Computer entsorgen: Daten löschen und PC kostenlos abgeben

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Ein ausgedienter Computer gehört zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme des Elektrohandels, beides ist für Privatleute in der Regel kostenlos. Das gilt für den Rechner selbst ebenso wie für Monitor, Tastatur, Maus und Kabel. Wichtiger als die Frage nach der richtigen Sammelstelle ist aber, was vorher passiert: Ihre Daten müssen vom Laufwerk, bevor das Gerät aus der Hand geht.
Wohin gehört ein alter Computer?
| Gerät oder Teil | Richtiger Weg |
| PC-Gehäuse mit Innenleben, Komplett-PC, Mini-PC | Wertstoffhof oder Rücknahme im Elektrohandel, kostenlos |
| Flachbildschirm, Monitor | Elektroschrott, bei Lieferung eines neuen Bildschirms Mitnahme durch den Händler möglich |
| Alter Röhrenmonitor | Wertstoffhof, im Ganzen, nicht öffnen |
| Tastatur, Maus, Lautsprecher, Webcam, Netzteil, Kabel | Elektroschrott, kleine Teile auch in Sammelboxen im Handel |
| Ausgebaute Festplatte oder SSD | sicher gelöscht oder zerstört als Elektroschrott, oder behalten |
| Knopfzelle vom Mainboard, Akkus aus Funkmaus und Tastatur | Batterie-Sammelbox, Pole abgeklebt |
| Funktionierender Rechner oder Einzelteile | verkaufen, verschenken, spenden |
Wie die Annahme genau geregelt ist, steht in der Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, im Abfallkalender oder in der Abfall-App; bei Fragen hilft die Abfallberatung. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Alles mit Stecker, Kabel oder Akku fällt unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz und darf nicht in den Restmüll. Die allgemeinen Regeln stehen unter Elektroschrott entsorgen.
Daten zuerst: was vor der Abgabe passieren muss
Auf einem alten Rechner stecken meist mehr persönliche Daten, als man denkt: Fotos, Steuererklärungen, gespeicherte Passwörter im Browser, Mails, eingescannte Ausweise. Weder der Wertstoffhof noch der Händler löscht etwas, und Altgeräte gehen über mehrere Stationen, bevor sie zerlegt werden. Behandeln Sie den Rechner so, als würde ihn ein Fremder wieder einschalten.
- Daten sichern. Kopieren Sie alles, was Sie behalten wollen, auf eine externe Festplatte oder in einen Cloud-Speicher, und prüfen Sie stichprobenartig, ob die Kopie vollständig ist und sich öffnen lässt.
- Konten lösen. Melden Sie sich bei Cloud-Diensten, Mail-Programmen, Passwort-Managern und Software mit Lizenz ab. Bei Windows entfernen Sie das Gerät aus dem Microsoft-Konto, bei einem Mac schalten Sie „Wo ist?“ aus und melden sich bei der Apple-ID ab.
- Laufwerk vollständig löschen. Das einfache Löschen in den Papierkorb oder ein Schnellformat reicht nicht. Nötig ist das vollständige Zurücksetzen mit Bereinigung des Laufwerks oder ein Löschprogramm, das überschreibt; bei einer SSD die Löschfunktion des Herstellers. Wie das je nach Laufwerk geht, steht ausführlich unter Festplatte entsorgen.
- Im Zweifel ausbauen. Startet der Rechner nicht mehr, bauen Sie das Laufwerk aus. Beim Desktop-PC ist das meist mit einem Schraubendreher in wenigen Minuten erledigt. Das ausgebaute Laufwerk löschen Sie an einem anderen Rechner, behalten es oder machen es unbrauchbar.
- Kleinteile trennen. Nehmen Sie Batterien aus Funkmaus und Funktastatur, entfernen Sie USB-Sticks und Speicherkarten aus den Schächten und vergessen Sie die CD im Laufwerk nicht.
Für Laptops gelten dieselben Schritte, dazu kommt der eingebaute Akku. Die Besonderheiten stehen unter Laptop entsorgen.
Rückgabe im Handel und Abgabe am Wertstoffhof
Elektrohändler mit einer größeren Verkaufsfläche für Elektrogeräte und große Lebensmittelmärkte, die regelmäßig Elektrogeräte verkaufen, müssen Altgeräte zurücknehmen. Kaufen Sie einen neuen Computer, nimmt der Händler einen gleichartigen alten kostenlos an. Kleine Geräte mit höchstens etwa 25 cm Kantenlänge dürfen Sie in haushaltsüblicher Menge auch ohne Neukauf abgeben: Maus, Tastatur, Webcam, Netzteil oder ein Mini-PC passen meist, ein klassischer PC-Tower ist dafür zu groß. Online-Händler müssen ebenfalls eine Rückgabemöglichkeit anbieten. Wird ein neuer Bildschirm geliefert, muss der Händler anbieten, den alten bei der Lieferung kostenlos mitzunehmen.
Am Wertstoffhof gibt es für Bildschirme und für übrige Elektrogeräte meist getrennte Behälter, weil sie in unterschiedlichen Anlagen behandelt werden. Fragen Sie beim Einfahren, wohin was gehört. Öffnungszeiten und Annahmeregeln stehen unter Wertstoffhof. Kabel, Mehrfachsteckdosen und Ladegeräte nehmen Sie gleich mit.
