenbahnen, Schindeln und Wellplatten verlangen Wertstoffhöfe meist eine Gebühr nach Gewicht oder Volumen, deren Höhe je nach Kommune stark schwankt. Ein Container für Bitumenabfälle kostet mehr als einer für reinen Bauschutt; teerhaltige Bahnen sind noch einmal teurer, weil sie als gefährlicher Abfall behandelt werden. Holen Sie bei mehreren Anbietern Angebote ein und nennen Sie dabei genau, was in den Container soll.

Häufige Fragen

Darf Bitumen in den Restmüll?

Flüssiges Bitumen nicht, es gehört zur Schadstoffsammlung. Kleine, vollständig ausgehärtete Reste nehmen manche Kommunen im Restmüll an, andere nicht. Bitumenbahnen und Schindeln gehören auch in kleinen Mengen nicht in die Restmülltonne, sondern zum Wertstoffhof.

Wohin mit einem leeren Eimer Bitumenanstrich?

Ist der Eimer ausgekratzt und nur noch mit einem angetrockneten Film überzogen, darf er in vielen Kommunen in den Gelben Sack, in anderen in den Restmüll. Ist noch nennenswert Inhalt drin, geht er zur Schadstoffsammlung.

Ist Bitumen gefährlicher Abfall?

Bitumenbahnen ohne Teer gelten im Abfallrecht als nicht gefährlich, müssen aber getrennt vom Bauschutt entsorgt werden. Flüssige Anstriche, vor allem lösemittelhaltige, gehören in die Schadstoffsammlung. Teerhaltige Bahnen aus älteren Gebäuden sind dagegen gefährlicher Abfall.

Kann ich Bitumenbahnen zum Sperrmüll stellen?

Nein. Bitumenbahnen sind Bauabfall und kein Hausrat; die Sperrmüllabfuhr nimmt sie nicht mit. Bringen Sie sie zum Wertstoffhof oder nutzen Sie einen passenden Container.

Wie entsorge ich Bitumen-Dichtband?

Reste von selbstklebendem Bitumenband, wie es für Anschlüsse an Dach oder Fenster verwendet wird, sind in kleinen Mengen meist ein Fall für den Restmüll. Größere Rollen und Mengen fragen Sie am Wertstoffhof an.

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