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Festplatte entsorgen: Daten sicher vernichten

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Geöffnete Festplatte
Löschen allein reicht nicht – die Daten müssen überschrieben werden
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehört eine alte Festplatte?
  2. Warum Löschen nicht gleich Löschen ist
  3. Klassische Festplatte (HDD) sicher löschen
  4. SSD, USB-Stick und Speicherkarte
  5. Zerstören, wenn nichts mehr geht
  6. Festplatte im Computer oder Laptop
  7. Weitergeben statt wegwerfen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen
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Eine alte Festplatte geben Sie als Elektroschrott am Wertstoffhof ab oder werfen sie in die Sammelbox für Kleingeräte im Elektrohandel, beides kostet nichts. Entscheidend ist der Schritt davor: Die Daten müssen so gelöscht sein, dass niemand sie wiederherstellen kann. Wie das geht, hängt davon ab, ob es eine klassische Festplatte mit Scheiben, eine SSD oder ein USB-Stick ist, und ob das Laufwerk überhaupt noch funktioniert.

Wohin gehört eine alte Festplatte?

Datenträger und ZustandRichtiger Weg
Festplatte oder SSD, sicher gelöschtWertstoffhof oder Sammelbox im Elektrohandel, auch ohne Neukauf
Laufwerk defekt, nicht mehr löschbarmechanisch unbrauchbar machen oder Datenträgervernichtung, danach Elektroschrott
Externe Festplatte mit Gehäuse und Netzteilim Ganzen als Elektroschrott, nach dem Löschen
USB-Stick, Speicherkartelöschen oder zerstören, dann Elektroschrott
Festplatte noch im PC oder Laptoplöschen oder ausbauen, dann mit dem Gerät abgeben
Größere Mengen aus Firma oder VereinDienstleister mit Vernichtungsnachweis

Festplatten fallen unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Weil sie kleiner als etwa 25 cm sind, nehmen große Elektrohändler und große Lebensmittelmärkte mit Elektroangebot sie in haushaltsüblicher Menge auch ohne Neukauf zurück. Wie Ihre Kommune die Annahme regelt, steht in der Abfallsatzung, im Abfallkalender oder in der Abfall-App, und die Abfallberatung hilft weiter. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Mehr zu den Sammelwegen steht unter Elektroschrott entsorgen.

Warum Löschen nicht gleich Löschen ist

Wenn Sie eine Datei in den Papierkorb schieben und den leeren, verschwindet nur der Verweis auf die Datei. Die Daten selbst bleiben auf der Platte stehen, bis sie irgendwann überschrieben werden. Ein Schnellformat macht im Grunde dasselbe für das ganze Laufwerk. Mit frei erhältlichen Wiederherstellungsprogrammen lässt sich von solchen Platten oft ein großer Teil zurückholen, Fotos und Dokumente eingeschlossen.

Sicher gelöscht ist ein Laufwerk erst, wenn die Daten selbst überschrieben oder unlesbar gemacht wurden. Welche Methode dafür richtig ist, hängt von der Bauart ab.

Klassische Festplatte (HDD) sicher löschen

Eine Festplatte mit drehenden Scheiben speichert jedes Bit an einer festen Stelle. Wer jede Stelle überschreibt, hat die alten Daten entfernt. Dafür gibt es mehrere Wege:

  1. Daten sichern. Kopieren Sie alles, was Sie behalten wollen, auf ein anderes Laufwerk und prüfen Sie die Kopie.
  2. Vollständig formatieren oder zurücksetzen. Unter Windows überschreibt das normale, nicht schnelle Formatieren die Platte vollständig; beim Zurücksetzen des ganzen Rechners wählen Sie die Option, alles zu entfernen und das Laufwerk zu bereinigen. Das Festplattendienstprogramm von macOS bietet bei klassischen Festplatten Sicherheitsoptionen mit Überschreiben.
  3. Oder ein Löschprogramm verwenden. Spezielle Löschprogramme, oft als startbarer USB-Stick, überschreiben das ganze Laufwerk, auch wenn kein Betriebssystem mehr darauf läuft. Ein vollständiger Durchgang gilt bei heutigen Platten als ausreichend; mehrere Durchgänge schaden nicht, dauern aber entsprechend länger.
  4. Zeit einplanen. Je nach Größe und Alter der Platte dauert das Überschreiben mehrere Stunden. Lassen Sie den Rechner dabei am Netz.
  5. Stichprobe machen. Wer sichergehen will, schließt die Platte danach an einen anderen Rechner an und prüft, ob sie leer und unformatiert erscheint.

Für eine ausgebaute Platte brauchen Sie dafür einen Anschluss an einem anderen Rechner. Am einfachsten geht das mit einem Festplattengehäuse mit USB-Anschluss oder einem USB-Adapter, mit dem Sie die Platte auch noch auslesen können, bevor Sie sie löschen.

SSD, USB-Stick und Speicherkarte

Eine SSD funktioniert anders. Ihr Steuerchip verteilt die Daten selbstständig auf die Speicherzellen, hält Reservezellen vor und verschiebt Inhalte, ohne dass das Betriebssystem davon weiß. Ein Löschprogramm, das „alles“ überschreibt, erreicht deshalb nicht sicher jede Zelle, in der noch alte Daten liegen.

Für SSDs gibt es zwei verlässliche Wege. Der erste ist die eingebaute Löschfunktion, meist als Secure Erase bezeichnet, die über das Verwaltungsprogramm des SSD-Herstellers oder das BIOS des Rechners ausgelöst wird; sie löscht auch die Bereiche, an die das Betriebssystem nicht herankommt. Der zweite ist Verschlüsselung: War die SSD mit BitLocker, FileVault oder einer Hardware-Verschlüsselung geschützt, macht das Zurücksetzen den Schlüssel unbrauchbar, und was übrig bleibt, ist ohne ihn nicht lesbar. Neuere Macs und viele Windows-Rechner verschlüsseln ab Werk, dann ist das Zurücksetzen auf Werkszustand bereits ein guter Schutz.