Monitore und Röhrenbildschirme
Flachbildschirme sind Elektroschrott wie der Rechner, nur getrennt gesammelt. Ältere Modelle mit Leuchtstoffröhren als Hintergrundbeleuchtung enthalten geringe Mengen Quecksilber; deshalb gehören sie unbeschädigt zur Sammelstelle, nicht zerlegt.
Röhrenmonitore stehen noch in manchem Keller. Öffnen Sie ein solches Gerät nie: Im Inneren können auch lange nach dem Ausschalten hohe Spannungen gespeichert sein, das Glas der Bildröhre enthält Blei, und eine beschädigte Röhre kann implodieren. Tragen Sie den Monitor im Ganzen und mit der Bildfläche zum Körper zum Wertstoffhof. Für Fernseher gilt dasselbe, siehe Fernseher entsorgen.
Was im PC sonst noch steckt
Auf jedem Mainboard sitzt eine Knopfzelle, die Uhrzeit und BIOS-Einstellungen hält. Sie lässt sich meist ohne Werkzeug aus der Halterung drücken und gehört dann in die Batterie-Sammelbox; Knopfzellen sind für Kleinkinder gefährlich, wenn sie verschluckt werden, lassen Sie sie also nicht herumliegen. Mehr dazu unter Batterien entsorgen.
Ansonsten müssen Sie einen Desktop-PC nicht zerlegen. Den Rechner im Ganzen abzugeben ist sogar besser, weil die Behandlungsanlagen auf ganze Geräte eingestellt sind. Wer schraubt, sollte es nur tun, um brauchbare Teile weiterzugeben: Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Netzteil oder Laufwerke finden oft noch Käufer. Drucker, Scanner oder Router, die mit dem PC zusammen ausgemustert werden, haben teils eigene Speicher mit Zugangsdaten; setzen Sie diese Geräte vor der Abgabe auf Werkseinstellungen zurück.
Weitergeben statt wegwerfen
Ein Rechner, der Ihnen zu langsam ist, reicht für Schulaufgaben, Bewerbungen, Videotelefonie oder Büroarbeit oft noch jahrelang. Nach dem vollständigen Löschen können Sie ihn über Kleinanzeigen verkaufen, in der Nachbarschaft verschenken oder an Vereine und Initiativen spenden, die gebrauchte Computer aufbereiten und an Schüler oder Menschen mit wenig Geld weitergeben. Fragen Sie vorher, was dort gebraucht wird; manche nehmen nur Geräte ab einem bestimmten Alter.
Ein Repair-Café oder ein Computerladen hilft bei typischen Defekten wie einem kaputten Netzteil, einem vollen oder langsamen Laufwerk oder einem Lüfter, der laut geworden ist. Oft macht schon der Tausch einer alten Festplatte gegen eine SSD einen müden Rechner wieder flott.
Kosten
Die Abgabe am Wertstoffhof und die Rückgabe im Handel sind für Privathaushalte in der Regel kostenlos. Geld kostet nur, was Sie zusätzlich bestellen: eine Abholung zu Hause, eine Datenträgervernichtung mit Nachweis oder die Datenrettung von einem defekten Laufwerk. Die Preise dafür unterscheiden sich je nach Anbieter und Kommune deutlich.
Typische Fehler
- Den Rechner ungelöscht abgeben, weil ja niemand nachsieht.
- Nur formatieren oder den Papierkorb leeren und das für Löschen halten.
- PC oder Monitor in den Restmüll oder Sperrmüll geben.
- Röhrenmonitore aufschrauben, um an Kupfer zu kommen.
- Batterien in Funkmaus und Tastatur lassen.
Häufige Fragen
Wo kann ich einen alten PC kostenlos entsorgen?
Am Wertstoffhof Ihrer Kommune und bei Elektrohändlern mit größerer Verkaufsfläche. Ohne Neukauf nimmt der Handel nur kleine Geräte bis etwa 25 cm Kantenlänge an, ein PC-Tower passt meist nicht dazu; der Wertstoffhof nimmt ihn immer.
Muss ich die Festplatte vor dem Entsorgen ausbauen?
Nicht zwingend. Wenn Sie das Laufwerk sicher gelöscht haben, kann es im Rechner bleiben. Startet der PC nicht mehr oder sind Sie unsicher, ob das Löschen geklappt hat, bauen Sie es aus. Die Möglichkeiten stehen unter Festplatte entsorgen.
Löscht der Wertstoffhof meine Daten?
Nein. Altgeräte werden gesammelt und weitergegeben, gelöscht wird dabei nichts. Für Ihre Daten sind Sie selbst verantwortlich.
Kann ich einen alten Monitor in den Sperrmüll geben?
Nein, ein Monitor ist Elektroschrott. Manche Kommunen holen Elektrogeräte zusammen mit dem Sperrmüll ab, aber auf eigener Anmeldung und getrennt. Fragen Sie bei Ihrer Abfallberatung nach.
Bekomme ich für einen alten Computer noch Geld?
Für einen funktionierenden, nicht zu alten Rechner oft ja, über Kleinanzeigen oder Ankaufhändler. Bei sehr alten Geräten lohnt sich eher der Verkauf einzelner Teile wie Grafikkarte oder Arbeitsspeicher. Den Rest geben Sie kostenlos als Elektroschrott ab.



