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Altes Handy entsorgen: Daten löschen, abgeben, recyceln

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Smartphone liegt neben aufgeschlagenem Buch und Brille auf Holztisch
Vor der Abgabe Daten sichern und das Handy auf Werkseinstellungen zurücksetzen
Inhalt7 Abschnitte
  1. Wohin mit dem alten Handy?
  2. Vorbereitung: Daten sichern und löschen
  3. Der Akku bleibt drin
  4. Verkaufen, verschenken, spenden
  5. Kosten
  6. Typische Fehler
  7. Häufige Fragen

Ein altes Handy geben Sie kostenlos in der Elektroschrott-Sammlung im Handel, beim Netzbetreiber oder am Wertstoffhof ab, niemals im Hausmüll. Vorher sichern Sie Ihre Daten, melden Konten ab, setzen das Gerät auf Werkseinstellungen zurück und nehmen SIM- und Speicherkarte heraus. Funktioniert das Handy noch, ist Weitergeben besser als jedes Recycling.

Wohin mit dem alten Handy?

Handys sind Elektrogeräte mit Lithium-Akku, deshalb gelten für sie dieselben Regeln wie für anderen Elektroschrott. Sie sind klein genug, dass größere Elektrohändler und große Supermärkte mit Elektroangebot sie auch ohne Neukauf zurücknehmen müssen.

ZustandRichtiger Weg
funktioniert, nicht zu altverkaufen, verschenken, in der Familie weitergeben
funktioniert, aber veraltetAnkauf beim Händler oder Sammelaktion; sonst Elektroschrott
defektSammelbox im Handel, Rücknahme beim Hersteller oder Netzbetreiber, Wertstoffhof
Akku aufgebläht oder beschädigtnicht in die Sammelbox; sicher verpackt zum Wertstoffhof

Zusätzlich nehmen viele Netzbetreiber, Hersteller und Handyläden alte Geräte zurück, oft per kostenlosem Versandumschlag. Gemeinnützige Organisationen, Schulen und Vereine veranstalten Sammelaktionen, bei denen der Erlös aus dem Recycling einem Zweck zugutekommt. Achten Sie darauf, dass die Aktion seriös ist und angibt, was mit den Geräten passiert.

Vorbereitung: Daten sichern und löschen

Auf einem Handy steckt Ihr halbes Leben: Fotos, Nachrichten, Kontakte, Bankzugänge, gespeicherte Passwörter. Diese Daten sollen weder beim Käufer noch in der Recyclinganlage landen. Gehen Sie deshalb in dieser Reihenfolge vor:

  1. Daten sichern. Übertragen Sie Fotos, Kontakte und Chats auf das neue Handy, in die Cloud oder auf den Computer. Die Hersteller bieten dafür eigene Umzugsfunktionen an. Messenger haben eine eigene Sicherung in ihren Einstellungen, die Sie vorher anstoßen sollten.
  2. Zwei-Faktor-Anmeldungen umziehen. Authentifizierungs-Apps und Banking-Apps sind oft an das Gerät gebunden. Richten Sie sie erst auf dem neuen Gerät ein, bevor Sie das alte löschen, sonst sperren Sie sich womöglich aus.
  3. Konten abmelden. Beim iPhone melden Sie sich von der Apple-ID ab und schalten „Wo ist?“ aus, damit die Aktivierungssperre aufgehoben wird. Beim Android-Handy entfernen Sie das Google-Konto und gegebenenfalls das Herstellerkonto. Ohne diesen Schritt kann ein Käufer das Gerät nach dem Zurücksetzen nicht einrichten.
  4. Auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Die Funktion finden Sie in den Einstellungen unter „Allgemein“ beziehungsweise „System“ und heißt etwa „Alle Inhalte und Einstellungen löschen“ oder „Zurücksetzen“. Aktuelle Smartphones verschlüsseln ihren Speicher; beim Zurücksetzen wird der Schlüssel gelöscht, sodass die Daten nicht mehr lesbar sind.
  5. eSIM löschen. Wird beim Zurücksetzen gefragt, ob die eSIM entfernt werden soll, bestätigen Sie das, wenn Sie den Tarif nicht mehr auf diesem Gerät nutzen. Den Vertrag kündigt das nicht.
  6. SIM-Karte und Speicherkarte herausnehmen. Die SIM-Karte behalten oder zerschneiden, die Speicherkarte behalten oder am Computer formatieren. Auf der Speicherkarte liegen oft Fotos, die das Zurücksetzen nicht erfasst.
  7. Hülle und Zubehör abnehmen. Hüllen und Schutzfolien gehören nicht zum Elektroschrott; Ladegeräte und Kabel dagegen schon.