USB-Sticks und Speicherkarten arbeiten ähnlich wie SSDs, haben aber meist keine eigene Löschfunktion. Für alltägliche Inhalte reicht ein vollständiges Überschreiben. Lagen darauf wirklich sensible Daten, ist Zerstören der sicherere Weg. Für Handys und Tablets gilt eigenes; das steht unter Handy entsorgen.

Zerstören, wenn nichts mehr geht

Läuft die Platte nicht mehr an, lässt sie sich auch nicht überschreiben, die Daten können aber von Fachleuten trotzdem noch auslesbar sein. Dann bleibt die mechanische Zerstörung. Bei einer klassischen Festplatte bohren Sie mehrere Löcher durch das Gehäuse bis durch die Scheiben, oder Sie öffnen das Gehäuse und verkratzen oder verbiegen die Scheiben. Bei einer SSD, einem USB-Stick oder einer Speicherkarte müssen die Speicherchips selbst zerbrochen werden; ein Loch an der falschen Stelle reicht nicht.

Tragen Sie dabei immer Schutzbrille und Handschuhe. Die Scheiben mancher Festplatten, besonders der kleinen aus Laptops, sind aus Glas und zersplittern in feine Scherben. Arbeiten Sie auf einer festen Unterlage, nie mit der Platte in der Hand. Brechen Sie niemals einen Laptop, ein Handy oder eine externe Festplatte mit eingebautem Akku auf, um an den Speicher zu kommen: Ein beschädigter Lithium-Akku kann sich entzünden. In Festplatten sitzen außerdem sehr starke Magnete. Sie klemmen Finger ein und sind für Kinder gefährlich, wenn sie verschluckt werden, auch zusammen mit anderen Metallteilen.

Wer das nicht selbst machen will, gibt Datenträger an einen Dienstleister für Datenträgervernichtung. Seriöse Anbieter arbeiten nach der Norm DIN 66399 und stellen ein Vernichtungsprotokoll aus. Manche Wertstoffhöfe und Entsorgungsbetriebe bieten das auch für Privatleute an. Für Papierunterlagen steht der passende Weg unter Akten entsorgen, für alte Datenträger aus Kunststoff unter CDs entsorgen.

Festplatte im Computer oder Laptop

Steckt die Platte noch im Rechner, löschen Sie sie dort und geben das Gerät im Ganzen ab. Startet der Rechner nicht mehr, bauen Sie die Platte aus; bei einem Desktop-PC geht das meist mit wenigen Schrauben. Bei vielen neueren Laptops ist der Speicher fest auf die Platine gelötet, dann bleibt nur, das Gerät zu einem Fachbetrieb mit Löschnachweis zu geben. Wie Sie Rechner und Zubehör entsorgen, steht unter Computer entsorgen und Laptop entsorgen.

Weitergeben statt wegwerfen

Eine funktionierende Festplatte ist auch gebraucht noch nützlich: als Sicherungslaufwerk im USB-Gehäuse, als zusätzlicher Speicher im PC, für eine Spielkonsole. Weitergeben oder verkaufen sollten Sie sie aber nur, wenn Sie sie vorher nachweislich vollständig gelöscht haben. Schreiben Sie bei einem Verkauf ehrlich dazu, wie alt die Platte ist; alte Platten mit vielen Betriebsstunden fallen eher aus.

Typische Fehler

  • Nur Schnellformatieren und die Platte dann verkaufen.
  • Eine SSD wie eine Festplatte überschreiben und sich darauf verlassen.
  • Mit dem Hammer ohne Schutzbrille auf eine Laptop-Festplatte schlagen.
  • Akkugeräte aufbrechen, um an den Speicher zu kommen.
  • Die Festplatte in den Restmüll werfen, weil sie ja klein ist.

Häufige Fragen

Wie entsorge ich eine alte Festplatte richtig?

Erst die Daten sicher löschen oder die Platte unbrauchbar machen, dann als Elektroschrott zum Wertstoffhof oder in die Sammelbox im Elektrohandel. Beides ist für Privatleute kostenlos.

Reicht Formatieren, um Daten zu löschen?

Ein Schnellformat reicht nicht, weil die Daten auf der Platte bleiben. Bei klassischen Festplatten überschreibt ein vollständiges Formatieren unter Windows die Daten. Bei SSDs ist die Löschfunktion des Herstellers oder das Zurücksetzen eines verschlüsselten Laufwerks der sichere Weg.

Kann ich eine Festplatte in den Hausmüll werfen?

Nein. Festplatten sind Elektroschrott und enthalten Metalle, die zurückgewonnen werden. Im Restmüll gehen sie verloren, und Ihre Daten liegen ungeschützt herum.

Wie zerstöre ich eine Festplatte sicher?

Mehrere Löcher durch Gehäuse und Scheiben bohren oder die Scheiben verbiegen und verkratzen, bei SSDs die Speicherchips zerbrechen. Immer mit Schutzbrille und Handschuhen arbeiten. Wer das nicht selbst tun will, beauftragt einen Dienstleister mit Vernichtungsnachweis.

Nimmt der Elektromarkt eine einzelne Festplatte an?

Ja, große Elektrohändler müssen kleine Geräte bis etwa 25 cm Kantenlänge in haushaltsüblicher Menge auch ohne Neukauf zurücknehmen. Löschen müssen Sie die Platte vorher selbst.

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