Bei sehr alten Handys ohne Verschlüsselung ist das Zurücksetzen weniger zuverlässig. Wenn Sie ein solches Gerät nicht weitergeben, sondern recyceln, und sensible Daten darauf waren, lassen sich Speicherkarte und SIM-Karte getrennt zerstören; das Gerät selbst sollten Sie nicht aufbrechen, weil der Akku darin steckt.

Der Akku bleibt drin

Bei fast allen modernen Handys ist der Akku fest verklebt. Hebeln Sie ihn nicht heraus. Ein beschädigter Lithium-Akku kann sich entzünden. Geben Sie das Handy komplett ab. Ist der Akku sichtbar aufgebläht, drückt das Display heraus oder wird das Gerät ungewöhnlich warm, laden Sie es nicht mehr, legen es in einen nicht brennbaren Behälter und bringen es zum Wertstoffhof. Mehr dazu unter Akkus entsorgen. Bei älteren Tastenhandys mit Wechselakku nehmen Sie den Akku heraus, kleben die Kontakte ab und geben ihn in die Batteriesammlung.

Verkaufen, verschenken, spenden

Ein Handy, das noch funktioniert, ist für die Umwelt am wertvollsten, wenn jemand es weiterbenutzt. Geräte, die noch Sicherheitsupdates bekommen, lassen sich über Kleinanzeigen, Ankaufportale oder beim Händler verkaufen. Ankaufportale zahlen weniger als Privatkäufer, nehmen Ihnen aber die Abwicklung ab. Ältere Geräte ohne Updates sind als Zweithandy für Kinder oder als Notfallhandy geeignet, sollten aber nicht mehr für Banking genutzt werden.

Viele Menschen haben mehrere alte Handys in der Schublade liegen. Wenn Sie ohnehin aufräumen, nehmen Sie alle auf einmal mit, zusammen mit alten Ladegeräten und Kabeln. Das gilt auch für Tablets. Für Laptops und Computer, bei denen die Festplatte sicher gelöscht oder ausgebaut werden sollte, gibt es eine eigene Anleitung unter Laptop entsorgen.

Kosten

Die Abgabe ist kostenlos, sowohl im Handel als auch am Wertstoffhof. Geld gibt es nur, wenn Sie ein funktionierendes Gerät verkaufen. Manche Hersteller und Netzbetreiber rechnen ein Altgerät beim Kauf eines neuen an; das lohnt sich vor allem bei jüngeren Modellen.

Typische Fehler

  • Zurücksetzen ohne Kontoabmeldung. Das Handy bleibt dann durch die Diebstahlsperre an Ihr Konto gebunden und ist für den Käufer wertlos.
  • Speicherkarte vergessen. Fotos auf der Karte löscht das Zurücksetzen nicht.
  • Handy im Restmüll. Der Akku kann im Müllfahrzeug einen Brand auslösen, und die Rohstoffe gehen verloren.
  • Akku herausbrechen. Beschädigte Akkus sind gefährlicher als intakte.
  • Zwei-Faktor-App gelöscht. Wer vorher nicht umzieht, kommt womöglich nicht mehr in seine Konten.

Häufige Fragen

Wie entsorge ich mein altes Handy?

Kostenlos in der Elektroschrott-Sammelbox eines größeren Elektrohändlers oder großen Supermarkts, beim Netzbetreiber, beim Hersteller oder am Wertstoffhof. Vorher Daten sichern, Konten abmelden, auf Werkseinstellungen zurücksetzen und SIM- und Speicherkarte entnehmen.

Reicht das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen?

Bei aktuellen Smartphones ja, weil der Speicher verschlüsselt ist und der Schlüssel beim Zurücksetzen gelöscht wird. Wichtig ist, vorher die Konten abzumelden und die Speicherkarte herauszunehmen.

Wie bekomme ich meine Daten vom alten aufs neue Handy?

Mit der Umzugsfunktion des Herstellers, die beim Einrichten des neuen Geräts angeboten wird, oder über eine Cloud-Sicherung. Chats aus Messengern sichern Sie über deren eigene Sicherungsfunktion. Fotos können Sie zusätzlich per Kabel auf den Computer kopieren.

Kann ich ein Handy mit kaputtem Display noch löschen?

Oft ja, über die Fernlöschung im Konto (bei Apple über „Wo ist?“, bei Google über „Mein Gerät finden“) oder durch Anschluss an einen Computer. Geht gar nichts mehr, geben Sie das Gerät trotzdem zum Recycling; dort werden Geräte in der Regel zerkleinert. Die Speicherkarte nehmen Sie vorher heraus.

Bekomme ich Geld für alte Handys?

Für funktionierende, nicht zu alte Geräte ja, über Ankaufportale, Händler oder Privatverkauf. Für defekte oder sehr alte Handys gibt es meist nichts; manche Sammelaktionen spenden den Recyclingerlös an gemeinnützige Zwecke.